Wie viel EBV ist zu viel?

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noethi

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Hallo allerseits,

Ich bin Anfänger was Fotographie betrifft und habe mal eine Frage bezüglich EBV. Gibt es einen Punkt ab dem man sagen kann nun ist es kein Foto mehr sondern ein künstliches Bild (oder was auch immer)? Wie sind die Meinungen hier in diesem Forum zu EBV, gibt es einen Punkt ab dem EBV "unmoralisch" wird, also auch dann wenn ich offen zugebe das es manipuliert wurde? Na ja ist etwas unverständlich ausgedrückt, eventuell noch eine zweite Umschreibung, würdet ihr ein Foto eher wegschmeissen bevor ihr zu viel daran "Rumschraubt"?

Hier einfach mal ein Beispiel aus meinem Urlaub.



Würdet ihr eher das erste unverfälschte Bild bevorzugen oder das zweite, oder eventuell ein Mittelding? Gut schlussendlich muss es mir gefallen, aber die Meinung andere über dieses Thema würde mich schon mal interessieren.

Gruss
Claude

P.S: Die Bilder sind sehr verkleinert und verlieren viel dadurch, aber darum geht es natürlich nicht.
 
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Moin Claude,

Du hast da ein heikles Thema angeschnitten, das gerne bis aufs Blut diskutiert wird.
Meine persönliche Meinung:
EBV ist solange gut, wie sie das Bild besser macht, ohne es zu verfälschen. Wo liegt da die Grenze?
Dass muss jeder für sich selbst bestimmen, aber zur Täuschung der Betrachter sollte es nicht kommen. So weigere ich mich grundsätzlich, Telefonmasten ö.Ä. aus dem Bild zu erntfernen. Andere haben da weniger Hemmungen.
 
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Ja, das wird gern und ausführlich diskutiert, zb hier:

http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/showthread.php?t=37268&highlight=ethik

Zu deinem beispielbild, ich würde einen Mittelweg gehen, das zweite gefällt mir persönlich garnicht mehr, das war für mich schon zuviel EBV.

Ich würde es ungefähr so machen:

test2.jpg
 
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Hi Claude,

ich bin der meinung das Limit muss sich jeder selbst setzen. Ich mache meine Fotos für den "eigenen Hausgebrauch". Ich muss nicht mein Geld damit verdienen und aussenstehenden Geschmäckern genügen.

Auf der anderen Seite möchte ich einfach die Frage in den Raum werfen: Wie quantifiziere ich den Einsatz der EBV?

Kann ich es an der Verfremdung eines Bildes messen und ist dann die Umwandlung in S/W schon zuviel?

Fragen über Fragen, auf die wahrscheinlich jeder seine eigene Antwort finden muss.

Ich bin mal gespannt wieviele Antworten wir in diesem Thread noch bekommen werden. So ein richtiges Sommerloch Thema ;)

Grüsse

Klaus
 
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Erlaubt ist, was gefällt.
Willst du Erinnerungen für später haben, ist der Wert einer so bearbeiteten Aufnahme sehr beschränkt, die nicht mehr die Realität abbildet, ja das fände ich sogar gefährlich. Stell dir vor du siehst diese Aufnahmen in 20 Jahren... Ansonsten würde ich sagen, halte dich an dein Augenmaß, wie war der Badeanzug: mehr Orange oder Rot? Wenn man Dinge entfernt oder hinzufügt, kann es sich nur noch um künstlerische Darstellung handeln. Diese Bilder würde ich von meinen Bildern, die dokumentieren sollen, strickt trennen.
 
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moenstermann schrieb:
Erlaubt ist, was gefällt.
Willst du Erinnerungen für später haben, ist der Wert einer so bearbeiteten Aufnahme sehr beschränkt, die nicht mehr die Realität abbildet, ja das fände ich sogar gefährlich. Stell dir vor du siehst diese Aufnahmen in 20 Jahren...


Wobei auch das nicht ganz zutrifft, schließlich bildet die Kamera in vielen Fällen auch nicht das ab, was das menschliche Auge sieht, geschweige denn das, was "wirklich" ist (aber damit wird´s jetzt zu philosophisch).

Grundsätzlich schließe ich mich Wolle´s Aussage an.

Meist fällt einen der Unterschied auch erst auf, wenn man den Vergleich zieht, wie du es getan hast. Hättest du nur das zweite Bild zur Diskussion gestellt, wär den meisten wohl gar nicht aufgefallen, wie stark du mit EBV eingegriffen hast.

Gruß

Christoph
 
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Ich finde bei Bild 2 fällt doch sehr auf, dass die Farben in Richtung Grundfarben gehen, ein typischer Effekt der Farbsättigung. Das ist natürlich schade, weil Grundfarben in der Regel sehr langweilig sind. Farbnuancen und Mischfarben, die zum zweiten und längeren Hinsehen auffordern, sind dann verloren. Andererseits hätte ich auch am ersten Bild etwas gedreht, aber nur mit der Tonwertkontrolle, um etwas mehr Farbkraft zu bekommen, ohne die Farbschattierungen zu zerstören.
Meine persönliche Meinung ist, dass Bilder, die nicht der Dokumentation dienen, ruhig bearbeitet werden können. Man sollte allerdings der Versuchung widerstehen, die üblichen Plattheiten zu erzeugen: Himmel immer schön dunkel blau, Planzen schön grün, Farben schön knallig etc., denn solche Bilder hinterlassen nach dem allerersten kurzen 'Wow' meist einen schalen Beigeschmack und man fühlt sich irgendwie betrogen.
Gruß, Dirk
 
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Aha das geht ja schnell mit Antworten, das scheint wirklich ein "heikles" Thema zu sein.

Wolle schrieb:
Du hast da ein heikles Thema angeschnitten, das gerne bis aufs Blut diskutiert wird.
Meine persönliche Meinung:
EBV ist solange gut, wie sie das Bild besser macht, ohne es zu verfälschen. Wo liegt da die Grenze?
Dass muss jeder für sich selbst bestimmen, aber zur Täuschung der Betrachter sollte es nicht kommen. So weigere ich mich grundsätzlich, Telefonmasten ö.Ä. aus dem Bild zu erntfernen. Andere haben da weniger Hemmungen.

Da muss ich zugeben das ich auch schon den genannten Masten aus einem Bild entfehrnt habe, da habe ich mich noch nicht gefragt ob dies noch legitim ist. Als ich dann mal ganz bewusst dieses extreme Bild "erstellt" habe kam mir dann die Frage ist das noch ein Foto? Die Täuschung ist hier nicht das Problem, da ich unterstelle das es deklariert wird, dass das Foto verändert wurde. Falls es "heimlich" gemacht wird gebe ich dir recht, dann ist es eine Täuschung des Betrachters.

Kuirrin schrieb:
Ja, das wird gern und ausführlich diskutiert, zb hier:

http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/showthread.php?t=37268&highlight=ethik

Zu deinem beispielbild, ich würde einen Mittelweg gehen, das zweite gefällt mir persönlich garnicht mehr, das war für mich schon zuviel EBV.

Ups hätte ich doch erst nach dem Thema suchen sollen, danke für den Link werde ich mal durchsehen. Danke für dein Bild-Vorschlag, so mache ich es auch für mich selber, aber ich muss zugeben das der Reiz so einen einsamen Strand zu "zaubern" auch etwas für sich hat.

kgebinger schrieb:
Hi Claude,

ich bin der meinung das Limit muss sich jeder selbst setzen. Ich mache meine Fotos für den "eigenen Hausgebrauch". Ich muss nicht mein Geld damit verdienen und aussenstehenden Geschmäckern genügen.

Gerade das suchen dieses Limits ist eigentlich der Hintergrund meiner Frage. Gibt es Grundregeln die solch ein Limit beschreiben? Scheinbar nicht, aus den paar Antworten entnehme ich das es darüber nicht mal einen Konsens gibt.

Ich glaube aber monstermann bringt es da doch auf eine guten Nenner:

moenstermann schrieb:
Erlaubt ist, was gefällt.
Willst du Erinnerungen für später haben, ist der Wert einer so bearbeiteten Aufnahme sehr beschränkt, die nicht mehr die Realität abbildet, ja das fände ich sogar gefährlich. Stell dir vor du siehst diese Aufnahmen in 20 Jahren... Ansonsten würde ich sagen, halte dich an dein Augenmaß, wie war der Badeanzug: mehr Orange oder Rot? Wenn man Dinge entfernt oder hinzufügt, kann es sich nur noch um künstlerische Darstellung handeln. Diese Bilder würde ich von meinen Bildern, die dokumentieren sollen, strickt trennen.

Das finde ich gut, diese gekünstelten Bilder von den "dokumentarischen" zu trennen (mach ich ja sogar schon). Die Originale behält man ja so oder so unverfälscht. Das Argument dass das zweite Bild in ein paar Jahren keinen Wert mehr hat als Urlaubsfoto ist für mich absolut schlagend.

Danke schon mal für die Antworten
Gruss
Claude
 
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Würde mich nicht wundern, wenn du jetzt Jobangebote für Reise-Katalog-Bilder bekommen würdest. :hehe:

Das 2. zeigt sehr schön, wie einfach sich der Traum von endlosen Stränden vor tiefblauem Himmel "hinbasteln" läßt
 
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hallo Claude,

für mich eindeutig zu viel bearbeitet...Helligkeit, Kontrast, Belichtungskorrektur...mache ich auch.

Bei einem Blüten-Makro ragt noch eine kleine Blattspitze ins Bild (hab ich vorher nicht bemerkt!) ..kann man beschneiden oder wegstempeln...OK

Wenn es aber darum geht, ganze Teile des Bildes einfach nachträglich wegzustempeln (Handtuch, Sonnenschirmständer, Strandmuschel, Sonnenanbeter, Spieleimerchen...hab ich was vergessen?) was bleibt dann noch von dem ursprünglichen Bild?
Handtuch, Sonnenschirmständer und Spieleimerchen hättest Du sicherlich schon bei der Aufnahme "eliminieren" können ...der Rest gehört einfach zum Strandleben dazu. Solche Dinge kann man oft schon bei der Entstehung eines Fotos beeinflussen...
 
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Ich zitiere moenstermann

Erlaubt ist, was gefällt.

Stammt aus Goethes Tasso (Tasso II/1).

Nur ein paar Zeilen weiter schränkt die Prinzessin dieses Tasso-Wort allerdings erheblich ein:

„Erlaubt ist, was sich ziemt“,

und weiter:

„Willst Du genau erfahren, was sich ziemt,
So frage nur bei edlen Frauen an.“


Kein Mensch wird etwas Unredliches darin finden, einen schiefen Horizont so zu bearbeiten, daß er seinem Namen wieder gerecht wird.

Aber ich kenne inzwischen Freunde der EBV, die würden sogar den „Schiefen Turm von Pisa“ ins eigenmächtige Lot stellen. Da hört für mich der Spaß auf.

Die Retusche an vielen kunstvollen Portraits, die ich in letzter Zeit gesehen habe, geht meines Erachtens auch in diese Richtung (in die Richtung des „Künstlichen“, übertrieben des "Verfälschenden",„Verfälschten“). Ein Portrait muß sein Modell angemessen abbilden. Das ist meine ganz persönliche Ansicht. Zum Thema Angemessenheit s.o.

Aber auch Fotografen müssen (und wollen) natürlich leben, meint mit

freundlichen Grüßen

Philipp
.
 
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Hallo!

Also, zuerstmal finde auch ich, wie viele andere, das es bei der EBV vor allem auf den persönlichen Geschmack ankommt. Wenn du gerne kräftige Faren magst, warum solltest du die Sättigung nicht anheben? Wenn du bestimmte Dinge hervorheben möchtest, warum nicht? Solange dir das Bild gefällt ist alles im grünen Bereich. Wichtig ist, das du das Original nicht löscht.

Ich persönlich kann mit deinem zweiten Bild überhaupt nichts anfangen. Die Farben sind mir etwas zu stark, der sehr rote Badeanzug schneidet sich stark mit dem Himmel.

Was ich aber noch weniger verstehen kann ist, warum du soviel rausgeschnitten hast. Sogar den Eimer mit Spielzeug hast du entfernt. Durch das viele Wegretuschieren geht in meinen Augen ein großer Teil der Urlaubsstimmung verloren. Mir wirkt das Bild nun einfach zu steril.

Vielleicht noch was zum Bildaufbau. Achte darauf, das die Hauptfigur nicht in der Mitte sitzt. Das Mädchen schaut nach rechts. Hättest du das Mädchen weiter am Linken Bildrand aufgenommen, hätte man als Betrachter die unendliche Weite des Meeres deutlich besser gespürt. Der Aufbau wäre deutlich spannender geworden.

Wie gesagt, es ist meine Meinung. Vielleicht hast du eine ganz andere, dann solttest du es auch ganz anders machen!

Liebe Grüße Thorben
 
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Eigentlich ist es ganz einfach.
Man unterscheidet zwischen dokumentarischer Fotografie und da sind keinerlei Manipulationen erlaubt, im Gegensatz zur künstlerischen Fotografie, wo grenzenlose Freiheit herrscht.

Albert
 
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Hallo Claude,

mir gefällt Bild 2 besser. Ich hätte es bei diesen Motiv genauso gemacht. Bei anderen Motiven mache ich weniger und noch andere fast gar keine EBV. Das hängt immer ganz vom Motiv ab.

Fotoretusche gibt es, seit es die Fotografie gibt. In Ungnade gefallene Parteigenossen verschwanden für immer von der Bildfläche ;-) In der Werbefotografie waren und sind Vollretuschen an der Tagesordnung und die Retuscheure die für den Playboy tätig waren sagten: "Drei cm Bauchspeck sind kein Problem." Das galt alles für die manuelle Retusche mit Farbe und Pinsel. Die EBV macht vieles einfacher. Allerding ein silbernes Auto spiegeln und mit einen roten Lack versehen Lenkrad auf die richtige Seite setzen usw usw - das können nur noch die alten Hasen, die das früher mit dem Pinsel auf ein 9x12 Dia gemacht haben.

Erlaubt ist was gefällt.

Viele Grüße
Holger
 
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Wieviel EBV "erlaubt" ist, hängt wohl von dem ab, was man darstellen will.

An seinen eigenen Urlaubs- oder Familienbildern kann man sicher herummanipulieren, soviel man will, bis es einem gefällt. Dasselbe gilt für "Kunst", wo man die Fotografie nur als technisches Hilfsmittel benutzt, um ein Bildnis nach freier Vorstellung zu erfinden.

Anders wäre das bei Naturfotografie, die z.B. ein bestimmtes Artenverhalten zeigt, oder der große Bereich der Reportage. Da ist jede Manipulation tabu, die über globale Anpassungen von Weißabgleich, Kontrasten, Schärfung etc. hinaus geht.

Bei Deinem manipulierten Bild sind mir die Farben zu bonbonartig, und es vermittelt eine ganz andere Stimmung (einsames, verlassenes Mädel am Meer) als das Original (Strandurlaub).

Maik
 
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@ AERs # 15

Hast Du da nicht die mengenmäßig alles andere in den Schatten stellende Kategorie der Gebrauchsfotografie übersehen? Vom Modefoto über die Produktwerbung bis hin zum Urlaubsfoto oder Schnappschuß?

Willst Du ernsthaft behaupten, mehrere Milliarden Foto-Prints jährlich in Deutschland seien ausschließlich dokumentarisch oder künstlerisch?

Auf das (unbearbeitete) Ausgangsbild dieses Threads angewendet:

Ein Mädchen von hinten (sozusagen ein „Jedermanns-Mädchen“ ) am Meer? Ein Zeit-Dokument?

Ein Mädchen von hinten (sozusagen ein „Jedermanns-Mädchen“ ) am Meer? Ein zeitgenössisches Kunstwerk?

Mit keinem Trick heutiger Bildbearbeitung (und der allergrößte Teil der EBV besteht in der geschickten Nutzung eines eingekauften Trick-Sammelsuriums) läßt sich das obige Foto (und Hundertmillionen anderer Fotos im Jahr) in ein Zeitdokument oder ein Kunstwerk verwandeln.

Für mich ist in der Fotografie nur wenig erlaubt und sehr, sehr viel, das sich nicht ziemt.

Liebe Grüße

Philipp
.
 
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lesitzki schrieb:
Hallo Claude,

mir gefällt Bild 2 besser. Ich hätte es bei diesen Motiv genauso gemacht. Bei anderen Motiven mache ich weniger und noch andere fast gar keine EBV. Das hängt immer ganz vom Motiv ab.

Fotoretusche gibt es, seit es die Fotografie gibt. In Ungnade gefallene Parteigenossen verschwanden für immer von der Bildfläche ;-) In der Werbefotografie waren und sind Vollretuschen an der Tagesordnung und die Retuscheure die für den Playboy tätig waren sagten: "Drei cm Bauchspeck sind kein Problem." Das galt alles für die manuelle Retusche mit Farbe und Pinsel. Die EBV macht vieles einfacher. Allerding ein silbernes Auto spiegeln und mit einen roten Lack versehen Lenkrad auf die richtige Seite setzen usw usw - das können nur noch die alten Hasen, die das früher mit dem Pinsel auf ein 9x12 Dia gemacht haben.

Erlaubt ist was gefällt.

Viele Grüße
Holger

Ich stimme Dir weitgehend zu und genau das ist der Punkt, warum das zweite Bild nicht gut ist! Es ist eben einfach nicht stimmig, schlecht gemacht und kann darum auch nicht wirklich gefallen. Abgesehen von den Farben, die langweilig sind und so nicht existieren (der Himmel sieht sofort falsch aus), passen offensichtlicher Anspruch und Umsetzung nicht zusammen: Ein 'einsamer' Strand kann es ja nicht sein, denn der Sand ist völlig zertreten. Man fragt sich eher, wo sind denn all die Menschen? Die Illusion eines in die Weite des Meeres träumenden Mädchens stellt sich nicht ein, weil kein Gesicht zu sehen ist, weil Körper- und Armhaltung dazu nicht passen und weil der vertretene Sand so viel Unruhe bringt. Der Bildaufbau ist nix halbes und nix Ganzes, Horizont in der Bildmitte, Segelschiff zu klein, Mädchen nicht im goldenen Schnitt, sondern irgendwo so halb aus der Mitte, usw, usw.
Also meine Meinung ist: hebe das Bild als Erinnerung auf, aber es gibt nichts auf dem Bild, was die Mühe der Bearbeitung lohnt.
Gruß, Dirk
 
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"Wo kein Kläger, ist kein Richter" - Meiner Meinung nach sollte sich jeder bei Manipulationen von Bildern, die in irgendeiner Art und Weise veröffentlicht werden sollen, die Frage stellen, ob da jemand klagen könnte und wogegen.

Ansonsten ist es schon so - erlaubt ist, was gefällt, ich ergänze noch "was nicht auffällt": Ich habe bei einer Hochzeit das Brautpaar in einer vierspännigen Kutsche fotografiert, als sie an mir vorbeifuhr. Das beste Bild aus einer Serie von 4 oder 5 Stück hatte am Bildrand rechts leider noch eine Straßenlampe, völlig überflüssig an diesem Feldweg, gezeigt. Ein Ausschnitt wäre zu knapp geworden, daher habe ich sie selbstverständlich weggestempelt. Auch eine temporäre Hautunreinheit des Bräutigams musste dran glauben, an dem entzückenden Leberfleck über der Oberlippe der Braut vergreife ich mich natürlich nicht.
 
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