Frage Wie schlecht sind in Tests als schlecht beurteilte Objektive wirklich?

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Beuteltier

Platin Mitglied - NF "proofed"
Platin
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Hallo Leute!

Ich fotografiere seit 50 Jahren, und kenne mich mit Objektiven seit ein paar Jahren sogar so gut aus, dass ich einiges daran sogar reparieren kann... ;)
Im Moment bin ich aber etwas verunsichert, ob all das, was ich bisher über Objektive gelernt habe, in der Praxis auch so relevant ist, wie es in der Theorie zu sein scheint. :nixweiss:

Seit 30 Jahren habe ich den Satz "Ein Objektiv hat die beste Abbildungsleistung bei Abblendung um zwei Stufen" aus eigener Erfahrung immer wieder bestätigt gefunden.
Bei Zoomobjektiven mit veränderlicher Lichtstärke und großem Brennweitenbereich wurde daraus manchmal nur eine Stufe am langen Ende... :hehe:

Nun mein Problem:
Da ich seit ein paar Wochen wieder, wie vor 5 Jahren schon mal für ein knappes Jahr, überwiegend mit FX-Kameras fotografiere (Kodak SLR/n, Nikon D700, Nikon D610), wollte ich mir ein paar Zooms für FX besorgen von der Art, wie ich sie an DX schätzen gelernt hatte, zum Beispiel ein "Reisezoom" von 28-300 mm. :cool:

An DX war ich über verschiedene Nikons und Sigmas beim Tamron 16-300 VC PZD angelangt, das mir nicht nur in Bezug auf Schärfe über das ganze Bildfeld, sondern auch vom Bokeh her am besten gefiel. :fahne:
Für FX holte ich mir also das Nikon 28-300 VR und war (ist ja auch das teuerste dieser Art) mit der Schärfe voll zufrieden, nur das Bokeh gefiel mir nicht.
Dann habe ich die 28-300er von Tamron probiert: Der Vorgänger des PZD, bei dem sich der Fokussierring vorne beim AF mit dreht, war am langen Ende so viel schwächer als das Nikon, dass ich mir das neueste Modell mit PZD holte, welches baugleich mit seinem DX-Verwandten 16-300 VC PZD ist.
Wie erwartet, war das Bokeh bei diesem FX-Tamron ähnlich "gut" wie bei seinem DX-Verwandten, aber die Schärfe in den Bildecken war auch beim Abblenden um zwei Stufen noch so mies, dass ich es auch zurück gegeben habe. :frown1:
Ich finde es allerdings "etwas alarmierend", dass für die 28-300er von Tamron keine Testberichte zu finden sind, während die 18-200er, 18-270er und 18-300er für DX durchaus getestet wurden... :confused:
Nun habe ich überhaupt kein Reisezoom für FX. :heul:

Ich weiß, dass die scharfe Ausleuchtung eines FX-Sensors bis in seine Bildecken grundsätzlich ein weit größeres Problem als bei einem DX-Zoom ist... :ja:
Aber bei Zooms mit kleinem Brennweitenbereich dachte ich doch, dass das nicht so schlimm wäre... :gruebel:

Bei Versuchen mit dem alten 25-50/4.0 AI Nikkor und dem AF 24-50/3.3-4.5 D Nikkor wurde mir mein "Zwei Stufen Abblenden" bestätigt, so dass ich mir das relativ neue AF-S 24-85/3.5-4.5 VR Nikkor bestellt habe: Das wird in allen von mir gefundenen Testberichten niedergemacht mit "auch bei Abblenden keine gute Randschärfe" :eek:
Ich will mir eine eigene Meinung darüber bilden, wenn ich es da habe.
Zusätzlich stelle ich hiermit aber die Frage, die in der Überschrift steht.
 
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Der Jan (Telewatt) hat eigentlich alles gesagt, was zu beherzigen ist. Ähnlich gehe ich auch vor. Und wenn ein Objektiv mal vier oder fünf Punkte besser abschneidet als meins, frage ich immer, ob man das dem Bild auch ansieht.

Möglicherweise macht es das Bild technisch perfekter - aber nicht interessanter ?
Ist aber ein Fotografending denke ich - noch nie habe ich zwei Schreiner fragen
hören "Welchen Hammer hast Du denn ?" ;)
 
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Möglicherweise macht es das Bild technisch perfekter - aber nicht interessanter ?
Ist aber ein Fotografending denke ich - noch nie habe ich zwei Schreiner fragen
hören "Welchen Hammer hast Du denn ?" ;)

Ich kenne diese Serienstreuung sehr gut und der Unterschied ist viel gravierender ...

Ich habe ein mieses AF 180/2.8 und weil es so mies ist, mache ich damit gar keine Bilder. Eine Freundin hat ein sehr gutes Exemplar, damit würde ich regelmäßig und gern fotografieren.
Ähnlich geht es mir mit meinem 135DC und dem 105/1.8 - die Dinger liegen nur so rum, weil es Montagsmodelle sind und es sind im Grunde wundervolle Objektive, die ich gern nutzen würde.
 
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Ich kenne diese Serienstreuung sehr gut und der Unterschied ist viel gravierender ...

Ich habe ein mieses AF 180/2.8 und weil es so mies ist, mache ich damit gar keine Bilder. Eine Freundin hat ein sehr gutes Exemplar, damit würde ich regelmäßig und gern fotografieren.
Ähnlich geht es mir mit meinem 135DC und dem 105/1.8 - die Dinger liegen nur so rum und wären, weil es Montagsmodelle sind und im Grunde wundervolle Objektive, die ich gern nutzen würde.

Tut mir leid das zu hören, das Nikkor 1,8/105 ist eins meiner schärfsten Scherben hier
und glaube mir ich bin da wirklich etwas "pingelig" !
 
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Ansonsten gilt meine Maxime: es gibt kein Objektiv und keine Kamera, mit welchen man keine Bilder machen kann.

Ich kann da nur zustimmen.....

Aktuell teste ich das Nikkor Q 2,8/135 an meiner Nikon Df.
In den Test´s hat es bei B.R. nicht wirklich überragend abgeschnitten
und im Vergleich zum Nikkor Q 3,5/135 und Nikkor AIs 2,0/135 ist es
voll aufgeblendet eher "weich" aber das Bokeh gerade für Portraits
ist einfach nur traumhaft.
Ich werde also damit kaum Repros machen. :D
 
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Um meine Einstellung dazu mal klar darzulegen:

Wenn ich ein Objektiv (Festbrennweite oder Zoom, egal) brauche, um damit Fotos für Auftraggeber zu machen, muss das von der Bildmitte bis in die Bildecken scharf und kontrastreich abbilden. :cool:

CAs werden bei der EBV heraus gerechnet, ebenso allfällige Verzeichnungen und Vignettierungen - Schärfe lässt sich aber nicht "erzeugen", wenn sie nicht schon bei der Aufnahme wenigstens Ansatz-weise vorhanden war. :p

Für "künstlerisches Arbeiten" habe ich genug alte, zum Teil selbst gebastelte "Scherben", wie das "Traumobjektiv" 180/3.5, das nur in der Bildmitte scharf abbildet, oder das 10/4.5 Weitwinkelmakro mit sehr kurzer Naheinstellgrenze (30 mm vor der Frontlinse)... :hehe:
 
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Ich denke, mit den Tests von Objektiven verhält es sich ähnlich wie mit den Tests bei Autos.
Was sie auf dem Prüfstand zeigen, entspricht oft nicht den Qualitäten in der Praxis.

Zum Beispiel mein Zeiss Planar 50 1.4 ZF2.
Das kommt bei Colorfoto sehr schlecht weg - es wird weit unter dem Durchschnitt bewertet.

Doch erstens muss man berücksichtigen, dass Colorfoto die Objektive hinsichtlich Auflösung und Kontrast bei Offenblende und zwei Blenden abgeblendet bewertet.
Das 50er Zeiss läuft aber erst bei stärkerer Abblendung zu wirklich exzellenten Werten auf.

Und zweitens muss man berücksichtigen, dass es sich beim 50er Zeiss um ein Objektiv handelt, das nicht für den Nahbereich, sondern für den mittleren und Fernbereich konstruiert wurde.

Leider geben viele Objektivhersteller nicht an, ob sie ein Objektiv speziell für den Nah- oder für den Fernbereich konstruiert haben.
Um das Objektiv für bestimmte Einsatzzwecke adäquat verwenden zu können, wären aber solche Angaben wichtig.

Ich finde mein Zeiss Planar 50 insbesondere für die Abbildung von flachen (planen) Objekten wie z. B. Haustüren und Fenstern an Hauswänden sehr gut geeignet, da beim Planar die Bildfeldwölbung sehr gering ist.

Für Porträtaufnahmen bei Offenblende mit cremigem Bokeh würde ich es eher nicht einsetzen.

Gruß
Hans
 
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CAs werden bei der EBV heraus gerechnet, ebenso allfällige Verzeichnungen und Vignettierungen - Schärfe lässt sich aber nicht "erzeugen", wenn sie nicht schon bei der Aufnahme wenigstens Ansatz-weise vorhanden war. :p

Bei meinen Genannten ist es so, dass sie ungewöhnlich starke CAs zeigen und insgesamt eher unscharf abbilden, das hängt irgendwie zusammen.

Die Vergleichsobjektive (und zwar alle drei: 105/135/180j sind hingegen scharf und nahezu frei von CAs.

Mein 105er kennst Du ja sogar, die schwergängige Gurke.
 
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Mein 105er kennst Du ja sogar, die schwergängige Gurke.

Da habe ich ja Glück gehabt - ich habe mir heute das Ai-S Nikkor 105/2.5 angeschafft und bin nach ersten Probeaufnahmen davon wirklich begeistert.

Es ist an meiner Df nicht nur exzellent scharf, sondern bringt auch sehr schöne Farben hervor.

Gruß
Hans
 
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Hallo Hans!
Ich habe mir heute das Ai-S Nikkor 105/2.5 angeschafft und bin nach ersten Probeaufnahmen davon wirklich begeistert.
Es ist an meiner Df nicht nur exzellent scharf, sondern bringt auch sehr schöne Farben hervor.
Das 105/2.5 ist ja auch ein ganz anderes Modell als das 105/1.8 von Albert.
 
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Bei den meisten Tests werden die Objektive immer über einen Kamm geschoren:
Schärfe Mitte, Rand und Ecken, offen und abgeblendet; Verzeichnung, Vignettierung sind die Hauptparameter fast aller Tests. Manchmal werden noch die CA erwähnt, oder aber auch das Bokeh und das war's dann schon.

Sicher, das sind alles wichtige Parameter, aber Dinge die wirklich wichtig sind, entscheidet der Fotograf: Wenn er flächendeckende Schärfe und Verzeichnungsfreiheit braucht, beispielsweise für Repros, greift er zu einem kurzen Makro, wie dem Af-S 60/2,8, das all diese Eigenschaften hat. Will er Tiere in freier Wildbahn fotografieren, braucht er eine möglichst lange Tüte, Das Freistellungspotential ist wichtig, bei solchen Geräten aber meist auch bei kleineren Blenden (bis 5,6) noch gewährleistet. Ein Spitzenbokeh ist hilfreich, es muss aber in den meisten Fällen nicht extrem sein, schneller und treffsicherer Af ist hier wichtiger, meist sehr wichtig. Aber der beispielsweise kommt in den meisten Standardtests nicht vor. Ein Objektiv mit einer wunderbaren Anmutung und einem traumhaften Bokeh ist das Af-S 58/1,4, das in fast allen Standardtests "durchgefallen" ist, weil es nicht die Auflösung bringt wie ein 0815-Objektiv, totzdem ist es für zauberhafte Portraits und traumhafte Landschaftsfotos und vieles mehr allererste Wahl.

Ich denke Tests geben zwar einen gewissen Anhaltspunkt zu einem Objektiv, aber letztlich muss der Fotograf nach dem, was er letztlich damit machen will, die Auswahl treffen: Was nutzt das schärfste 300er, wenn es einen lahmen AF hat und die Sportszene vorbei ist, wenn es scharf gestellt hat, oder ein kurzes Tele mit extremer Schärfe, wenn der Hintergrund der portraitierten Person schlimm kringelig ist und man im Gesicht jeden Pickel sieht? Toll ist ein extremes, scharfes kurzes Tele hingegen wegen seiner leicht raffenden Perspektive für spektakuäre Landschaftsaufnahmen. Ein Portraitobjektiv hingegen sollte nur so viel Schärfe produzieren, dass das Gesicht gerade noch vorteilhaft ist, und der Hintergrund weich ist, wie Butter.

Letztlich geht hier bei spezielleren Anwendungen das Ausprobieren in aller Regel über das Studieren von Tests.
 
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Wenn er flächendeckende Schärfe und Verzeichnungsfreiheit braucht, beispielsweise für Repros, greift er zu einem kurzen Makro, wie dem Af-S 60/2,8, das all diese Eigenschaften hat.

Aber genau solche Eigenschaften (Auflösung von Mitte bis Rand und Verzeichnung) werden in den typischen Tests erfasst. Und Tests können eben immer nur messbares erfassen.
Völlig unnötig hingegen ist diese Nummer mir den Sternchen. Das braucht kein Mensch.
 
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Es ist unglaublich kompakt und die Berg & Tal Version (Gauss Typ)
mechanisch ein Meisterwerk......

Allgemein finde ich, dass die Berg & Tal -Objektive (zumindest meine neun zwischen 24 und 200mm) mechanisch und haptisch traumhaft schöne Linsen sind. Auch heute können sich so olle Festbrennweiten auch an modernen Bodies durchaus sehen lassen!!
 
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Optische Qualitäten und wahre Fotografie sind gottlob zwei Paar Schuhe. Ein Miroslav Tichý, um nur ein Extrem zu nennen, hätte mit edlen Siegerlinsen wohl nie solch posthumen Ruhm erlangt.

Deshalb, viel wichtiger ist, was Mann/Frau aus vorhandenem Equipment macht. Ein Hätte-Wäre-Wenn bringt lediglich Industrie, Handel und der schreibenden Zunft was. Echte Fotografen lenkt es hingegen eher vom Wesentlichen ab. :fahne:
 
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Hallo Albert!
Ich kenne diese Serienstreuung sehr gut und der Unterschied ist viel gravierender ...
Nach einem Seitensprung zum 50-500/4.5-6.3 DG OS HSM Sigma, das mir in drei Stunden zwar 30 sehr schöne Fotos ermöglicht, mit seinen 2 kg aber Rückenschmerzen für mehrere Tage verursacht hat, gebe ich dem Tamron 28-300 VC PZD (0,55 kg) noch mal eine Chance - diesmal ein Laden-neues Exemplar mit voller 5 Jahres-Garantie... :dizzy:
Ich werde berichten...:fahne:
 
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Hallo Leute!
... habe ich das alte Tokina 24-200 AF (die Schleifkontaktfolien waren gerissen) jetzt nahezu komplett zerlegt...
Jetzt wackelt das Objektiv nicht mehr als üblich, und die Abbildungsleistung in der Bildmitte hat deutlich zugenommen. :up:
Nur die Bildecken an FX sind von 24-50 mm - auch abgeblendet - nicht scharf... :heul:
Dieses Objektiv werde ich wohl künftig an der D90 verwenden - an DX sind mir die FX-Bildecken egal. :D
 
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Da bin ich wirklich sehr gespannt. Denn das Thema "Allround-Kombi" bin ich mit einigem Ehrgeiz durchgegangen und finde es interessant zu welchen Ergebnis andere kommen.

Das ist wie wenn der Hund seinen eigenen Schwanz zu fangen versucht.
Er dreht sich im Kreis bis ihm schwindelig wird und kommt
nicht von der Stelle...... ;)
 
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