Wie Musik den Workflow beeinflusst...

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Betti Na

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wie vermurkse ich ein Bild in fünf Schritten :D


#1

ohne Besonderheiten aus dem Raw konvertiert, ein nettes Rorschach-Motiv bei Mistwetter

abf0_4377a1zru83.jpg


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Musik angemacht...

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#2

mal ordentlich an den Farben gedreht, was aber zumindest noch meinem Temperaturempfinden während der Aufnahme entspricht

abf0_4377a20zuma.jpg

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#3

eine verspielte Tristesse erfüllt den Raum und ruft nach Farblosigkeit
Silver Efex muss ran...

abf0_4377a1sw1geudh.jpg


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#4

herz- und ohrenzerreißende Klänge fordern mehr Dramatik
da muss ich tiefer in die Trickkiste greifen... Snapseed hilft ;)
Die Farbe ist wieder da, die Stimmung frostiger und unwirklich

abf0_4377a1_snapseedrpbuw1.jpg

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Für mich bitte die 3, und das will was heißen, denn bei Wasser steh ich eigentlich auf knallendes Blau.
 
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klar sagt das etwas. bin wohl nicht fachfrau.

ich lasse bei diesen dingen jedenfalls die musik aus. :D
siehst ja, welche macht sie hat, man kann sich gar nicht wehren, so unmittelbar vibriert sie im körper. sie schlupft einfach in dich rein, da nutzen ohrenstöpsel auch nichts. wer weiß, welche akkupunkturpunkte bei welcher musik in wallung gebracht werden....:fahne:

die 3, dann die 1. :up: mußt dir eben die musik im kopf behalten fürs nächste mal....:hehe:
 
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Welche Klänge Dich animierten mit dem Verunstalten zu beginnen, das ist mir nicht klar geworden. Zurzeit begleitet mich Fleetwood Mac häufig dabei.

Mir gefällt die Nr. 3 am besten.
 
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Ich finde deine "vermurkste" :), so wie du selber sagst, No. 5 Klasse. Ich weiss jedoch nicht, ob bei dir auch gestern abend, so wie bei mir, old Oldfield - Exposed auf Vinyl lief ? eher nicht, das ist ja kein Post Rock.
 
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Ein Foto, so wie es aus der Kamera kommt, ist ja nur ein Bruchteil des Eindruckes, den wir vor Ort hatten.

Bleiben wir beim Rorschach-Motiv bei Mistwetter.
Das reale Sichtfeld unserer Augen ist ja nur begrenzt, aber wir scannen – eigentlich unbemerkt – die Landschaft und die Software in unserem Kopf zaubert uns sofort ein faszinierendes 3D-Panorama.
Gleichzeitig sind alle anderen Sinne auf Empfang. Wir riechen die Luft, spüren Wind und Temperatur. Unsere Ohren mixen aus dem plätschern des Wassers dem Rauschen der Bäume, den lauten der Tiere und entfernteren Geräuschen aus einem Ort oder einer Autobahn einen einzigartigen Soundteppich, in dem wir auch noch alle Klänge orten können. Wir sind mitten im Geschehen, mitten im Bild. Wenn wir dann noch gleichzeitig eine leckere Schokolade kauen und ein geliebter Mensch uns begleitet, gehen unsere Emotionen auf Anschlag.

Tja, und dann kommt zuhause die Ernüchterung vor dem Rechner … alles ist auf ein flaches 2D-Bild geschrumpft. Kein Wunder also, wenn wir mit Musik die in unserem Gehirn zuständigen Regionen für Emotionen anregen, und dann dem Foto ein neues bzw. das ursprüngliche Leben einhauchen.
LG
Heiner
 
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Danke für die vielen Rückmeldungen und für die sehr anschauliche Analyse [MENTION=68996]bassheiner[/MENTION]! :)

#3 - und eine Frage: wieso tut Post-Rock weh? Das Genre beschreibt Rocksongs ohne Strophe-Refrain Struktur.
Das ist auf eine einfache Formel runtergebrochen. Post Rock ist episch. Manches säuselt sphärisch vor sich hin, anderes ist rhythmischer und düsterer. Das tut dann weh, wenn es bis in die Seele geht...
[MENTION=63488]häuschen[/MENTION] und [MENTION=102420]2000volt[/MENTION]:

Catacombe - Zenith



Nevermind the name - Clouds



Subheim - Dusk (mein Düster-Favorit... das gab dann die #5)



als Beispiele von meiner Playlist ;)
 
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Gerade das von dir als Düster-Favorit beschriebe Stück, empfinde ich als beruhigend.
Schwebend die Welt von weit oben betrachten und staunen.
Langsames, weit ausgreifend sich treiben lassen.
...

So verschieden sind die Empfindungen.
 
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Entscheidet für mich ist nicht die Musik beim Workflow, sondern bei der Aufnahme.

Jede der bearbeiteten Aufnahmen hat ihren Reiz. Bild 5 spricht mich auch sehr an. Nicht weil sie düster wirkt, sondern weil sie "alte Zeiten" reflektiert. Bekanntes aber weit zurück.

Ich höre immer Musik bei der Bildbearbeitung. Wenn Musik beim eigentlichen Fotografieren schon eine Rolle gespielt hat, dann höre ich jene bei der Bildbearbeitung, welche eine Rolle gespielt hat bei der Aufnahme. Damit verknüpfe ich dann jene Emotionen, welche beim "Shooting" schon da waren.

Ansonsten spielt Musik bei der Bearbeitung keine Rolle.

Spannend ohnehin, Betti, und mich würde eigentlich deine Intension beim Fotografieren noch interessieren...:):up::up::up:
 
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Schwermütig werde ich nur bei ooC.
Gefallen tut mir die #3
Aber was solls... die #5 nehm´ ich ausnahmsweise auch.
 
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Gerade das von dir als Düster-Favorit beschriebe Stück, empfinde ich als beruhigend.
Schwebend die Welt von weit oben betrachten und staunen.
Langsames, weit ausgreifend sich treiben lassen.
...

So verschieden sind die Empfindungen.
Nein, nein, du beschreibst die Empfindung ganz gut. Das ist das, was ich mit "entrückt" meine. Düster nenne ich es, weil Frohsinn anders klingt.

mich würde eigentlich deine Intension beim Fotografieren noch interessieren...
Musik hat in meinem Leben auch immer eine sehr wichtige Rolle gespielt. Bis auf die letzten zwei Jahre. Da ging gar nichts, weil Musik, die richtige Musik, der unmittelbarste Weg zu meinen Gefühlen ist. Das war Selbstschutz ;)
Seit Anfang des Jahres entdecke ich sie neu und intensiv. Sie endet nicht, wenn ich sie nicht höre, sie klingt in mir nach, und wird deutlicher, wenn ihr ein optisches Pendant begegnet. Diese stille Uferlinie im leichten Nieselregen mit ihrer reinen Spiegelung im ruhigen Wasser hat sie zum Klingen gebracht. Mir war bei der Aufnahme schon klar, dass ooc diesem Moment nicht gerecht werden könnte. Ich hab es dann bei der Bearbeitung durch die passende Musik forciert :)
 
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