Moin
ich fotografier ueberhaupt nur, weil die Natur hier so faszinierend ist und es mir gluecklicherweise moeglich ist, hier zu leben und die Natur zu fotografieren.
Ich fotografiere auch keine Menschen, es sei denn, es dient zur Dokumentation. Meine Freundin jault immer rum, dass wir in keinem unserer Urlaubsbilder zu sehen sind. Der Hinweis uns per Stapelverarbeitung Dank modernster Technologie in alle unsere Aufnahmen photoshoppen zu koennen wird dabei immer ignoriert. Menschen gibt es auch jetzt ueber acht Milliarden, finde ich eher nicht so faszinierend.
Nur durch Zufall bin ich dann in Kontakt mit zwei positiv verrueckten Fotografen gekommen, die mir gezeigt haben, was sie mit ihren Kameras machen und dabei von diesem Land sehen.
Mittlerweile hat sich mein Hauptfokus von Landschaftsaufnahmen auf Tiere verschoben, davon mehr Saeugetiere als alles andere. Ich denke Baer und Wolf sind noch mal 90% des Aufwands im Vergleich zu allem anderen was hier rumlaeuft und rumfliegt.
Landschaftsfotografie war ein guter Einstieg, da hatte ich alle Zeit der Welt um zu lernen wie das alles mit ISO, Blende etc funktioniert. Als ich dann endlich den ersten Grizzly und den ersten Wolf gesehen hab, war alles vorbei. Die wollte ich schon sehen, bevor ich ueberhaupt fotografiert hab. Dass das aber dann so gigantisch ist, haette ich nie gedacht. Seitdem fasziniert mich die Natur um so mehr und ich moechte dann das festhalten, was mich so fasziniert.
Menschen gibt es wie gesagt viele, die vieles gemacht haben, machen, produzieren, erstellen, hab ich keinen Bezug zu. Die Natur ist einzigartig, jeden Tag aufs Neue, ueberrascht und fasziniert mich immer und immer wieder, so dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann (im Moment) etwas anderes zu fotografieren. Dabei hilft vielleicht auch, dass ich mich auch ueber Kleinigkeiten freuen kann, da man gewisse Dinge oder Tiere in Deutschland nicht sieht.
Selbst wenn ich dann manchmal tausende Kilometer, Stunden oder Dollar investiere und nicht das sehe, was ich gerne wuerde, bietet die Natur immer noch genug Abwechslung. Und den Anreiz, es weiter zu versuchen, um den Spass nicht zu verlieren. Wenn es dann doch wieder klappt und ich die Moeglichkeit habe Baeren oder Woelfe zu sehen, ist das eh alles vergessen. Erst recht, wenn noch Aufnahmen dabei gelingen. Auch wenn das Licht, die Witterung oder was auch immer Aufnahmen nicht moeglich machen, einfach nur da sitzen und das Verhalten von Baeren oder Woelfen, gerade innerhalb von Familien, zu beobachten, kann ich machen bis ich Umfalle. Da kann kein Sonnenaufgang, kein Nordlicht, kein Portraitaufnahmen, Aktaufnahmen oder was auch immer andere Leute fotografieren mithalten. Fuer mich persoenlich, hauptsache ist doch, jeder hat Spass am Fotografieren, unabhaengig davon, ob es Autos, Menschen, Beton oder Tiere sind.
Ich denke ohne meinen Umzug nach Kanada, gerade hier nach Alberta (Toronto stand noch zur Auswahl, Schwein gehabt
), waere ich ueberhaupt nicht zur Fotografie gekommen, waere auch nicht hier im NF-F gelandet und haette, wenn ueberhaupt, nur jede Menge Schnappschuesse von unserem Aufenthalt hier. Aber keine Erlebnisse, Erinnerungen und Aufnahmen fuers Leben. Oder bis die Festplatte unter der Glatze vorzeitig abraucht und ich das vergesse, dafuer sind dann eben meine Aufnahmen