Was würdet Ihr erwarten, was würdet Ihr lesen wollen, wenn Ihr ein eigenes Foto anonym einstellt und um Kritik bittet?
Ich möchte dann erfahren, wie mein Bild auf euch wirkt, was euch an meinem Bild gefällt, was euch nicht gefällt - und warum!
Ich möchte lernen, was ich besser machen kann - und wie.
Anonym habe ich noch kein Bild eingestellt.
Erwartet Ihr von anderen, die Eure Bilder kritisieren, etwas anderes, als Ihr selbst schreibt?
Nein. Es sei denn, es wird darum gebeten.
Was würdet Ihr erwarten, was würdet Ihr lesen wollen, wenn Ihr ein eigenes Foto einstellt ohne um Kritik zu bitten?
Das kommt auf das Unterforum an.
Wenn ich es im reinen "Zeigt her eure ..." oder innerhalb einer Reportage zeige, erwarte ich keine detaillierten Kommentare oder Bildkritik.
Ich begrüße es aber, wenn jemandem an einem Bild oder der Serie etwas auffällt (positiv wie negativ), dass er mir das mitteilt. Entweder per PN oder nach einer Anfrage, ob hier eine Kritik erwünscht sei.
Denn ich möchte natürlich auch hier dazu lernen, aber nicht den "Zeige-Thread" auseinandernehmen.
Reicht ein – wie auch immer formuliertes – "find´ich gut" oder "find´ich nicht gut"?
Kommt wieder drauf an.
Für Bilder in "Zeige-Threads" oder Serien in Reportage reicht mir ein Thanks oder :up: oder :down: als Rückmeldung, ob euch mein Bild anspricht/gefällt oder nicht.
Wenn ich um Bildkritik bitte, reicht das auf keinen Fall. Dann möchte ich eine genauere Analyse, Tipps oder Alternativ-Vorschläge.
Wird im Stillen ein Lob erwartet und bei Kritik oder Verbesserungsvorschlägen ist man enttäuscht?
Will man ehrliche Meinungen, oder liebevoll formulierte Lobhudelei?
Darf Kritik schonungslos offen und knallhart sein?
Wo endet das, wo beginnt Unhöflichkeit?
Ist die Wortwahl wichtig?
Natürlich freue auch ich mich, wenn mein Bild gut ankommt. Dann habe ich das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.
Aber ich will unbedingt eine ehrliche Meinung.
Wenn das Bild Mist ist, dann darf man mir das auch offen sagen.
Dabei erwarte ich aber, dass mir gesagt wird, warum man das Bild für Mist hält, nicht ein einfaches "Tonne!"
Ein einfaches "Toll!" ist in dem Zusammenhang genauso wenig hilfreich.
Ja, die Wortwahl finde ich wichtig.
Bei denen von euch, die ich persönlich kenne (und das sind mittlerweile einige, was mich sehr freut!), kann ich mit weniger höflich oder ironisch formulierten Kommentaren umgehen und weiß sie zu nehmen.
Bei den meisten von euch, die ich leider nicht persönlich kenne, fällt es ungleich schwerer zu wissen, wie ein Kommentar "eigentlich gemeint war".
Auf wirklich unhöfliche oder meiner Meinung nach unpassende Bemerkungen gehe ich lieber per PN ein. Ich möchte über ein Bild diskutieren, nicht über einen Kommunikationsstil.
Im Optimal-Fall bekomme ich nun gleich Tipps dazu, wie ich das nächste Bild besser machen kann.
Wobei ich einige sicher dankbar annehme, andere aber für mein Bild verwerfe, was nicht heißt, dass ich sie mir für andere Bilder nicht merken würde.
Wenn jemand zu einem Bild nichts zu sagen hat, sollte er auch einfach nichts sagen.
Gibt es Bilder, die für den Betrachter keinerlei positiven Aspekte haben, obwohl sie der Bildautor selbst vllt. gar nicht schlecht findet?
Ja. (Naja, "keinerlei" ist vielleicht übertrieben.)
a) Es gibt Bilder, mit denen ich einfach überhaupt nichts anfangen kann.
Ich wundere mich dann manchmal, dass darunter 50 Thanks auftauchen und frage mich, was ihr an diesem Bild findet, was ich nicht sehe.
b) Ich denke, meine ersten Enten-Bilder gehörten sicher dazu

Sie waren belanglos, mittig, unterbelichtet, der Fokus saß nicht auf dem Auge, ...
Aber ich hatte meine Kamera ganz neu und war stolz darauf, dass die Ente zu erkennen und sogar einigermaßen scharf war.
Oder als ich versucht habe, meine Meisen im Flug vor dem Nistkasten zu erwischen. Verflixt, das war schwierig! Wenn ich eine hatte, war der Flügel abgeschnitten, die ganze Meise unscharf oder sonst was. Ich war trotzdem stolz darauf.
Ich weiß gar nicht, wieso ihr meine Begeisterung nicht so teilen konntet ;-)
Objektiv: Unscharfe, oft angeschnittene Meisen vor einem Nistkasten am Balkongeländer, den Hintergrund bestimmten andere Häuser und Autos. Naja.
Kann man über Bilder diskutieren, ohne emotional zu werden?
Ist es wünschenswert, über Bilder zu diskutieren, ohne emotional zu werden?
Die meisten Bilder hier sollen doch Emotionen wecken.
Die wenigsten sollen doch rein dokumentarisch sein. Am ehesten ein Verkaufs-Bild für einen EBayVerkauf? Doch sogar dort sollen Emotionen angesprochen werde, das Haben-Wollen soll ausgelöst werden. Und das wird es von einem gut komponierten und belichteten Bild sicher leichter als von einem unscharfen, platten Abfotografieren.
Aber üblicherweise möchte man doch mit einem Bild den Betrachter emotional berühren. Von "oh, wie niedlich" über "wow, grandiose Landschaft" bis zu katastrophalen Zuständen in Slums.
Wenn ich so ein Bild sehe oder zeige, kann ich mir Gedanken darüber machen, was dieses Bild in mir oder in euch auslöst, ob es das ist, was sich der Einsteller dabei gedacht hat, und ob es technische und gestalterische Möglichkeiten gibt, die erwünschte Wirkung besonders deutlich zu machen.
Ich konnte in den fast 5 Jahren, die ich jetzt hier im Forum bin, sehr viel aus euren Kritiken lernen. Sowohl aus Kritik an meinen eigenen Bildern als auch aus Besprechungen und Betrachtungen eurer Bilder.
Damit bin ich noch lange nicht fertig. Werde es auch wohl nie werden.
Sehr hilfreich finde ich neben den Kritiken hier auch die Meinungen und die Tipps anderer bei gemeinsamen Foto-Touren oder beim Stammtisch. Hier kann man auf einem ganz anderen Hintergrund miteinander über ein Bild diskutieren.
Vielen Dank allen Kritikern hier, die sich die Zeit nehmen, sich mit Bildern auseinanderzusetzen!
Sylvia