Wie geht "gute" Bildkritik?

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Hallo zusammen,

Kritik? ... ein weites Feld, wie man auch am Verlauf dieses Threads gut sehen kann.

Ich für meinen Teil kann dazu nur sagen: Kritik muss geübt werden - und zwar in jedem Wortsinne.

Kritik formulieren und annehmen muss geübt, d.h. gelernt werden. Keiner mag es, dass man auf seine "Fehler" aufmerksam macht, da kommt ein "das hast Du gut gemacht" oft wesentlich besser an.

Mein Grundsatz zum Thema ist:
Formuliere Kritik so, dass der andere nicht tot umfällt!
Fall nicht sofort tot um, nur weil Du kritisiert wurdest!

Nach inzwischen 5 Jahren hier in diesem Kreise hat sich meine Kritikfähigkeit durchaus verbessert - soll heißen, dass ich inzwischen Kritik durchaus ganz gut vertragen kann, obwohl ich eh zu der Sorte Mensch gehöre, die sich eh gern selbst geißelt, weil/wenn mir ein Fehler untergekommen ist.

Oft halte ich es wie Quincy und schweige. Denn häufiger fehlt es mir an der Begeisterungsfähigkeit für manche Bilder, da ich oft als nichtssagend empfinde und mich dann auch über die Laudatoren wundere. Da sie offensichtlich Dinge darin sehen, die mir verborgen sind oder die mich persönlich anscheinend langweilen. Das ist dann wie mit dem Humor. Manches finde ich eben witzig, worüber andere nicht lachen können und umgekehrt.

In diesem Sinne wünsche ich uns ein harmonisches und konstruktives Miteinander :D

Gruß Dirk
 
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Und ich möchte nocheinmal betonen: mir geht es nicht darum, das Haar in der Suppe zu finden, sondern mit anderen in konstruktive Diskussionen zu treten, die letztlich Bilder verbessern (können).

...hab' Dich aus so verstanden, und bin mit Dir vollkommen einverstanden, Daniel....:):up:

Als Künstler verstehe ich mich nicht, da habe ich an mich andere Ansprüche ...:)
 
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Hallo Daniel,

dazu schnell ein Einwurf zur Forenstruktur:

Ich habe den Eindruck, dass es in diesem Forum eine Art Tabu ist, in Reisethreads, etc. zu kritisieren. Dort gibt es Thanks, Däumchen und wohlwollende Kommentare. Bitte versteht mich nicht falsch, ich freue mich über jeden Bericht und Kommentare ungemein (sei es im eigenen oder von jemand anderem), aber die ein oder andere Kritik würde ich gern lesen - es traut sich bloß kaum jemand, da die Forenregeln hier anderes meinen. Im DSLR-Forum ist Kritik in jedem Thread erwünscht und wird häufig angebracht.

In manchem Unterforum bzw. Thread ist die ausführliche Einzelkritik eines Bildes schlicht aufgrund der Struktur fehl am Platz.

Ich denke da an die Portfolio- und Mitmachthreads, in denen es rein um das Zeigen geht und an denen sich viele verschiedene User teilweise mit einer hohen Schlagzahl an täglichen Einstellungen beteiligen, die in so einem Thread eine Diskussion schlicht unmöglich machen. Oder auch an Reportagen, in denen Text und Bild zusammenwirken und die schon allein des (Bild-)Genusses wegen nicht durch Kommentare zerrissen werden sollten.

Sich die Kritik verkneifen muss man trotzdem nicht: das geht ja auch per PN. Oder aber zum Ende einer Reportage mit einer Aussage über die komplette Bildserie.

Wir haben mit der Struktur versucht, möglichst vielen gerecht zu werden: manche möchten nur zeigen, aber nicht diskutieren. Andere freuen sich über Kritik. Je nach dem, was man möchte, stellt man sein Bild im entsprechenden Forum ein. Außer der anonymen Bildkritik gibt es noch die Foto-Diskussionen.

Aber ich versteh Euch (glaub ich) schon richtig: Ihr zeigt ein Bild im Bilderforum und wollt eine spontan entstehende Bilddiskussion nicht abbrechen, weil das so in der Forenbeschreibung steht. Müsst Ihr auch nicht. Wenn Ihr als Bildautor damit einverstanden seid, wird Euch von den Moderatoren keiner dazwischenfunken. Nur dann bitte nicht den Beitrag melden, nachdem die dritte vernichtende Kritik kam und man doch die Nase voll hat, mit dem Hinweis an uns, dass das ja eigentlich off-Topic ist und warum wir nichts gemacht haben ;):fahne:
 
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Kritik: http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik Ach du dickes Fass…..

Wie viele Meinungen haben drei Ärzte, drei Mechaniker, drei Lehrer, drei Rechtsanwälte, drei IT-Spezialisten, drei Verkäufer, drei Piloten, drei Köche und drei Konditoren über ein Stück Torte?

Sollten die anderen keine Hobby-Bäcker sein, könnte man bei den Konditoren (eventuell bei den Köchen) einen professionellen Sachverstand voraussetzen,
zumindest einen sachdienlichen Wortschatz, der es ihnen ermöglicht, über ihre sensorischen Empfindungen zu sprechen.

Bei der Fotografie mag es ähnlich sein. Unsere (mediale) Umwelt wird von einer Bilderflut geprägt, die noch vor einem halben Jahrhundert so nicht vorhanden war.
Heute knipsen die Fünfjährigen mit dem Smartphone, Fotografieren ist zu einem Alltagsgut geworden. Vorbei die Zeit, in der man Ostern einen Film in die Kamera einlegte und nach Sylvester zum Entwickeln brachte.

Sind nun alle Tortenesser reif für eine Gebäck-Kritik?
Sind alle Knöpfchendrücker tauglich für eine Foto-Kritik?

Die Konditoren werden sich vielleicht darüber verständigen können, wie eine Torte beschaffen sein muss, dass sie immer wieder über die Ladentheke gehen kann.

Ob das bei professionellen Fotografen auch klappt? Die bedienen doch auch einen
Markt? Nur - wie sieht der aus? Wird der Möbelspezialist wissen, welchen Kundenwünschen der Hochzeitsfotograf heute entsprechen muss, um am Markt zu bleiben? Wird der Reisefotograf in der Lage sein, zu beurteilen, ob der Mensch, der Bilder für Kataloge macht, dies ordentlich tut?
Ich habe da meine Zweifel. Eine Torte ist schnell verdaut. Bilder überdauern. Aber sie haben ein Verfallsdatum. Es kommt eine Zeit, da will sie keiner mehr sehen.
Es gab Leute, die sind daran verzweifelt. Die waren erfolgreich in "ihrer" Zeit und plötzlich wollte niemand mehr ihre Bilder, weil der Markt nach "neuem" verlangte.
Wem wollen wir mehr Kritikfähigkeit zutrauen?
Den alten Meistern?
Den neuen Wilden?
Bildrezeption ist also auch eine Frage des Zeitgeistes. Wer bitte sollte sich da berechtigt fühlen, die Bilder anderer zu kritisieren, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass er selbst in einer begrenzten Wahrnehmungswelt lebt?

Es passiert mir regelmäßig, dass Leute, die meine Bilder sehen, auch eine Meinung über sie äußern. Ich muss mich präzisieren: Sie gucken drauf, "sehen" aber nichts.
Sie entdecken nichts. Sie erkennen nicht den Unterschied zwischen direktem und diffusen Licht, zumindest wird ihnen das nicht bewusst. Sie haben für Bilder keine "Sprache" (so wie mir die "Sprache" für Musik oder die feine Küche fehlt) .

Welche Schlüsse muss ich aus deren Urteil ziehen, im Hinblick auf "meine Fotografie"? Wie viele von den über 100 000 Nutzern dieses Forums werden wohl eine Kritik äußern können, von der ich profitieren kann?
Was heißt es für mich, wenn eine ganze Anzahl an Kritikern unterschiedlicher Ansicht ist, ob sie ein Bild auf IHREM Monitor zu hell oder zu dunkel sehen?

Wenn hier im Forum ein Bild kritisiert wird, und mir eine Kritik als hilfreich und sinnvoll erscheint, schaue ich mir die Bilder des "Kritikers" an. Da trennt sich dann sehr rasch die Spreu vom Weizen.

Gute Kritiker wissen, dass Bilder immer in einem Kontext entstehen. An Aufnahmen unter kontrollierten Bedingungen werden sie andere Ansprüche stellen als an diejenigen, die "in der freien Wildbahn" aufgenommen sind. Sie werden das in ihrer Kritik berücksichtigen und auch würdigen. Und selbstverständlich werden sie berücksichtigen, ob sie es mit einem Anfänger oder einem Routinier zu tun haben.
Und wenn sie es gut meinen, verraten sie auch, über welche "Steine" sie einst gestolpert sind und sich die Knie aufgeschlagen haben. (Ich erwarte jedoch nicht, dass sie ihre letzten Betriebsgeheimnisse verraten.)

Sollte mir bei einem langjährigen Begleiter hier im Forum auffallen, dass sich nach MEINER Wahrnehmung seine Bildqualität zum "schlechten" verändert, sende ich gegebenenfalls ihm oder ihr eine persönliche Nachricht.

Viele Grüße
Herbert

An die mitlesenden Frauen: Ich habe der Einfachheit halber bei den Begriffen im Text die männliche Form gewählt. Meine Aussagen treffen selbstverständlich auch auf Frauen zu….
 
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So, nachdem ich meine tägliche Konzertkritik geschrieben habe,
Patti Austin mit der WDR Big Band (am 12. Dez. ab 20.05 Uhr
live auf WDR 3 zu hören und sehr zu empfehlen), kann ich nun
etwas ausführlicher meine Sicht des Themas darstellen.


Wenn Georg Kreisler singt "Ich hab zwar koa Ahnung was Musik
ist, aber ich weiß sehr gut, was Kritik ist – je schlechter, desto
mehr freu'n sich die Leut …", dann sind damit die wesentlichen
Punkte genannt, die für jede Form von Kritik relevant sind.

Erstens: "Ahnung" = Kompetenz
Zweitens: "schlechter" = Vermittlung
Drittens: "die Leut" = Zielgruppe


1. Kompetenz:
Für erfahrene Leser gibt es das schöne Wort der Belesenheit,
Msuik- und Kunstkritiker müssen leider auf eine vergleichbar
treffende Bezeichnung ihres Erfahrungswissens verzichten.

Eine Beschreibung, also auch Kritik von Sinneseindrücken ist
grundsätzlich und immer subjektiv – das liegt in der Natur der
Sache.

Wenn jemandem kalt ist, hilft es ihm nicht, wenn man sagt,
das Thermometer als objektive Instanz zeige 20 °C an. Sein
subjektives Empfinden ist: "kalt". Das ist auch nicht weiter
diskutabel und bedarf i.a.R. keiner Begründung.

Ganz anders sieht es dagegen aus, wenn ein Kritiker über ein
Bild o.ä. sagt: "Das gefällt mir nicht." Erkennbar eine klar
subjektive Meinungsäußerung, die jedoch einer Begründung
bedarf. Um diese glaubwürdig zu geben, muß ein Kritiker m.E.
zwingend über Erfahrung, d.h. Kompetenz verfügen.

Ein Kunstkritiker bedarf unabdingbar umfassenden Kenntnissen
der Kunstgeschichte quer durch alle Epochen; Theoriewissen
inklusive. Im rekursiven Vergleich wird er dann eine Begründung
für sein Urteil liefern, die auf objektiven Grundlagen beruht, ohne
seine subjektive Sichtweise auszublenden. Ein Balance-Akt, der
gute von schlechten Kritikern unterscheidet. Denn der gute wird
auch Dinge zu würdigen wissen, denen er persönlich überhaupt
nichts abzugewinnen vermag, weil er aufgrund seiner Erfahrung
und Kompetenz in der Lage ist, Qualität zu sehen und zu bewerten.

Die Fähigkeit, sich angemessen sprachlich auszudrücken, setze
ich als selbstverständlich voraus.


2. Vermittlung:
Ein schwieriges Thema: Wie äußert man Kritik am besten? Und
mit welcher Zielsetzung?

Um diese Fragen beantworten zu können, ist es notwendig, sich
zunächst die Aufgabe von Kritik zu gewärtigen. Sie sollte ihrem
Publikum eine kompetente Beschreibung und Beurteilung eines
Sachverhaltes liefern, der ihm, dem Publikum, ermöglicht, eine
eigene Haltung dazu zu finden. Soziologisch gesagt: Reduktion
der Komplexität der Wirklichkeit …


Kleines Intermezzo zur Auflockerung:
Unterhalten sich zwei Jungs. Sagt der eine: Du, was ist eigentlich
Schoko-Pudding? Antwort: So was wie Mousse au chocolat.


Analogiebildung als Erklärung … Unbekanntes gegen Bekanntes
gesetzt, womit ein Aspekt o.g. erster Frage erfaßt ist. Äußere
dich als Kritiker präzise, nachvollziehbar und verständlich. Wer
außerdem die Goldene Regel beachtet, ist unter Berücksichtigung
von 1. schon gut dabei – "hart aber fair" ist eine Variante.

Womit wir bei der Zielsetzung von Kritik sind. Manche Kritiker
leben einen pädagogischen Impetus aus im Sinne von "wenn du
das und das machst, wirst du ein besserer Künstler". Oder sie
wollen ihr Publikum mit ihrem Wissen(svorsprung) bilden oder
gar beeindrucken. Letzteres ist eitel, das andere legitim, sofern
der Zeigefinger unten bleibt, um es einmal so zu formulieren.

Ich sehe Kritik als ein Angebot sowohl an Künstler wie Publikum,
ihre Einstellungen und Haltungen anhand der Sicht eines anderen,
nämlich des Kritikers, zu reflektieren. Zustimmung ist dabei m.E.
nicht erforderlich, selbst wenn sie den Kritiker durchaus freut.

Eine gute Kritik muß vieles leisten: Sie muß per se lesenswert
sein und darf deshalb weder langweilig noch Fachjargon sein.
Sie muß ihrem Publikum einen Nutzen bringen und sollte auch
diejenigen ansprechen, die sich eigentlich für das Thema nicht
interessieren. Kurzum: Kritik ist auch eine Kunstform.


3. Zielgruppe:
Kritik ist immer auch zielgruppenabhängig. Im einem Fachmagazin
wird man sich anderes äußern als in einer Tageszeitung, einfach
weil von unterschiedlichen Bildungsständen auszugehen ist. Nicht
als primäre Zielgruppe von Kritik betrachte ich Künstler, Musiker …



Damit komme ich zu Bernds Ausgangsfrage:

Was wir in diesem Forum eigentlich treiben, ist weniger Bildkritik,
als visueller Unterricht zur Schulung des Sehens, wobei Mittel der
Bildkritik ein elementares Element darstellen.

Fasse ich meine Ausführungen zusammen, dann sehe ich folgende
Dinge zu berücksichtigen: Kompetenz aufgrund visueller Erfahrung
und Reflektion derselbigen, Fairness gepaart mit Ausdrucksvermögen
und last but not least Nutzen für die Zielgruppe, hier den Fotografen.



 
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Lieber Sven,

Fasse ich meine Ausführungen zusammen, dann sehe ich folgende
Dinge zu berücksichtigen: Kompetenz aufgrund visueller Erfahrung
und Reflektion derselbigen, Fairness gepaart mit Ausdrucksvermögen
und last but not least Nutzen für die Zielgruppe, hier den Fotografen.

ich stimme Dir in vielem zu. Dennoch sehe ich vor allem den ersten Punkt kritisch (;)).

Ab wann ist ein Kritiker kompetent? Ab welchem Kenntnisstand darf ein User dieses Forums sich an einer Bildbesprechung beteiligen? Und wer legt das fest? Muss ich dazu 300 Bilder selbst gezeigt haben? 1000 Beiträge geschrieben oder 4711 Thanks kassiert haben?

Ich glaube, Deine Definition wird viele abschrecken, sich auch einmal zu trauen, ihre Meinung zu einem Bild zu äußern. Das halte ich für kontraproduktiv. Es birgt imho die Gefahr, dass sich nur eine Handvoll erfahrener User mit einer guten Portion Selbstbewusstsein weiter mit dem Thema beschäftigen werden. Das würde eine Kultur der Bildbesprechung nicht nur völlig abwürgen, sondern auch dazu führen, dass das Thema Bildgestaltung/Bildbesprechung als Elite-Thema betrachtet wird.

Auch Kritik üben will gelernt sein, es klang in vorherigen Beiträgen schon an. Und das funktioniert dann, wenn das Thema offen für alle Interessierten bleibt, wenn mitgelesen und auch mitgeschrieben wird. Jeder so, wie er kann und auf dem Wissensstand, auf dem er ist.

Ich kann von jedem Beitrag einen Impuls mitnehmen, wenn ich will. Und wenn der Kritiker erkennbar von der inhaltlichen Seite her völlig danebenliegt, dann wird er das anhand der anderen Kritiken erkennen oder freundlich darauf hingewiesen werden. Aber alleine den Mut und die Zeit aufzubringen, sich damit auseinanderzusetzen und sich zu trauen, auch als Einsteiger in dieses Gebiet seine Meinung zu äußern, finde ich beachtenswert. Es wäre äußerst schade, das durch zu hohe Anforderungen abzuwürgen.

Ich finde, das Forum sollte auch in diesem Bereich ein Miteinander sein, in dem wir alle - Kritiker wie Kritisierte - voneinander lernen können.
 
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Macht das doch ganz einfach klassisch:

Eindruck:

Hier sehe ich ein Bild, das mir ... vermittelt ...

Verbesserung:

Vielleicht hätte ich noch ...

Lob (immer zum Schluss - nicht vergessen) :

Du hast die Stimmung ... pillepalle - mach weiter so - nur Mut :up:
 
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Wenn ich Thanks von den richtigen Leuten bekomme, ist alles in Ordnung!
Wenn ich Thanks von den falschen Leuten bekomme, geht's bergab mit mir!
Wenn ich zu wenig Thanks bekomme, hab ich das falsche Negativ gescannt!
Wenn ich zu viele Thanks bekomme auch!

..na gut, ein Spaß! Aber an jedem Spaß ist auch was wahres! ;) :fahne:
 
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… Auch Kritik üben will gelernt sein, es klang in vorherigen Beiträgen schon an. Und das funktioniert dann, wenn das Thema offen für alle Interessierten bleibt, wenn mitgelesen und auch mitgeschrieben wird. Jeder so, wie er kann und auf dem Wissensstand, auf dem er ist. …



Liebe Anja,

mmh, letzterer Satz macht mir Kopfschmerzen, denn dann landet man
rasch bei Betroffenheitslyrik.

Nehme ich z.B. das gerade aktuelle anonyme Bild, dann lese ich da von
"Tiefen anheben" und ähnlichen Vorschlägen.

Das ist ungefähr so, als würde ich einem Grafiker sagen: Du, Dein Bild
ist ja ganz nett, aber Du hättest es statt mit Bleistift doch lieber mit
Tusche zeichnen sollen … Nur hat sich der Mann was dabei gedacht, daß
er einen Bleistift in die Hand nahm. Mit Bildkritik hat das nix zu tun.

Bildkritik, zumindest so wie ich sie verstehe, basiert auf ästhetischen
Kriterien, die zu kennen Wissen und auch Erfahrung voraussetzt.

Ratschläge wie das "Tiefen anheben" sind reines Handwerk und haben
mit Bildkritik m.E. nichts gemein.

Mir jedenfalls ist ein technisch lausiges Bild mit Aussage tausendmal
lieber als ein handwerklich perfektes ohne inhaltliche Substanz.

Kays Hinweis der positiven Verstärkung sollte nochmals betont sein,
ist aber auch nur ein gängiges Mittel guter Unterrichtsgestaltung.


 
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In vielen Punkten gehe ich mit Dir einig, Sven. Dennoch habe ich noch einige Ergänzungen aus meine Sicht.

1. Die Profession "Fotografie" habe ich nie gelernt und auch an keiner Schule studiert. Ich spreche also, was mich betrifft einzig von einem Erfahrungswissen, aber nicht von einem studierten Wissen. Das setzt mich schon einmal in eine ganz andere Position als jene, welche Fotografie in irgend welcher Art und Weise gelernt oder studiert haben.

2. Ich gehe mit Dir einig, dass ein Kritiker ein hohes Wissen (ein Gelerntes und ein Erfahrungswissen) haben muss um differenziert auf das Kritikobjekt eingehen zu können. Dafür, und da bin ich mit Dir einverstanden, ist der Nutzen für den Kritiknehmer auch um so höher.

3. Ich gehe davon aus, dass 80% welche hier im Forum sind kein oder ein marginal "erlerntes Wissen" haben. Aber einige doch ein grosses Erfahrungswissen.

4. Ich halte mich mit Kritik betreffend Fotografie noch immer zurück. Weil ich mich nicht kompetent fühle. Ich kann zwar sagen, ob mir etwas gefällt, ob ein Bild etwas bei mir auslöst, ob mich etwas berührt. Ich habe eine kleine Ahnung über Bildgestaltung, würde mich aber nie über "technisches" auslassen. Ich mag kompetent über Erziehungsfragen und Konflikte und Kommunikation und Führung Auskunft geben. Aber das ist es.

5. Auch wenn ich Musik liebe, bei mir einige Biografien und Werke von Komponisten auf dem Nachttisch liegen, meine ich nicht kompetent darin zu sein. Wenn ich versuche Literatur, Musik und Fotografie zusammen zu bringen, dann ist das höchst profan ...:)
 
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Liebe Anja,

mmh, letzterer Satz macht mir Kopfschmerzen, denn dann landet man
rasch bei Betroffenheitslyrik.

Nehme ich z.B. das gerade aktuelle anonyme Bild, dann lese ich da von
"Tiefen anheben" und ähnlichen Vorschlägen.

Das ist ungefähr so, als würde ich einem Grafiker sagen: Du, Dein Bild
ist ja ganz nett, aber Du hättest es statt mit Bleistift doch lieber mit
Tusche zeichnen sollen … Nur hat sich der Mann was dabei gedacht, daß
er einen Bleistift in die Hand nahm. Mit Bildkritik hat das nix zu tun.


Bildkritik, zumindest so wie ich sie verstehe, basiert auf ästhetischen
Kriterien, die zu kennen Wissen und auch Erfahrung voraussetzt.

Ratschläge wie das "Tiefen anheben" sind reines Handwerk und haben
mit Bildkritik m.E. nichts gemein.

Mir jedenfalls ist ein technisch lausiges Bild mit Aussage tausendmal
lieber als ein handwerklich perfektes ohne inhaltliche Substanz.

Kays Hinweis der positiven Verstärkung sollte nochmals betont sein,
ist aber auch nur ein gängiges Mittel guter Unterrichtsgestaltung.



Hmm....warum soll so eine Kritik nicht zugelassen werden...:nixweiss:

"Kritik" heist ja noch lange nicht "besser".....es ist ein Vorschlag, dem man ja dann auch eine Antwort geben kann....und als "Künstler" oder "Hersteller" der Sache sollte es einem auch die Mühe wert sein darüber nachzudenken, warum das so gesehen wird!..

Grüße,
Jan
 
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ich mag kritik, sofern sie nicht beleidigend vorgetragen wird.
wer die kritisierenden personen sind, habe ich noch nie versucht, über dessen alben herauszufinden. eine person könnte theoretisch toll fotografieren können aber null gespür (offenheit...) für anderer arbeiten haben und genauso könnte es das gegenteil sein. ob die >schwingungen< stimmen, findet man durch einen kurzen blick nicht heraus. das braucht zeit bei einem vielfältigen angebot.

entscheidend ist für mich lediglich, ob die kritik etwas in mir auslöst. das kann sowohl positiv wie negativ sein. beides bringt mich weiter im bewußtwerden des eigenen tuns, so lerne ich!... auch wenn sich lob im ersten moment kuscheliger anfühlt gleichen sich die gefühle im nachhinein an.
grundsätzlich erwarte ich nichts, denn mir fehlen selbst oft die worte. ich schreibe nur wenn mir danach ist und das gestehe ich anderen auch zu. klar gibt es tage :D...aber das vergeht recht schnell wenn man sich vor augen führt, wie viele bilder hier täglich präsentiert werden.


bildkritik in worten und wortlose kritik haben also ihren wert für mich. dafür kann ich mir nichts kaufen, beides macht meine bilder nicht besser oder schlechter aber ich sehe sie deutlicher. ich kann sie mit besserem abstand betrachten.
 
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Interessant zu diesem Thema ist ja auch, was Leute aus dem Umfeld einer "Arbeit" sagen...

Wenn ich z.B. mit sehr guten Musikern Musik höre, dann gibts es viele "Übereinstimmungen" was da jetzt gut oder schlecht ist...aber auch Sachen, die ich nicht gehört habe, aber nach einer Erklärung höre ich sie auch....
Es gibt auch immer die "Wertigkeit"...was ist einem wichtiger..."fehlerfrei" aber nicht so spannend, oder lieber kleine "Fehler" aber mehr Ausdruck.....

Grüße,
Jan
 
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genau!


Nehme ich z.B. das gerade aktuelle anonyme Bild, dann lese ich da von
"Tiefen anheben" und ähnlichen Vorschlägen.

Das ist ungefähr so, als würde ich einem Grafiker sagen: Du, Dein Bild
ist ja ganz nett, aber Du hättest es statt mit Bleistift doch lieber mit
Tusche zeichnen sollen … Nur hat sich der Mann was dabei gedacht, daß
er einen Bleistift in die Hand nahm. Mit Bildkritik hat das nix zu tun.
...
Ratschläge wie das "Tiefen anheben" sind reines Handwerk und haben
mit Bildkritik m.E. nichts gemein.

Mir jedenfalls ist ein technisch lausiges Bild mit Aussage tausendmal
lieber als ein handwerklich perfektes ohne inhaltliche Substanz.

Nun, Sven - ein Bild, dass von zugelaufenen Tiefen lebt, geht ja auch so in Ordnung. Häufig aber erzielt ein technisch "besseres" Bild auch eine eindrucklichere Wirkung. Insofern finde ich diese Kritik häufig berechtigt!


Ich denke da an die Portfolio- und Mitmachthreads, in denen es rein um das Zeigen geht und an denen sich viele verschiedene User teilweise mit einer hohen Schlagzahl an täglichen Einstellungen beteiligen, die in so einem Thread eine Diskussion schlicht unmöglich machen. Oder auch an Reportagen, in denen Text und Bild zusammenwirken und die schon allein des (Bild-)Genusses wegen nicht durch Kommentare zerrissen werden sollten.

Da hast du Recht, so hab ich das noch gar nicht gesehen...:rolleyes:
 
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Gute Kritik stelle ich mir mindestens so vor, wie sie hier -> praktiziert wurde.

Mehrheitlich kann ich mich den angesprochenen Punkten in den Beiträgen von [MENTION=62181]Telewatt[/MENTION] (#4), [MENTION=74053]AnjaC[/MENTION] (#9) und [MENTION=26822]PeterTaylor[/MENTION] (#18) anschliessen.

Ich als "Anfänger" wünsche mir Kritik "aufbauend" in dem Sinne, in dem mir gesagt wird was schlecht ist, was gut ist und auf was ich das nächste mal achten soll. Im besten Fall bei beiden Punkten mit dem Zusatz: Weshalb.

Das Weshalb bei ob Gut oder ob Schlecht ist mir wichtig, weil im Moment beide Resultate noch aus Unwissen oder aus Zufall entstehen können.

Eins habe ich dank diesem Thread bereit dazu gelernt: Stelle ich ein Bild zur Kritik, schreibe ich dazu, was eigentlich mein Ziel war :p
 
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Interessant zu diesem Thema ist ja auch, was Leute aus dem Umfeld einer "Arbeit" sagen...

Wenn ich z.B. mit sehr guten Musikern Musik höre, dann gibts es viele "Übereinstimmungen" was da jetzt gut oder schlecht ist...aber auch Sachen, die ich nicht gehört habe, aber nach einer Erklärung höre ich sie auch....
Es gibt auch immer die "Wertigkeit"...was ist einem wichtiger..."fehlerfrei" aber nicht so spannend, oder lieber kleine "Fehler" aber mehr Ausdruck.....

Grüße,
Jan

das meinte ich mit >schwingungen< Jan. kommunikation auf einer ebene wo sicher ist, daß man sich über dasselbe unterhält und nicht aneinander vorbeiredet, der idealfall sozusagen.
 
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Eins habe ich dank diesem Thread bereit dazu gelernt: Stelle ich ein Bild zur Kritik, schreibe ich dazu, was eigentlich mein Ziel war :p

Und genau an dem Punkt wollte ich vorhin nochmal einhaken, habe es aber dann vergessen.

Wenn ich zum ersten Betrachten des Bildes die Intention des Bildautors dazu geliefert bekomme, bin ich sofort nicht mehr objektiv. Mein Betrachten des Bildes wird durch diese Zusatzinformation gleich in eine bestimmte Richtung gelenkt.

Ich fände es gut, wenn man zunächst das Bild unvoreingenommen betrachten und kommentieren würde. In einem zweiten Schritt hilft dann der Kommentar des Bildautors zu seiner Intention und eventuell Antworten auf bisher gestellte Fragen weiter. Damit sollte dann die Bildbesprechung noch nicht zu Ende sein, sondern der Dialog fortgesetzt werden.

Und damit ich das auch mal geschrieben habe:

Zum Inhalt einer Bildbesprechung gehören für mich

  • eine Inventur im Bild (was sehe ich? Was ist da?)
  • die Bildgestaltung (Hauptmotiv, Bildaufteilung, Spannung, Formen und Strukturen, Kontraste...)
  • die technische Seite: Aufnahmeparameter, Belichtung, Weißabgleich, verwendetes Objektiv, Standort, ...
  • Überlegungen zur Bildbearbeitung
  • mein persönlicher Eindruck
  • meine konstruktive Kritik unter Berücksichtigung der dann bekannten Intention des Fotografen
  • idealerweise: ein Feedback des Fotografen zu den Kritiken
Wem das jetzt bekannt vorkommt, der hat vielleicht schon mal im Nikon-Club in das Projekt "Bildbesprechung" hineingeschaut ;) (der Link funktioniert nur für Club- und Premiummitglieder mit Zugang zum Nikon-Club). Zu dem Projekt gibt es wie bei allem Pros und Cons - im Moment herrscht gerade etwas Flaute. Über den dort vorgegebenen Ablauf kann man diskutieren, das ist hier in der Größe sicherlich nicht umzusetzen. Wichtig jedoch: die Inhalte stimmen meiner Meinung nach.

Vor allem aber - und das zeigen auch die Erfahrungen aus dem Club - braucht man dazu Leute, möglichst viele Leute, die Lust und Interesse haben, bei der ein oder anderen Bildbesprechung mitzumachen. Es braucht Zeit, sich so intensiv mit einem Bild auseinanderzusetzen und kaum einer wird das bei jedem einzelnen Bild leisten können oder wollen. Aber es wäre schön, wenn es über die Gesamtheit gesehen immer mehrere gibt, die mitmachen. Meine Motivation dabei ist ganz klar, dass ich aus jeder Bildbesprechung, ob nun mein Bild oder ein anderes, immer etwas für mich selbst mitnehmen kann.
 
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