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Photokina 2014: Dirk Wächter vom dforum, Klaus Harms von der Nikon Community, Andreas Jürgensen vom Leica-Forum/Systemkamera Forum und Rüdiger Hofner vom DSLR-Forum am Stand der Nikon Community

Auf den ersten Blick zeigt dieses Foto vier bekannte Gesichter der deutschsprachigen Foto-Community-Szene: Dirk Wächter vom dforum, unseren inzwischen verstorbenen Gründer Klaus Harms von der Nikon Community (jetzt Netzwerk Fotografie), Andreas Jürgensen vom Leica-Forum und Systemkamera Forum sowie Rüdiger Hofner vom DSLR-Forum (v.l.n.r., aufgenommen auf der Photokina 2014 an unserem Stand).

Auf den zweiten Blick zeigt es weit mehr als das. Es dokumentiert eine Zeit, in der Fotografie-Communities das Herzstück der Szene waren. Eine Zeit, in der man neue Kameras nicht auf TikTok entdeckte, sondern in Forenthreads diskutierte. Eine Zeit, in der Bildkritiken, Workshops, Stammtische und persönliche Begegnungen den Austausch zwischen Fotograf:innen prägten.

Mit der angekündigten Schließung des dforums endet eines der prägendsten Kapitel der deutschsprachigen Foto-Community-Geschichte. Nach 24 Jahren wird Dirk Wächter seine Community am 16. Juni 2026 endgültig schließen.

Für viele langjährige Mitglieder ist das ein emotionaler Moment.

Eine Community, die Generationen von Fotograf:innen begleitet hat​

Das dforum gehörte über viele Jahre zu den wichtigsten deutschsprachigen Anlaufstellen für Canon-Fotograf:innen. Hier wurden Kameras vorgestellt, Objektive diskutiert, Bilder gezeigt und Erfahrungen geteilt. Viele Fotograf:innen haben dort ihre ersten Schritte in der digitalen Fotografie gemacht, andere fanden Gleichgesinnte, aus denen später Freundschaften entstanden.

Wer die Hochzeit der Fotoforen erlebt hat, weiß, welchen Stellenwert solche Communities damals hatten. Sie waren Wissensspeicher, Treffpunkt und Inspirationsquelle zugleich.

Über die Jahre entstanden aus dem dforum nicht nur unzählige Diskussionen, sondern auch Workshops, Festivals und persönliche Begegnungen weit über das Internet hinaus.

Nicht das Ende der Community, sondern das Ende eines Modells​

Die Gründe für die Schließung beschreibt Dirk Wächter offen: veränderte Kommunikationsgewohnheiten, weggebrochene Sponsoren, neue Technologien und der verständliche Wunsch, nach fast einem Vierteljahrhundert andere Schwerpunkte im Leben zu setzen.

Das verdient Respekt.

Gleichzeitig wäre es zu einfach, daraus den Schluss zu ziehen, dass Fotografie-Communities keine Zukunft mehr haben.

Denn während sich die digitale Landschaft verändert hat, erleben wir derzeit auch eine bemerkenswerte Gegenbewegung. Viele Fotograf:innen suchen wieder gezielt Orte, an denen Erfahrungen langfristig erhalten bleiben, Diskussionen nicht nach wenigen Stunden verschwinden und Wissen von Menschen stammt, die ihre Themen seit Jahren begleiten.

Während soziale Netzwerke immer stärker von Algorithmen bestimmt werden, Messenger-Gruppen kaum durchsuchbar sind und künstliche Intelligenz das Internet mit generischen Inhalten füllt, gewinnen vertrauenswürdige Communities wieder an Bedeutung.

Nicht in derselben Form wie vor zwanzig Jahren – aber aus denselben Gründen.

Menschen möchten sich austauschen.

Mehr als nur ein Forum​

Die Schließung des dforums markiert deshalb nicht das Ende der Community-Idee. Sie erinnert vielmehr daran, welchen Wert solche Orte für die Fotografie besitzen.

Viele der großen deutschsprachigen Foto-Communities haben sich verändert. Einige sind verschwunden, andere haben sich neu erfunden und bestehen bis heute als lebendige Treffpunkte für Fotograf:innen.

Gerade in einer Zeit, in der Informationen zunehmend von Algorithmen gefiltert werden, Diskussionen in sozialen Netzwerken oft nur kurze Halbwertszeiten haben und künstliche Intelligenz immer mehr generische Inhalte produziert, zeigt sich der besondere Wert von Communities. Sie schaffen Räume für Erfahrung, Diskussion und persönliche Begegnungen – und genau deshalb bleiben sie ein wichtiger Bestandteil der Fotografie.

Doch der Wunsch nach Austausch, gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamer Leidenschaft für die Fotografie ist geblieben.

Genau deshalb wird das dforum vielen Menschen in Erinnerung bleiben.

Nicht wegen der Software.

Nicht wegen der Technik.

Sondern wegen der Menschen, die diese Community über 24 Jahre hinweg mit Leben gefüllt haben.

Unser Respekt gilt allen Mitgliedern, Moderatoren, Unterstützern und natürlich auch Dirk Wächter, die das dforum über so lange Zeit getragen haben.

Denn unabhängig davon, welchen Weg Communities heute einschlagen: 24 Jahre lang eine Plattform für Fotograf:innen aufzubauen und am Leben zu halten, ist eine Leistung, die Anerkennung verdient.

Warst du Mitglied im dforum?​

Welche Erinnerungen verbindest du mit der Community? Welche Diskussionen, Begegnungen oder Erfahrungen sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Wir freuen uns auf eure Geschichten in diesem Thread:
 
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