Welches 35er und 85er für D800e?

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

mikelike

Unterstützendes Mitglied
Registriert
Ich stehe vor der Anschaffung eines 35er und 85er Objektives für Nikon. Mit welchen Objektiven lässt sich das Potenzial der Nikon D800e besser ausreizen? Beim 35er steht zur Wahl das Nikon AF-S Nikkor FX 35mm / 1,8 G ED und das fast dreimal so teure Nikon AF-S Nikkor 35 mm / 1,4 G. Beim 85er das Nikon AF-S Nikkor 85 mm / 1,8 G und das ebenfalls dreimal teure Nikon AF-S Nikkor 85 mm / 1,4 G.
Mir kommt es nicht auf die halbe Blende mehr Lichtstärke an sondern auf absolute Schärfe bis an den Rand bei kritischer Blende, Einsatzgebiet Architektur, Landschaft, Luftaufnahmen, Industrie.
Hat jemand Erfahrungswerte?
Oder gibt es qualitative gleichwertige oder bessere Alternativen von anderen Herstellern, z.B. Sigma oder Zeiss?

Grüße
Mikelike
 
Anzeigen
Es gibt zwei Gründe, die für die 1.8er sprechen: Preis und Gewicht
Für die 1.4er spricht eine halbe Blende mehr, und irgendeine esoterische "Bildanmutung".

Dem wollte ich lange nachgehen und habe mir vor allem Vergleichsvideos angeschaut, in denen der Referent auf "hier besonders deutlichen" Unterschiede einging und die besprochenen Dateien zum Download verlinkt hat. Mein Problem: in rund 50% der Fälle sah ich den Unterschied nicht, oder fand sogar das vermeintlich "schlechtere" Objektiv besser. Daraus ergab sich, dass sich die Investition in die 1.4er Serie für mich nicht lohnt.

28er oder 35er? Eine Kombination aus 35 - 85 "steht" und braucht dazwischen keine 50er Brennweite mehr. In den vergangenen +/- 40 Jahren habe ich begriffen, dass mein Alter Recht hatte, als er sagte, dass man Brennweiten verdoppeln/halbieren sollte, um einen sichtbaren Unterschied zu machen. Mit 35-85 kommt man weit, ohne viel Gewicht mit zu schleppen.

Wer unbedingt das 50er im Spiel halten will, ist sicherlich mit 28 - 50 - 105 besser bedient (das AF-2-105 DC ist ein tolle, und immer noch neu erhältliche Linse).
 
Kommentar
Ich finde die absolute Schärfe ist bei so lichtstarken Optiken nicht so ausschlaggebend wie Bokeh und Bildanmutung und da finde ich die billigen 1,8'er doch eher sehr "gewöhnlich"... die 1,4'er Nikons zaubern hier eine sehr, sehr schöne Unschärfe, da pfeif ich auf DXO. :rolleyes:

Geht mir absolut genauso.
Ich hatte analog das 1,8/85 AF-D und fand' es super.
Allerdings ist das schon gefühlte Ewigkeiten her und das 1,4er hätte ich mir damals auch nie leisten können.
Dann startete ich digital mit der D70s und auf einmal gefiel mir das kleine 85er gar nicht mehr und ich hab's verkauft.
Warum das so war? Keine Ahnung :nixweiss:

Jedenfalls hab' ich es mit dem Kauf der D800 nochmal versucht. Dieses Mal das hochgelobte 1,8/85 AF-S.
Was soll ich sagen? Ich habe es ca. 1 Jahr besessen und bin nie richtig damit warm geworden.
Sicher, es ist scharf. Aber irgendwie... ich will das gar nicht analysieren.
Mir gefielen die Ergebnisse meist nicht so doll. Warum auch immer?

Ich "tauschte" es dann schließlich gegen das 1,4/85 AF-S und war wegen des Preises
und meinen zuletzt gemachten Erfahrungen mit 85mm Brennweite sehr skeptisch.

Und jetzt?

Mal abgesehen davon, dass ich mir natürlich die Mehrausgabe schönreden muss... 85mm machen mir jetzt wieder Spass.
Und das Betrachten der Ergebnisse ebenfalls. Wenn ich Fotos bei f2 vom 1,8er und 1,4er vergleiche, sehe ich keinen Unterschied
in der Schärfe zwischen den Beiden. Aber die Unschärfen sind beim 1,4er viel gefälliger in meinen Augen. Ich empfinde die Bilder
als irgendwie plastischer, wärmer, lebendiger. Mein Empfinden und natürlich sehr subjektiv.

Genau wie das 35er (bei dem ich übrigens auch keinen Gedanken daran verschwende es gegen ein Sigma Art zu tauschen,
nur weil dieses (noch) schärfer sein soll. So gut finde ich es) hat nun auch das 85er einen festen Platz in meiner Fototasche.
Und wie das oft so ist mit teuren Dingen. Ist das Geld erst einmal ausgegeben und der erste Schmerz überwunden,
dann kann man anfangen richtig Spaß zu haben und hat dann meist auch länger Freude daran ;)

Ach ja, der AF vom 1,4/85 ist merkbar langsamer als der vom 1,8er AF-S.
Anfangs dachte ich, dass das ein Problem sein könnte. Ist es aber nicht. Der AF in Verbindung mit der D800 ist sehr präzise.
Ich kann nicht feststellen, dass ich mehr Ausschuß bei schnelleren Motiven hätte als mit dem 1,8er. Dafür sitzt er im Portraitbereich
so gut wie immer. Mit dem 1,8er hatte ich hier wesentlich öfter unscharfe Bilder ohne dass ich eine Erklärung dafür hatte.
Hab' ich auch jetzt nicht.
Ist (war) - bei mir - halt so.

Gruß
Micha
 
Kommentar
Vielen Dank FPTMF, da haste mich etwas beruhigt! (Wirklich wahr, der Satz machts! Hatte mir die 1.4er gekauft und war dann etwas frustriert dass es danach hieß, die 1.8er seien in manchen Bereichen besser - aber mit dem Satz bin ich schnell wieder erinnert, dass sie schwer messtechnisch erfassbare Bildanmutung ja eigentlich die entscheidende Rolle spielt....!)

Man kann sich einen Kauf auch schönreden ;-)
 
Kommentar
Jedenfalls hab' ich es mit dem Kauf der D800 nochmal versucht. Dieses Mal das hochgelobte 1,8/85 AF-S.
Was soll ich sagen? Ich habe es ca. 1 Jahr besessen und bin nie richtig damit warm geworden.
Sicher, es ist scharf. Aber irgendwie... ich will das gar nicht analysieren.
Mir gefielen die Ergebnisse meist nicht so doll. Warum auch immer?

Ich persönlich nutze eher selten Festbrennweiten, zu über 80% kommt bei mir die Holy Trinity zum Einsatz. Lichtstarke Festbrennweiten sehe ich für mich eher für künstlerische Fotografie als für dokumentarische Sachen und mir ist hier die "Qualität" des Unschärfebereichs mit das Wichtigste, da die gezielte Freisstellung ja auch eine Paradedisziplin dieser Linsen ist. Umso "cremiger" und homogener der Unschärfebereich, umso plastischer und schöner empfinde ich die Fotos! (Thema: Bildanmutung)

Und alle bisher probierten 1,8'er (50 AF-S 1,8, 85 AF-D & AF-S 1,8, 35 AF-S 1,8) haben mir nicht gefallen. Das Bokeh war mir zu unruhig, zu kantig, einfach unschön für meinen Geschmack und stärker abgeblendet kann ich auch gleich zum 2,8'er Zoom greifen, wobei mir das 70-200VRII hier auch ausgesprochen gut gefällt!

Hier haben die 1,4'er ihre Stärke! Nicht umsonst galt schon das ältere 85 AF-D 1,4 als "Cream Machine". :)
 
Kommentar
Ich gehe das Thema mal von einer anderen Seite an: Seit ich mir vor einigen Wochen zunächst das f1,4 / 85mm und danach dann auch noch das f1,4 / 35mm für die D800 gekauft habe - hat die Kamera kein noch so lichtstarkes Zoom-Objektiv mehr gesehen. Das 85er ist vor allem für Portraits sensationell, und wer jemals mit dem 35er in der Landschaft unterwegs war und hinterher am Monitor das Herzklopfen in Bezug auf die Bildqualität bei jeder(!) Blende bewundert hat, der fragt sich, ob er die ganze 2,8er Zoom-Sammlung noch braucht ;)
 
Kommentar
Wie setzt Du denn dann zum Beispiel das 35er in der Landschaft ein und wo siehst Du den Unterschied in der Bildwirkung oder Bild-Anmutung?

Frage deshalb, weil ich nach vielen Kilo Festbrennweite gerade im Bereich Landschaften anfange wieder auf Zoom zu setzen...
 
Kommentar
[MENTION=72464]Lexington[/MENTION]: Es ist eher eine Form von "Reduzieren aufs Minimum": was ich mit dem 35er nicht fotografieren kann, das wird halt nicht fotografiert. Ich habe gerade - deshalb auch meine verspätete Antwort - einen Städteurlaub hinter mir, der im Ergebnis 90 % Fotos mit dem 35er brachte. Es geht - auch ohne Tele und starkem Weitwinkel :)
 
Kommentar
Kurz zusammengefasst (meine bescheidene Meinung):
Wenn man den Preis einmal außen vor lässt, ist es für mich eine leichte Entescheidung. 2x 1.4G. Gerade das AFS 35mm/1.4G und AFS 85mm/1.4G.

Das AFS 35mm/1.4G zeichnet einfach herrlich
Das AFS 85mm/1.4G unterscheidet sich u.U. vom 1.8G nicht nur vom Bokeh an sich, sondern vor allem WIE der Übergang bei gleicher Blende von der Schärfeebene in den Unschärfebereich erfolgt. Der Übergang erfolgt deutlich früher und viel "weicher" als beim 1.8G. Das 1.8G ist auch eher ein Objektiv mit maximaler Blende 2 statt 1.8.(einfach mit manueller Belichtung zu überprüfen)

Preis/Leistungsmäßig sieht die Sache anders aus. Das 85mm/1.8G ist ein ordentlicher Performer. Das AFS 35mm/1.8G ist aus meiner Sicht jenes 1.8er Objektiv aus der neuen 1.8er G Serie, daß am "unauffälligsten" ist. Es weckt weniger Emotionen als andere 35er.

Um das abzurunden:
Mein erstes AFS 24mm/1.4G war eine Gurke und wurde ausgetauscht. Das Ersatzobjektiv ist deutlich besser und eine faszinierende Linse.

Auch wenn viele das AFS 58mm/1.4G nicht mögen, bzw. aufgrund der vorhandenen Internetfolklore nicht haben wollen: Verwende ich statt dem 50mm Objektiv wegen seiner Art der Zeichnung fast ausschließlich. Esoterik hin oder her, die Anmutung eines Objektiv kann aus meiner Sicht nicht nur mit MTF Kurven beschrieben werden.

LG,
Andy
 
Kommentar
Schöne Zusammenfassung... Und ich glaube, wir lernen langsam alle - so kommts mir vor - dass die Nikon Ingenieure bei den top-1.4er Linsen eben nicht nur auf Schärfe und Kurven usw gehen, sondern auf schwerer objektiv mess- und beschreibbare Anmutungen, die aber auch da sind und Auswirkungen haben...
 
Kommentar
Für mich gibts in der normalen Preisklasse mit AF bei 35mm nur das Sigma Art und bei 85 mm nur das Nikon AF-S 1,4. Wenn ich manuell fokussiere nehme ich das Zeiss ZF 35 2,0 und entweder das Nikon AI-S 85mm f2,0 oder das AI-S 105mm 1,8 her. An der Sony A7r II ist das adaptierte Canon FD 85mm f1,2 eine absolute Wucht.
 
Kommentar
Ich stehe vor der Anschaffung eines 35er und 85er Objektives für Nikon. Mit welchen Objektiven lässt sich das Potenzial der Nikon D800e besser ausreizen? Beim 35er steht zur Wahl das Nikon AF-S Nikkor FX 35mm / 1,8 G ED und das fast dreimal so teure Nikon AF-S Nikkor 35 mm / 1,4 G. Beim 85er das Nikon AF-S Nikkor 85 mm / 1,8 G und das ebenfalls dreimal teure Nikon AF-S Nikkor 85 mm / 1,4 G.
Mir kommt es nicht auf die halbe Blende mehr Lichtstärke an sondern auf absolute Schärfe bis an den Rand bei kritischer Blende, Einsatzgebiet Architektur, Landschaft, Luftaufnahmen, Industrie.Hat jemand Erfahrungswerte?
Oder gibt es qualitative gleichwertige oder bessere Alternativen von anderen Herstellern, z.B. Sigma oder Zeiss?
Grüße
Mikelike

Wenn man mal auf die eigentlichen Fragen des TO antwortet, dem es ja nicht um Lichtstärke und scheinbar nur um Schärfe geht, ist das 1,8er vielleicht die bessere Wahl. Auch weil die Optik durch die kleineren Linsendurchmesser wahrscheinlich weniger anfällig für Streulicht ist. Unschärfen und Spitzlichter werden etwas anders ausehen (z.B. Sterne mit 14 Zacken, statt mit 18 Zacken, andere Geometrie der Unschärfekreise, usw.), aber je mehr man eine Optik abblendet, desto schwerer wird es natürlich die Unterschiede auszumachen.

Es gibt natürlich bessere Optiken in puncto Schärfe, wie z.B. das Sigma Art 35mm, oder die Zeiss Otus Optiken. Für Landschaften und Architektur würde ich sogar eher mal über das neue 1.4/85er Zeiss Milvus nachdenken, oder das 2/35er. Da finde ich ohnehin Optiken mit manuellem Fokusring und Blendenring (für z.B. Adapterlösungen an rein mechanischen Adaptern) deutlich besser. Aber was einem die Bildqualität, oder Mechanik, nun ganz konkret Wert ist, kann der TO ja nur selber wissen.

Ich persönlich sehe das ähnlich wie z.B. AndyE, oder Telewatt. Jede Optik hat ihren eigenen Charakter und am besten probiert man die Optiken selber aus, um sich ein Urteil darüber zu bilden.

VG
 
Kommentar
Auch wenn viele das AFS 58mm/1.4G nicht mögen, bzw. aufgrund der vorhandenen Internetfolklore nicht haben wollen: Verwende ich statt dem 50mm Objektiv wegen seiner Art der Zeichnung fast ausschließlich. Esoterik hin oder her, die Anmutung eines Objektiv kann aus meiner Sicht nicht nur mit MTF Kurven beschrieben werden.

Nach meinem Verständnis ist die von Dir geschätzte Abbildungscharakteristik des AFS 58mm/1,4 G eine von seinen Konstrukteuren bei Nikon absichtsvoll auf der Grundlage der Naturwissenschaften geschaffene und verdankt sich nicht irgendeinem Zufall.

Die Abbildungscharakteristik eines Objektivs ist nun ganz wesentlich bestimmt durch die Art und Weise, in welcher es einen Motivpunkt abbildet, also durch sein Punktbild oder seine so genannte Punktantwort (impulse response). Und in der „Optik“ genannten Abteilung der Naturwissenschaften und in dem Bereich der Ingenieurwissenschaften, der mit dem Design von Objektiven befasst ist, kennt man sich inzwischen nach meinem Verständnis sehr gut damit aus, wie man eine bestimmte Art von Punktbild erzielen kann.

Die Abbildungscharakteristik des AFS 58mm/1,4 G ist also von seinen Designern bereits in der „Sprache“ der Mathematik (PSF, OTF, MTF, PTF etc.) beschrieben worden, bevor der erste Prototyp die Fertigung verlässt. Denn was da die Fertigung verlässt ist ja nichts anderes als die fertigungsstechnische Realisierung der jeweiligen optischen „Rechnung".

Das diesbezüglich in der Optik vorhandene Wissen und die darauf basierende Erfahrung und persönliche Intuition der Designer erlaubt es also vom Grundsatz her, einem Objektiv ganz absichtsvoll eine bestimmte Abbildungscharakteristik zu verleihen.

So berichtet zum Beispiel einer der namhaftesten Designer von Cine-Optiken, Ian Neil, in dem weiter unten verlinkten Video davon, dass man auf Grundlage der im Bereich Film vorhandenen Budgets im Design von Cine-Optiken sogar auf die Wünsche einzelner Filmschaffender eingehen kann.

Hierzu, so führt er aus, sei es gegebenenfalls insbesondere erforderlich, dass der jeweilige Optik-Designer mit einem guten Anteil an auf Wissen und Erfahrung basierender Intuition versteht, wie ein umgangssprachlich beschriebener Kundenwunsch nach einer bestimmten "Anmutung" in die „Sprache“ der Mathematik "übersetzt" werden muss, um ein Objektiv berechnen zu können, dessen Abbildungscharakteristik den jeweiligen Kundenwünschen entspricht.

"Ian Neil - Lens Design for Hollywood": http://spie.org/newsroom/technical-articles-archive/videos/op09-neil-interview
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten