Frage Welche Nikkore haben den besten "Charme/Schmelz"?

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PeterTaylor

NF-Platin Mitglied
Platin
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Hallo zusammen,

ich hab mich schwer getan, im Titel den richtigen Ausdruck für das zu finden, was ich eigentlich wissen möchte.

Ich bin auf der Suche nach Nikkoren, die eine besondere Anmutung haben. Neben Schärfe und Kontrast haben einige Objektive eine eigene Charakteristik, einen Schmelz, der mich mehr fasziniert als 100% Schärfe und Kontrast.

Das Noct gehört sicherlich dazu, ebenso wie das neue 1.4/58mm oder die DC Nikkore. "Color Rendition" und "Bokeh" sind zwei Begriffe, die mir dazu am Ehesten einfallen, "Bildanmutung", "Tiefe" oder eben "Charme/Schmelz" sind weitere Vokabeln, die mir in den Sinn kommen.

Vielleicht versteht ja der ein oder andere, was ich meine und kann mir Tipps geben. Die Objektive müssen nicht neueste Generation sein und können von AiS bis AF-S reichen.

Einsetzen möchte ich sie für Portraits und Landschaft. Gerne auch Nahaufnahmen/Macro.

Bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Tipps :up:

VG
Peter
 
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Ach ja, Gruppenfoto mit oder ohne Dame - keine Ahnung...



Ich freue mich, wenn hier fleißig weiter diskutiert wird. Ich mache mich derweil mit den Linsen vertraut und werde nach und nach das ein oder andere Bild zu Thema hier einstellen.

VG,
Peter
 
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... wegen des etwaige Objektivschwächen "verzeihenden" Sensors mit nur 16 MP ...

Ein Sensor mit einer vergleichsweise geringeren Anzahl an Sensorelementen kaschiert die Abbildungsfehler eines Objektivs nur in dem Fall, dass man jeweils 100%-Ansichten auf einem identischen Monitor und aus einer identischen Entfernung betrachtet, also unterschiedlich starke Vergrößerungen der identischen optischen Abbildung des Motivs in der Sensorebene.

Betrachtet man hingegen hochqualitative Ausdrucke mit gleichem Format aus dem gleichen Betrachtungsabstand, so bietet eine höhere Scan-Auflösung, mit welcher zum Beispiel eine D800E oder D810 die optische Abbildung des Motivs in der Sensorebene abtastet, vom Grundsatz her ein höheres Potential zur Erzielung von Bildergebnissen, in denen die Abbildungscharakteristik des jeweiligen Objektivs bestmöglich zur Geltung kommt und nicht eine vergleichsweise geringere Scan-Auflösung des Sensors diese Abbildungscharkteristik kaschiert.

Im Übrigen wäre es bezüglich der hier diskutierten Objektive ja vielleicht auch gar nicht besonders wünschenswert, wenn deren Abbildungsfehler von weiteren Gliedern in der jeweiligen bildgebenden Kette "verziehen" würden. Denn der diesen Objektiven hier zugesprochene "Charme" und "Schmelz", also ihr jeweiliger Abbildungscharker, hat ja seinen Grund nicht zuletzt gerade in der jeweiligen individuellen Ausprägung ihrer Abbildungsfehler.

Andererseits mag es natürlich sein, dass einem der Beitrag von Kamera A zum Bildergebnis in Kombination mit solch einem Objektiv persönlich besser gefällt, als der Beitrag von Kamera B.
 
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Schwer zu beschreiben. Es ist einfach Qualität pur, die man in der Hand hat. Dazu sind die ersten Bilder genau so, wie ich es mir von einer Linse mit "Charme und Schmelz" vorstelle.

VG,
Peter
 
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War mir auch nicht klar, daß Du (Peter) neue bildliche Darstellungen über die MF Nikkore suchst. Habe bei mir ja auch so einige (unspektakuläre) Exemplare zur Verwendung. Am 24 Mpx Sensor der A7 klappt es nun prima, diese auszuprobieren. Bei Deinem Blitz-/Portraitworkshop bin ich kläglich mit der mir damals unvertrauten (da 2 Tage zuvor ausgeliehen) D5200 "auf die Schnelle" zu fokussieren. Die AF Objektive haben mich dann gerettet. Eine Stilfrage konnte ich mir somit gar nicht stellen, da ich ja erstmal froh war, überhaupt ein Bild scharf zu bekommen. Bin jetzt mit der A7 unterwegs und sehr glücklich mit der Kombination Altglas und moderner Sensor. Habe auch nicht das Gefühl, daß der Sensor zu hoch auflöst und die Optiken da nicht mitkommen. Charakter oder Fehler haben auch die modernen Objektive; die Frage ist, mit welcher Bildwirkung man selber zufrieden ist. Ich bin es mit dem Altglas. Natürlich auch mit dem Wissen, daß ich keine analytischen Weitwinkelbilder abliefern kann oder High Speed Tierfotos. Stört mich das? Nein, da ich als Hobbyist keine Erwartungshaltung erfüllen muß und es gelernt habe, Zufriedenheit aus gegeben Dingen zu ziehen. Ein zusätzlicher Genuß besteht für mich darin, meine ersten Nikkor MF- Objektive vor 38 Jahren gekauft zu haben und sie immer noch (jetzt ohne Fotolaborstress) wunderbar nutzen zu können. Eine Mischung aus Vertrautheit, Gewöhnung und Respekt den Meistern gegenüber, die vor so langer Zeit Dinge kreiert haben, die noch heute Bestand haben und Freude bereiten.

Ein 20mm Nikkor habe ich nicht; bin aber auch am überlegen, ob dies eine Ergänzung sein könnte (besitze 17mm und 24mm). Deshalb würde mich auch interessieren, was Du besonders an diesem Objektiv magst. Mir ist auch noch nicht klar, ob 85mm wirklich fehlen (verfüge da über 50mm und 105mm). Besonders das Micro 105mm F2.8 hat es mir angetan und ersetzt in meiner Fototasche das damals mitgetragene 135mm F2.8 (auch nicht schlecht). Das 105er ist aber durch die Makro Funktion universeller und die Schärfe bereitet mir aktuell mehr Spaß, da ich im Telebereich sowas bei meinen Bildern noch nicht sehen konnte.
 
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Was genau beeindruckt Dich? Sans Ear grüßt

Das UD 3,5/20mm ist das erste 20mm Objektiv für das man keinen Aufstecksucher brauchte und den Spiegel vorher hochklappen musste. Für Pixelpeeper, die in den Ecken herum suchen, ist es nicht zu empfehlen. Mir gefällt es aber sehr. Es hat eine sehr schöne Haptik, trotz dieser für damalige Verhältnisse enormen Größe. Das 4/20mm ist sehr viel kleiner. Ich nutze das Objektiv für den Presseeinsatz als Nahkampfwaffe wenn es eng wird. Bei mehreren Demos hatten meine Kollegen das 70-200 drauf und ich das 20er. es ist nicht so kontrastreich wie viele andere Nikkore aus dieser Zeit. Kürzlich habe ich in der prallen Mittagssonne eine Pokalverleihung auf dem Fußballplatz fotografiert. das 2/35 lieferte knackige Bilder mit satten Farben - fast unbrauchbar. Das 20er ist weicher, die extremen Schatten haben viel mehr Zeichnung aber auch die Lichter. Diese Vorteile hat man auch wenn man auf der Bühne fotografiert. Scharf ist es in der Bildmitte aber selbst bei Blende 8 sind deutliche Randunschärfen erkennbar.

Wenn man die Schwächen kennt und die Stärken nutzt ist es ein grandioses Objektiv. Für Architekturfotos von Fassaden bei dem es auf höchste auflösung bis in die Ecken ankommt - nimmt etwas anderes. Das ist ein Reportageobjektiv. Landschaft geht wunderbar - achtet nur auf die Ecken, die sollten nicht unbedingt Bildwichtig sein..
 
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[MENTION=1863]lesitzki[/MENTION] Schöne Beschreibung, es ist echt interessant, wie Du das Objektiv bewertest, das 20-er ist dann sozusagen das Gegenteil einer Sigma-Art-Linse - und trotzdem gut. Gefällt mir auch, wie Du es praktisch einsetzt. Sans Ear grüßt
 
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