Latte schrieb:
Dann kam der Erfolg und Apple überholte alle anderen Technik-Unternehmen, einschließlich des ehemals bösen Microsoft. Damit kamen die Neider und plötzlich war Apple uncool und böse. Jetzt ist Google besonders erfolgreich (mit Android, auch wenn sie daran kaum etwas verdienen) und werden für böse gehalten. Das Spiel wiederholt sich immer und immer wieder, nur die Protagonisten wechseln.
Apples Interesse an i-OS und dem Vertrieb der Foxconn Smartphones ist ein anderes, als Googles Interesse an Android.
Google macht mit Android kein Geld - man muss nicht dafür Zahlen, Android zu bekommen oder Android auf einem Gerät zu installieren, dass man vertreiben will. Android ist Open-Source, kann von JEDEM eingesehen, verändert und neu kompiliert werden (
*). Sofern man einige (eigentlich ziemlich viele) Regeln dabei beachtet, den Linux 2.6.xy Kernel ausserhalb der DEVICE Sektion nicht antastet und das Erscheinungsbild im Groben beibehält, darf man das selbst veränderte Android auch weiter so nennen.
Ausserdem kann man Android Apps vom Google-Play-Store beziehen (woran dann Google als "Host" gern mitverdient) oder von jeder beliebigen Webadresse. Letzteres ist ein immenser Vorteil, denn so lässt sich beliebige Software laden, ohne dass irgendwelche kalifornischen Puritaner dem ganzen einen höchstgradig fragwürdigen, moralischen Riegel vorschieben. Natürlich birgt diese Fähigkeit auch ein hohes Risiko, denn häufiger Datenverkehr mit ständig wechselnden Datenpartnern erhöht das Infektionsrisiko ganz ungemein. Wer aber in der Welt des Play Stores bleibt ist ziemlich sicher.
Bei Apple verhält sich das ganz anders: das auf dem BSD-Kernel basierende i-OS ist Klosed-Source (wenn man es richtig mit C schreibt, geht so ein erbärmliches Emoticon auf ... wann wird der blöde Kinderkram endlich abgeschafft?), der Source-Code ist nicht zugänglich, wird nicht dokumentiert und seine Veränderung (auch für den persönlichen Gebrauch) ist strafbar. Du bist mit Leib und Seele an Apple gebunden, ein "freies" Verfügen über die Fähigkeiten und das Tun deines Telefons ist höchstgradig unerwünscht. Was du installierst, installierst du mit Apple Software von Apple-Servern. Dort wird es protokolliert, und dorthin sendet dein Telefon Auch dein Bewegungsprofil etc. Für mich ist das
VOLLKOMMEN inakzeptabel. Ich will weitestmöglich Herr meiner Daten sein und akzeptiere keinesfalls mich in das Datengefängnis eines aktiv spionierenden US Konzerns zu begeben.
Dass Apple Auch sonst gerne mal einen Bock schiesst, kommt ja noch hinzu. Man mag denken: ich bekomme wenigstens Super-Hyper-Leistung, wenn ich schon Phantasiepreise zahlen muss, aber diese Illusion ist mit Apples Kartendienst ebenfalls geplatzt. Sowas kann Google einfach besser - und in Palo Alto stellt man derartige Dienste kostenlos zur Verfügung - in Cupertino will man (als Unternehemn mit dem ehemals höchsten Börsenwert!
**) Auch daran noch verdienen
Wer heute mit einem PC oder Smartphone kommuniziert, gibt persönliche Daten preis. An Diese wollen ALLE ran - nicht nur der Suchmaschinengigant oder Foxconns Handy-Vertrieb. In Android kann man dies - wenn man sehr aufmerksam ist - besser steuern oder einschränken, als im i-OS; beim letzteren erlaubt Apple keine persönliche Kontrolle (siehe Bewegungsprofile, auch bei ausgeschaltetem GPS etc.)
(*) Es ist immer einfach zu sagen, freien Code könnte jeder lesen oder verändern; leider ist die Wirklichkeit ganz anders. Erstaunlich viele Leute haben keinen blassen Schimmer von Programmierung, und in den Schulen bringt man Kindern irgendwelchen Quatsch über Kunstgeschichte bei, aber man kann sein Abitur machen, ohne jemals eine einzige Zeile Code geschrieben zu haben. Dabei sind wir ringsum von Prozessoren und Code umgeben ... Programmieren ist kein Hexenwerk und eine Programmiersprache lernt sich meist recht schnell, wenn man die ersten zwei Jahre Englisch geschafft hat.
Der meisste Code ist heute noch immer in C geschrieben. Diese Sprache ist ausgesprochen schlecht zu lesen oder zu editieren, erzeugt dafür aber einen recht "maschinennahen" Code und schnelle Programme. Wenn ich 20 Zeile Python lese, Weiss ich meist, worum es bei dem Abschnitt oder Programm geht, wenn ich 20 Zeilen C lese, reibe ich mir meist die Augen und fluche vor mich hin...
Dennoch: jeder freie Code WIRD gelesen, und jede Unaufmerksamkeit, kleine Hintertür oder Schweinerei kommt über kurz oder lang raus. Deshalb habe ich auf Telefon, Desktop und Server NUR Free and Open Source Software (FOSS).
(**) Was bitte sagt der Börsenwert genau aus? Wenn morgen früh mein Bruder und ich eine AG gründen und 1 mio Aktien zu je 5.- Euro auflegen, hat das Unternehmen keinerlei BÖRSENwert (egal, ob dahinter ein Wohn- und Geschäftshaus in der Münchener Innenstadt für 5 Mio Euro steckt, oder nur heisse Luft). Es gab noch keinen vollzogenen Handel mit Aktien, ergo gibt es keinen Kurs und keinen Wert.
Übermorgen verkaufe ich an meinem Bruder 10 Aktien für je 1000.- Euro. Am Tag darauf verkauft mir mein Bruder 10 Aktien für je 2000.- Euro.
In diesem Moment beträgt der Börsenwert des Unternehmens Zwei Milliarden (2000 Millionen) Euro, denn Aktien wurden zum Einzelpreis von 2000.- Euro angeboten UND GEKAUFT! Die 1 Mio Anteile zu je 2000.- Euro ergeben den Börsenwert des Unternehmens an dem Tag. Noch besser: wir haben sogar eine Historie, denn am Tag Davor wurde auch schon gehandelt, und der Kurs ist seitdem echt pfffffft.... raketenmässig hochgegangen.
Zwei Milliarden Euro sind etwas üppig, egal ob für heisse Luft oder ein hübsches Münchener Wohn- und Geschäftshaus. Aber der Börsenwert ist echt, belegbar und steht wie eine 1!
Apples Bösenwert geht seit dem historischen Hoch (September 2012?) fast nur noch runter und hat sich in den vergangenen zwei Jahren etwa halbiert. aus dem Kopf : von (Grössenordnung) 750 auf 400 MILLIARDEN Euro. Mit der Aktie hat man also von 2012 bis heute reichlich Geld vernichtet. Google war 2012 rund 200 MRD Wert und setht heute bei etwa 320 MRD Euro. Soweit die Tatsachen, die leicht einsehbar und überprüfbar sind.