Waren Kameras Früher wirklich besser als Heute?

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Werner Gilliam

Guest
In Wirklichkeit hat sich doch alles so grundlegend verändert, das man mit Vergleichen der Sache kaum noch gerecht wird.
Die Moddelzyclen analoger Bodys entsprachen der Zeit gemäss ihrer Haltbarkeit. Die war nämlich auch ein gewichtiges Verkaufsargument.
Dieses "Problem" haben die Hersteller digitaler Modelle heute nicht mehr in der Form.
Haltbarkeitskriterium Nr. 1 ist wohl immer noch die zu erwartende Lebensdauer des Verschlusses, wobei sich da wohl am wenigsten geändert haben dürfte.
Ging man bei einer professionellen F3 von mindestens 200.000 Auslösungen aus, so sind das Werte, die heute wahrscheinlich auch den digitalen Einsteigermodellen zuzutrauen sind.
Muss ja auch so sein, denn der "digitale“ Knipser ist in seiner Auslösehäufigkeit mit dem Medium gewachsen. Drückte er früher vielleicht hundertmal pro Jahr auf den Auslöser, so macht das manch einer Heute locker pro Tag.

So bedrohten denn damals auch andere Krankheiten die Kameras, und so mancher Verschluss neigte wohl eher zum Verharzen als zum Ausleiern. Massen von Kameras überwinterten im Schrank, wo sie dem nächsten Urlaub entgegenschliefen.

Profis, die mittlerweile wegen des Arbeitsablaufes kaum noch anders als digital fotografieren können scheinen weniger Anfällig für die "Modellhysterie", da sie den Nachbearbeitungsprozess in der Regel beherrschen (müssen) und daher den z.T. marginalen Verbesserungen des nächsten Modells etwas gelassener gegenüberstehen können als Amateure, die letztendlich wohl oft an ihren eigenen EBV Verbesserungen verzweifeln und daher eher geneigt sind, den vermeintlich besseren "Out of the Cam" Ergebnissen der neuesten Generation hinterherzulaufen.
Und das ist wohl jener Wurm an der Angel, mit dem Heutzutage die großen Geschäfte gemacht werden.

Fazit:
Eine professionelle F6 und eine professionelle D3 werden sich vermutlich in der Wertigkeit ebenbürtig sein.
Desgleichen ist eine F100 wohl unschwer als Schwester der D200 zu akzeptieren, und wenn man dann Fairerweise D40-50-70-80 neben F65-F80 stellt, tun sich da wohl auch keine Abgründe auf.

Was sich geändert hat, sind die von der Industrie gezielt geschürten Erwartungen bezüglich der Bildergebnisse der jeweils nächsten Generation.

Wer diesen Mechanismus durchschaut, und z.B. von D100 auf D400 umrüstet kann m. E. ohne große Qualitätseinbussen bei seinen Bildergebnissen eine Menge Geld sparen.
 
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dongil schrieb:
Wer diesen Mechanismus durchschaut, und z.B. von D100 auf D400 umrüstet kann m. E. ohne große Qualitätseinbussen bei seinen Bildergebnissen eine Menge Geld sparen.


Das ist völlig richtig, aber dem "Enthusiasten" (Marketing-Kategorie aller großen Technikkonzerne) ist das egal, denn "Geld sparen" und die Geräte (HiFi, Auto, Kamera, Musikinstrumente) auch tatsächlich ausgiebig nutzen, ausreizen und in Ihrer Funktion ernst nehmen ist NICHT das primäre Ziel dieser ökonomisch sehr wichtigen Zielgruppe. Viel bedeutender ist, dass man das richtige Auto fährt und dass man die richtige Kamera um den Hals hängen hat oder wenn das angesagter ist über der Schulter.

Ich kritisiere das nicht, ich profitiere sogar davon und bin dankbar dafür, denn nur durch diese technophilen Elitekonsumenten komme ich als Zweitverwerter für Appel&Ei an kaum gebrauchte aber dafür gut gepflegte Profitechnik.

*

Und zum Thema Lebensdauer: Ich glaube nicht, dass mich die Verschlüsse meiner beiden D70-Kameras so bald im Stich lassen, selbst wenn die irgendwann beide 100.000 Auslösungen drauf haben. Auch die Gehäuse sind erstaunlich robust. Die Schwachstelle ist die Elektronik, deren Toleranzen irgendwann durchschlägt und dann nicht mehr von der Firmware ausgeglichen werden kann.

Herzlich

Frank
 
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Sehr schönes Brainstorming mit dem Du für mich den Nagel auf den Kopf triffst.
Ich für meinen Teil kann nur eine F100 mit einer D80 vergleichen und da schlage ich mich eigentlich nach meinem Wiedereinstieg eher mit deren Bedienung in Verbindung mit Fotoqualität herum. Das brauche ich bei der F100 nicht. Nun ja, ist auch ein wenig Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Nochmals : Für mich triffst Du genau ins Schwarze.
 
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Wenn das wirklich eine Frage an das Forenpublikum sein soll: Nein

Fuer mich ist Fakt:
Heute ist alles besser, denn gerade durch die digitale Fotografie haben viele Menschen ein neues tolles Hobby fuer sich entdeckt, gehen diesem mit mehr oder weniger Leidenschaft nach, organisieren sich in Internetforen, treffen sich im echten Leben, entdecken nebenbei vlt. auch die analoge Fotografie, etc.pp.
Man hat die Wahlfreiheit und fuer die eigene Muendigkeit als Konsument ist man auch selbst verantwortlich.
"Modellhysterie" kann, nebenbei gesagt, auch ein schoenes Hobby fuer sich sein.
Um nochmals konkret auf die Frage einzugehen, wenn Du mich fragst, ob ich eine D2X gegen eine F4 eintauschen wuerde, lautet meine Antwort eben ganz klar nein, da fuer mich die D2X die technisch bessere Kamera ist.
Und wenn Du mich fragst, ob ich eine F3 gegen eine F4 eintauschen wuerde, so wuerde ich auch nein sagen, da fuer mich die F3 die emotional bessere Kamera ist.

Fuer mich kommen auch aus einer D2X die besseren Bilder out-of-cam als aus einer F6, da meine letzten Dias zu 30% vom Labor versaut worden sind. Andere hier im Forum beweisen wiederum, dass es bei ihnen anders ist.
 
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Werner, ich denke nicht, das die Kamera's früher besser waren als Heute. Das hast du übrigens in deinem Text auch schon selbst beantwortet.
Da Fotografie für mich auf mehrere ebenen mit Emotionen beladen ist, als nicht nur beim Endprodukt, sondern auch bei der Kamera, Film, Geräusch des Verschlusses usw. vermisse ich bei viele neue Kameras eine gewisse etwas. aber gut sind die neuen auf jeden Fall!

Das bei der Fotografie eine Aufrüstung nicht immer belohnt wird, ist uns weitesgehend bekannt, oder? ;)
 
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...rein techisch gesehen sind die heutigen Gehäuse den älteren unterlegen.

Die heute verwendeten elektronischen Bauteile, und da ragen die LCD - Displays besonders hervor, haben nur eine begrentzte Lebensdauer.

Somit sind zumidest kostspieligen Austauschaktionen "vorprogrammiert".

Ob sich das dann auch rentieren wird, da habe ich erhebliche Zweifel.

Nun ja, die Industrie muss auch was umsetzen.

Gruß

Peter
 
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Servus Werner,
ein schöner Gedankengang.

Meine Überlegung dazu:
1) Technisch sind die Kamera's besser geworden
2) Digitale Kamera's haben noch nicht die Patina von alten analogen Bodies (woher auch). Meine erste Nikon D1 habe ich 1999 erworben, ab und zu nehme ich sie aus Reminiszenz aus dem Kasten und erlebe ein ähnliches Gefühl, wie mit einer alten analogen Kamera zu fotografieren. Feeling home :)
3) Die "Halbwertszeit" einer digitalen Kamera ist nicht deshalb so kurz, weil sie so schnell ihre Fähigkeit verliert gute Bilder aufzunehmen, sondern weil der Markt noch in einer frühen Phase der Reifung ist und Fortschritte so deutlich sichtbar sind (vergleichbar der Automobilindustrie um 1900).
4) Der damit einhergehende Wertverlust von digitalem Geräte baut auf dem gleichen Prinzip auf. Die neue Generation kann so deutlich mehr, daß Benutzer automatisch alles was davor war, auch wenn es nur Monate sind, als "alt" klassifizieren. Auch hier ein Beispiel aus der Automobilindustrie: Autos mit viel Elektronik im Fahrgastraum verlieren schneller den Wert (Ein eingebautes GPS system "fühlt" sich nach 3-4 Jahren schon "alt" an)
5) Nutzenabwägung eines Systems ggü. Einzelprodukten. Das F-Bajonett ist die Grundlage eines mittlerweile 50-jährigen Systems. Ich für mich versuche den Nutzen des Systems zu maximieren, nicht nach Einzelfeatures von neuen Dingen zu suchen. Damit gibt es auch keine Spannung Neu gegen Alt, Digital gegen Analog, sondern einen kontinuierlichen Weg der Vergrößerung und Verbesserung des Nikon "Systems".

LG,
Andy
 
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peterkdos schrieb:
...rein techisch gesehen sind die heutigen Gehäuse den älteren unterlegen.

Die heute verwendeten elektronischen Bauteile, und da ragen die LCD - Displays besonders hervor, haben nur eine begrentzte Lebensdauer.

Ich erinnere mich noch an die Einführung der Nikon F3 vor 27 Jahren. Da wurde das mit der LCD-Anzeige auch schon als Argument vorgebracht, gegen die F3 und für die F2 Serie mit Analoginstrument bzw. LED-Anzeige.

:fahne:
 
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volkerm schrieb:
Ich erinnere mich noch an die Einführung der Nikon F3 vor 27 Jahren. Da wurde das mit der LCD-Anzeige auch schon als Argument vorgebracht, gegen die F3 und für die F2 Serie mit Analoginstrument bzw. LED-Anzeige.

:fahne:
Ja, ich erinnere mich auch:Ich habe September 1980 eine der ersten F3 gekauft, die hier zu haben waren, ich glaube so um ca.1.300,-DM. Ich war auch skeptisch
wegen der "Elektrifizierung",da ich mir nicht vorstellen konnte, was das gegenüber der bewährten F und F2 bringen sollte. Zumal Nikon selbst in der
Betriebsanleitung darauf hinwies, dass die LCD -Anzeige in etwa 3 Jahren aus-
getauscht werden müsse. Nichts wurde ausgetauscht: Sie läuft mit der
Original-LCD bis heute einwandfrei, genau wie ihre wesentlich jüngeren
Schwestern in meinem Kamerastall. Lasst uns hoffen, dass wir das auch von
unseren Digitalen einst sagen können....
Grüße
Jürgen
 
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volkerm schrieb:
Ich erinnere mich noch an die Einführung der Nikon F3 vor 27 Jahren. Da wurde das mit der LCD-Anzeige auch schon als Argument vorgebracht, gegen die F3 und für die F2 Serie mit Analoginstrument bzw. LED-Anzeige.

:fahne:
Ich hab noch eine schwarze F2AS Photomic, also die mit der elektronischen Einheit oben drauf (die man genialerweise mit dem Schachtsucher austauschen kann). Die Kamera war vor 15 Jahren ein einziges Mal beim Service. Der Verschluß wurde justiert. Die AS-Einheit hat bis heute keine Probleme gemacht und funktioniert wie am ersten Tag, selbst der kleine rote Punkt oben leuchtet noch bei richtiger Belichtung. Hab das Teil neulich zusammen mit dem MD-12 Motor dem Service vorgelegt. Kommentar: Wie neu, geben Sie die bloß nicht weg.

Hört man gern – und sieht man gern, zumindest im Vergleich zu dem Digitalplastikprügel D200, den man nolens volens mögen muß, nur weil er auch von Nikon kommt...oder?! :rolleyes:

(doch doch, auch ein sehr nützliches, angenehmes Gerät :D )
 
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Hank schrieb:
Hab das Teil neulich zusammen mit dem MD-12 Motor dem Service vorgelegt. Kommentar: Wie neu, geben Sie die bloß nicht weg.

Kein Wunder, dass der MD12 wie neu ist, der passt nicht an die F2:)

Aber Spaß beiseite, besser im Sinne von 'hoher Nutzwert' sind ganz klar die neuen Modelle. Emotional besser finde ich die alten Geräte. Das ist wie das Verältnis eines alten Alfa Spider zu nem MX-5.

Also - alte Nikons sammeln, mit neuen fotografieren ...... und die Objektive passen an beide. Ist doch genial!

Gruß
Sig
 
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Sig schrieb:
Kein Wunder, dass der MD12 wie neu ist, der passt nicht an die F2:)
Du hast recht, hab die Teile MD-12 und MD-2 mal wieder (bzw. immer noch :D ) verwechselt, der MD-12 gehört zur FE-2, aber auch diese Kombi wurde nicht beanstandet (einzige Reparatur hier, lange ist's her: der Transport).
 
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Hank schrieb:
(einzige Reparatur hier, lange ist's her: der Transport).

Ja, kenne ich auch, ich hatte das sowohl bei einer FM-2 als auch bei einer FE, man konnte den Film weitertransportieren obwohl der Verschluss schon gespannt war. Beide hatten nicht sehr viele Auslösungen. Die vielgerühmte Haltbarkeit der alten Kameras lag vieleicht doch in der geringern Nutzung begründet.

Gruß
Sig
 
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Da ist auch was drann..... Obwohl bei der F3 waren in den 80-ern wenige Amaturen dabei, oder irre ich mich?
 
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man darf halt nicht vergessen das man bei ner analogen auch den sensor upgraden kann. von daher machts eher wenig sinn ne digitale auf hausnummer 30 jahre zu baun. weils sowieso lang vorher ausgetauscht wird und nur noch nostalgischen wert hat
von daher hab ich kein problem damit das ich mit meiner d80 keinen nagel in nen stahlträger treschen kann.
dafür hab ich bereits den halben neupreis meines bodys an filmen gespart :up:
 
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Die digitale Fotografie passt voll in unsere heutige Zeit: Beinahe seelenlose Elektronik ermöglicht den Massen zum moderaten Preis ein "schneller, höher, weiter". So gesehen ist es keine Hysterie, wenn man beim Auspacken seines neuen Gehäuses schon an das nächste denkt.

LG

Stefan
 
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Sig schrieb:
Aber Spaß beiseite, besser im Sinne von 'hoher Nutzwert' sind ganz klar die neuen Modelle. Emotional besser finde ich die alten Geräte. Das ist wie das Verältnis eines alten Alfa Spider zu nem MX-5.

Oder wie das eines Marshall JCM800 (die alte Version) gegen einen modernen Mehrkanalröhrenamp. Der Marshall (und nur DIESES Modell) ist irgendwie sexier, besser können tut trotzdem alles das ENGL-Top.

Bei Gitarren sieht's wieder anders aus, weil sich da ja von der Funktion her nicht viel geändert hat.

Aber im Prinzip gilt schon eher: alt ist sexy, neu ist funktional. Zumindest bei Technik, auf Frauen möchte ich dieses Prinzip nicht anwenden. ;)

Gruß Erik
 
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