Vergleichstest von: Zeiss Otus, Sigma 50 Art, Nikkor 58G, Nikkor 50/1.4G und 50/1.8G

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FlowtographyBerlin

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Hallo Forum,

ich habe einen Vergleichstest gemacht von folgenden Linsen:

  • Zeiss Otus 55mm/1.4,
  • Sigma 50mm/1.4 Art,
  • Nikkor 58mm/1.4G,
  • Nikkor 50mm/1.4G
  • Nikkor 50mm/1.8G

Das Besondere ist, daß es A/B-Slider gibt, mit denen man die Resultate eines gleichen Motivs direkt miteinander vergleichen kann, Schärfe, Bokeh etc. Außerdem gibt's "normale" Bildmotive und keine Ich-setz-mich-mal-an-meinen-unordentlichen-Schreibtisch-und-knips-in-die-Ecke" Motive. ;-)

Ist auf Englisch, aber die meisten können das ja: Klickt Ihr hier.

Viel Spaß,
Flow
 
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Vom Grundsatz her ist jedoch ja vorstellbar, dass man zu diesem Zweck ("farblich aneinander anpassen") vielleicht vergleichsweise wenig Zeit vor dem heimischen Bildschirm verbringen möchte. Beispiel:
in meinem Fall ist es so, dass ich lieber mehr Zeit mit der Kamera in der Hand verbringe, als nachträglich am Computer.
Und in solch einem Fall könnte es ja dann unter Umständen "Computerzeit" ersparen, wenn die benutzten Objektive schon von Haus aus ISO/CCI-Werte aufweisen, die in Kombination mit der jeweiligen kamerainternen und –externen Software im betrachteten Bildergebnis eine Farbwiedergabe ergeben, die dem persönlichen Geschmack entspricht.

Mir ging es eher darum, daß man einem Objektiv nicht irgendwelche Eigenschaften andichtet, die es nüchtern betrachtet gar nicht hat und in Deinem Post waren das z.B. die 'schönen Farben'.

Dass verschiedene Objektive unterschiedliche ISO/CCI-Werte aufweisen können, ist schlicht eine Tatsache, die man ihnen daher auch nicht "andichten" muss. Denn ansonsten ergäbe sich ja bei unterschiedlichen ISO/CCI-Werten gar nicht die Notwendigkeit, "die Bilder während der Konvertierung auch farblich aneinander" anzupassen. Und auch der ISO wäre der entsprechende Standard (ISO 6728) ja kaum eingefallen, wenn es gar keine diesbezüglichen Unterschiede gäbe.

Angesichts bestimmter zum Beispiel mit dem Sigma 1,4/50 und mit dem Nikkor 1,4/58G aufgenommenen Bilder auf der Grundlage des jeweiligen subjektiven Wahrnehmungseinsdrucks darüber zu diskutieren, ob die Farbabstimmung der jeweiligen Bilder anders ausfällt, und wenn ja, in welche Richtung und in welchem Maße, ist allerdings aus den nachstehend zitierten Gründen müßig:


Und was für eine Art von Farbstimmung eines Bildes man jeweils persönlich als "schön" empfindet, ist ja auch individuell oft sehr unterschiedlich. "Schöne Farben" sind also nur insofern eine "Eigenschaft" von Objektiven, als sich aus den unterschiedlichen ISO/CCI-Werten von Objektiven auch unterschiedliche Farbstimmungen der Bildresultate ergeben können. Und diese empfindet man dann gegebenfalls persönlich als eher "schön" oder eher "unschön".

Wenn man persönlich also eher wenig Bildbearbeitungsaufwand für eine nachträglich "Farbumstimmung" schätzt, dann ist es also sicherlich zielführend, sich bei der Wahl eines Objektivs auch in Bezug auf seinen ISO/CCI-Wert schlicht und ergreifend nach dem persönlichen individuellen Wahrnehmungseindruck bei Betrachtung der mit ihm aufgenommenen Bilder zu richten.
 
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@ rico77

Ich möchte Dich als gar nichts betiteln, aber das Du die Ursache für die 'Künstlichkeit' in diesem Bild dem Objektiv zuschreibst, finde ich eben ziemlich daneben.

Natürlich steht in den Exif-Daten nichts vom Blitz, solange Du keinen Aufsteckblitz verwendet hast. Vielleicht war's auch ein Aufheller, oder Du hast sonnst was mit dem Foto nachträglich veranstaltet. Jedenfalls bekommen die beiden eine nicht unbeträchtliche Menge Licht von vorne. Das sieht man an allen Reflexen im Gesicht (nicht nur im Auge), und der quasi Schattenfreien Ausleuchtung. Schau Dir mal die Spitzlichter auf der mittleren Knopfleiste der rechten Person an, oder die Knöpfe seines linken Ärmels, genauso wie das sich eigentlich im 'Schatten' befindliche linke Bein der rechten Person. Die sähen bei diffunsem natürlichen Licht von Oben anders aus. Eigentlich sähe fast alles an diesem Foto anders aus.

Ich glaube es bringt auch wenig, wenn wir beide auf unseren Positionen verharren, oder das endlos ausdiskutieren. Mir zeigt das umso mehr, daß viele Bildbeispiele im Netz, die die Qualitäten des ein oder anderen Objektivs hervorheben wollen, ziemlich wenig mit der verwendeten Optik zu tun haben und viele Leute eher darauf achten, ob ihnen das Foto insgesamt gefällt, oder nicht. Schreckliche Bilder kann man sowohl mit den Nikkor, als auch mit dem Sigma machen.

VG

@ Pesch

Ich glaub' Du hast mich wieder mal missverstanden. Das 'schöne Farben' bezog sich nicht auf die allgemeine Farbstimmung der Bilder. VG
 
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Das sieht man …
ganz unzweifelhaft nicht. Denn zu "man" gehört ja auch rico77. Und der sieht das ja ganz offensichtlich - zumindest bislang - wohl völlig anders als Du. Aber vielleicht überzeugst Du ihn ja noch davon, dass Du über die objektive Wahrnehmung verfügst, und er nur über die subjektive.
 
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Natürlich ist das meine subjektive Wahrnehmung. Mir ist es auch noch nie gelungen mit natürlichem Licht so ein Ergebnis hin zu bekommen. Das ist einfach ein Beispiel für ein schlechtes Foto und die Ursache dafür wird in der Optik gesucht. Es ist im Grunde völlig irrelevant wie es entstanden ist.

VG
 
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Die sähen bei diffunsem natürlichen Licht von Oben anders aus. Eigentlich sähe fast alles an diesem Foto anders aus.

Natürlich, weil von oben kein Licht kommt da ist ein dichtes Blätterdach und es kommt kein Lichtschein durch, die einzige wirkliche Lichtquelle ist der 4m breite Zugang zum Ufer des Baches zu dem man noch einen Anhöhe von ca 2m herunter klettern musste und der nach oben hin wieder durch Blätter wieder begrenzt ist.

Vielleicht war's auch ein Aufheller, oder Du hast sonnst was mit dem Foto nachträglich veranstaltet.

Schon wieder bezichtigst du mich der Unwahrheit

Jedenfalls bekommen die beiden eine nicht unbeträchtliche Menge Licht von vorne

Nennt man Tageslicht.

aber das Du die Ursache für die 'Künstlichkeit' in diesem Bild dem Objektiv zuschreibst, finde ich eben ziemlich daneben.

Genau das ist es aber, was das Objektiv aus der eigentlich schönen Lichtstimmung vor Ort gemacht hat. Oder habe ich die Fototapete dahinter geklebt und es war eine Studioaufnahme.

Der Punkt am Ende ist, das du Dinge in das gezeigte hineininterprestierst, um Einstellung zu beiden Objektiven für dich zu aufrecht zuhalten und mir dabei Manipulation vorwirfst. Was ich schlicht so nicht stehen lassen kann.

Schreckliche Bilder kann man sowohl mit den Nikkor, als auch mit dem Sigma machen.

Da gebe ich dir Recht.

Wie schrieb mir jemand per PM auf die Diskussion hier.

"[..]das Sigma hat den Charm einer Registerkarte[..]"

kann ich nur unterstreichen
 
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@ rico77

Also gut, nehmen wir mal an Du hast recht was das natürliche Licht betrifft und ich habe mich geirrt. Das macht das Licht an sich aber keinen Deut besser und ich frage mich, wo diese 'eigentlich schöne Lichtstimmung', von der Du erzählst, gelieben sein soll? Absorbiert vom Sigma Glas? Und mit dem Nikkor wäre es dann ein wunderschönes Foto geworden?

Keine Frage, das Bild gefällt mir auch nicht (Du hast es ja selber als Negativ-Beispiel angeführt), aber das nervöse Bokeh ist noch das was mich am wenigsten daran stört und ich kann nicht so ganz nachvollziehen, warum man ein Objektiv dann für alles Mögliche und Unmögliche verantwortlich macht.

Das Sigma ist sicher nicht jedermanns Sache, aber meine Bilder werden deshalb sicher nicht plötzlich den Charme einer Registier-Karte bekommen, oder total künstlich wirken. Diese Eigenschaften liegen im Verantwortungsbereich des Fotografen und ich finde es albern die alleinige 'Schuld' dafür im Objektiv zu suchen.

VG
 
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Diese Eigenschaften liegen im Verantwortungsbereich des Fotografen und ich finde es albern die alleinige 'Schuld' dafür im Objektiv zu suchen.

Unser Mitglied Telewatt nimmt diese Verantwortung zum Beispiel in der Weise wahr, dass er den Objektiven zumindest eine "Teilschuld" zumisst, und daher - mit meiner Erinnerung nach der Ausnahme des 3,4/21 ASPH. - wohl lieber zu den etwas älteren Objektiven von Leica ohne Asphären greift, als zu den aktuellen. Und auch wenn meine eigene Wahl aus den verschiedensten Gründen genau anderes herum ausfällt, so verstehe ich doch voll und ganz, was ihm an dem Abbildungscharkter dieser älteren Rechnungen so gut gefällt. Und wenn ich manche diesbezügliche Beiträge zu hier diskutierten Themen richtig verstanden habe, dann ist es vielleicht auch durchaus angemessen, dem Noct-Nikkor 1,2/50 zumindest eine "Teilschuld" an einigen Bildern zuzuweisen. Und nach meinem Verständnis wollte rico77 mit dieser "Jagdszene" ja auch gar nicht exemplarisch belegen, dass man mit dem Sigma 1,4/50 ART nur gruselige Bilder machen könne, sondern durch das Mittel der Übertreibung veranschaulichen, welche Art von Abbildungscharakteristik er mit "unschön" genau meint.
 
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Huihuihui, hier ist ja inzwischen wieder eine recht rauhe Stimmung. Nach diesen Beiträgen möchte ich auch noch mal meinen Senf dazugeben...

Um das klarzustellen, ich möchte niemanden persönlich angreifen, auch nicht und schon gar nicht rico77. Und ich bitte Dich, trotz der aufgeheizten Stimmung das nicht anders zu verstehen. Ich beziehe mich auch explizit nicht auf Dich, auch wenn man das vielleicht so lesen kann.

Es sind nur Deine Beiträge, die mich daran erinnert haben, wie so "Gerüchte" gepflegt werden, bzw. wie das normalerweise in Foren läuft, z.B. auch hier. Es sind genau diese Art von Urteilen, die ich schwierig finde und die ich versucht habe, in meinem Review zu vermeiden. Nämlich das Schema: "Schau mal hier, ich habe ein Bild gemacht, man sieht wie total [scharf, unscharf, kalt, warm, steril, romantisch, magisch, dreidimensional, harmonisch, flach, weich, hart, rund] Objektiv XYZ rendert."

Mit diesen Statements kommt man nicht weiter und es werden Dinge auf das Equipment geschoben, die damit nichts zu tun haben. So in etwa, wie wenn jemand ein Mikrofon beurteilt und sagt "Der Sänger klingt damit total schief!". Tja, dann muß man vielleicht mal einen nehmen, der singen kann.

Ein Faktor, den insbesondere Amateurfotografen häufig komplett außer acht lassen, ist das Licht. Da wird halt einfach irgendwovon ein Foto gemacht, das sieht geil oder scheiße aus und dann wird gesagt schau mal hier, was für ein tolles oder beschissenes Foto. Und dann wird das Ergebnis irgendworauf geschoben, ob positiv oder negativ, das ist austauschbar: Z.B. wird ein Bild als besonders "ausdrucksstark" oder als besonders "flach" beschrieben. In Wirklichkeit ist z.B. nur das Licht besonders schlecht oder besonders glücklich. Ich rede nicht von hell oder dunkel, ich rede von Richtung und Charakter der Lichtsetzung. In dem von rico77 geposteten Foto mit den beiden Trachtenjungs hätte ein anderes Objektiv das Licht auch nicht schöner gemacht.

Es ist allgemein akzeptiert und findet sofort überall Zustimmung, wenn jemand so abstrakte Attribute benutzt – das machen große Fotografen auch und dann muß da was dran sein bzw. es zeugt von besonderer Feinfühligkeit und Emotionalität, wenn man solche Attribute benutzt. Das ist zwar alles schön und gut, nur es gibt einen GANZ, GANZ großen Unterschied zwischen etwas, was ein a) Bild an sich gut oder schön macht, und dem, was b) ein Stück Equipment dazu beiträgt:

a) Die Faktoren, die aus einem Bild an sich ein besonders schönes, bewundernswertes, einnehmendes, treffendes, überwältigendes, wertvolles Werk machen, die kann man nicht messen. Ja, es gibt ein paar Faktoren, die ein Bild allgemein gefälliger machen, z.B. der goldene Schnitt, eine bestimmte Komposition und Tiefenstaffelung, ein toller Unschärfeverlauf, eine bestimmte Lichtsetzung oder (bei available light) -situation, blablabla. Man kann über derlei explizierbare Faktoren natürlich reden und fragen, wie hat denn der das Licht so toll hinbekommen, und das ist auch legitim, aber: Aber es gibt genug Bilder, die genau das Gegenteil von "klassischen Regeln" machen und die trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) atemberaubend gute Werke sind. Deshalb ist es bisweilen sinnlos, über diese Faktoren zu streiten und zu versuchen, das in Worte zu fassen. Das Feld ist zu weit.

b) Leider wird diese Diskussion häufig verwechselt mit der über Equipment. Denn: Mit diesem Faktor verhält es sich völlig anders. Ein gutes Bild macht man nicht kaputt dadurch, daß man nicht die teuerste Kamera hat. Oder umgekehrt: Bilder, die wirklich toll sind, sind das nicht deshalb, weil jemand eine Hassy benutzt hat oder eine Zeiss-Linse. Ja, Bilder werden technisch hochwertig, wenn man technisch hochwertiges Equipment benutzt. Aber nicht inhaltlich.

Alle Auswirkungen, die das Equipment für ein Bild "produziert", sind aber nicht inhaltlicher Natur, sondern technischer. Und die lassen sich messen. Damit meine ich nicht, daß man für alles eine Maßeinheit hat (aber auch das ließe sich sicherlich mit viel Aufwand hindengeln, wenn man jemanden wie [MENTION=72609]Pesch[/MENTION] da ranläßt). Sondern daß alles, was man als abstrakten Eindruck hat, sich auf etwas zurückführen läßt, was man konkret visuell erfaßt hat. Dieser Eindruck, der läßt sich auf ganz konkrete Ursachen zurückführen, also konkret begründen und beschreiben. Attribute wie "kalt" oder "steril", die haben eine konkrete Ursache, z.B. die Farben. Das Problem an der Sache ist nun, daß alle Faktoren, die auf einem Foto festgehalten werden, also z.B. auch die Farben, zunächst einmal im Motiv vorhanden sind. Und das hält man dann fest. ERST kommt das Motiv, mit allen seinen Einflußfaktoren. Auf einem Bild spielen für den Gesamteindruck einfach viel zu viele Faktoren eine Rolle, als daß man das anhand eines Fotos wie dem obigen auf ein bestimmtes Teil seines Equipments zurückführen kann. Das Bild mit den Trachtenjungs ( https://www.flickr.com/photos/enrico-heller/15033155785/ ) ist das perfekte Beispiel dafür.

Ja, das Bild ist relativ flach, kalt, ziemlich Snapshot-mäßig und wenig "episch". Schön abstrakt, diese Attribute, oder? Aber klingt alles toll, weil nach Gefühl und künstlerischem Verständnis. Man ist ja unter Fotografen, wir haben ja alle künstlerische Gefühle. Aber: Liegt das alles an dem Objektiv? Ich habe das Bild nicht gemacht und kann deswegen natürlich nicht sagen "nein". Ich bin mir aber zu 99,9% Prozent sicher, daß das nicht so ist. Die Hauttöne sind nicht schön balanciert, das Licht fällt nicht schön, die Lichtfarbbalance ist durch die ganzen grünen Blätter ohnehin sehr schwierig, egal wie gut Rico jetzt mit Farbkorrekturen ist.

Wäre das gleiche Bild mit einer hochfrontal positionierten 60er (plus X) Softbox jedweder Form geschossen und den Weißabgleich anders gesetzt, dann würden hier wahrscheinlich Leute über die "räumliche Zeichnung", den "3D-Effekt", die "Magie" oder den "natürliche, weichen Charakter" des Objektives reden, was Rico da benutzt hat. Egal ob's ein Sigma gewesen wäre, ein 58G, ein Zeiss oder ein 53mm f/1.7 Exot von 1964. Ich übertreibe bewußt, aber ich denke es kommt rüber, was ich meine.

Es ist einfach extrem verführerisch, fehlende (oder auch vorhandene) Qualitäten auf irgendwelches Equipment zu schieben. Nur leider liegt man mit der Ursachenzuschreibung äußerst selten richtig. Um eine wirkliche Aussage darüber zu treffen, daß z.B. das Objektiv verantwortlich ist für einen Gesamteindruck, braucht man einen direkten Vergleich von dem gleichen Motiv mit gleicher Ausleuchtung. Es ist genau das, was ich mit meinem Review leisten wollte, und genau dieses abstrakte "Geschätze", was ich mit meinem Review vermeiden wollte. (Unabhängig von meinen Urteilen, die einige als sehr störend empfinden, kann in dem Review jeder einen A/B-Vergleich machen und sein eigenes Urteil fällen, das ist der Witz an der Sache.)

Wenn ein Bild scheiße aussieht, liegt es in den seltensten Fällen am Equipment. Ein Bild wird nicht toll, nur weil man ein Zeiss verwendet. Und es wird nicht scheiße (oder kalt oder steril oder flach oder ausdruckslos oder whatever), nur weil man ein 50/1.8G statt eines Sigma Art verwendet oder ein Sigma Art statt ein 58G oder was auch immer.

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Natürlich hat ein Objektiv z.B. ein weicheres Bokeh als ein anderes (siehe mein Review) und natürlich wird dadurch ein Bild weicher oder gefälliger, und natürlich kann man das dann z.B. als "steril" empfinden. Aber ein x-beliebiges einzelnes Bild zu posten, was man selbst als scheiße beurteilt, und dann die fehlende Qualität auf das Equipment zu schieben, das funktioniert leider nicht, und das ist genau das, was ich mit dem Review eben zur Abwechslung mal nicht machen wollte.
 
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@ Pesch

Natürlich. Das verstehe ich auch und ich verstehe auch jeden dem z.B. die Nikkore eher zusagen, als ein Sigma, oder Zeiss. Mit jedem Werkzeug muss man lernen umzugehen und nicht jedes ist für alles, oder jeden, geeignet.

Nur sind viele Urteile völlig maßlos und übertrieben, oder haben an sich gar nichts mit den optischen Eigenschaften zu tun. Bei direkten Vergleichen verschiedener Optiken würde es vielen schwer fallen, die Aufnahmen überhaupt auseinander zu halten, oder zweifelsfrei zuzuordnen.

Und dann liest man eben so einen Quatsch wie Karteikasten-Charme, oder wie 'schön' die Farben sind. Mit Bildbeispielen lassen sich Rückschlüsse auf die optischen Eigenschaften ziehen, aber das 'Schöne' oder 'Mißratene' Bild hat wenig mit der Optik zu tun.

VG
 
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Nein es wäre auch dann kein schönes Foto geworden, aber es wäre vllt besser.
Da die Farben nicht so "übersättigt" und vllt würde durch weniger harte Kontrastkanten und mehr Räumlichkeit das ganze etwas harmonischer wirken.

Im übrigens habe ich bei dem Shooting knapp 500 Fotos aufgenommen unter verschiedensten Lichtsituationen mit und ohne Blitz. Am Ende waren die meisten vom Sigma nicht bei Offenblende gemacht und schwarz/weiß

Hier nochmal direkte Vergleichbilder beider Objektive unter exakt den gleichen Bedingungen

Vergleich 1

Nikon
https://www.flickr.com/photos/enrico-heller/15041297855/in/set-72157646707636036/

Sigma
https://www.flickr.com/photos/enrico-heller/14854749987/in/set-72157646707636036/

Vergleich 2

Man beachte vor allem das Bokeh der Tischdecke vorn.

Nikon
https://www.flickr.com/photos/enrico-heller/14854581059/in/set-72157646707636036/

Sigma
https://www.flickr.com/photos/enrico-heller/15041297505/in/set-72157646707636036/

EDIT:
[MENTION=7482]flo[/MENTION] Ich gebe dir zu 100% recht
wie ich auch schon schrieb, wäre das Bild mit einem anderen Objektiv auch kein Meisterwerk geworden.


Nur genau dieser Unteschied hätte es ein wenig gefälliger gemacht und genau darauf wollte ich hinaus.

Ich persönlich habe ein Sigma 35 Art und ich liebe dieses Objektiv und es geht charakteristisch in selbe Richtung wie das 50'er.

Nur nutze ICH prsönlich für meine Zwecke beide Objektive für unterschiedliche Aufgabenstellungen.
 
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@ rico77

Danke für die Bildbeispiele, aber ich finde so Freihandaufnahmen die 'auf die Schnelle' entstanden sind, offen gestanden jetzt nicht wirklich hilfreich. Mir persönlich gefallen auch die Sigma Aufnahmen besser, vor allem natürlich wegen der schönen Farben und dem ausdrucksstarken 3D-Blick der Katze

Aber jetzt mal etwas ernsthafter. Man sollte von einer Optik einfach nicht Dinge erwarten, die sie nicht leisten kann und Florian hatte das in seinem vorherigen Post ja auch schon gut erklärt.

VG
 
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Nun, die "fehlende Qualität" der von Dir gezeigten Bildbeispiele für die Abbildungsleistung des 1,4/58G schiebst ja auch Du auf das Objektiv – und zwar ja durchaus in Widerspruch zu den Ergebnissen anderer Beurteilungen:

In der Kategorie "Sharpness" ordnet zum Beispiel DxO (jeweils in Kombination mit einer D800) das 1,4/58G (Sharpness 18P-Mpix) über dem 1,4/50G (Sharpness 16P-Mpix) ein, und zwischen auf der einen Seite die Nikkore 1,4/24G (Sharpness 17P-Mpix) und 1,4/35G (Sharpness 17P-Mpix), und auf der anderen Seite das Nikor 1,4/85G (Sharpness 19P-MPix). Und dieses Maß "Perceptual Megapixel" ist ja gerade die Maßeinheit von DxO speziell für Deine Kategorie "Perceived Sharpness". Hier die entsprechenden Testergebnisse:

http://www.dxomark.com/Lenses/Compa...4mm-F-1.4G-ED-on-Nikon-D800___199_792_310_792

http://www.dxomark.com/Lenses/Compa...F18G-on-Nikon-D800___405_792_1254_792_823_792

Und die drei Nikkore, über denen das 1,4/58G von DxO in dieser Kategorie "Perceived Sharpness" eingeordnet wird, gelten meines Wissens unter Nikon-Anwendern nicht gerade als die "unschärfsten".

Und auch die von Nikon veröffentlichten MTF für das 1,4/50G und 1,4/58G legen ja nahe, dass die von Dir gezeigten Beispielbilder nicht für die Abbildungsleistung des 1,4/58G repräsentativ zu sein scheinen, sonder eher "x-beliebig".

Und die auf flickr.com gezeigten Aufnahmen mit dem 1,4/58G scheinen mir auch nicht eindeutig darauf hinzuweisen, dass es "ein Witz" sei, wie Du schreibst.

Und angesichts der Vielzahl von Faktoren, die den subjektiven Schärfeeindruck des jeweiligen Betrachters bei der Betrachtung Deiner ganzen Bildbeispiele beeinflussen, nämlich (vereinfacht):

Motivkontrast x MTF Objektiv x MTF Sensor x MTF kamerainterne Software x MTF kameraexterne Software x MTF Datenübertragung x MTF Display x CSF Betrachter

ergibt es sich aus meiner Sicht doch zumindest keineswegs mit Selbstverständlichkeit, dass es sich bei Deinem Test nicht zumindest auch um einen Test Deines Versuchaufbaus, Deiner Sorgfalt bei seiner Durchführung, Deiner Kamera, Deiner Software und unserer Displays etc. handelt, sondern um einen Objektivtest, als den Du ihn ja veröffentlicht hast.

Denn für den subjektven Schärfeeindruck beim Betrachten von 100%-Ansichten sind ja insbesondere die hohen Ortsfrequenzen maßgeblich. Und für diese (natürlich nicht nur, aber insbesondere) gilt:


Und das "Mikrofon-Motiv" ist ja auch nur "ein x-beliebiges einzelnes Bild" in zum Beispiel der Hinsicht, dass der subjektive Schärfeeindruck bei der Betrachtung seiner Gitterstruktur ja nur und ganz ausschließlich für diesen konkreten "x-beliebigen" Objektkontrast an den aneinander angrenzenden Details dieser Gitterstruktur gilt, also keineswegs für alle oder auch nur mehrere der in der Praxis bei solch kleinen Details vorkommenden Objektkontraste.

Streng genommen sind Deine in der Kategorie "Perceived Sharpness" veröffentlichten 100%-Ansichten also gar keine Beispiele für die Unterschiede in den Abbildungsleistungen der getesteten Objektive, sondern Beispiele für subjektive Wahrnehmungunterschiede, die sich bei Betrachtung der Bildresultate der jeweiligen Gesamtsysteme ergeben können, und zwar bei nur einem ganz bestimmten Objektkontrast, und einschließlich auch der eventuellen systematischen und zufälligen "Messfehler" (Defokussierung, Vibrationen, etc.). Und wenn photozone zum Beispiel in Bezug auf die dort durchgeführen Tests von Messfehlern in der Kategorie "Auflösung" von +/- 5% - also bei Vergleichen von insgesamt 10% - ausgeht, dann fällt mir gerade kein einleuchtendes Argument dafür ein, warum für die sich in Deinem Test auswirkenden "Messfehler" nicht auch zumindest eine derartige Größenordnung gelten sollte.
 
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Und auch die von Nikon veröffentlichten MTF für das 1,4/50G und 1,4/58G legen ja nahe, dass die von Dir gezeigten Beispielbilder nicht für die Abbildungsleistung des 1,4/58G repräsentativ zu sein scheinen, sonder eher "x-beliebig".

Tja, Pesch, da kann ich nur nix für. Ich kann auch nur mit dem Arbeiten, was mir geliefert wird. Sorry.
 
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Tja, Pesch, da kann ich nur nix für. Ich kann auch nur mit dem Arbeiten, was mir geliefert wird. Sorry.

Vielleicht wäre es ja möglich, daß Du Deinen Test mit dem 58er wiederholst und statt des nicht auf dieses Objektiv justierten Phasen-AF den Kontrast-AF benutzt oder so gut wie möglich manuell scharf stellst? Dann könnte man diesen Fehler wenigstens ausschließen oder eindämmen.
 
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Ich hoffe doch, dass nicht der Phasen-AF für den Test verwendet wurde.
 
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Florian, Du hast absolut recht.

Aber das ist so fast schon vorprogrammiert, wenn der Test auf Beispielbildern und nicht Testcharts mit MTF Kurven basiert.

So steril es auch anmutet, aber es scheint notwenig. Der Mensch interpretiert sonst seine (meist festgefahrene) Meinung in alles hinein. Wie Du treffend erläutert hast.

Danke trotzdem für deinen Test, er war sehr interessant.
 
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Auch hier: Das wurde doch schon mal diskutiert. Ich habe auch vor ein paar Posts Beispielbilder dazu gezeigt. Ansonsten steht das Vorgehen wie gesagt auf S. 2 wie oben verlinkt.
 
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Für Diagramme können alle DxO Mark etc. ansteuern. Mir ging es um den Effekt, wie man ihn wirklich auf Bildern sieht, und nicht um abstrakte Meßwerte.

Wenn jemand in den A/B-Vergleichen irgendwelche Dinge erkennt (kalt, warm, flach, steril etc.), dann ist das super, dafür sind sie da. Wenn man allerdings z.B. gehört hat, daß das scharfe Zeiss dafür auch hartes Bokeh hat, dann kann man sich mit einem A/B-Vergleich eines Besseren belehren lassen. Wenn man möchte.
 
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