Ich habe den ganzen Fred bis hier gelesen und kann folgende Angaben machen:
Microshit .NET Entwicklungen
gibt es auch unter Linux. Wer es ideologisch über sich bringen kann, die
mono Bibliotheken zu installieren, sollte weitestgehend .NET - kompatibel arbeiten können. Trotz meiner Eigenschaft als Anti-MS-Chefideologe muss ich gestehen, dass es ein phantastisches Helferlein zur Bildübertragung, Archivierung und Verwaltung gibt, welches auf genau diesen mono-libs aufbaut:
f-spot. Und das ist so gut, dass sogar ich es nutze.
Wine vs. Virtual Machine vs. Dual Boot
Wine
ist ein Windows-Emulator, somit stellt Wine also auf einem Unix Rechner in einem Verzeichnis eine Reihe von Laufzeit Bibliotheken (MS suffix:
.dll) zur Verfügung, die von Win Programmen abgefragt und genutzt werden können. Die Entwicklung liegt bei der Firma Codeweavers, und Wine ist quasi ein freies CrossOver. Aufgrund des geltenden Patentrechts sind ALLE in Wine befindlichen .dll neu geschrieben worden und enthalten
keine einzige Zeile MS Code. Dies erklärt die Entwicklungszeit (bis zur Version 1.0 vergingen 15 Jahre).
+ einfache Einrichtung/Setup
+ keine Lizenzgebühren
+ keine MS Software auf dem PC
+ Wahrung der Integrität und Sicherheit des Unix Systems
+ Populäre Software wird meist unterstützt
- Geschwindigkeit der Programmausführung etwas niedriger gegenüber nativem System
- wenig verbreitete Software mit eigenen dll (Handy, Organizer etc.) oft nicht möglich
Der Artikel im folgenden Link ist einer der besten, die ich JEMALS über Software-Entwicklung gelesen habe; ausserdem erklärt er auch für Laien verständlich, warum manches Programm unter Wine läuft, und warum manche Software auch in Zukunft keine Chance haben wird:
http://howsoftwareisbuilt.com/2008/...-Head-of-the-Wine-Project-CTO-of-CodeWeavers/
UNBEDINGT lesen!
VM (vulgo "Virtualisierung")
Eine Virtuelle Maschine ist ein komplettes Betriebssystem (OS), auf welchem dann ein oder eintausend speziell für dieses OS entwickelte Programme laufen. Man kann in Unices auch mehrere VM parallel laufen lassen. Das zugrunde liegende Unix übernimmt quasi die Aufgaben eines erweiterten BIOS und stellt die Ressourcen bereit (insbesondere CPU Slices).
+ Höchste Programmgeschwindigkeiten (deutlich über nativen Systemen)
+ vollkommene Kompatibilität aller Programme
+ Transputer-Fähigkeit
+ Systeme laufen nebeneinander in RT (keine "Umschaltzeit")
+ kleinster Bedarf an Festplatten-Kapazität
- Sicherheit stürzt auf Windows Niveau!
- Verlust der Integrität des Systems
- Computer wird möglicherweise "nach Hause telefonieren"
- Lizenzgebühren (wer ein Windows installieren will - auch in einer VM - muss eine Lizenz kaufen)
- Einrichtung ist gelegentlich anspruchsvoll
Dual Boot
+ simpel
+ weitestgehend Isolation des Win Systems vom Unix System
- Lizenzkosten
- Umschaltzeit (OS 1 beenden/runterfahren bevor OS 2 hochgefahren wird)
- mangelnde bis mässige Systemtransparenz (Daten aus OS 1 unter OS 2 nutzen) *
- sehr hoher Platzbedarf auf Platte
- Sicherheit (Win Niveau)
* natürlich kann man hier 100% in beide Richtungen erreichen - dies setzt aber eigentlich voraus, dass man bereits bei der initialen Partitionierung der Festplatte alle Vorkehrungen für ein späteres Multi-Boot System trifft (Stichwort: Home Partition) und sich unter Unix mit Datenformaten begnügt, die selbst ein Win Programm noch lesen kann. Es verhält sich nämlich so, dass man zwar JEDE Datei, die irgendein Win Programm anlegt, in so ziemlich jedem Unix offnen kann; umgekehrt schiebt MS der Sache aber einen Riegel vor. Zwar kan zB OOo alle MS Office Formate auslesen und konvertieren, MS Office liest aber keine Open Data Formate, obwohl diese ISO Standards, und als solche in manchen Ländern sogar vorgeschrieben sind... (MS ist ein Scheissladen, echt!)
Persönlich möchte ich noch anmerken, dass ein vollkommen Win-freier Rechner ebenfalls hervorragende EBV Kapazitäten bietet. Ein Programm ist letzthin nur ein Werkzeug, und wenn ein Handwerker meint, er könne seine Arbeit NUR und ausschliesslich mit diesem einen, speziellen Werkzeug ausführen, dann sagt das eher etwas über die Qualifikation des Handwerkers, als über die Qualität des Werkzeugs...
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