Turiner Tuch und die D3

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wolfilein

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Spiegel Online berichtet über den Scan des Turiner Grabtuches durch die Firma HAL9000. Die steht offenbar - uns wundert es nicht - wie bei früheren Projekten auch hier auf Nikon Hardware.
Angesichts der Diskussionen um die D3 (Stichwort "Auflösung") ist es evtl. interessant, dass dieses Kameramodell verwendet wurde. Immerhin stellt die Konkurrenz ein Modell mit einer wesentlich höheren Auflösung zur Verfügung. Allerdings braucht man ja "nur" genügend viele kleine Ausschnitte zu erzeugen, um auf eine hinreichend große Pixelzahl zu kommen.

Wolfgang
 
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Laut Pressebericht (SPON) soll das tuch in einem Abstand von ca. 30cm fotografiert worden sein. Das ergäbe bei der Brennweite des Objektivs einen Abbildungsmaßstab von 1:2 , was der Aussage von HAL9000 bzgl. Kreditkartengröße des abzubildenden Ausschnitts entspricht.
Nun soll aber eine Detailgenauigkeit von bis zu 1/500 mm erreicht worden sein. Wenn sich diese Aussage auf das Objekt (Tuch) bezieht, dann müsste auf dem Sensor eine Detailgenauigkeit von 1/1000 mm möglich sein.
Nach meiner Kenntnis des D3-Sensors ist das nicht möglich. Auch schafft das verwendete Objektiv nicht 500Lp/mm, schon gar nicht 1000 Lp/mm.
Wie haben die das geschafft?
Ausgehend von der Größe des Tuches (4m x 1m) bräuchte man ca. 856 Aufnahmen in der Größe einer Kreditkarte. Sie haben ca. 1600 Aufnahemen gemacht. Das bedeutet etwa 1/2 Überdeckung. Dann bräuchte man evtl. "nur" eine Detailgenauigkeit von 1/500mm auf dem Sensor. Wenn ich mich nicht verrechne, dann wären dazu immer noch 18 mal mehr Sensorpixel erforderlich als die D3 hat. Das würde auch keine MF-Kamera schaffen.
Wie haben die das geschafft?
Die Software möchte ich haben, die meinen Bildern eine 18mal höhere Auflösung verschafft.

Wolfgang
 
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Hallo,

Das ergäbe bei der Brennweite des Objektivs einen Abbildungsmaßstab von 1:2
Das auf den Fotos abgebildete Objektiv sieht wie das AF-S105/2.8G VR aus. Das erreicht bei minimaler Fokussierung von 31,4cm einen Abbildungsmassstab von 1:1.

Viele Grüsse,
Ralf
 
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Danke für den Hinweis.
Dann hätte HAL9000, weil von Kreditkartengröße im Artikel die Rede war, jeweils "halbe Kreditkarten" fotografiert. Dann jedoch ohne Überlappung. Das würde mit der Anzahl der Aufnahmen übereinstimmen.
Allerdings wäre dann auf dem Sensor immerhin noch eine Auflösung von 1/500 mm erforderlich. Das aber schaffen weder der Sensor noch das Objektiv.
Softwareeinsatz zur Interpolation ist aber gerade dann, wenn es um zu dokumentierende Feinheiten geht, nicht optimal.

Es bleibt für mich weiterhin ein technisches Rätsel.
(Es sei denn, die Redaktion von SPON hat etwas ungenau recherchiert bzw. wiedergegeben.)

Wolfgang
 
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Interessant finde ich folgende Info im PR-Text:

The Shroud’s total protection from possible chemical physical alteration due to light exposure was guaranteed by the use of protective systems, tested and approved by the Photometric’s Laboratory...

Dazu fallen auf den "Spiegel" Bilden (oder "Backstage") die Blitzgeräte auf, welche wohl spzl. Filter vorgesetzt haben. Trotzdem wundere ich mich, daß man bei sicher niedrig verwendeter ISO doch eine gewisse Menge Licht braucht, und das für über 1.600 Belichtungen ... ob das tatsächlich ohne Einfluß auf das Original blieb?
 
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Interessant finde ich folgende Info im PR-Text:

The Shroud’s total protection from possible chemical physical alteration due to light exposure was guaranteed by the use of protective systems, tested and approved by the Photometric’s Laboratory...

Dazu fallen auf den "Spiegel" Bilden die Blitzgeräte auf, welche wohl spzl. Filter vorgesetzt haben. Trotzdem wundere ich mich, daß man bei sicher niedrig verwendeter ISO doch eine gewisse Menge Licht braucht, und das für über 1.600 Belichtungen ... ob das tatsächlich ohne Einfluß auf das Original blieb?

Typische Blitzdauer bei Fotoblitzgeräten latu Wikipedia 1 millisekunde,d. h. die 1600 Aufnahemn entsrpoechen 1,6 Sekunden Dauerlicht - wie soll es da Schaden nehmen?
Gruß, Dirk
 
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Ich finde Martins Hinweis schon bedenkenswert. Schließlich kommen zur eigentlichen Belichtung z.B. noch die Justierungen für die jeweilige Aufnahmeposition hinzu. Die Mitarbeiter werden kaum in völliger Dusternis gearbeitet haben. Und von Restlichtverstärkern sieht man auch nichts.

Bei Analysen von (evtl. sehr bedeutsamen) Unikaten besteht leider immer die Gefahr eines bleibenden Schadens (siehe C14-Methode).
Bedenkt man jedoch, was mit diesem Tuch alles (zumindest in seiner überlieferten Geschichte) angestellt worden ist, so sollten sich die möglichen Schäden durch diese Untersuchung wohl in kalkulierbaren Grenzen halten. Ich nehme schon an, dass der Vatikan ein sehr wachsames Auge über die Arbeiten gehalten hat.

Wolfgang
 
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Die Rechnung im Dauerlichtvergleich ist sicher richtig. Mir kamen dennoch ein paar Erinnerungen hoch, was ich mal mit Blitzgeräten anstellte:
Haltet einfach ein unnützes Dia oder ein Stück Film vor ein Blitzgerät und löst aus... für Dauerlicht mit soviel Wirkung brauchts lange :winkgrin:
 
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Dann ist es ja gut, wenn vorher nochmal ein fotografisches Dokument des Originals erstellt worden ist.
FOT : Im Ernst, wir haben zwar noch nicht den 1. April, aber die Geschichte ist gut gemacht. Ich stelle mir gerade mal den Herrn Ratzinger resp. Benedikt XVI beim Wäsche waschen vor. Und wie der wohl auf gut Bayerisch geflucht haben mag (als gerade keiner zuhörte).

Wolfgang
 
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