SW Portraits der 30er Jahre - Technik?

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bnormal

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Erstmal sorry, ich weiß nicht so recht in welchem Forum meine Frage richtig untergebracht ist. Ich versuch es mal hier.

Ich bin grad fasziniert von SW Portraits von Filmstars der 30er Jahre. Wie haben die Fotografen damals gearbeitet? Analog, klar, aber mit welchem Licht im Studio? Hatten die schon Blitze, oder Dauerlicht?

Spielt die Farbtemperatur der Lampen bei analoger SW Fotografie eine große Rolle, und wie ist das mit digitalen Sensoren heute?

Hat jemand Literaturtipps für mich?

Bernd
 
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Nitraphot Birnen habe ich noch ca. 10 Stück im Keller....die hatten 500 W und passten in normale Fassungen....
Flächenlicht gab es in den 50er und 60er Jahren auch....das waren flache große Metallrahmen, die mit Neonröhren gefüllt waren (Anordnung wie bei einem Heizkörper) :D

Grüße,
Jan

Du wirst die Nitraphots gut hüten, nicht? Mit den Leuchtmitteln denke ich sollte man vorsichtig umgehen, gerade wenn man denkt, einen SW-Vergrößerer wieder zum Leben zu erwecken.

Heute habe ich quick and dirty versucht, grob zu ermitteln, wie man mit einer Digitalen an die hellen Hauttöne bei Dreißigerjahre-Fakes herankommt. Mit einem Rotfilter ging das bereits in die richtige Richtung. Orange- und Gelbf. habe ich mir vorerst geschenkt. Mit dem Rotfilter werden logischerweise die Lippen sehr hell widergegeben. Da haben die früher erheblich mit dunklem Lippenstift dagegen gearbeitet. Im Netz schwirren Schminkrezepte, wie man den damaligen Look zurechtbastelt. Allerdings muss man die richtig "lesen" um die Farben für's Schwarzweißbild zurechtzudrechseln.
Man müsste tatsächlich erst mal Vintage Prints sehen, bevor man sich ernsthaft mit der Sache beschäftigt.

Viele Grüße
Herbert
 
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Die Sportsfreunde von damals haben die Haut u.a. leicht überbelichtet.
Ganz zu schweigen von der nachfolgenden Retusche mit dem feinen
Dachshaarpinsel.
Marlene Dietrich war da ganz penibel mit ihren Wünschen.
Ich habe mal Bilder mit ihren Anweisungen gesehen: hier mächtig weg,
den Zigarettenrauch von dem Negativ nehmen usw. – großes Kino.
Nicht ohne Grund gibt es das Marlene-Dietrich-Lichtsetting, echt.

 
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Schau mal bei George Hurrell auf die Seite, dabei Gallery, Pic 42 und 80 zeigen die Methode der Fotos

Ich hab früher auch mit Nitraphot S beleuchtet.
Den Mädels war ganz schön warm!

Gruß
Tessar
 
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Na das wäre doch auch mal ganz schön, outdoor sind sie zu dieser Jahreszeit ja nur noch am Zittern. Das kann man ja nicht mit ansehen ;)
 
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Helft ihr mir bitte nochmal? Mache ich einen Denkfehler?

Ich hab so als allerersten Test heute Fotos mit Dauerlicht gemacht, und zwar mit Tageslichtleuchten. Diese Energiespardinger. Nicht so der Knaller für die Hauttöne, finde ich :eek:

Jetzt überlege ich, daß man ja an mehreren Stellen etwas verändern kann. Am Licht selbst (andere Lampen, richtige Glühlampen), man kann Farbfilter vor dem Objektiv benutzen, oder man kann in der Bearbeitung (sw Umwandlung) eingreifen. Kommt das im Ergebnis auf annähernd dasselbe raus?

Ich denke nicht, oder? Um diese helle Haut wie auf den alten Fotos hinzubekommen, ist es wohl am besten mit "wärmeren" Lampen zu arbeiten, oder? In dem Buch "Hollywood Portraits" ist die Rede von "Tungsten" Spotlight. Damit sind doch wohl Glühlampen gemeint? Nicht Kaltlicht, Halogen, oder so.

Bernd
 
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… In dem Buch "Hollywood Portraits" ist die Rede von "Tungsten" Spotlight. Damit sind doch wohl Glühlampen gemeint? …


Tungsten (engl.) = Wolfram (dt.)

Aus diesem Material ist der Glühfaden bei Glühlampen …

Auf Tungsten wird deshalb verwiesen, weil damals auch (noch)
Kohlefadenlampen im Einsatz waren, deren Farbtemperatur
deutlich höher ist und noch mehr ins Rötliche reicht.

Echte "Glühbirnen" mit vernünftiger Leistung bekommt man
heute Dank der EU nur noch als Industrieware.

Bevor Du in Filter investierst, solltest Du mal ausprobieren,
wie sich die Farbverschiebungen in der Kamera bemerkbar
machen – nutz dafür das Menü WB! Einfacher und billiger …

Ich würde es mit (Niedervolt-) Halogen probieren, weil die
Farbtemperatur mit Glühlampen vergleichbar ist und sich
beim Dimmen ähnlich Richtung Rot ändert.



.
 
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Helft ihr mir bitte nochmal? Mache ich einen Denkfehler?

Ich hab so als allerersten Test heute Fotos mit Dauerlicht gemacht, und zwar mit Tageslichtleuchten. Diese Energiespardinger. Nicht so der Knaller für die Hauttöne, finde ich :eek:

Jetzt überlege ich, daß man ja an mehreren Stellen etwas verändern kann. Am Licht selbst (andere Lampen, richtige Glühlampen), man kann Farbfilter vor dem Objektiv benutzen, oder man kann in der Bearbeitung (sw Umwandlung) eingreifen. Kommt das im Ergebnis auf annähernd dasselbe raus?

Ich denke nicht, oder? Um diese helle Haut wie auf den alten Fotos hinzubekommen, ist es wohl am besten mit "wärmeren" Lampen zu arbeiten, oder? In dem Buch "Hollywood Portraits" ist die Rede von "Tungsten" Spotlight. Damit sind doch wohl Glühlampen gemeint? Nicht Kaltlicht, Halogen, oder so.

Bernd

Bernd, wie ich oben schrieb: Versuche bei der Bearbeitung, wenn Du die "Farbbilder" nach Schwarzweiß konvertierst, mit dem Bearbeitungsprogramm einen Farbfilter zu simulieren.
Also mehr Rot-Töne (und weniger Blau-Töne) zulassen. Dann wird man noch die Belichtung "anheben" müssen.

Hilfreich wäre auch ein Bild aus der Experimentalphase.

VG/Herbert
 
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Herbert, die Frage für mich ist, ob es einen Unterschied macht, ob man mit alten Lampen leuchtet, oder das hinterher in Photoshop simuliert.

Ein Foto poste ich morgen, muß es erstmal für das Forum hier anpassen. Ist aber auch nur ein allererster Versuch, ich hab bisher noch nie mit mehr als einer künstlichen Lichtquelle fotografiert.

Bernd
 
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Herbert, wie ich oben schrieb:
Dergleichen geht auch in der Kamera.


.

Na ja, dann spuckt die Kamera ein Jepg aus. Das ist mit einer festen Filtereinstellung gemacht.
Mit Lightroom beispielsweise kann man vom NEF die Umsetzung der einzelnen Farbwerte in Graustufen deutlich feinfühliger regeln. Außerdem sind die Probeaufnahmen längst in der Kiste. Darüber hinaus sind vom unkastrierten NEF Helligkeitsanpassungen mit geringerer Gefahr von Tonwertabrissen zu bewerkstelligen.

VG/Herbert
 
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Herbert, die Frage für mich ist, ob es einen Unterschied macht, ob man mit alten Lampen leuchtet, oder das hinterher in Photoshop simuliert.

Ein Foto poste ich morgen, muß es erstmal für das Forum hier anpassen. Ist aber auch nur ein allererster Versuch, ich hab bisher noch nie mit mehr als einer künstlichen Lichtquelle fotografiert.

Bernd

Bernd, wenn man im Jahr 2014 versucht, ein Foto aus den 30er Jahren nachzubauen, kann man nicht erwarten, dass das auf Anhieb hinhaut. Natürlich ist es besser, mit der Originalbeleuchtung zu arbeiten. Der Knackpunkt jedoch sind einerseits die Umsetzung der Farben ins Schwarzweißbild der damaligen Fotomaterialen und die Abbildungseigenschaften der damaligen (unvergüteten) Objektive. Ganz zu schweigen davon, dass ein wesentlich größeres "Film"format anders abbildet als ein kleinerer Sensor mit angeschlossener Verarbeitung bis zum Raw. Für die Umsetzung der Farben in Grautöne braucht man Lightroom, Photoshop o.ä.. Die Lampen-/Reflektoren benötigt man zur Modellierung des Lichts.

VG/Herbert
 
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In den 30 er Jahren waren die SW Filme noch nicht Panchromatisch sondern Orthochromatisch und das hat zu einem sehr guten Teil die helle Haut verursacht.
Dann wurde mit mindestens 8x10 häufiger sogar mit 10X12 oder 11x14 Fotografiert, Brennweiten von 300- 480mm wurden verwendet. Damit du ähnlich wenig Schärfentiefe erreichst, mit dem viel kleineren Format musst du ca. ein f2 200 oder noch besser ein f 2,8 300mm verwenden bei fast offener Blende!
Und ja die Bilder wurden Retuschiert bis zum abwinken.

FG Armin

P.S. Ich meine mich zu erinnern das man einen Grünfilter verwenden musste um mit Panchromatischem Film den gleichen Look zu kriegen, oder wars doch blau. Das habe ich nicht mehr im Kopf ist zu lange her. Kannst aber wenn du in SW umwandelst ausprobieren welche Regler von welchen Farben den besten Effekt ergeben. Hurrell hat Weichzeichnerobjektive verwendet keine Pezwals!
 
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So, dann mal ein Bild von meinem allerersten Versuch. Dazu muß ich vielleicht erklären, wie ich überhaupt dazu gekommen bin. Ich hab mit einer Bekannten ein kleines privates Projekt "Woman through a Century", eine Zeitreise mit der Mode der letzten 100 Jahre gemacht. Ziel war ein Fotobuch für Freunde und Bekannte, ohne großen Anspruch auf Authenzität, just for fun. Ich hab sie z.B. in Bademode der 20er, als Hippie girl, oder als Graffiti Sprayerin fotografiert. Besonderen Spaß haben uns dabei die Fotos für die 30er und 40er Jahre gemacht. Und so ist die Idee entstanden, sich damit mal etwas genauer zu befassen.

Jetzt hab ich mir die hier empfohlenen Bücher besorgt und muß Licht üben. Dabei muß ich noch sagen, daß ich bisher maximal mit zwei Softboxen fotografiert habe, und das auch nur ohne jede Ahnung, wie man das eigentlich macht. Jetzt geht es an die Ausstattung, ich möchte mir also Lampen zulegen. Die Frage ist welche? Viel investieren möchte ich auch nicht, es soll ja Hobby bleiben.

So denn, hier der erste Versuch.

picture.php
 
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Die Hauttöne sind doch zu dunkel! Das Licht finde ich soweit schon gut gestzt. Versuch es mal mit einem Grünfilter, ggf. geht das ja auch in Photoshop ;)
 
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