Im wesentlichen hängt Dein Ergebnis aber von der Ausgabegröße ab ...
Das "Ergebnis" – also der jeweilige
visuelle Schärfentiefe
eindruck (im Unterschied zum
errechneten Schärfentiefe
bereich) hängt insbesondere ab:
a) vom jeweiligen Betrachtungs
winkel, der sich aus der jeweiligen
Ausgabegröße und dem jeweiligen
Betrachtungsabstand ergibt.
b) vom
Visuswert des jeweiligen Betrachters unter den bei der Betrachtung herrschenden Beleuchtungsverhältnissen, der in Zusammenhang mit der individuellen
Kontrastempfindlichkeit des jeweiligen Betrachters steht. Der Schnittpunkt der individuellen
Kontrastempfindlichkeitskurve mit der Abszisse (
Perioden pro 1° Sehwinkel) stellt das höchstmögliche Auflösungsvermögen (ausgedrückt in Perioden pro 1° Sehwinkel) des individuellen visuellen Systems
bei maximalem Kontrast dar. Der vom Augenarzt oder Optiker ermittelte Visuswert gilt also nur unter den bei einem
standardisierten Sehtest herrschenden Bedingungen (im Unterschied zu: bei Wohnzimmerbeleuchtung etc.)
Da nun sowohl a) als auch b) beim Druck auf den Auslöser oft unbekannt sind, kann es also gegebenenfalls ratsam sein, auf der
Grundlage der
errechneten Werte für die Ausdehnung des Schärfentiefebereichs und der dafür notwendigen Blendenzahlen eine "Schärfentiefereihe" – also Aufnahmen mit von der
errechneten Blendenzahl
abweichenden Blendenzahlen - zu erstellen, also ähnlich wie eine "Belichtungsreihe". Dabei gilt für den nach dem rein geometrischen Modell
errechneten Schärfentiefebereich: Er verdoppelt sich bei Verdopplung der errechneten Blendenzahl und halbiert sich bei Halbierung der errechneten Blendenzahl.
Dabei bietet der rein rechnerisch (oder per Schärfentiefetabelle/-skala) ermittelte Wert auch durchaus eine hilfreiche
Ausgangsbasis, da ja bekannt ist (oder zumindest sein sollte), welcher Visuswert und welcher Betrachtungswinkel der jeweiligen Berechnung (Tabelle, Skala) zugrunde liegt, und man daher die Ergebnisse der Berechnung (Tabelle, Skala) ja unaufwändig für einen
anderen Visuswert oder einen
anderen Betrachtungswinkel
umrechnen kann: Für den
gleichen Schärfentiefebereich bei
doppeltem Visuswert ist zum Beispiel die
doppelte Blendenzahl erforderlich, und für den
gleichen Schärfentiefebereich bei
halbem Betrachtungswinkel ist zum Beispiel die
halbe Blendenzahl erforderlich, etc.
Welcher
Betrachtungswinkel und welcher
Visuswert den Angaben des jeweils verwendeten Schärfentieferechners (Tabelle, Skala) zugrunde liegen, ergibt sich aus dem
zulässigen Zerstreukreisdurchmesser, der den jeweiligen Angaben zugrunde liegt:
Liegt zum Beispiel – wie häufig bei Berechnungen, Tabellen und Skalen für das Kleinbildformat der Fall - ein zulässiger Zerstreukreisdurchmesser von 0,03 mm zugrunde, so beruht
dieser zulässige Zerstreukreisdurchmesser auf der Annahme eines Betrachters, der unter den bei der Betrachtung herrschenden Beleuchtungsverhältnissen über eine
Winkel-Sehschärfe von 2 Bogenminuten verfügt, was dem
Visuswert 0,5 entspricht (individueller Visuswert = 1 / individuelle Winkel-Sehschärfe in Bogenminuten):
"Ein … Zerstreuungskreis von 1/1500 der Diagonale, den man unter dem Sehwinkel von 2 Bogenminuten sieht, bietet dann auch noch eine brauchbare Schärfe; diese Forderung entspricht ungefähr dem oft benutzten 0.03 mm Zerstreuungskreis für das Kleinbildformat."
Quelle (Seite 19):
http://www.zeiss.com/content/dam/Photography/new/pdf/de/cln_archiv/cln35_de_web_special_bokeh.pdf
Und einen Zerstreukreis mit einem Durchmesser von
"1/1500 der Diagonale" sieht man dann
"unter dem Sehwinkel von 2 Bogenminuten", wenn man die
gesamte Diagonale des betrachteten Bildes unter einem
Betrachtungswinkel von 1500 x 2 Bogenminuten = 3000 Bogenminuten : 60 Bogenminuten =
50° betrachtet.