Gut, dann deutlicher:
... der ist meiner Meinung nach nicht für so einen Profi-Foto-Job geeignet, denn nix anderes verlangt dieser "Fotograf": Professionelle ansprechende Bilder von Schmuckstücken mit hochglänzende Oberflächen!
Sorry, aber das ist meine Meinung und ich schätze sehr wohl die Foren als Infoquelle, gebe gerne auch meine Erfahrungen weiter, aber bei solchen Fragen geht mir machmal der Gaul durch.
Ohne Fleiß kein Preis, ohne Lernen kein Können, ohne Übung nur Zufall und das alles kommt nicht aus Foren, das muss man selbst machen und das MUSS etwas dauern.
Try and Error, Knipsen, sehen und stückweise verbessern, das ist die Methode für jemanden der keine Ahnung vom Licht hat.
Wie wahr!
Ich bin immer wieder fassungslos, wie oft es vorkommt, dass jemand meint, er könnte hier 2 oder 3 Fragen in den Ring werfen und hätte dann innerhalb von ein paar Stunden genug Hintergrundwissen, um etwas zu tun, wofür andere eine Berufsausbildung und einige Jahre Erfahrung brauchen.
Ich hatte hier im Studio vor einigen Jahren für 3 Monate einen Praktikanten, der sich danach an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie (heute Fachakademie für Fotodesign) beworben hatte und auch genommen wurde. Zufällig fiel in diese Zeit ein größerer Auftrag eines italienischen Schmuckherstellers mit ca. 150 Motiven verschiedenster Art (u.a. Plexiglasschmuck, Silberschmuck und vieles mit Swarovsky Steinen). Er hatte also 14 Tage ausgiebig Zeit, genau zuzusehen, Fragen zu stellen, etwas über die Lichtführung zu lernen, über das Handling usw.
Im Jahr drauf kam der Auftrag dieses Kunden 4 Wochen später als gewöhnlich und musste unter ziemlichem Zeitdruck erledigt werden (die Inhorgenta rückte schon näher) - wie sich herausstellte hatte dieser Praktikant Kontakt zum Kunden aufgenommen (auch zu anderen) und angeboten, das Shooting zu einem Bruchteil meines Preises durchzuführen. Der Kunde war darauf eingegangen, der P. hatte den Job komplett an die Wand gefahren (technisch, lichttechnisch, terminlich, selbst die Reinigung der Schmuckstücke hatte er nicht sauber hinbekommen und beim Rückversand waren dann zudem alle - vieles Unikate/Prototypen - in einem Plastikbeutel zusammengeworfen worden…).
Was ich damit sagen will?
Die Produkt-Fotografie ist ein anspruchsvoller Job, der viel, manchmal sogar sehr viel Erfahrung verlangt, wenn die Ergebnisse gut werden sollen. Die Schmuckfotografie ist innerhalb der Produktfotografie ein ganz spezielles Feld, in dem noch einmal spezielle Anforderungen an Mensch und Technik gestellt werden. Wer meint, er könnte sich mit den hingeworfenen Tipps aus einem Forum die Zeit für eigene Versuche ersparen, unterliegt leider einem großen Irrtum.
Nicht jeder, der ein Messer halten kann, ist auch gleich Profi-Koch...