Moseleifel schrieb:
habe nun mal einige Aufnahmen von der D 80 im Fotoshop als Papierabzüge erstellen lassen und sie mit Fotos meiner damaligen F65 verglichen, wobei ich sagen muss, dass die D80 nicht ganz an die Schärfe der Analogen herankommt. Erst wenn ich bei Capture NX die Schärfe auf höchste Stufe stelle, kommt sie einigermaßen an die F65 heran. Ist es normal, dass so stark nachgeschärft werden muss?
Ja. Wird - so Du in jpeg fotografieren würdest - schon kameraintern gemacht (mehr oder eniger, je nach Einstellung). Machst Du RAW musst Du eben selber nachschärfen. Das ist keine irgendwie geartete Macke, sondern systemimmanent. Durch die Umrechnung der Bayer Pattern auf die Farbwerte im Bild werden die Kanten unscharf/verlieren Kontrast, den muss man über das Nachschärfen wieder anheben.
In der Praxis wirken meine Ausbelichtungen von der D80 bis 30x40 (größer habe ich noch nicht gemacht) eher schärfer, als von analogen Material (habe hier zwar nur Minolta SR zum Vergleich, das tut sich aber mit Nikon nichts). "Wirken" steht da deshalb, weil ich erstens keine Siemenssterne fotografiere. zweitens weil für den Schärfeeindruck neben der Auflösung eben auch Kontrast und der "Look" eine Rolle spielen.
Nebenbei: Üblicherweise wird bei Ausgabegrößen unter Postergröße mit 300dpi belichtet, teilweise (Frontier und sicher auch andere) mit 400dpi (wobei der Unterschied praktisch herzlich egal ist).
Nebenbei2: Ob es sinnvoller ist, selbst auf die zur Printauflösung/Ausgabegröße passenden Pixelwerte zu skalieren, oder das dem Dienstleister zu überlassen, ist eine Jehova Frage - jeder sacht was anderes und keiner weiss was genaues. Probiers aus. Leg Dich auf einen Anbieter und eine Größe fest. Und liefere dann einmal die Originaldaten und zum Vergleich ein passend skaliertes Bild. Dann weisst Du es für Deinen Fall, und musst nicht fragen.
Welche Tipps habt Ihr noch auf Lager (abgesehen von kleiner Blende=Tiefenschärfe und ISO 100), um mit der D80 eine möglichst hohe Schärfe herauszuholen?
Ähm, Deine Frage ist schwer verständlich.
1. Wenn Du ASA400 brauchst, brauchst Du das. Lieber etwas mehr Rauschen, als Verwackeln. Was den Bildeindruck angeht, sehe ich ASA400 noch als unkritisch an. Nimm nen 400er Film und blas den auf, da siehste auch Korn.
2. Abblenden ist auch so eine Sache. Wenn Du zu weit abblendest, nimmst Du Beugungseffekte in Kauf. Du hast dann zwar mehr Schärfentiefe, aber auch eine über das gesamte Bild gehende Unschärfe. Der break even liegt (pi mal Daumen und weitere Faktoren aussen vor) irgendwo zwischen Blende 8 und 11. Sprich, weiteres Abblenden macht das Bild wieder unschärfer. Ja, bei Makro ist das ein Problem
3. Was das Maß das Nachschärfens angeht - glaube keinem, der Dir eine Standardempfehlung gibt

Die gibts nicht. Es kommt aufs Motiv und die Ausgabe an. Wenn ich für Webauflösung oder für meinen Fotodienstleister nachschärfe, sehen die Bilder am Monitor schon eher überschärft aus. Für Offset legt man nochmal drauf, das sieht am Monitor dann schon eher grausam aus

Auch hier: Nimm ein Bild, an dem man das Nachschärfen gut beobachten kann und bei dem man auch auftretende Artefakte gut sieht. Mach ein paar Varianten und lass die auf die gleiche Größe ausbelichten. Dann hast Du einen Anhaltspunkt und ein Gefühl dafür, was bis zum fertigen Bild passiert. Bei den heutigen Preisen kann man das ja mal investieren.
Grüße
Peter