Ruhe vor dem Sturm (rothenburg 05)

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rollertilly

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Januar, Februar und je nach Wetter auch noch der Anfang des März sind in Rothenburg die einzigen Monate, in denen die Stadt unaufgeregt und relativ leer ist. Die Touristen sind in den Bergen zum Skifahren, machen maximal einen Übernachtungsstopp falls sie eine weite Anreise haben. Viele der Hotelbetriebe haben jetzt geschlossen. Rothenburg gehört in dieser Zeit den Rothenburgern. Die einzigen Gäste, die in Gruppen durch die Stadt hetzen sind aus Asien. Hier scheint es keine Saison zu geben. Es ist sehr ungewohnt, bei schönem Vorfrühlingswetter durch leere Gassen zu spazieren. Ich habe es zum ersten Mal mit Fotoapparat gemacht und ein paar Bilder davon mitgebracht.

Zur Orientierung: Der Spaziergang beginnt am Marktplatz. Links das Rathaus mit den beiden Gebäudeteilen und dem Turm, rechts die Ratstrinkstube, die seit dem letzten Jahr neu renoviert ist. Aus den beiden Fenstern dort oben kommen Nusch und Tilly zu festgelegten Uhrzeiten und zeigen den Trunk, der die Stadt 1631 gerettet haben soll. Ähnlichkeiten mit meinem Nic sind nicht zu bestreiten.

Es ist kurz vor eins, also normalerweise Hochsaison auf diesem zentralen Platz.

#1


marktplatz 2015 by rollertilly, on Flickr


#2


ratstrinkstube I by rollertilly, on Flickr


Natürlich kann man auch von der anderen Seite fotografieren ;-)​
 
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Im Rathaus ist noch die (fast) komplette Verwaltung untergebracht mit allen Vor- und Nachteilen, die ein so altes Gebäude mit sich bringt. Durch das Portal kommt man ins Treppenhaus, wo ich auch meine Wendeltreppe fotografiert habe.

#3


wendeltreppe by rollertilly, on Flickr


Und wenn man ein Fenster öffnet sieht man von oben auf den Marktplatz. Höher ging es leider nicht, da der Rathausturm in der Vor- oder Nichtsaison nur an den Wochenenden geöffnet ist.


#4


ueber dem marktplatz by rollertilly, on Flickr​
 
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Und noch zweimal unser Rathaus. Die mittlere Etage des Erkers gehört übrigens zum Büro unseres Oberbürgermeisters.

#5


rathaus I by rollertilly, on Flickr


#6


portal by rollertilly, on Flickr


Kaum zu glauben, aber hinter diesem großen Portal befand sich bis vor 25 Jahren das Feuerwehrgerätehaus. Sämtliche Feuerwehrautos waren in dem dahinterliegenden Gewölbe zentimetergenau eingeparkt. Das "Aufräumen" der Fahrzeuge nach einem Einsatz hatte damals schon etwas von Tetris ;-) Auch das Ausrücken war sehenswert. Die Feuerwehr mitten im Zentrum einer verkehrsberuhigten Touristenstadt - heute undenkbar.​
 
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Gegenüber davon geht es hinunter in die Hofbronnengasse. Dort war bis vor gut einem Jahr das Puppen- und Spielzeugmuseum von Frau Engels untergebracht, das leider schließen musste.

Bilder geradezurücken oder Verzerrungen rauszurechnen braucht man oft gar nicht versuchen. Die Häuser haben selten gerade Kanten ;-)


#7


fenster giebel fassaden I by rollertilly, on Flickr


Gleich auf der rechten Seite ist ein neu renoviertes Haus mit einem schönen kleinen Brunnen davor. Noch bis vor wenigen Jahren hat dort ein Hundertjähriger ganz alleine gewohnt. Für mich deshalb das "Kerndters Eck".


#8


hofbronnengasse by rollertilly, on Flickr


Legt man den Kopf in den Nacken und schaut Richtung Norden, dann sieht man die Fassade des Fleischhauses, ebenfalls im letzten Jahr sehr aufwändig renoviert und mit neuer Farbgebung mMn heute ein absoluter Hingucker am Marktplatz. Von vorne - und von hinten wie auf diesem Bild.


#9


fachwerk I by rollertilly, on Flickr
 
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Hier das erwähnte Museum. Der Besucherrückgang und die Nachfolgeregelung haben wohl zur Schließung geführt.


#10


spielzeugmuseum by rollertilly, on Flickr


Wir umrunden das Rathaus und kommen auf den Grünen Markt. Schaut man nach oben sieht man Giebel.

#11


drei giebel by rollertilly, on Flickr


Die beiden Teile unseres Rathauses sind eigentlich getrennt voneinander. Man kann durch den sog. Lichthof darunter durchlaufen ...

#12


lichthof I by rollertilly, on Flickr


... und auch mal nach oben schauen. Daher hat der "Lichthof" wohl auch seinen Namen.

#13


lichthof II by rollertilly, on Flickr​
 
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Und hier nochmal das Rathaus, diesmal mit dem Erker der Marienapotheke von gegenüber. Ebenfalls seit 2014 mit komplett renovierter Fassade.


#14


maria by rollertilly, on Flickr


#15

Und damit jeder sieht, wer hier arbeitet, gibts natürlich einen güldenen Ausleger.



der apotheker by rollertilly, on Flickr


Wir gehen weiter die Herrngasse hinunter. Dreht man sich nochmal um, sieht man diesen prächtigen Giebel am Marktplatz.


#16


patriziergiebel by rollertilly, on Flickr​
 
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Keine Leute sieht man im Feuerkessel, der von der Herrngasse über den Grünen Markt zur Jakobskirche führt.

#17


zur jakobskirche by rollertilly, on Flickr


Auch in der Herrngasse gibt es schöne Giebel. Den hier zum Beispiel. Dass die Fenster so unterschiedlich sind ist mir noch nie aufgefallen.

#18


patriziergiebel II by rollertilly, on Flickr


Und in der Herrngasse treffen wir auf drei asiatische Herren in Eile.

#19


asia men by rollertilly, on Flickr



Diese drei werden die einzigen asiatischen Tourtisten in diesem Beitrag bleiben, obwohl ich mehreren begegnet sind. Aber dafür habe ich schon seit längerem eine andere Idee. Übrigens wurde auch dieses Haus 2014 saniert.​
 
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Nach links werfen wir einen Blick ins menschenleere Pfäffleinsgässchen ...

#20


pfaeffleinsgaesschen by rollertilly, on Flickr


... bevor wir durch das Burgtor in den Burggarten kommen.

#21


burgtor by rollertilly, on Flickr


Eigentlich wollte ich die typischen Touristen- und Postkartenmotive auslassen. Aber das gehört eben doch dazu. Und ohne Menschen ist es dann auch schon wieder eher die Ausnahme.

Noch nicht mal die Bank um diesen mächtigen Baum wurde besetzt. Vielleicht waren die Bankbesetzer ja alle in Frankfurt.

#22


der baum und die bank by rollertilly, on Flickr



Wo man doch bei uns mit einem Arsch zwei Banken gleichzeitig erwischt. Oder Bänke?

#23


doppelbank by rollertilly, on Flickr​
 
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Auf dem Weg hierher und vor allem auch rund um den Marktplatz sind wir an vielen frisch renovierten Häusern vorbei gekommen. Da hat sich in den letzten ein, zwei Jahren unheimlich viel getan, egal ob von öffentlicher oder von privater Seite, ob als Eigentümer und Bewohner oder als Investor. Rothenburg hat sich herausgeputzt. Auch wenn es sicherlich vor allem abseits der Touristenmotive noch viel zu tun gibt. Aber wer eine schöne Stadt will, der muss sich engagieren. So wie hier zum Beispiel.

#26


sanieren by rollertilly, on Flickr


Tut man zu lange nichts, dann passiert das. Der Obere Felsenkeller. Früher Ausflugslokal, inzwischen nach jahrzehntelangem Leerstand und Verfall zumindest notdürftig abgedeckt. Einen Unteren Felsenkeller gibt es auch. Der war DAS Ausflugskaffee. Auch schon vor Jahren geschlossen, noch ein bisschen besser beeinander. Es gab dort die beste Charlotte im weiten Umkreis. Und ein Karusell für 10 (oder 50?) Pfennig pro Fahrt. Der letzte Betreiber ist diese Woche verstorben.


#27


felsenkeller by rollertilly, on Flickr


Wie sorgsam mit Altem umgegangen wird sieht man an diesem Dach. Ich vermute, es musste nach dem schweren Orkan 1995 neu gedeckt werden. Damals wurden auch die Bäume des Burggartens schwer getroffen. Die ganze Stadt sah aus wie nach einem Bombenangriff. Die Schäden waren immens.


#28


ziegelgenerationen by rollertilly, on Flickr​
 
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Auch in der Burggasse gibt es vorbildlich sanierte Häuser. So wie dieses hier "am Rande der Hölle". Das Haus daneben beherbergt das Weinlokal "Zur Höll", das vielleicht der eine oder andere kennt - oder an das sich der eine oder andere vielleicht nur noch verschwommen erinnnert ;-) Übrigens das (angeblich) älteste Haus Rothenburgs.

#29


hoellennachbarn by rollertilly, on Flickr


Die Gasse nach oben ist übrigens wieder das Pfäffleinsgässchen. Und die nächste Gasse, entlang derer wir nach oben auf den Marktplatz schauen können ist die Hofbronnengasse, die wir auch schon von oben kennen.


#30


ratstrinkstube II by rollertilly, on Flickr​
 
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Mit diesen drei letzten Motiven ist der Rundgang zu Ende.

Das Kriminalmuseum hat sicher schon mancher während eines Schulausfluges besucht. Wer noch nicht dort war, dem sei ein Besuch empfohlen.

#31



kriminalmuseum by rollertilly, on Flickr


Und hier endet die Burggasse in die Obere Schmiedgasse mit einem Meer von Auslegern. Ok, hätte ich ein bisschen weiter nach unten gezielt, wären hier auch Menschen drauf ;-)


#32


ausleger by rollertilly, on Flickr


Und das letzte Motiv sind die Fassaden entlang der "Kobberi", der Kobolzeller Steige, die aus der Stadt hinaus ins Taubertal führt. Ich hoffe, der kurze Rundgang hat euch ein bisschen Spaß gemacht. Mir schon. Um die Stadt so menschenleer zu sehen und zu erkunden muss man jetzt wohl bald wieder ein Jahr warten.

#33


fenster giebel fassaden II by rollertilly, on Flickr

 
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wirkt beschaulich, aber eben nur in den ferien. :D als ich da war, herrschte großer weihnachtstrubel. wer hat denn die giftgrünen straßenlaternen zu verantworten?
ich lege einspruch ein, :hehe:
margo geboren in der nähe von bad-mergentheim
 
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