1. Haptik/Ausstattung
Der Bildband ist stattliche 32cm hoch und 24cm breit, gebunden in zwei solide Umschlagdeckel, die von einer roten Leinenbindung zusammengehalten werden. Glattes, kalt-weißes Papier bildet die Seiten, die sich leicht und sicher blättern lassen. Für die Seitenzahlen wurde eine strenge, hochschlanke Schrift gewählt. Mingards Fotografien sind in unterschiedlicher Größe auf den Seiten angeordnet. Die Reihe der Abbildungen wird gelegentlich unterbrochen durch Leerseiten oder knallbunte Farbverläufe. In Abständen finden sich im Layout sehr reduzierte, sauber typographierte Textseiten mit Gedichten, jeweils in den Sprachen Französisch und Deutsch abgedruckt. Die mit Abstand verstörendsten Unterbrechungen des Bilderflusses sind jedoch drei jeweils vierseitige, im A5-Format gehaltene Abbildungen von Werken des Malers Léo-Paul Robert. Diese Abdrucke auf dünnerem Papier sind nach den Hauptseiten 9, 41 und 105 kommentarlos eingebunden.
2. Autor
Yann Mingard ist Jahrgang 1973 und hat eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner und im Anschluss ein Studium der Fotografie absolviert. Diverse Projekte und Ausstellungen sowie ein Lehrauftrag an einer schweizerischen Kunsthochschule zeugen von Mingards künstlerischer Reputation.
3. Inhalt
„Grundlinie“ ist eine Sammlung von Fotos, die während eines Langzeitprojektes des Künstlers entstanden sind. Laut Klappentext auf der Rückseite des Buches möchte Mingard damit die Spuren der strukturellen, landschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in dem westschweizerischen Kanton Neuenburg „fotografisch hinterfragen“ (Zitat). Er tut dies mittels unaufdringlicher Landschaftsmotive, Ansichten von Dörfern und Städten sowie durch Detailaufnahmen von Straßen, Waldstücken, Mauern. Allesamt in gedeckten Farben gehalten.
Die Fotos sind alle ohne Titel, geographische Angaben werden nicht gemacht und auch Erklärungen zur Intention des Künstlers bezüglich der Wahl von Motiv und Bildausschnitt fehlen gänzlich. Stattdessen endet das Buch mit einer Auflistung der Formate der gezeigten Fotos nebst dem Hinweis, welche von ihnen zum Verkauf stehen. Preise werden nicht genannt.
4. Für wen ist dieses Buch geeignet?
Ganz eindeutig kann dieses Buch zwei Käufergruppen empfohlen werden: man muss entweder Fan von Yann Mingard sein oder aber ortskundig im abgelichteten Landstrich. Nur so wird man die vom Künstler gewählten Motive verstehen können und eventuell etwas daraus ablesen.
Wer nicht zu einer der beiden genannten Gruppen gehört wird es mit diesem Buch schwer haben. Man erfährt als Unkundiger beim Betrachten keinerlei ästhetische oder erkenntnisbringende Befriedigung. Die Fotos sind im Gegenteil im negativen Sinne unspektakulär, geradezu langweilig.
Natürlich ist es sinnlos, über Kunst zu streiten. Sie funktioniert in der Interaktion mit dem Konsumenten oder sie tut es nicht. Bei mir gilt Letzteres. Mehr noch fühlte ich mich beim Durchblättern ratlos zurückgelassen und wurde den Verdacht nicht los, hier nach Strich und Faden ver…laden zu werden. Mich erinnert das Buch an die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern.
Fazit
„Grundlinie“ ist ein ausgesprochenes special-interest-Buch. Die Leserschaft, die etwas damit anfängt, muss mit einer besonderen Affinität zum Künstler ausgestattet sein. Als Vorgeschmack kann ein Besuch der Website von Yann Mingard dienen. Dort sind die Abbildungen in kleinem Format zu betrachten und man kann einen Eindruck davon erhalten, was einen erwartet.
Bewertung:
Der Bildband ist stattliche 32cm hoch und 24cm breit, gebunden in zwei solide Umschlagdeckel, die von einer roten Leinenbindung zusammengehalten werden. Glattes, kalt-weißes Papier bildet die Seiten, die sich leicht und sicher blättern lassen. Für die Seitenzahlen wurde eine strenge, hochschlanke Schrift gewählt. Mingards Fotografien sind in unterschiedlicher Größe auf den Seiten angeordnet. Die Reihe der Abbildungen wird gelegentlich unterbrochen durch Leerseiten oder knallbunte Farbverläufe. In Abständen finden sich im Layout sehr reduzierte, sauber typographierte Textseiten mit Gedichten, jeweils in den Sprachen Französisch und Deutsch abgedruckt. Die mit Abstand verstörendsten Unterbrechungen des Bilderflusses sind jedoch drei jeweils vierseitige, im A5-Format gehaltene Abbildungen von Werken des Malers Léo-Paul Robert. Diese Abdrucke auf dünnerem Papier sind nach den Hauptseiten 9, 41 und 105 kommentarlos eingebunden.
2. Autor
Yann Mingard ist Jahrgang 1973 und hat eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner und im Anschluss ein Studium der Fotografie absolviert. Diverse Projekte und Ausstellungen sowie ein Lehrauftrag an einer schweizerischen Kunsthochschule zeugen von Mingards künstlerischer Reputation.
3. Inhalt
„Grundlinie“ ist eine Sammlung von Fotos, die während eines Langzeitprojektes des Künstlers entstanden sind. Laut Klappentext auf der Rückseite des Buches möchte Mingard damit die Spuren der strukturellen, landschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen in dem westschweizerischen Kanton Neuenburg „fotografisch hinterfragen“ (Zitat). Er tut dies mittels unaufdringlicher Landschaftsmotive, Ansichten von Dörfern und Städten sowie durch Detailaufnahmen von Straßen, Waldstücken, Mauern. Allesamt in gedeckten Farben gehalten.
Die Fotos sind alle ohne Titel, geographische Angaben werden nicht gemacht und auch Erklärungen zur Intention des Künstlers bezüglich der Wahl von Motiv und Bildausschnitt fehlen gänzlich. Stattdessen endet das Buch mit einer Auflistung der Formate der gezeigten Fotos nebst dem Hinweis, welche von ihnen zum Verkauf stehen. Preise werden nicht genannt.
4. Für wen ist dieses Buch geeignet?
Ganz eindeutig kann dieses Buch zwei Käufergruppen empfohlen werden: man muss entweder Fan von Yann Mingard sein oder aber ortskundig im abgelichteten Landstrich. Nur so wird man die vom Künstler gewählten Motive verstehen können und eventuell etwas daraus ablesen.
Wer nicht zu einer der beiden genannten Gruppen gehört wird es mit diesem Buch schwer haben. Man erfährt als Unkundiger beim Betrachten keinerlei ästhetische oder erkenntnisbringende Befriedigung. Die Fotos sind im Gegenteil im negativen Sinne unspektakulär, geradezu langweilig.
Natürlich ist es sinnlos, über Kunst zu streiten. Sie funktioniert in der Interaktion mit dem Konsumenten oder sie tut es nicht. Bei mir gilt Letzteres. Mehr noch fühlte ich mich beim Durchblättern ratlos zurückgelassen und wurde den Verdacht nicht los, hier nach Strich und Faden ver…laden zu werden. Mich erinnert das Buch an die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern.
Fazit
„Grundlinie“ ist ein ausgesprochenes special-interest-Buch. Die Leserschaft, die etwas damit anfängt, muss mit einer besonderen Affinität zum Künstler ausgestattet sein. Als Vorgeschmack kann ein Besuch der Website von Yann Mingard dienen. Dort sind die Abbildungen in kleinem Format zu betrachten und man kann einen Eindruck davon erhalten, was einen erwartet.
Bewertung:
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| ISBN: 3858814970 |
