Qualität der Objektive bei Neukauf

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TheRealChrisS

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Hallo,

ich möchte Sony auf Nikon umsteigen und mache mich deshalb gerade schlau in Sachen Objektive. Lese Test-Berichte, lese in Foren und lese Kundenrezensionen bei dem großen A.

Bei letzterem fällt mir auf, dass es immer mal wieder Leute gibt, die über Mängel im Sinne von Defekten berichten.

Dinge wie:
- Fokussiert nicht richtig.
- Bilder werden bei bestimmten Brennweiten (bei Zoom) nicht scharf
- Bilder werden teilweise nicht richtig scharf
- Der Schärfepunkt ist nicht dort, wo der Fokus lag

Hier wird dann oft von mangelhafter Qualitätssicherung gesprochen und Problemen bei Objektivabstimmung/-einstellung.

Ich bin jetzt kein Experte. Neben dem Sony Kit-Objektiv, habe ich damals eine 50mm Festbrennweite bei Ebay geschossen und davor habe ich bei einem Fotoladen einen 70-300mm Zoom aus dem Schaufenster sehr günstig gekauft.
Wie gesagt, ich bin jetzt kein Experte und habe auch nicht die allerhöchsten Ansprüche. Trotzdem möchte ich keinen Schrott kaufen. Bzw. wenn ein Objektiv ein "Montagsobjektiv" ist, frage ich mich, ob ich dass als Laie erkenne oder ob die zuvor genannten Mängel nur Experten auffallen?

Also ist es eher stöhnen auf hohem Niveau?
Oder kommen solche Probleme öfter vor?
Sind sie für den Laien erkennbar?

Vielen Dank
Christian
 
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schärfentiefe ist ein subjektives phänomen, das neben generalisierenden annahmen zum sehvernögen auch vom verhältnis von ausgabegröße und betrachtungsabstand abhängt. berechnungen dazu gestatten nicht mehr als eine grobe abschätzung. deine ausführungen dazu gaukeln demgegenüber eine absolutheit und genauigkeit vor, die in der realität nicht vorhanden ist. insofern sind schärfentieferechner, die auf hundertstel millimeter rechnen und die o. g. implikationen nicht deutlich machen, der blanke unfug.
 
Kommentar
Klingt auf den ersten Blick logisch, aber ... Mein Fazit: ich kann nicht nachvollziehen, wieso jemand eine fehlerhafte Ausrichtung von 8 bis 15 Grad nicht erkennen kann. .

An der von Dir zitierten Stelle ist nicht die Rede von einer Abweichung der parallelen Ausrichtung von Testchart und Sensorebene in einer Größenordnung von 8 bis 15 Winkelgrad, sondern von einer Abweichung der in den vier Bildecken gemessenen MTF-Werte eines Objektivs in einer Größenordnung von 8 bis 15 Prozent:

" ... they find on average a decentring between 8% and 15%. This is measured as the difference between the performances measured at the edges of the image. ..."

Und der Autor des in meinem Beitrag #19 verlinkten Artikels hält es vor dem Hintergund der Größenordnung üblicher Fertigungstoleranzen für unwahrscheinlich, dass sich diese messtechnisch ermittelten Abweichungen der MTF-Werte ausschließlich einer Dezentrierung verdanken, sondern zumindest zu Teilen auch den Schwierigkeiten, die beim Testaufbau einer völlig parallelen Ausrichtung von Testchart und Sensorebene entgegestehen.

Der Abfall der Abbildungsleistung heutiger Kleinbildobjektive an den rein rechnerisch nach der Zerstreukreistheorie ermittelten Grenzen des Schärfentiefebereichs ist übrigens weitaus größer als 8 bis 15 %.

So sinkt zum Beispiel laut Zeiss bei der Zugrundelegung eines für das KB-Format zulässigen Zerstreukreisdurchmessers von 0,033 mm der MTF-Wert des Zeiss Biogon 2/35 ZM bei Blende 4 für die Ortsfrequenz 20 Linienpaare pro Millimeter in der Bildmitte von ca. 90% für die der Fokusebene entsprechende Motivebene auf ca. 50% für die beiden den vorderen und hinteren Grenzen des Schärfentiefebereichs entsprechen Motivebenen. (Quelle: Zeiss „Schärfentiefe und Bokeh“, Seite 22, Grafik oben rechts).

Als Wert für die Auflösung in Linienpaaren pro Bildhöhe ausgedrückt:

Ein bei Blende 8 beugungsbegrenztes Objektiv erreicht im Kleinbildformat eine Auflösung von etwa 4000 Linienpaaren pro Bildhöhe. Bei einem Zerstreuungskreis von z’=D/1500, also dem populären Wert von 0.03mm, sinkt die Auflösung auf etwa 1200 Linienpaare pro Bildhöhe.

Quelle: Zeiss „Schärfentiefe und Bokeh“, Seite 24, Grafik unten.

Gemäß der gängigen Theorie der Schärfentiefe ist also selbst ein solch gravierender Abfall der Auflösung von 4000 Linienpaaren pro Bildhöhe für die der Fokusebene entsprechende Motivebene auf nur noch 1200 Linienpaare pro Bildhöhe für die beiden Motivebenen, die den vorderen und hinteren Grenzen des errechneten Schärfentiefebereichs entsprechen, für einen normalsichtigen Betrachter aus einer Betrachtungsentfernung, die der Bilddiagonale entspricht, nicht wahrnehmbar.

Die Broschüre „Schärfentiefe und Bokeh“ kann man bei dem nachstehenden Link herunterladen: http://blogs.zeiss.com/photo/de/?p=5280
 
Kommentar
[MENTION=72609]Pesch[/MENTION]:
Ich will Dir das gerne glauben, mein Englisch ist mit Sicherheit nicht perfekt. Wenn - so wie ich es zitiert hatte - zuerst vom Problem der korrekten Ausrichtung und dann von einer Dezentrierung geschrieben wird, dann hatte ich halt den Eindruck, diese 8 bis 15% seien auf die fehlerhafte Ausrichtung bezogen.

Bei der Gelegenheit:
Was kostet die Überprüfung eines Nikon-Objektives? Ich kenne von der Nikon-Homepage nur die Preise für den Check eines dSLR-Bodies. Gibt es für Objektive auch Festpreise?
 
Kommentar
Was kostet die Überprüfung eines Nikon-Objektives?

Meiner Erinnerung nach würde ich für die reine Überprüfung und gegebenenfalls die Erstellung eines Kostenvoranschlags - also wohlgemerkt ohne eventuelle Instandsetzungskosten - einschließlich Rückversand und Mehrwertsteuer mit Kosten zwischen 0 EUR (innerhalb der Garantiezeit oder bei Gewährung von Kulanz etc.) und vielleicht etwa 50 EUR rechnen.

Mein Rat wäre, einfach beim Nikon Zentralservice in Düsseldorf anzurufen und zu schildern, was Du woraufhin überprüfen lassen möchtest. Dann wird man Dir sicher sagen können, was in etwa die reine Überprüfung einschließlich Rückversand und Mehrwertsteuer kosten wird. Meiner Erinnerung nach verfügt der Zentralservice auch über die für eine eventuelle Zentrierung eines Objektivs notwendigen Gerätschaften. Aber auch dies wird man Dir sicher dort sagen können:

Nikon GmbH Zentralservice
Tiefenbroicher Weg 25
D-40472 Düsseldorf
Tel: 0211 - 9414500
 
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