freundlicher und vorsichtiger als [MENTION=8589]woici[/MENTION] hätte ich es nicht sagen können.
Das einzige Bild, dem ich das Prädikat "Portrait" zuordne ist die #2, und da gibt es noch etwas Nacharbeit am PC zu leisten. Die anderen Bilder sind eher Schnappschüsse und zeigen dier klar auf, woran du als nächstes arbeiten musst.
Bildidee: stell dir vor, wie das Bild aussehen soll, bevor du auslöst. Soll eine blaue, sinnlose Farbkante direkt neben dem Gesicht verlaufen (#4 und #5)? Soll es eine Farbtrennung geben (#2)? War das so beabsichtigt? Ich würde wetten, du hast darüber gar nicht nachgedacht, sondern den Leuten die Kamera vor die Nase gehalten und einfach abgedrückt. Der Hintergrund in Bild #6 (mit der Reflektion des Prismenblitzes) spricht da auch Bände; ich persönlich würde gerne NICHT im Bahnhofsklo abgeschossen werden.
Licht: Was willst du wie darstellen? Und was nicht? #3 geht als bekiffter Pakistani durch - war das die Absicht? Nix gegen Bekiffte und/oder Pakistani - alles OK, auch in Kombination! Sonne ist der natürliche Feind des Portrait-Photographen. Kein Mensch kann entspannt und offen in die Kamera schauen, wenn ihm die Sonne direkt in die Augen knallt. Ausserdem macht viel Licht auch viel Schatten, und der harte Kontrast von Licht und Schatten lässt Bilder wie Scherenschnitte wirken. Schau dir nur die Schatten der Augenhöhlen an, um zu begreiffen, was ich meine - wie sehr die Augen absaufen (wo ist das Weiss des Augapfels? Wo ist der Farbübergang von Iris zu Pupille? Das beste Licht ist ein gleichmässig bedeckter Himmel, gefolgt von hellem Schatten und an dritter Stelle einem grossen Diffusor bei Sonne (weisse Vorhänge, helles Zeltdach etc.).
Bildinhalt: Alles, was auf dem Bild irgendwie scharf oder deutlich erkennbar zu sehen ist, hat Einfluss auf die Art, wie wir die portraitierte Person wahrnehmen. Willst du ein "störendes" Element nicht auf dem Bild haben, so lass es in Unschärfe verschwinden (offene Blende, längere Brennweite) oder stell die zu portraitierende Person an eine andere Stelle. "Ist egal"" gibt es nicht. Ein Priester mit einem Ferrari im Hintergrund ist ein anderes Bild, als ein Priester vor einer Kirche oder vor einer Gemeinde. Das gilt im Grossen und im Kleinen.
Ich würde nicht sofort ein anderes Objektiv kaufen, sondern ein Buch, dass dich mit den Grundlagen der Photographie, mit dem Wechselspiel von Brennweite und Blende bei der Tiefenschärfe vertraut macht. Und vergiss nie: auch wenn wir hier so schlau daherreden: wir haben alle mal angefangen, und es ist sowieso viel einfacher einen Fehler bei Anderen zu sehen, als ihn selbst zu vermeiden...
Viele gelungene (und auch einige ziemlich belanglose) Beispiele für gute Portraits kannst du hier finden:
http://www.nikon-fotografie.de/vbul...1182-zeigt-her-eure-schoensten-portraits.html Schau mal durch die Bilder und frage dich, was die Bilder, die dir am besten gefallen, gemeinsam haben. Das ist dann der erste Schritt, der erste Punkt auf dem Weg voran.