Das ist ja interessant und ich hoffe ich verstehe das richtig:
Da DSLR ja ein weit gefaßter Begriff ist, unterstelle ich, Du meinst
- Auflösungen über 24Mpx bei einer Sensorgröße von 24x36mm (Kleinbild).
- Kontrastumfang; da sind wir jetzt bei 14-15 Blenden
- Farbraum
- Bildschärfe
Ist das richtig, daß z.B. eine D850 oder Sony A7RIII unter den o.g. Gesichtspunkten eine Großbildkamera ersetzen?
Naja, teils/teils. Der D850 müssen dann aber auch die passenden Objektive verabreicht werden, denn die 45MP alleine sind es ja auch nicht. Zum Zweiten darf man nicht den Fehler begehen, zwar die neueste Digitaltechnik ins Rennen zu schicken, aber bei der 9x12/13x18 Kamera die Voraussetzungen als Maßstab anzulegen die vor 30 oder mehr Jahren das Maß der Dinge waren.
Die Studioknipserei von damals hatte in aller Regel nicht(!) die bestmögliche Vergrößerung im Sinn sondern möglichst perfekten Katalogdruck - und dabei kam es weniger auf maximale Schärfeleistung im Bild an als auf geringste Passerungenauigkeiten beim Druck, weshalb auch Apochromaten damals vor Allem besten Kontrast und möglichst keine Farbränder produzieren sollten. Unschärfen durch klein(st)e Blenden beispielsweise gingen im geringen Vergrößerungsmaßstab und im Raster des Druckes unter. Diese Verhältnisse und die Erinnerung der Fachphotographen daran sind es, die solchen vergleichenden Aussagen eigentlich den Gehalt nehmen wenn man genau dahinter guckt.
Fairer Weise müsste man, trifft man eine solche Aussage, der 9x12 Kamera aktuelle, moderne Optik, aktuelles Filmmaterial und beste Verarbeitung des belichteten Materials zugestehen - und möglichst nicht(!) einen Scan zum Maß der Dinge erklären, sondern in der traditionellen Verabeitungskette bleiben und eine optische Vergrößerung, ausgeführt von einem Könner und ausgestattet mit bestem Gerät, anstreben. Das wäre der einzig wirklich Vergleich, bloß - wer macht sich diese Mühe?
Ein Test, wie er seinerzeit in der "Schwarzweiß" mit einem schon von vornherein auf reduzierte Auflösung eingestellten Flachbett-Scanner durchgeführt wurde (absolut ausreichend

) und der die unbedingte Überlegenheit einer 22 MP Kamera gegenüber einer 9x12 Kamera "bewies" - und das auch noch in der SchwarzWeiß-Technik, ist jedenfalls das Papier nicht wert auf dem er gedruckt wurde.
Klar ist sicherlich, dass das im Bereich der Farbphotographie die Digitaltechnik der traditionellen Filmphotographie lange den Rang abgelaufen hat. Selbst wenn der Detailreichtum einer D850 o.ä. tatsächlich irgendwo noch ein wenig hinter dem Großformat herhinken sollte - die Möglichkeiten in der Drucktechnik lassen die traditionelle Technik bei Weitem hinter sich und eventuell noch vorhandene kleine Vorsprünge verschwinden im Nirwana.
Bei der SchwarzWeiß-Photographie hingegen ist, bedingt durch ausgeklügelte Negativ-Technik und ausgeführt von Könnern mit z.T. ausgezeichneten Optiken modernster Rechnung, ein Unterschied schon noch sichtbar. Allerdings bezieht das die Beschränkung auf vergleichsweise geringe Filmempfindlichkeiten gleich mit ein - mit allen Nachteilen die diese so mit sich bringen in Bezug auf lange Belichtungszeiten, daraus folgende Verwackelungsempfindlichkeiten die den Vorsprung wieder zunichte machen können usw. und dann muss man ja digital nicht beim vollen KB-Format stehen bleiben....
So bleibt meiner Meinung(!) nach nur der Schluss übrig, dass man zwar das Großformat in der Leistung nicht klein reden sollte - es bringt schon noch immer beachtliche Leistung in der Hand desjenigen der damit umzugehen versteht - aber hochleistungsfähige Digitalkameras sind in ihrer Verarbeitungskette einfach praktikabler und führen am Ende leichter zum ähnlich guten, oftmals besseren Gesamtergebniss.
Freundliche Grüße vom
Wolfgang