Ist der Aufwand für die Fertigung eines Metallbajonetts wirklich soviel größer, dass es sich bei ausreichenden Stückzahlen nicht auch wieder rechnen würde?
Das Metallbajonett ist schon deulich teurer, da die Plastekontur direkt beim Spritzen des Kunststoffteils mit gefertigt wird. Der Kunststoffträger muß aber auch bei einem Metallbajonett gefertigt werden, der angeschraubte Bajonettring ist zusätzlich und muß auch noch in einem extra Arbeitsschritt montiert und ggf. justiert werden.
Ich würde schätzen, dieser Mehraufwand addiet sich je nach Herstellungsland auf 1,50 bis gut 2 EUR pro Objektiv.
Für die Stabilität würde ich gerne ein paar Euro mehr springen lassen ... Oder rechnet Nikon damit, dass die anvisierte Kundschaft dieser Linsen sowieso nie die Optik wechselt?
Mit den günstigen Optiken wird durchaus eine andere Käuferschicht angesprochen als mit den höherwertigen Optiken. Es ist aber auch ein anderer Faktor mit zu berücksichtigen.
Die ersten gut 20% des Preises sind Steuern und Abgaben, so das vom Verkaaufspreis von 290 EUR noch ein Nettopreis von ca. 230 EUR übrigbleibt.
Von den 230 EUR einer solchen günstigen Optik entfallen etwa nur 50% (ggf. auch weniger) auf die Fertigung. Damit würden sich die Herstellkosten eines solchen Objektivs durch das Metallbajonett bereits um 1,5-2% erhöhen.
Die zweiten 50% sind Zuschläge für Vertrieb, Werbung, Forschung / Entwicklung, Logistik etc. und Gewinn will Nikon und der Händler (kalkulierte Handelsspanne) auch noch an dem Teil machen.
Unter Berücksichtigung aller Faktoren würde sich der empfolene Verkaufspreis bei einem Metallbajonett um 5-10 EUR erhöhen.
Bei hochwertigen Optiken, mit geringerer Stückzahl kann sich die Fertigungsquote durchaus nach oben verschieben. Über 50% des Listenpreises wird Sie auch bei teuren Standardobjektiven (bis 10.000 EUR)auch kaum kommen. Bei diesen höheren Preisen fallen die Mehrkosten für ein Metallbajonett prozentual weniger ins Gewicht als bei einem Kitobjektiv.