Meine Vorgehensweise bei Nachtaufnahmen am Beispiel

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Du hast auf jeden Fall sehr schön gezeigt, was mit Lightroom und einem modernen FF-Sensor möglich ist, aber ich befürchte, z.B. ein D300/D90 Besitzer, der seine Bilder mit CNX2/ViewNX entwickelt, fährt damit gegen eine (dunkle) Wand.

MfG Jürgen

Im Januar dieses Jahres habe ich mit meiner neuen Df auch Nachtaufnahmen in Venedig gemacht.

Um die Lichter nicht überstrahlen zu lassen, hatte ich auch mit ca. 2-2,7 Stufen dunkler belichtet - was aber in den übrigen Bildteilen eine starke Unterbelichtung zur Folge hatte.
Anschließend musste ich die dunklen Bildstellen in CNX2 wieder aufhellen, was der Bildqualität insgesamt nicht gerade förderlich war.

Nachdem ich jetzt aber auch Lightroom 5 in neuester Ausgabe besitze, habe ich die Aufnahmen interessehalber nun auch in Lightroom entwickelt - und siehe da: sie wurden viel besser als zuvor mit CNX2!

Ich stimme also der Auffassung zu, dass hier auch gezeigt wurde, was Lightroom zusammen mit einem guten Sensor zu leisten in der Lage ist.

Gruß
Gianni
 
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Dem Foto sieht man ja sofort an, dass hier zu viel des "Guten" getan wurde um die Lichter zu erhalten, zumal die Lichter nicht grad zu den bildwichtigen Elementen gehören.

Trotz des modernen Sensors sind natürlich Grenzen vorhanden.

Grundsätzlich nicht nachzudenken, nicht zu kontrollieren und einfach -2.5 LW unterzubelichten ist selbstredend Unfug. Ich hätte hier die Lichter einfach etwas ausfressen lassen.

Da ich ja stets auf ein Stativ verzichte, entstünden meine Nachtbilder mit entsprechend höheren ISO-Werten, die solche Belichtungsexperimente dann zusätzlich riskant werden lassen. Ab ISO1600 lassen sich die Tiefen nämlich nicht mehr ohne extremes Rauschen und entsprechende Farbveränderungen in die Höhe treiben.

Dennoch: Irgendwann sind die D90-Sensoren ausgestorben und damit auch diese ETTR-Idee. Die D810-Funktion "auf die Lichter belichten" läutet den Anfang ein, mit wohl offenem Ende.

Dass man den Klarheitsregler trotz der Fisematenten beim nachträglichen Aufhellen inzwischen schmerzfrei auf +14 ziehen kann ist schon unglaublich.
 
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Ich glaub ich hab da was falsch ausgedrückt.
Natuerlich stelle ich nicht nach Einbruch der Dunkelheit die
Belichtung auf pauschal -2 Blenden.
Das hängt von der Situation ab.
Wenn Straßenlaternen, Leuchten eines Marktes u.ä. im Bild sind,
ist aber ein Wert bis -2 Blenden bei mir keine Seltenheit.

Ob man im speziellen Fall den "grellen" Look dieser Venedig Bilder mag
bzw ob und wie weit man so an die Bilder ran geht sei jedem selbst überlassen.

Gruß
Jürgen
 
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Hallo,
Dennoch: Irgendwann sind die D90-Sensoren ausgestorben und damit auch diese ETTR-Idee. Die D810-Funktion "auf die Lichter belichten" läutet den Anfang ein, mit wohl offenem Ende.
"Auf die Lichter belichten" ist doch endlich die annähernde Umsetzung von ETTR (*), warum sollte diese Idee/Methode damit aussterben? Sie wird nur leichter umsetzbar.

(*) Wem diese Abkürzung nichts sagt: Damit ist Exposure to the right gemeint, also ein Belichtungsabgleich der versucht, das Histogramm möglichst weit nach rechts zu verschieben, ohne die Highlights ausbrennen zu lassen (Ziel: Maximierung des Belichtungsumfangs/Dynamik).
Die Orientierung am Histogramm ist nur leider fehlerträchtig, da dieses in der Kamera lediglich vom 8 Bit JPEG, also nicht vom 12/14 Bit-RAW abgeleitet wird, da spielt beim JPEG sogar der Weißabgleich mit hinein.
Die neue Funktion "Auf die Lichter belichten" der D810 sollte da eine echter Fortschritt sein (habe es selbst noch nicht probiert).

MfG Jürgen
 
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Ich zeig mal noch ein anderes Beispiel auf die Schnelle entwickelt.

Eine Ecke mit sehr berüchtigten Unterkünften... :D

ISO 110, -1,7 Blenden belichtet
Danach 1,9 Blenden hochgezogen
Lichter runter
Schatten noch

D81_4950.jpg


und vorher

D81_4950.jpg
 
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Hallo,

"Auf die Lichter belichten" ist doch endlich die annähernde Umsetzung von ETTR (*), warum sollte diese Idee/Methode damit aussterben? Sie wird nur leichter umsetzbar.

MfG Jürgen

Die Diskussion ist müßig und schon vielfach geführt. ETTR meinte einst doch, das Histogramm so weit als möglich nach rechts zu schieben, auch bei normalen Lichtsituationen. Es war das etablierte Hilfsmittel Rauschen in den Tiefen zu vermeiden.

Natürlich ist auch Deine Auslegung korrekt. Noch vor wenigen Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen Straßenlaternen bei Nachtaufnahmen komplett zu schonen, weil die Tiefen damals nicht zu retten waren.

Für mich ist "auf die Lichter belichten" und "ETTR" darum nicht dasslebe. Die eine Methode rettet die Lichter annähernd komplett, die andere findet primär zur Rettung der Tiefen statt.
 
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Danke für deine Erläuterungen, Jürgen. Mit den Beispielbildern finde ich deinen Erklärbär recht griffig :up:

Dass man den Klarheitsregler trotz der Fisematenten beim nachträglichen Aufhellen inzwischen schmerzfrei auf +14 ziehen kann ist schon unglaublich.
Den Klarheitsregler vermisse ich bei CNX2 manchmal sehr. Passt vielleicht nicht hierher, aber gibt es dort eine Funktion mit ähnlichem Effekt?
 
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Ich zeig mal noch ein anderes Beispiel auf die Schnelle entwickelt.

Eine Ecke mit sehr berüchtigten Unterkünften... :D

ISO 110, -1,7 Blenden belichtet
Danach 1,9 Blenden hochgezogen
Lichter runter
Schatten noch

D81_4950.jpg


und vorher

D81_4950.jpg

Ich habe das ja auch so gemacht, aus der einfachen Überlegung heraus:

Wenn ich nachts Aufnahmen mit der Belichtungsmessung über das Matrixsystem der Kamera mache, dann werden auf Grund des dunklen Hintergrundes die Lichter automatisch zu hell belichtet, und ich muss mit einer negativen Belichtungskorrektur - hier z.B. mit -1,7 - arbeiten.
Nur müssen allerdings per anschließender Bildbearbeitung die Lichter weiter in ihrer Helligkeit reduziert und der dunkle Hintergrund wieder stark aufgehellt werden, was zu einer Verschlechterung der Bildqualität führen kann.

Die Frage, die ich mir stelle, ist nun:
Könnte man nicht gleich auf die Lichter belichten (hier auf das hell leuchtende Hotelschild) und ihm mit Hilfe der Lichterwarnung und einer darüber hinausgehenden positiven Belichtungskorrektur von z.B. +1,7 und der Spotmessung die richtige Helligkeit geben, und zugleich durch Probleren mit verschiedenen Einstellungen darauf achten, dass die anderen Bildteile nicht zu dunkel oder zu hell werden?

Eine fortgeschrittene Möglichkeit bieten ja neuerdings die D810 und die D750, bei welchen man die Funktion "auf die Lichter belichten" einstellen kann.
Hierzu würden mich Erfahrungen und/oder Bilder interessieren, da ich keine der beiden Kameras besitze und selber keine Testfotos machen kann.

Gruß
Gianni
 
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Für mich ist "auf die Lichter belichten" und "ETTR" darum nicht dasslebe.
Du hast ja nicht unrecht, ETTR im klassischen Sinne nimmt auch ein überbelichtet wirkendes Bild in Kauf, während Nikons "Auf die Lichter belichten" darauf ausgelegt sein wird, im Zweifel eher ein unterbelichtet wirkendes Bild (JPEG) zu liefern, das auch nicht den im RAW vorhandenen Highlight Headroom ausnutzt.
Ich gehe aber davon aus, dass man aus "Auf die Lichter belichten" ETTR machen könnte, wenn man eine der Empfindlichkeit angepasste Belichtungskorrektur vornimmt z.B. +1.7 EV (bis +2 EV) bei ISO 64.
Damit sollte man die maximale Dynamik (und damit auch Rauschfreiheit) im RAW/NEF erzielen können, wobei das JPEG natürlich meist überbelichtet wirken dürfte, aber wir arbeiten ja mit dem NEF.

Ich kann das leider mit der D810 nicht selbst ausprobieren, aber das wäre auch meine Empfehlung an Jürgen (jw500), es einmal mit dieser Kombination ("Auf die Lichter belichten" + feste Plus EV Korrektur) zu testen.
Normalerweise würde ich ja eher eine Spot-Messung auf die Lichter (+ Plus EV-Korrektur) empfehlen, aber wenn "Auf die Lichter belichten" etwas taugt, dann sollte es damit nun einfacher funktionieren.

Überholt wird ETTR m.E. auf jeden Fall nie sein, da mit den Fähigkeiten der Sensoren (Dynamikumfang) auch die Ansprüche der Benutzer mindestens ebenso schnell mitsteigen.
Was wir inzwischen erwarten, hätte früher fast immer ein HDR (Belichtungsreihe) erfordert, da kann es nicht schaden, das Maximum aus dem Sensor herauszuholen.

MfG Jürgen
 
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An Gianni und Jürgen,

die Option auf die Lichter belichten hatte ich geschrieben dass ich die schon
probiert habe. Fand das für mich nicht sooo passend, allerdings hab ich
da noch nicht allzuviel getestet.

Bei den Aufnahmen die ich damit gemacht hab, hab ich dann doch wieder eine Korrektur durchgeführt und damit für mich nichts gewonnen.
Das ist auch der Punkt den Gianni anspricht, am Ende ist am Ende jeder Messung mehr oder weniger eine Korrektur noetig.

Wenn ich noch auf die Lichter messen soll, um dann zu korrigieren, ist hinterher noch ein zusätzlicher Schritt noetig.

Werde aber, das hatte ich eh vor, die Automatikmessung auf die Lichter, in der D810 / D750 nochmal probieren.
Allerdings ist das auch ein Schritt in der Kamera den ich zusätzlich umstellen muss. Und das kann man auch vergessen rückgängig zu machen.
Das hilft dann nur, wenn man sich die +- Korrektur komplett sparen kann.

Gruß
Jürgen
 
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Irgendwann sind die D90-Sensoren ausgestorben und damit auch diese ETTR-Idee.

Die Idee dahinter ist, bei der Aufnahme möglichst viel Licht, d.h. Daten, zu sammeln. Das ist vom Sensor völlig unabhängig, es ist nur bei manchen Sensoren noch wichtiger als bei anderen.

Im Prinzip macht selbst Jürgen ETTR, indem er so belichtet, dass die bildwichtigen hellen Teile gerade noch nicht ausfressen. Nur wird halt in den üblichen Lehrbeispielen immer eine Überbelichtung mit nachfolgender Korrektur nach unten gezeigt. Dass man das auch so wie Jürgen machen kann, erlauben halt erst die modernen Sensoren (und selbst da nicht alle).
 
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Und das was ich im Grundsatz beschrieben habe,
ist im Prinzip ja schon in der D810 / D750 mit dem Belichtungsmodus "auf die Lichter" ebenfalls eingeführt worden.

Lieber etwas zu dunkeler belichten und dann
je nach Motiv wieder hochziehen.
Um
a, die Lichter zu retten
b, bei den ISO´s nicht zu hoch gehen zu müssen
c, bzw. alternativ die Belichtungszeiten unkritisch kurz halten zu können.

Worauf man belichtet spielt dabei vom Grundsatz her keine Rolle.
Wie weit man es treiben kann hängt von der Hardware und vom Motiv ab.

Was anderes ist es nicht.

Bei den Stuhlbildern kommt ein durch die extremere Bearbeitung und die Langzeitbelichtung ein besonderer Effekt hinzu.

Gruß
Jürgen
 
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Was mich daran nur nervt, sogar die Profikameras belichten auf das JPEG, selbst wenn nur NEF als Aufnahmeformat ausgewählt ist.
Was wäre so schwer daran, einen Belichtungsmodus anzubieten, der ein optimales (ETTR) NEF/RAW erstellt?

MfG Jürgen
 
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Bei meinen Landschaftsaufnahmen mit der Df oder der A7 komme ich in Lightroom meist mit wenigen zusätzlichen Einstellungen gut zurecht:

Lichter -50
Schatten +50
Weiss +40

Mehr ist in den meisten Fällen gar nicht erforderlich.

Gruß
Gianni
 
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Hallo Jürgen,

danke für deinen Praxisbericht, sehr anschaulich :up:

Nur wundert mich die Aussage: "Mit den ISO nicht höher gehen zu müssen". Ich sehe da keinen Vorteil, das sich das Rauschen ja doch kaum unterscheidet. Die Diskussion gab es ja unter anderem hier schon mal: http://www.nikon-fotografie.de/vbul...00-iso-less-das-haut-mich-aus-den-socken.html

Die Vorteile der Lichterrettung und der kürzeren Belichtungszeit sind mir klar!

Beste Grüße,
Hanjo
 
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Hallo Jürgen,

danke für deinen Praxisbericht, sehr anschaulich :up:

Nur wundert mich die Aussage: "Mit den ISO nicht höher gehen zu müssen". Ich sehe da keinen Vorteil, das sich das Rauschen ja doch kaum unterscheidet.

Es ging um zwei Arten von Aufnahmen:
die vom Stativ und freihändige Available Light Aufnahmen.
Und da kommt man manchmal auch in hohe ISO Bereiche.
Wobei sich die Vorteile der niedrigeren ISO mit dem Rauschen in den
hochgezogenen Schatten teilweise auch wieder ausgleichen.

Gruß
Jürgen
 
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Hier wird die Anwendung mit der bewussten Unterbelichtung gerade auch
in anderen Lichtsituationen beschrieben:

http://nikonrumors.com/2014/11/22/creative-underexposure-with-nikon-dslr-camera.aspx/#more-83936

Also die dort gezeigt Bildbeispiele finde ich recht gruselig. Da kann man sich auch jemand mit nem Aquarellkasten auf die Hochzeit bestellen. Ich finde auch die Aussage, so sähe das menschliche Auge, falsch. Es ist zwar richtig, daß es in bestimmten Situationen Details wahrnimmt, die eine Film oder ältere DSLR Kameras nicht in der Lage sind wiederzugeben, aber der Bildeindruck, den man dann quasi im Kopf hat, sieht niemals so aus wie diese Fotos mit so stark hochgezogenen Schatten oder gar HDRs. Vielleicht bin ich da zu konservativ, aber mir gefällt die ganze Richtung überhaupt nicht.

Gruß

Andreas
 
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Also die dort gezeigt Bildbeispiele finde ich recht gruselig. .....Vielleicht bin ich da zu konservativ, aber mir gefällt die ganze Richtung überhaupt nicht.

Gruß

Andreas

1. Auf Papier sehen Fotos anders aus als auf dem Bildschirm.
2. Der Autor verkauft seine Fotos. Er wäre längst pleite, hätte er keine Kunden.
3. Sähen seine Fotos so aus, wie sie aus einer Amateurknipse rausfallen, bräuchten seine Kunden keinen Fotografen.
4. Die Geschmäcker und Erwartungshaltungen sind in jedem Land unterschiedlich.
Zumindest ist es nett, zu verraten, was so geht. Man muss es ja nicht nachahmen.

VG/Herbert
 
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