Mein Urgroßvater, ein Fotograf

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Moin Forum!

Mein Urgroßvater Heinrich Christian Westerholt, geb. 1876 in Bümmerstede (Oldenburg), verst. 1946 in Bad Zwischenahn (Ammerland), war ein gelernter Drechsler, später Drechslermeister, ein Kaufmann / Buchhändler, und ein Fotograf.

Das Glasplatten-Archiv meines Uropas wurde leider im Jahr 1968 auf den Müll geworfen. Ich erinnere eine ganze Kammer voller Glasnegative und Plattenkameras auf dem Dachboden unseres Hauses in Bad Zwischenahn, als kleiner Steppke habe ich dort oft, verbotenerweise, gestöbert, die alten Glasplatten gegen das Licht gehalten, aber ich war damals zu jung, um auf den Platten etwas zu erkennen, leider.

Heute besitze ich nur noch sehr wenige großformatige Papierabzüge meines Urgroßvaters, die wenigen Bilder bedeuten mir sehr viel. Ende des Jahres 2008 schickte mir ein mir bis dahin unbekannter Verwandter aus Hamburg einen Scan eines Fotos, das meinen Uropa als Fotografen bei der Arbeit zeigt, zusammen mit seiner Ehefrau, und seiner Tochter.

westerholthckamera663c5062jpg.jpg


Das Bild ist leider sehr klein, nicht datiert, Uropa H.C. war ein heimatkundlich interessierter Fotograf, und auch auf diesem Bild nahm er wieder einmal ein altes Bauernhaus hier im Ammerland auf.

Die Aufnahme sollte meines Wissens nach aus den frühen 1920er Jahren stammen, ich bin auf der Suche nach einem Bild in höherer Auflösung. Ein Foto aus dem Jahr 1927, "Hindenburg im Spiekergarten" findet sich in meiner Testgalerie hier im Forum.

Gab es Fotografen in euren Familien, die um 1900, und in späteren Jahren fotografierten, das würde mich sehr interessieren?

Herzliche Grüße


Michel
 
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Ja, Fotografie ist eines der Hobbys die fester Bestandteil des Gen-Pools meiner Familie sind.
Ich besitze diverse Bilder aus der Zeit ab ca. kurz nach der Jahrhundertwende.
Mein Urgroßvater kämpfte im 1. WK in Verdun er hat das, zumindest körperlich unversehrt, überlebt. Es gibt einige Bilder die er dort gemacht hat.
Mein Opa war Arzt und während des 2. WK im Balkan eingesetzt, auch er hatte seine Kamera mit in den Krieg genommen. Aus seiner Zeit als Student gibt es tonnenweise Bilder von heftigsten Studentenfeiern seiner Verbindung.
Er hat auch ein Bild von Hindenburg gemacht bei irgendeiner Parade.
Natürlich gibt es auch Bilder von der Zeit zwischen und nach den Kriegen.
Mein Großvater war in den 50er und 60er Jahren in Asien unterwegs. Dort hat er mit der Rolleiflex aufnahmen gemacht. Leider kann ich seine Dias nicht in meinem Scanner verarbeiten.
 
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Moin Martin!

Mein Urgroßvater Heinrich Christian, der Fotograf, er war ebenfalls Soldat, 1914 - 1918, sein Rang, seine Dienstellung aus damaliger Zeit sind mir leider noch nicht bekannt, ich bin dazu nach wie vor auf der Suche...

Uropa ließ sich um das Jahr 1916 in Uniform fotografieren, die Details kenne ich leider nicht.

hcw001a7c792aejpg.jpg


Ich weiß, aus den Erinnerungen meiner geliebten Oma Berta, daß ihr Schwiegervater H.C. in dem sog. "Ersten Weltkrieg" schwer verwundet wurde, sich von einem "strammdeutschen" Nationalisten, zu einem Pazifisten entwickelte. In den Jahren nach 1918 nahm Uropa nur noch heimatkundliche Ansichten auf. Mir sind keine Bilder aus der Zeit nach 1933, der sog. "Machtübernahme" der NSDAP bekannt, nicht ein einziges Bild.

Gruß


Michel
 
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Hallo Michael,

das ich heute auf den Auslöser drücke habe ich meinem Vater zu verdanken. Der hat mich mit einer Leica M3 angefixt. Meinen Opa väterlicherseits habe ich nie kennen gelernt. Die beiden Vater und Sohn wollten eine Schießbude auf dem Jahrmarkt aufmachen. Wenn man in die 100 traf löste man ein Blitz aus und man bekam ein ein Foto aufgenommen in dem Moment als man getroffen hatte. Dieses Projekt wurde nie vollendet. Die ganzen 9x12 Kameras habe ich noch. Auch das Geschäftsbuch mit allen Ausgaben wie Entwickler Glasplatten Kameras Laborzubehör usw. Ansonsten weiß ich recht wenig von meiner chaotischen Familie - diese elenden Abruzzenstrolche ;-)

Auf jeden Fall ein sehr interessanter Beitrag. Bin gespannt auf mehr
 
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Moin Holger!

Solche "Schießbuden-Photos" kenne ich noch aus meiner Kinderzeit in den 1960er Jahren. Auf dem Kramermarkt in Oldenburg gab es solch eine Photo-Schießbude, und ich habe irgendwo noch das "Trefferphoto", vielleicht finde ich es...

Ich habe als Jahrgang 1956 den im Jahr 1946 verstorbenen "HC" ja leider nicht mehr gekannt, aber meine geliebte Oma sprach als seine Schwiegertochter immer sehr liebevoll über den Mann, niemals ein einziges schlechtes Wort.

Uropa HC hat den Ersten Weltkrieg überlebt, der Mann war aber an Leib und Seele verwundet, ebenso erging es meinem Uropa Franz Folkerts. Die damals jungen Männer wurden "verheizt", für Gott, Kaiser und Vaterland, ein sehr bitteres Thema, das ich hier nicht weiter ausführen möchte.

HC hat ja viele seiner Bilder selbst verlegt, als Postkarten, Leporellos, oder auch als großformatige Abzüge bis etwa im Format DIN A3. Als Veteran des Krieges hatte er nach 1918 nur noch wenig mit dem Thema Militär "am Hut", nahm aber dennoch viele Photos aus diesem Bereich auf.

Hier ein Photo aus den 1920er Jahren, das HC auf dem Schloßplatz in Oldenburg aufgenommen hat, das Bild ist leider nicht datiert. Es zeigt Weltkriegsveteranen des "Stahlhelm" Bund der Frontsoldaten, hier ein Kameradschaftstreffen des "Gau Oldenburg - Ostfriesland".

aaa001fd4.jpg


Stahlhelm: http://de.wikipedia.org/wiki/Stahlhelm,_Bund_der_Frontsoldaten

Das obige Photo im Postkartenformat ist eine absolute Rarität, mir wurde mehrmals sehr viel Geld für den Abzug angeboten, natürlich verkaufe ich dieses Photo nicht, das Bild ist ein Glanzstück meiner privaten Photosammlung.

Dir einen herzlichen Gruß


Michel
 
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