eine solche Aussage dient allenfalls als Rechtfertigung fürs töten zum Spaß und um sich etwas schön zu reden. Offensichtlich scheinst Du nicht über die aktuellen Tierbestände in Afrika informiert zu sein. Selbst in den Schutzgebieten sind die Wildtiere nicht sicher vor Wilderei und Spaßjäger. Nenne mir nur ein einziges Wildtier dass nicht stark gefärdet ist und die Bestände nicht ständig weniger werden.
Sorry, ich habe für die Jagt noch nie Verständniss gehabt und Du wirst mich auch nicht von einer Sinnhaftigkeit überzeugen können.
Vielleicht sehe ich die Situation des Wildes in Afrika klarer als Du weil ich Sie mal nüchtern ohne Emotionen betrachte. Ich versuche eine Betrachtung, die auch die Menschen vor Ort mit einbezieht.
Erstens: Wilderei und legale Jagd haben nichts miteinander zu tun! Wilderer sind Straftäter und halten sich ohnehin nicht an Regeln oder Gesetze. Legale Jagd demgegenüber ist steuerbar und kann somit nachhaltig ausgeübt werden. Es ist und bleibt realitätsfremd, alle Jäger dieser Welt mit Wilderern oder Straftätern gleichzusetzen.
Wilderei zu unterbinden ist vermutlich eine unlösbare Aufgabe solange es Leute gibt, die für Nashorn und Elfenbein riesige Summen zahlen, insbesondere gemessen am Einkommen der Einheimischen in z.B. Afrika. Dafür braucht es Armeen von Wildhütern, eher paramilitärische Kommandotruppen, mit teurer Ausrüstung und gutem Einkommen. Wilddiebspatrouillen sind Kampfeinsätze. Das kostet sehr viel Geld! Geld das, ob man das toll findet oder nicht, aus Trophäenjagd generiert werden kann.
Und nicht alle afrikanischen Wildarten sind bedroht oder gefährdet. Schon gar nicht überall. Es gibt Gebiete wo der Elefant ausstirbt und es gibt Gebiete wo zu viele Elefanten leben und sich teilweise sogar so die eigene Nahrungsgrundlage zerstören. Natürlich liegt das hauptsächlich daran, wie rasant sich der Mensch auf dieser Erde ausbreitet und wie stark er überall in die Natur eingreift. Aber das Bevölkerungswachstum können wir weder regulieren noch beeinflussen.
Elefanten werden also ohnehin getötet. In Kenia zum Beispiel durch Wildhüter, in anderen Ländern durch zahlende reiche Jagdgäste.
Wir alle finden ja, dass der Elefant ein tolles Tier ist, dass unbedingt erhalten werden muss. Sieht das die Einheimische Bevölkerung auch so? Der Elefant zerstört zum Beispiel Ihre Maisfelder. Dann kommt ein Wilderer und fragt ob der Bauer weiß wo der Elefant wohnt....
Löwen fressen gelegentlich die Kühe oder Ziegen der Einheimischen und die Antilopen fressen eben das Gras dass eigentlich genau diese Kühe und Ziegen fressen sollten. Fazit ist: Für die mehrheitlich arme Landbevölkerung in Afrika ist das Wild eigentlich nur störend.
Jetzt sagen wir wieder die Afrikaner müssten das zum Wohle der Wildtiere tolerieren, weil doch Natur- und Tierschutz so wichtig ist. Aber ich bin nicht sicher, ob das die Masse der Einheimischen verstehen und akzeptieren wird. Ich glaube vielmehr die können und wollen sich diesen Luxus noch nicht leisten. Die sehen das (aus der Not heraus?) viel pragmatischer als wir. Schließlich haben auch wir in den Industrienationen bis vor ca. 100 Jahren absolut ungehemmt Raubbau an der Natuir betrieben und alle Nahrungskonkurrenten rücksichtslos ausgeschaltet.
Man kann aber dem Wild auch einen finanziellen Wert geben, der der Bevölkerung zu Gute kommt. Dazu sind Einnahmen aus Trophäenjagd ein mögliches Mittel. Zumal der Trophäenjäger immer die möglichst alten Männchen schießen will, die für die Erhaltung der Population am wenigsten notwendig sind.