Makro-Fotografie – eine Artikelserie

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Folge 1: Der Einstieg​

Blick von hinten auf Makrosetup: links Licht, rechts Kamera. Auf dem Kameradisplay ist das Motiv aufgebaute Kamera, ein kleines Automodell, erkennbar.

In dieser kleinen Artikel-Serie möchte ich einen Über- und Einblick geben in das weite Feld der Makro-Fotografie. In der ersten Folge werde ich versuchen, sowohl einen technischen als auch einen inhaltlichen Rahmen zu schaffen, um die Makro-Fotografie technisch zu verstehen und einen Einstieg in das „Making of“ zu zeigen. Da man allgemein die Makro-Fotografie in Klassen je nach Abbildungsmaßstab einteilt, werde ich in dieser Folge neben der Technik das Fotografieren bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 behandeln. Da für diesen Bereich die Kamera- und Objektivhersteller für alle Sensorformate entsprechende Makro-Objektive in ihrem Portfolio haben, kann man in diesem Bereich ohne Sonderzubehör wie Vorsatzlinsen usw. leicht einsteigen! Danach werde ich ab Folge 2 die Bereiche mit deutlich größeren Abbildungsmaßstäben behandeln.

Das Angebot an Objektiven, Stativen und sonstigen technischen Zubehör ist riesig. Daher können die Beispiele, die ich hier zeige, nur stellvertretend für das gesamte Angebot sein. Ich möchte mich hier auch bei den Herstellern/Händlern bedanken, die mir entsprechendes Testmaterial zur Verfügung gestellt haben!

Welche Kamera?​

Grundsätzlich kann man mit allen Kameras natürlich auch Makroaufnahmen machen. Besonders vorteilhaft sind für diesen Zweck natürlich System-Kameras, die für Wechselobjektive geeignet sind. Das Aufnahmeformat (Bild-Sensorgröße) spielt erst einmal keine Rolle für das Makro-Fotografieren an sich. Da die Objekte in der Makro-Fotografie in der Regel aber eher klein sind, kommt da dann doch der Formfaktor einer Kamera (und der dazugehörigen Objektive) ins Spiel. Denn je kleiner und damit auch leichter die Kamera/Objektiv-Kombination wird, je leichter und kleiner kann auch das Zubehör wie Stative und/oder Einstellschlitten etc. ausfallen. Da Makro-Fotografie oft in der Natur stattfindet und damit u.U. mit längeren Fußmärschen verbunden ist, stellen Gewicht und Größe logistisch auch immer eine besondere Herausforderung dar.

In der digitalen Fotografie spielt hinsichtlich der möglichen Tiefenschärfe natürlich auch das Format des Bildsensors eine Rolle. Es gilt grundsätzlich, je kleiner der Sensor ausfällt je besser ist das Tiefenschärfe-Verhalten, und je näher man an ein Objekt herangeht, je weiter muss man die Blende schließen um zu einem nutzbaren Einstellbereich für die Schärfe zu kommen. Vor diesem Hintergrund, dem Formatfaktor, und dem Gewicht erklärt sich die große Beliebtheit der Micro Four Third (MFT)-Kameras für die Makro-Fotografie. Einen weiteren interessanten Aspekt bildet die gute Adaptierbarkeit von Fremdobjektiven aller Formate an diese Kameras durch die Veröffentlichung der Objektiv-Schnittstelle. MFT-Kameras werden von Olympus und Panasonic (Lumix) angeboten. Hinsichtlich der Bildqualität bieten die aktuellen Bildsensoren aller drei Formate (KB, APS-C und MFT) genügend Reserven, um auch größere Prints herstellen zu können.

Zu den Sensor-Formaten​

Als alles mit der Kodak NC200e begann, ging es los mit einem CCD-Sensor im APS-C-Format (20,5 x 16,4 mm; Cropfaktor 1,6; 1,3 Megapixel effektiv). Der Pixelpitch betrug 16,1µm und die Fotoauflösung lag bei schlanken 1.268 x 1.012 Pixel! Die Kamera basierte auf einer Nikon N90s, die von Kodak digitalisiert wurde. Dieses erste Sensorformat für digitale Systemkameras wurde dann von allen großen Kameraherstellern für ihren eigenen Einstieg in das digitale Zeitalter der Spiegelreflexkameras genutzt. Selbst die ersten digitalen Profikameras von Canon und Nikon basierten auf dem APS-C-Format. Technologisch ging die Entwicklung der Bildsensoren natürlich weiter; einerseits verbesserte sich die Leistung hinsichtlich der Bildqualität (Auflösung, Rauschen, ISO-Bandbreite) kontinuierlich im Jahrestakt, und andererseits kamen andere Sensorformate dazu.

Grafische Darstellung der aktuellen Sensorformate

Das APS-C-Format blieb lange Zeit aus Kostengründen das Standardformat für DSLRs, bis mit dem Erscheinen der Nikon D600 das FX-Format auch für den Amateurmarkt preislich attraktiv wurde. Das Kleinbild-Vollformat könnte man als den „Königsweg“ bezeichnen, bietet er doch Sensoren mit hoher Auflösung (bis ca. 60 MP), als auch kostengünstige mit ca. 25 MP, so dass die Hersteller damit Kameras in verschiedenen Preisklassen anbieten können. Da Vollformatkameras auf Grund des notwendigen größeren Bildkreises auch größere und damit schwerere Objektive erfordern, gab es auch den Weg hin zu kleineren Systemkameras. Dass führte zu den spiegellosen Systemkameras, mit denen Sony die große Bühne der Kamerahersteller betrat. Anfangs noch mit APS-C-Sensoren, kurze Zeit später auch im Vollformat. Um noch kleinere Systemkameras anbieten zu können, entwickelten Panasonic und Olympus gemeinsam das MFT-Format, welches nochmals deutlich kleiner als das APS-C-Format war, und noch kleinere Kameras und vor allen Dingen kompakte und leichte Objektive möglich machte. Dann, ab 2018, brachten neben Sony auch alle anderen Hersteller DSLM-Kameras auf den Markt – sowohl mit APS-C als auch Vollformat-Sensor.

Das optische System kann mit folgenden Maßnahmen makrotauglich gemacht werden:

Makroobjektive, Nahlinsen, Zwischenringe, Balgengerät, Retroadapter und sogar sogenannte Makroskope.

Durch das notwendige Abblenden verlängern sich zwangsläufig auch die erforderlichen Belichtungszeiten, was wiederum ein Stativ und meist auch zusätzliches Licht nötig macht. Konkret erfordert ein großer Abbildungsmaßstab also auch immer einen erhöhten Aufnahmeaufwand. Daher sollte man sich schrittweise an die Makro-Fotografie heranarbeiten und jeden Schritt und alle Anschaffungen sorgfältig planen!

Makroobjektive​

In der Regel bieten die (Kamera-) Hersteller inzwischen Makro-Objektive mit unterschiedlichen Brennweiten an, die ohne zusätzliche Vorsatz- oder Nahlinse bis 1:1 abbilden können. Diese Objektive sind mechanisch so konstruiert, dass ein spezieller, weit ausfahrbarer Tubus den Objektabstand zur vorderen Linsengruppe entsprechend verringert. Im KB-Bereich sind das Objektive mit 50-60, 90-105 und 150mm Brennweite – für APSC oder MFT die entsprechenden. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Für welche Brennweite man sich entscheidet, hängt von den jeweiligen Motiven ab. Für lebende Objekte empfehlen sich die Tele-Brennweiten ab ca. 90mm, um nicht innerhalb der Fluchtdistanz der Lebewesen arbeiten zu müssen.

Makroobjektive der verschiedenen Kamerahersteller - Vollformat
Bei Nikon und Canon gibt es bisher für die DSLM-Kameras keine Drittanbieter-Objektive mit Automatik-Funktionen, sondern nur manuelle Versionen. Bei den klassischen Spiegelreflex-Kameras gibt es diese Einschränkung nicht! Das größte Angebot gibt es für die Sony E-Mount-DSLMs, sowohl als Automatik- als auch als manuelle Version.

APS-C​

Makroobjektive der verschiedenen Kamerahersteller - APS-C Format

Neben den hier abgebildeten Makro-Objektiven im APSC-Format gibt es noch weitere:
  • Canon EF-S 35 mm f/2.8 Macro IS STM
  • Canon EF-S 60 mm f/2.8 Macro USM
  • Canon EF-M 28 mm f/3.5 Macro IS STM
  • Nikon AF-S DX Micro-NIKKOR 40 mm 1:2,8G
  • Nikon AF-S DX Micro NIKKOR 85 mm 1:3,5G ED VR
  • Tamron SP AF 60 mm F/2.0 Di II LD IF Macro 1:1
  • Zeiss Touit 2.8/50M
Bei gleichem Bajonettanschluss können natürlich auch alle Vollformat-Makro-Objektive an APS-C-Kameras verwendet werden. Allerdings verlängert sich die Brennweite um den Crop-Faktor (z.B. 1,6x).

MFT​

Makroobjektive der verschiedenen Kamerahersteller - MFT-Format

Dritthersteller

Makroobjektive der verschiedenen Dritthersteller

Als Dritthersteller sind die bekannten Firmen wie Sigma, Tamron, Zeiss und Samyang seit vielen Jahren etabliert. Diese Anbieter bieten meist sowohl AF als auch Bildstabilisierung bei ihren Makro-Telebrennweiten an.

Inzwischen sind auch chinesische Hersteller im Makro-Segment unterwegs und bieten (unter verschiedenen Markennamen) zahlreiche Objektiv-Varianten für die meisten Kameras an. Oftmals handelt es sich dabei um rein manuelle Objektive, die auch keine Daten an die Kamera übergeben. Die optische Qualität soll sich in jüngerer Zeit stark verbessert haben, und in der Makro-Fotografie wird traditionell auch viel manuell scharfgestellt, so dass diese Objektive durchaus interessant sein können.

Da uns die deutschen Händler für diese Objektive keine Test-Objektive zur Verfügung stellten, also nur Aussagen aus dritter Hand dazu existieren, verzichte ich in diesem Artikel darauf, diese im Einzelnen vorzustellen.

Neben den hier gezeigten „Standard“-Makroobjektiven gab und gibt es auch Objektive in verschiedenen Brennweiten, inklusive Zoom-Objektive, mit einer reduzierten Naheinstellungsgrenze, die mit einer Vorsatzlinse ganz einfach 1:1 (der sogar größer) abbilden können.

Grundsätzlich gilt, dass die Lichtstärke eines Objektivs für unendlich angegeben wird. Die Belichtungszeit muss daher für den Makrobereich angepasst werden. Denn nähert man die Kamera dem Objekt, so wird dieses größer und damit lichtschwächer abgebildet. Früher wurden dafür Nahbereichsformeln (Linsengleichung, Tabellen) benutzt. Da heute alle Kameras die Belichtung durch das jeweils angesetzte optische System messen und daher keine manuelle Korrektur mehr benötigen, gehe ich an dieser Stelle nicht weiter darauf ein.

Nahlinsen​

Nahlinsen sind Objektivvorsätze, die in das Filtergewinde eines Objektivs eingeschraubt werden können. Die Stärke einer Nahlinse wird in Dioptrien angegeben. Hochwertige Nahlinsen sind als Achromat ausgeführt. Für einige Makroobjektive gibt es auch speziell angepasste Vorsatzlinsen, die die Abbildungsleistung kaum verschlechtern und die als Bundle angeboten werden. Auch Nahlinsen verlängern prinzipiell den Objektivauszug, aber nicht mechanisch, sondern durch Verkürzung der tatsächlichen Brennweite des eingesetzten Objektivs. Abbildungsmaßstäbe bis etwa 1:4 sind mit Nahlinsen und normalen Objektiven in guter Qualität erreichbar, allerdings verringert sich die Abbildungsleistung, vor allem im Randbereich, meist stark.

Im Bild verschiedene Nahlinsen und eine Olympus-Kamera



Vorsatzlinsen im Einsatz (Olympus, Makro-Objektiv mit Nahlinse 2x)
Vorsatzlinsen im Einsatz (Olympus, Makro-Objektiv mit Nahlinse 2x)

Das Ergebnis aus obigem Aufbau
Ergebnis

Nahlinsen werden von sowohl von Objektivherstellern, als auch als Zubehör von Drittanbietern angeboten. Da Nahlinsen als optisches System angesehen werden müssen, sollte man hier auch auf Qualität achten und nicht am falschen Ende sparen!

Zwischenringe​

Zwischenringe sind eine preisgünstige Alternative zum Balgengerät. Sie arbeiten nach demselben Prinzip, allerdings ist der Einstellbereich durch die festgelegte Länge der jeweiligen Ringe bzw. deren Kombination beschränkt. Zwischenringe werden meist in Sätzen mit drei unterschiedlichen Längen angeboten, die untereinander kombinierbar sind. Es gibt rein mechanische Varianten (ab ca. 25 €), und welche, die alle automatischen Objektivfunktionen übertragen können. Zwischenringe eignen sich besonders für Objektive mit Festbrennweite; mit Zoomobjektiven kann es je nach Bauweise zu Problemen mit der Fokussierung kommen. Darüber hinaus lässt sich mit Zwischenringen sehr gut der Mindestabstand von Teleobjektiven zum Objekt verringern. Dies erlaubt dann einen hohen Abbildungsmaßstab bei gleichzeitig ausreichendem Abstand zum Motiv, was das Problem mit der Fluchtdistanz bei der Tierfotografie entschärft.

Zwischenringe. Links Dörr-Automatik-Ringe, rechts Meike manuell

Setaufbau für 1:1 Kopie von KB-Analogfilm
Zwischenring bei 1:1 Kopie von KB-Analogfilm

Die meisten Hersteller von DSLM-Kameras bieten heute allerdings keine eigenen Zwischenringe mehr an, so dass man hier auf Dritthersteller zurückgreifen muss.

Balgengerät​

Die traditionelle Methode bei DSLR-Kameras war und ist der Einsatz eines Balgengeräts, das bei einer Kamera zwischen dem Kameragehäuse und dem Objektiv montiert wird. Bei älteren Kameras war das sogar die Standardmethode, um mit der vorderen Standarte (Objektivplatte) überhaupt scharf zu stellen.

Balgengeräte von Novoflex: links manuell, rechts Automatikversion

Als Objektivköpfe an Balgengeräten kann man zwischen den verschiedenen Objektiven wählen. Neben den Kameraobjektiven eignen sich auch sehr gut Vergrößerungsobjektive, da diese für geringe Distanzen schon optisch gerechnet sind. Meist ermöglicht eine Adapterplatte vorne am Balgen den Einsatz fast aller Objektive (von M-39 über M 42 bis hin zu Bajonettanschlüssen) für die Makro-Fotografie. Allerdings sind diese Balgengeräte nur für den manuellen Betrieb geeignet. Wer es luxuriöser haben will, kann allerdings auf Automatik-Balgengeräte zurückgreifen, die teilweise von den Kameraherstellern angeboten werden und daher nur mit den Objektiven der Hersteller funktionieren. Eine hochwertige Alternative auch für Automatik-Balgengräte bietet der deutsche Hersteller Novoflex.

Manuelles Balgengerät von Novoflex an einer Nikon D750 mit einem Tamron 2.8/135mm Objektiv.
Manuelles Balgengerät von Novoflex an einer Nikon D750 mit einem Tamron 2.8/135mm Objektiv.

Retroadapter​

Objektive in Retrostellung erlauben ähnlich wie Nahlinsen Makro-Fotografie ohne hohen technischen Aufwand und Kosten. Benötigt wird ein Adapter bzw. einen Umkehrring. Dieser ermöglicht entweder den direkten umgekehrten Anschluss eines Wechselobjektivs an die Kamera oder auch verkehrt herum an ein angeflanschtes Objektiv direkt im/am Filtergewinde.

Umkehrringe manuell, oben an einer Pentaxkamera, unten zwei Umkehrringe nebeneinander

Die Retrostellung ist grundsätzlich mit vielen Objektiven möglich. Dazu gehören bevorzugt Festbrennweiten (z. B. 20, 35 50 oder 60 mm). Je weitwinkliger das Objektiv, desto stärker fällt die die Vergrößerung aus. Mit den beliebten 18-55mm-Kit-Objektiven sind damit bei 18 mm bereits Vergrößerungen bis zu einem Maßstab von 4:1 möglich. Die Distanz von der Frontlinse zum Objekt beträgt damit je nach Brennweite etwa 3 bis 10 cm. Mit guten Objektiven ist sogar eine ordentliche Bildqualität möglich.

Ein paar Features funktionieren bei der Sache allerdings nicht mehr: der Autofokus der Kamera funktioniert nicht mehr, und auch ein manuelles Scharfstellen am Objektiv ist nicht mehr möglich. Scharfstellen lässt sich ausschließlich durch die Wahl der Entfernung zum Objekt. Das Ganze ist zwar sehr preiswert, aber auch etwas mühsam.

schmatische Darstellung: Novoflex Automatik-Umkehrringe und ihre Montage

Etwas einfacher geht das mit den Novoflex Automatik-Umkehrringen, die allerdings auch ihren Preis haben. Dafür bleiben dann aber auch Automatikfunktionen des Kamerasystems erhalten.

Weiteres Zubehör​

Stative
Ein immer wiederkehrendes Thema bei der Makro-Fotografie sind geeignete Stative.

Drei Bilder nebeneinander zeigen jeweils Fotografen, die ein Stativ für Makro-Fotografie einsetzen

Grundsätzlich kann man mit jedem modernen Reise-Dreibeinstativ auch Makrofotos machen. Allerdings bleiben die Möglichkeiten u.U. hinsichtlich der Erreichbarkeit der Motive beschränkt. Besser aufgestellt ist man mit kleinen, speziell für die Makro-Fotografie konstruierten Sonderlösungen!

Drei Bilder verschiedener Stativlösungen

Rollei Compact Traveler Mini M-1 d, links Produktbild, rechts im Einsatz mit Kamera

Diese gibt es schon ab ca. 50€ als Alu-Versionen. Prinzipiell sollte man aber auch bei den Ministativen auf eine gute Eigendämpfung achten, die bei Carbon-Stativen schon besser ist als bei Aluversionen. Die beste Lösung stellen aber die Berlebach-Holzstative dar, da Holz eine sehr hohe Eigendämpfung besitzt.

Drei Bilder: Produktbild Berlebach Holzstativ, daneben das Stativ im Einsatz mit Kamera, unten das Fotoergebnis

3 Bilder: oben Produktbild Platypod, unten links Platypod im Einsatz mit Kamera, rechts Fotoergebnis

Eine sehr interessante Lösung stellt auch das PlatyPod dar. Diese kleine und leichte „Stativ-Plattform“ ist zusammengeklappt flach und klein, so dass sie in jede Fototasche passt.

Fortsetzung im nächsten Beitrag
 
Bildergalerie Makrofotos

Repro​

Gehört auch zur Makro-Fotografie: 1:1 Kopien vom Analog-Film/Dia, hier mit einem Nikkor 2.8/60mm Objektiv, einem Repro-Stativ sowie Kaiser Lichtplatte und Filmhalter.
Gehört auch zur Makro-Fotografie: 1:1 Kopien vom Analog-Film/Dia, hier mit einem Nikkor 2.8/60mm Objektiv, einem Repro-Stativ sowie Kaiser Lichtplatte und Filmhalter.

Stacking​

Ein beliebtes Verfahren, um im Makrobereich die Tiefenschärfe so zu verbessern, dass man auch kleine Objekte komplett und besonders in der Tiefe scharf abbilden kann, ist das sogenannte „Stacken“. Beim Stacking werden mehrere (meist 30-60 Aufnahmen) Fotos aufgenommen, bei denen sich jeweils minimal die Schärfenebene ändert, so dass eine über die Tiefe gestaffelte Bildserie entsteht. Diese Bildserie kann dann in der Kamera oder in entsprechenden Programmen (s.u.) zu einem Foto mit der gewünschten Tiefenschärfe zusammengefügt werden. Stacken kann man sowohl von Hand mit einem entsprechenden Einstellschlitten oder mit einem programmierbaren und motorisch angetriebenen Schlitten. Noch einfacher erledigen das DSLMs mit internen Stacking-Programmen, die es mit verschiedenen Sensorformaten gibt. Einige Modelle geben am Ende sogar das fertige, optimierte Bild aus.

Menüdisplay der Lumix GH6 zum Einstellen des kamerainternen Fokus-Stacking
Kamerainternes Fokus-Stacking (Lumix GH6), wird über das Menü angewählt.

Oben Setaufbau, unten Bild in der Bildbearbeitung geöffnet. Kamera-Stack mit der Fuji XT-4, Bearbeitung in Helicon

Es besteht aber auch die Möglichkeit, die in der Kamera aufgenommenen Bildserien in externen Software-Programmen weiter zu bearbeiten. So kann man sowohl in Adobe Photoshop als auch in Affinity Photo Fokus-Stacks erzeugen. Darüber hinaus gibt es natürlich auch „Spezialisten“ für diese Aufgabe. In Europa, und speziell in Deutschland, schwört die Makro-Szene auf Helicon, eine Software aus der Ukraine.

Makro eines Modellautos in der Bildbearbeitung am Monitor. 2 Bilder mit verschiedenen Bearbeitungsschritten

Nach Eingabe der Bildserie verarbeitet Helicon die einzelnen Aufnahmen entsprechend. Es können RAWs und JPGs verarbeitet werden. Am Schluss wird ein qualitativ hochwertiges Bild mit durchgängiger Tiefenschärfe ausgegeben.

Kamera unabhängiges Fokus-Stacking kann man manuell, nur mit einem Einstell-Schlitten oder auch weitaus präziser mit einem entsprechend programmierbaren Makro-Schlitten (unten: Novoflex Castel-Micro)

Produktbild Novoflex Castel-Micro

Beim Novoflex wird eine beliebige Kamera auf dem Schlitten befestigt, das Motiv eingerichtet und dann per Steuersoftware die entsprechenden Aufnahmeparameter (Anfangs- und Endpunkt sowie die Anzahl der Aufnahmen) eingegeben. Nach dem Startbefehl fährt der Schlitten den vorgegebenen Weg und macht selbstständig im festgelegten Abstand die Fotos. Diese müssen dann aber generell in einer externen Software zu einem Endfoto mit hoher Tiefenschärfe zusammengefügt werden.

Setaufbau: Makro-Stack mit Novoflex Castel-Micro, Nikon D750 und 2.8/60mm
Makro-Stack mit Novoflex Castel-Micro, Nikon D750 und 2.8/60mm

Makrofotografie eines Modellautos, Ergebnis des obigen Setups
Ergebnis

Fortsetzung folgt!

© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Fotos: D. Doeblin, M. Schmid, R. Wulfert, Hersteller
 
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