Mitmachthema Looks in Photoshop erzeugen

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PeterTaylor

NF-Platin Mitglied
Platin
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Hi zusammen,

mittlerweile hat die EBV ja häufig einen festen Platz in dem Prozess zwischen Drücken des Auslösers und präsentieren des Bildes im Netz.

Manche finden das blöd, andere cool.

Ich gehöre eher zur zweiten Kategorie, auch wenn ich im Laufe der Zeit eher immer mehr zu dezenteren Effekten tendiere. Dennoch lerne ich gerne dazu und gebe mein bescheidenes Photoshop & Lightroom Wissen gerne weiter.

Ein besonders interessantes Thema sind dabei Looks. Diese machen häufig die Handschrift eines Fotografen aus und sorgen neben der Bildkomposition dafür, dass man Bilder sofort zuordnen kann.

Aber wie entstehen "Looks" und was braucht man dafür?

Ich würde mich freuen, wenn wir innerhalb des Forums diesen Thread nutzen, um uns diesem Thema zu widmen und unser Wissen zu teilen.

Los geht´s...

Grüße,
Peter
 
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Ich starte mit einem ersten Bild und versuche, den Look darin möglichst nachvollziehbar zu erläutern...

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Als erstes wird das Bild in Lightroom entwickelt. Hier könnte man auch schon deutlich mehr auf einen bestimmten Look hinarbeiten, das habe ich in dem Fall aber nicht getan. Hier ging es nur um eine grobe Anpassung der Einstellungen für den Export zu Photoshop.

Step1:
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Als nächstes habe ich das Bild in Photoshop exportiert.

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Die erste Ebene war eine Anpassung der Farben mit einer Einstellungsebene "Farbbalance" (repräsentiert durch das Symbol der Waage in der Korrekturenpalette).

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Danach kam ein kleiner Farbverlauf aus der rechten, oberen Ecke.

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Und zum Schluss noch ein wenig an der Gradationskurve gezupft.

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Fertig!

Grüße
Peter
 
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Hallo Peter!
Looks machen häufig die Handschrift eines Fotografen aus und sorgen neben der Bildkomposition dafür, dass man Bilder sofort zuordnen kann.
Das finde ich bedenklich. :dizzy:
Gelegentlich "bastle ich in Fotos herum", das beschränkt sich aber auf Entfernung von störenden Bildelementen. Alles was weiter geht betrachte ich als "Malen" - das kann durchaus künstlerisch sein und ist nicht abwertend gemeint, hat aber mit Fotografie m.M.n. nichts mehr zu tun... :fahne:
 
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Moin
Ich setze mal "Photoshop" als Synonym für EBV da es ja nicht nur "Photoshop" gibt.
Um "Photoshop" kommt man ja bei Digital nicht rum denn ohne gibt es keine sichtbaren Bilder. "Photoshop" hat in gewisser weise das Analog-Labor ersetzt.
Ich fotografiere nur in RAW in der Kamera stehen alle Einstellungen auf "Neutral". Meist reichen mir die Grundfunktionen von ViewNX wie Schärfen und evtl eine Belichtungskorrektur.
Aber es macht schon Spass sich mit den Möglichkeiten von "Photoshop" und oder einigen Fliter-Plugins zu beschäftigen. In laufe der Zeit bekommt man dann ein Gespürt wie welcher Effekt bei welchem Motiv wirkt, denn nicht immer passt es zusammen. Aber auch hier gilt wie immer, das Ausgangsmaterial muss stimmen.

Peter ich denke das es ok ist wenn man hier einige seiner "Experimente" einstellt. Diese Motive habe ich gezielt für eine "Photoshop-Bearbeitung" aufgenommen. ( Mehr "Filter-Spielereien")
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Hallo Peter!

Das finde ich bedenklich. :dizzy:
Gelegentlich "bastle ich in Fotos herum", das beschränkt sich aber auf Entfernung von störenden Bildelementen. Alles was weiter geht betrachte ich als "Malen" - das kann durchaus künstlerisch sein und ist nicht abwertend gemeint, hat aber mit Fotografie m.M.n. nichts mehr zu tun... :fahne:

Michael, das ist nicht bedenklich, das ist die Realität ;)

Natürlich gibt es bei dem Thema 1.000 Meinungen, aber Looks gehören heute zum Alltag dazu. Früher hat die Crossentwicklung von Filmen ebenfalls einen bestimmten Look erzeugt. Da hat niemand gesagt, dass es nichts mit Fotografie zu tun hat... ;)

Nichts wesentlich anderes passiert heute in Photoshop, wenn man die Farbgebung eines Bildes verändert. Die Möglichkeiten sind nur vielfältiger...

[MENTION=95338]Kurt[/MENTION]: eigene Beispiele sehr gerne (auch mit anderen Programmen). Allerdings sollten es keine einmaligen Spielereien / Effekte sein, sondern schon dem Thema "Look" entsprechen.

Viele Grüße
Peter
 
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Nichts wesentlich anderes passiert heute in Photoshop, wenn man die Farbgebung eines Bildes verändert. Die Möglichkeiten sind nur vielfältiger...


Viele Grüße
Peter

Moin Peter
sehe ich auch so, ob es nun eine Entsättigung ist oder ich eine S/W Version
von Bild haben möchte, oder eben einen speziellen Look. Die Möglichkeiten sind fast unendlich. Ich sehe in Photoshop nichts negatives.
 
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Na ja, bedenklich finde ich das jetzt nicht umbedingt, den es geht ja meist nicht um Wahrheitsfindung. Bis auf wenige Ausnahmen hat Fotografie, in meinen Augen, wenig mit der Realität zu tun. Gerade wenn es als künstlerische Ausdrucksform gemeint ist und nicht rein dokumentarisch. Mit etwas Erfahrung weiß man in der Regel auch, ob etwas retuschiert ist, oder nicht.

Zu Analogzeiten ging es ja oft noch um Perfektion, weil es da tatsächlich schwierig war, Dinge perfekt aussehen zu lassen, aber im Digitalzeitalter finde ich Perfektion immer langweiliger. Weil man eben weiß, daß es in der Regel am Computer gefummelt, und nicht so fotografiert, ist.

Was die Verwendung von Looks betrifft, ist für mich eine Frage des persönlichen Geschmacks und ich selber verwende z.B. keine Looks. Die gibt es ja häufig auch schon vorgefertigt zu mancher Software (z.B. Capture One). Effekte nutzen sich in der Regel relativ schnell ab und mir wäre das zu langweilig, dabei immer auf Dieselben zu setzen. Und nur weil die Fotos ein ähnliches Aussehen haben, ist das noch kein Garant für eine eigene Bildsprache. Die Handschrift und Individualität eines Fotografen ensteht für mich nicht durch das Drehen an Photoshop-Reglern.

Aber wer's mag, soll's machen und die Idee sich auszutauschen ist auf jeden Fall gut.

VG
 
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Dann mal weiter mit einem zweiten Beispiel von der wundervollen Frieda. Ich lege den Post an und werde ihn Schritt für Schritt mit den Bearbeitungsschritten ergänzen...

Original nach Import in Lightroom:

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Da sicherlich auch viele nur in Lightroom arbeiten und Photoshop gar nicht benötigen, gehe ich hier mal ein wenig näher auf die Schritte in Lightroom ein. Als erstes nehme ich in der Regel die Einstellungen für Kamerakalibrierung und Objektivkorrekturen vor. Das war bei diesem Bild lediglich die Auswahl "Camera Portrait" und ein Häkchen bei "Objektivkorrekturen". Danach hängt es ein wenig vom eigenen Stil ab, wie man weiter vorgeht. Ich springe in der Regel zwischen den Reitern, je nachdem welche Auswirkung eine Änderung auf das Gesamtbild hat. Da das hier schwer darzustellen ist, zeige ich die Endeinstellungen der einzelnen Reiter. Zuerst die Grundeinstellungen:

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Dann die Gradationskurve

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Dann die HSL Werte. Hier versuche ich meist mit der Luminanz der Farben zu einem stimmigen Gesamteindruck zu kommen. Hautfarben werden dabei durch Orange und Gelb am stärksten beeinflusst. Rot ist für die Lippen und Pickel verantwortlich und daher eher ein wenig angehoben...

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Selten genutzt, aber hier mal zur Veranschaulichung die Splittonung. Das mache ich lieber in Photoshop.

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Dann geht´s mit dem Ergebnis Richtung Photoshop

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Sooo, in Photoshop angekommen geht´s wie folgt weiter: ACHTUNG: Offenbar hat mein Snipping Tool die Farben versaut, so dass nur das letzte Bild einigermaßen stimmt!!!

Errst einmal habe ich die Hintergrund Ebene dupliziert und die kleinen, fiesen Pickelchen weg gestempelt :D

Dann wollte ich zeigen, wie man mit einer Gradationskurve die Farben verändern kann. Ich wollte eine etwas wärmere Stimmung im Bild. Dafür wählt man den Rotkanal aus und zieht entweder die Kurve ein wenig in der Mitte nach oben oder zieht den oberen Eckpunkt nach links. Zieht man die Kurve oder die Ecke nach unten, wird´s grüner. Dann kann man das Ganze im Blaukanal noch verfeinern, indem man die Kurve nach unten zieht (weniger Blau, mehr Gelb).

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Anschließend sollte ein wenig Sonne und Dunst ins Zimmer. Also eine Farbfläche mit weiß anlegen. Wichtig dabei, den Ebenen-Modus von "normal" auf "Weiches Licht" ändern und die Deckkraft nach Gusto anpassen. Bei Ebenenmodus "normal" bleibt das ganze Bild erst einmal weiß :hehe:

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Jetzt ist das Bild insgesamt etwas milchig. Daher habe ich mit dem Lasso aus der Werkzeugleiste eine Auswahl erstellt und Frieda eingekreist :)

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Anschließend auf den Button "Tonwertkorrektur" (das Histogrammsymbol in der Korrekturpalette) geklickt und in dem Reiter Maske eine weiche Kante eingestellt. Gegebenenfalls muss man die Maske umkehren, je nachdem, wie Photoshop voreingestellt ist. Dann nach Belieben an den Reglern gezupft...

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Jetzt ist Frieda etwas kontrastreicher, das Umfeld noch milchig hell. Als nächstes wollte ich noch etwas wärmeres Licht von oben rechts, wo das Hauptlich herkam. Dazu habe ich auf eine Konserve zurückgegriffen und ein Bild genommen, das ein schönes Flare beinhaltet (Quelle: Light Leaks und Flares von Krolop&Gerst). Das Ganze könnte man auch mit dem Filter Blendenflecken künstlich nachbauen, aber ein fotografiertes Flare ist schöner ;) Auch hier wichtig: Ebenenmodus auf weiches Licht stellen!

Zum Abschluss habe ich nochmal an den Kontrasten gezupft und dazu eine weitere Gradationsebene angelegt.

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Et voilà... das Endergebnis:

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Ich hoffe, es hat dem einen oder anderen gefallen :winkgrin:

Grüße,
Peter
 
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Michael, das ist nicht bedenklich, das ist die Realität ;)

Natürlich gibt es bei dem Thema 1.000 Meinungen, aber Looks gehören heute zum Alltag dazu. Früher hat die Crossentwicklung von Filmen ebenfalls einen bestimmten Look erzeugt. Da hat niemand gesagt, dass es nichts mit Fotografie zu tun hat... ;)

Nichts wesentlich anderes passiert heute in Photoshop, wenn man die Farbgebung eines Bildes verändert. Die Möglichkeiten sind nur vielfältiger...

@Kurt: eigene Beispiele sehr gerne (auch mit anderen Programmen). Allerdings sollten es keine einmaligen Spielereien / Effekte sein, sondern schon dem Thema "Look" entsprechen.

Viele Grüße
Peter

Wobei deine eigenen Beispiele (die durchaus interessant sind) IMHO auch über das hinausgehen, was man unter Look versteht.
Looks sollten schnell und einfach auf eine Mehrzahl von Bildern über Presets oder Aktionen anwendbar sein. Individuelles Finetuning kann man dann immer noch machen, aber das ist dann eben kein Look mehr.

Beispiele gibts mittlerweile massig, ich werf hier mal die VSCO - Filmpresets ein.
 
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Ich hoffe, es hat dem einen oder anderen gefallen

Ja, sehr sogar.
Ich finde das klasse, Peter, dass Du Dir hier die Mühe machst, die Schritte nachvollziehbar zu machen.

Ich experimentiere auch gerne mal in PS herum und nutze dazu oft solche "Vorlagen".
Leider kann sich meine Bio-Festplatte das dann meistens aber nicht alles merken :dizzy: und so bin ich dann auf die nächste Vorlage angewiesen.
In diesem Sinne gerne mehr hier davon.

Gruß
Bernd
 
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Individuelles Finetuning kann man dann immer noch machen, aber das ist dann eben kein Look mehr.

Wieso nicht?
Erstens: In Lightroom kann man diese individuellen Anpassung als Vorlage speichern, in Photoshop als Aktionen.
Damit sind bei weiteren Bilder diese (individuell entworfenen) Looks mit einem Klick anwendbar.
Zweitens: Ein-Klick-Looks funktionieren doch eh nur, wenn das Bild(ausgangs)material einigermaßen identisch ist (hinsichtlich Motiv, Belichtung etc.). Im Normalfall muss man auch solche "schnellen" Looks immer noch mal an das einzelne Bild individuell anpassen.

Gruß
Bernd
 
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.......aber das ist dann eben kein Look mehr.

Beispiele gibts mittlerweile massig, ich werf hier mal die VSCO - Filmpresets ein.

ich denke genau das Gegenteil ist der Fall.
Ein Look ist für mich ein erkennbarer Stil, etwas besonderes hat -vielleicht sogar einen Wiedererkennungswert hat.
Das was man früher mit verschiedenen Filmen /Fotopieren und Dunkelkammer gemacht hat.
Das was aus der Kamera kommt ist für mich nur Haufen digitaler Zahlen
da ein Bild draus machen, fängt dann erst an.
Auf ein Preset drücken und dann glauben man hat eine Foto wie ( keine Ahnung wer) ist doch etwas einfach
cg
das hat etwas von "... poh cooles Foto, mit welchem Programm hast das denn gemacht??"
 
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Na, vermutlich seh ich das ein wenig zu technisch, da es im PS LR-Unterforum ist. Im erweiterten Sinn beisst sich Look und individuelle Bearbeitung dann doch nicht, da sie ja immer (in der Vorgehensweise) ähnlich sein kann, ohne dass es die Möglichkeit einer Automatisierung geben muss.
 
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Ich arbeite selbst mit PS und habe nichts gegen Bearbeitung oder Verfremdung.
Das Beispielbild wird aber dadurch nicht besser.
Look hin oder her.
Das linke halb abgedeckte Auge sieht einfach schrecklich aus.
Fazit: Ein Look macht noch lange kein gutes Bild.


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