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07. November 2025

Objektive – Ein kleines Technik-Update​

Wie die jüngsten Beispiele zeigen, haben sich die Dritthersteller (vornehmlich chinesische Marken) inzwischen weitgehend etabliert. Sie gehen längst über den reinen Preiswettbewerb hinaus, indem sie zunehmend auch hochwertige (Vollformat-) AF-Objektive mit hoher Lichtstärke (f 1,2- und f 1,4) entwickeln, die mit japanischen und deutschen Pendants konkurrieren können. Darüber hinaus werden chinesische Hersteller über kurz oder lang auch AF-Zoom-Objektive auf den Markt bringen.

Die bisherige Entwicklung der chinesischen Objektivhersteller, besonders im Segment der Vollformat AF-Objektive, lässt erwarten, dass sie in kürzester Zeit Mitbewerber wie Samyang überholen und auch die etablierten Drittanbieter wie Tamron und Sigma unter Druck setzen könnten, indem sie das Preis-Leistungsverhältnis immer weiter verschieben und sich so weiter stark im globalen Markt etablieren werden. Probleme schaffen sich die (vielen) chinesische Objektivmarken am Markt möglicherweise selbst, da sie durch ihr teilweise identisches Angebot im jeweiligen Marktsegment zur Fragmentierung des Marktes beitragen werden. Anderseits bedeutet Wettbewerb auch günstige Anschaffungspreise für die User. Es bleibt also spannend!

Inzwischen sind die Top-Serien (z. B. die Viltrox PRO und LAB-Varianten) in den Händlerregalen angekommen und können erste Verkaufserfolge vorweisen. Da lohnt sich ein kleiner Blick auf die aktuelle Technik, die sich in den Objektivgehäusen befindet. Neben Glas und Vergütungen der Linsen spielt natürlich auch die Mechanik bzw. Elektromechanik zur Autofokussteuerung, Bildstabilisierung und s.g. „floating-elements“ eine große Rolle!

Gängige Autofokus-Antriebsarten​

Inzwischen haben sich im Grunde drei Antriebssysteme durchgesetzt, die nur winzige Unterschiede im Steuerungsverhalten selbst aufzeigen:

1. Voice Coil Motor (VCM)
  • Funktionsweise: Nutzt das Lorentzkraft-Prinzip, bei dem ein elektrischer Strom durch eine Spule (Schwingspule) in einem Magnetfeld fließt, um eine lineare Bewegung zu erzeugen.
  • Anwendung: Besonders verbreitet in Foto- und Video-Objektiven, da sie eine kleine Baugröße und kostengünstige Herstellung ermöglichen.
  • Eigenschaften:
    • Erzeugt eine schnelle und präzise Bewegung.
    • Benötigt Strom, um die Linsenposition zu halten.
    • Mechanisch robust.
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Linearmotor im Sigma 30 mm EX DN: Ein Magnet (gelb) mit Bügel (grau) erzeugt ein Magnetfeld, in dem sich die Spule (braun) und die daran befestigte Linsengruppe bewegen.
Grafik: Sigma

2. Piezoelektrischer Antrieb
  • Funktionsweise: Nutzt den piezoelektrischen Effekt, bei dem sich bestimmte Materialien bei Anlegen einer elektrischen Spannung verformen. Bei Ultraschallmotoren werden diese kleinen Verformungen in hochfrequente Vibrationen umgewandelt, die dann eine kontinuierliche Bewegung erzeugen.
  • Anwendung: Wird in hochwertigen Kameras und Objektiven eingesetzt, aber auch in immer mehr mobilen Geräten für Autofokus und optische Bildstabilisierung (OIS).
  • Eigenschaften:
    • Sehr schnell und energieeffizient.
    • Benötigt keinen Haltestrom.
    • Kompakte Bauweise möglich.
    • Ermöglicht sehr präzise, kleine Bewegungen im Nanometerbereich.
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3. Schrittmotoren (Stepper Motor)
  • Funktionsweise: Ein Motor, der sich in diskreten Schritten bewegt. Durch präzise Ansteuerung kann die Linsenposition sehr exakt kontrolliert werden.
  • Anwendung: Findet sich in vielen Objektiven und wird auch in Smartphone-Kameras eingesetzt.
  • Eigenschaften:
    • Verbessert die Fokusgeschwindigkeit und Präzision.
    • Gute Kontrolle über die Bewegung.
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Grafik: Meike

Obwohl es den Stepper Motor (STM) in anderen technischen Anwendungen (Drucker CNC-Steuerungen) schon lange gibt, hat sich seine Verwendung im Bereich der Fotografie erst relativ spät zusammen mit anderen Innovationen (KI) durchgesetzt. Der Motor ist im Vergleich zum Supersonic (VCM) Motor zwar ein wenig langsamer, dafür jedoch leiser und seine Stellbewegung fließender. Diese Eigenschaften sind ideal für Videoaufnahmen. Supersonic Motoren eignen sich besser für blitzschnelles Schärfen beim Fotografieren, für Videos ist ihr Gang aber nicht ideal.

Die unterschiedlichen Antriebe schaffen nur die technischen Möglichkeiten. Für die tatsächliche Funktion und Performance eines AF-Systems sind natürlich im Wesentlichen die jeweiligen Steueralgorithmen oder die Integration von KI in den Kameras verantwortlich. Da sich die Systemkameras eindeutig immer mehr zu Hybridkameras oder sogar Videokameras, die die Stillfotografie beherrschen, entwickeln, eilen diesen Ansprüchen die technischen Entwicklungen hinsichtlich schneller und präziser Steuerungen voraus.

Floating Elements​

Floating elements könnte man mit „schwimmende Elemente“ übersetzen. Sie sind ein Mittel zur Korrektur bestimmter Abbildungsfehler eines Objektivs und nicht unbedingt neu! Objektive werden meist über eine axiale Verschiebung des Linsenstocks im Gehäuse scharfgestellt. Festbrennweiten sind in der Regel auf unendlich korrigiert (außer natürlich Makroobjektive!), was zu physikalisch bedingten Naheinstellgrenzen führt, wobei die Brennweite in etwa die Naheinstellgrenze in cm ergibt. In Zoomobjektiven hat man das Problem des Scharfstellen bei unterschiedlicher Brennweite mit mehreren verschiebbaren Linsengruppen, die sich zueinander verschieben, gelöst. Genau das wendet man in Festbrennweiten nun als „floating elements“ mit der hinteren Linsengruppe an und korrigiert (verbessert) so die Abbildungsleistung im Nahbereich.

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Die „floating elements“ wurden schon vor über 50 Jahren eingeführt. Sie kamen häufig bei hochwertigen, lichtstarken Weitwinkelobjektiven zum Einsatz. Diese Technik wird auch als automatischer Korrektionsausgleich (floating focusing) bezeichnet. Automatisch meint hierbei, dass die Verstellung des Linsenabstands an die Entfernungseinstellung gekoppelt ist, so dass sich immer die richtige Korrektion ergibt.

Problematisch ist natürlich der größere mechanische Aufwand, erst recht bei AF-Objektiven. Die Mechanik, die die Linsen gegeneinander verschiebt, muss nicht nur besonders genau arbeiten, sondern heutzutage auch sehr schnell, um den Ansprüchen moderner AF-Steuerungen zu genügen!

Insgesamt ist es schon erstaunlich, was der Wettbewerb als solcher immer wieder hervorbringt – und das zu erstaunlich günstigen Verkaufspreisen.

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bpp setzt Zeichen für die Zukunft – Förderung für Nachwuchs und neue Mitglieder​

Ein Impuls zur Stärkung der People- & Portrait-Fotografie im Wandel der Branche

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Der bpp | bund professioneller people- & portraitfotografen gibt den Start einer Initiative zur Förderung von Qualität, Vernetzung und Zukunftsfähigkeit der Branche bekannt. Neue Mitglieder erhalten 25 % Rabatt auf das erste Jahr ihrer Mitgliedschaft. Zusätzlich öffnet der bpp seine Türen für den Nachwuchs: Auszubildende sowie Studierende aus dem Bereich Fotografie und Bildgestaltung können ab sofort kostenlos Mitglied werden, solange sie sich in Ausbildung oder Studium befinden. Mit diesen Maßnahmen fördert der bpp gezielt die Entwicklung junger Talente und treibt gleichzeitig die Professionalisierung der People- und Portraitfotografie in Deutschland und Europa weiter voran.

Zukunftssicherung durch Förderung, Weiterbildung und Vernetzung​

„Die Fotobranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: Technologischer Fortschritt, neue Medienformate und veränderte Kundenanforderungen verlangen neue Denkweisen und Kompetenzen“, erklärt Sebastian Weißmann, Geschäftsführer des bpp.

Der bpp versteht sich als Plattform, die professionelle Fotografinnen und Fotografen dabei unterstützt, diesen Wandel aktiv mitzugestalten. Neue Mitglieder profitieren von einem starken Netzwerk, gezielter Weiterbildung und exklusiven Vorteilen, die praxisnah auf aktuelle Entwicklungen der Branche reagieren:
  • Persönliche Weiterentwicklungspläne für fachliches, kreatives und
  • unternehmerisches Wachstum
  • Kostenfreier Support, Mentoring und Rechtsberatung
  • Austausch auf Augenhöhe in einer professionellen Gemeinschaft
  • Workshops, Webinare und Events mit internationalen Referentinnen und
  • Referenten
  • Wettbewerbe und Zertifizierungen nach internationalen Standards
  • Besondere Konditionen bei Marken wie Canon, Sony, Profoto, Wacom u.v.m.
  • Europäisches Netzwerk für Kooperation und Erfahrungsaustausch

Nachwuchsförderung als Investition in die Zukunft​

Mit der neuen kostenlosen Mitgliedschaft für Auszubildende und Studierende der Fotografie, Mediendesign, Bildgestaltung, Visuellen Kommunikation oder verwandter Studiengänge setzt der bpp ein starkes Signal für Nachwuchsförderung. „Damit schlagen wir eine Brücke zwischen Ausbildung, Berufseinstieg und professioneller Etablierung“, fügt Weißmann hinzu. „Besonders wertvoll ist der Austausch zwischen den Generationen – junge Talente bringen frische Perspektiven, erfahrene Mitglieder geben Orientierung und Stabilität.“

Die kostenlose Mitgliedschaft gilt für die gesamte Dauer der Ausbildung oder des Studiums. Nach erfolgreichem Abschluss profitieren die Nachwuchsmitglieder automatisch von einer vergünstigten Mitgliedschaft (199 € netto pro Jahr) für zwei weitere Jahre, bevor sie in die reguläre Mitgliedschaft übergeht.

Details zu den Initiativen​

Laufzeit der 25 %-Aktion: bis 31. Dezember 2025
Kostenlose Mitgliedschaft für Studierende und Auszubildende: fortlaufend verfügbar (Nachweis durch gültigen Studierenden- oder Ausbildungsnachweis erforderlich)
Registrierungen & Teilnahmebedingungen unter https://bpp-landingpage.onepage.me/
Der bpp empfiehlt eine frühzeitige Registrierung. Um neue Mitglieder bestmöglich zu integrieren und individuell zu begleiten, erfolgt die Aufnahme derzeit in begrenzten Etappen.

Mehr Infos hier:

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Der August-Sander-Preis für Porträtphotographie, gestiftet von Ulla Bartenbach und Prof. Dr. Kurt Bartenbach, wird in Zusammenarbeit mit der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur, Köln, im Jahr 2026 zum fünften Mal vergeben. Mit der Auslobung des Preises verbindet sich die Idee, junge zeitgenössische künstlerische Ansätze im Sinne der sachlich-konzeptuellen Photographie zu fördern. Vor dem Hintergrund der bedeutenden Porträtphotographien von August Sander sollen sich die photographischen Werke der Bewerber*innen vorrangig auf das Thema des menschlichen Porträts beziehen. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen.

Teilnahmeberechtigt sind nationale und internationale Künstler/innen, die ab dem 1. Januar 1986 geboren wurden, mit dem Schwerpunkt Photographie. Der Preis ist mit 5.000 € dotiert. Dazu richtet die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur nach Möglichkeit und individueller Abstimmung eine Ausstellung mit Arbeiten der Preisträger*in aus.

Für die Einreichung eignet sich eine schon weitgehend erarbeitete Serie, aus der maximal 20 photographische Abzüge eingeschickt werden sollen. Es werden nur Arbeiten zur Begutachtung herangezogen, die einer thematisch gebundenen Bildgruppe oder Sequenz folgen, Einzelbilder bleiben unberücksichtigt. Die vorgelegten Werke sollen bei anderen Wettbewerben noch keinen Preis erhalten haben.

Die Jury setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen: Dr. Anja Bartenbach, Stifterfamilie, Köln; Dr. Franziska Brons, Kunsthistorikerin, Berlin; Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln; Jean-Paul Deridder, Kurator, Brüssel; Andreas Mader, Photograph, Winterthur.

Im Mai 2026 wird eine Shortlist veröffentlicht. Die Preisträger*in, resultierend aus der Shortlist, wird im Juni 2026 bekanntgegeben. Die Preisvergabe findet im September 2026 in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in feierlichem Rahmen in Köln statt. Einsendeschluss ist der 27. Februar 2026.

Mehr Infos hier:

© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Hersteller/Veranstalter l Fotos: D. Doeblin, Hersteller/Veranstalter
 
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