
27. September 2024
Angetestet: Spyder und Spyder Pro von Datacolor

Der Spyder (Kolorimeter) von Datacolor ist mir seit vielen Jahren ein wichtiger Begleiter zur Kalibrierung meiner Monitore und meines Workflows. Die bis dato aktuelle Version bei mir ist der Spyder X2 Ultra, den ich sowohl bei der Hard- als auch bei der Software-Kalibration einsetze.
Da sich auch die Welt der Monitore stetig durch neue Technologien verändert, hat Datacolor jetzt die aktualisierten Versionen Spyder und SpyderPro präsentiert. Diese wurden für die neusten Monitor-Technologien wie OLED-, Mini-LED und Apple Liquid Retina XDR-Displays entwickelt, so dass die bekannt hohe Präzision in der Monitorfarbkalibrierung jetzt auch für neuste Monitortechnologien zur Verfügung steht. Die vielseitigen Werkzeuge von Datacolor versetzen die User in die Lage, mit präzisen Farben auf all ihren Monitoren zu arbeiten und Content zu erstellen, und die Ergebnisse kontrollierbar macht.
Datacolor stellt mit dem Spyder und dem SpyderPro eine neue Monitorkalibrier-Sensor-Generation vor.

Die beiden Neuen kommen im bekannten Design daher.

Die intuitive Benutzeroberfläche der Software beider Spyder führt sowohl Anfänger als auch Profis schnell und einfach durch den Kalibrierungsprozess, der Farbgenauigkeit und Konsistenz beim Workflow gewährleistet. Die Funktionen sind auf die spezifischen Arbeitsanforderungen von Fotografen, Videofilmern und Content Creatoren zugeschnitten.

Die beiden neuen Varianten sind mit dem neuen Device Preview -Feature (aktuell noch in der Beta-Version) ausgestattet. Mit dieser Funktion kann geprüft werden, wie Bilder auf einem Smartphone oder Tablet wirken. Dafür kann man bei Datacolor hinterlegte Farbprofile aktueller Smartphones und/oder Tablets auf die Bilder in der Spyder-Software anwenden und simulieren.

Vergleich mit hinterlegtem „Datacolor Google Pixel 8“.
Diese neue Funktion ist vor allem für Nutzer hilfreich, die wissen wollen wie die Farben ihrer Bilder auf verschiedenen Endgeräten wirken. Darüber hinaus lässt sich, wie vorher auch schon, bequem ein Softproof der eigenen Bilder für den (Selbst-) Druck durchführen, der zeigt wie die Fotos auf Papier aussehen werden.
Der SpyderPro bietet zusätzlich vielfältige Kalibrierungseinstellungen für vollständig individualisierbare Workflows sowie Display-Analysen und unterstützt die Kalibrierung für High-Brightness-Monitore. Zudem enthält er Video-/Kino-Targets für konsistente Farben im gesamten Produktionsworkflow und die Möglichkeit, mit der StudioMatch-Funktion Farbkontinuität über mehrere Monitore hinweg sicher zu stellen.
Der Ablauf der eigentlichen Kalibrierung hat sich nicht verändert (s. unten).
Kleiner Exkurs: Warum Kalibrieren?
Wie wir wissen, gibt es in der Fotobearbeitung Farbprofile für jedes Gerät (Hardware) im Workflow und Farbräume für jedes digital aufgenommene Foto, sofern es die RAW-Konvertierung hinter sich hat. Wir haben also Farbprofile für Kameras, Monitore, Scanner und Drucker, meist ICC-Profile genannt. Die Fotos, die wir digital aufnehmen, bekommen Farbräume zugewiesen. „Ein Farbraum beruht auf einem Farbmodell und ist zugleich eine spezifische Abbildung dieses Farbmodells in einem allgemeinen Farbraum“ (Wikipedia). Die wichtigsten für unsere Fotografie sind: sRGB, Adobe-RGB, ProPhoto-RGB, LAB und das CMYK-Farbmodell. Alle Anzeigegeräte arbeiten ausschließlich im RGB-Modus, hier werden die Farben Rot, Grün und Blau additiv gemischt. Ein Farbdrucker hingegen erzeugt die Farben subtraktiv (CMYK-Modell).Damit die aufgenommenen Fotos auf unseren Monitoren möglichst so abgebildet werden, wie wir sie in Natura sehen (gesehen haben), muss unser Workflow (und die Kette der Geräte) aufeinander abgestimmt werden. Bei Monitoren unterscheidet man noch zwischen Hard- und Software-Kalibrierung. Für die Foto- und Video-Bearbeitung gibt es in den oberen Preissegmenten spezielle Monitore, die über eine Hardwarekalibrierung verfügen. An diese Geräte kann ein Kolorimeter (z.B. einen Spyder) angeschlossen werden, und dann mit einer herstellerspezifischen Software eine Kalibrierung vorgenommen werden. Bei allen anderen Monitoren, wie auch in diesem Kurz-Test, wird eine Software-Kalibrierung vorgenommen.
Die Kalibrierung eines 27 Zoll 4-K-Monitors
Die entsprechende Software für den Spyder Pro kann man sich von der Homepage der Firma Datacolor herunterladen. Wenn die Installation abgeschlossen ist, kann man den Spyder selbst mittels eines USB-Anschlusses mit dem Rechner verbinden. Anschließend muss man das Gerät initialisieren und bei Datacolor registrieren. Nach der Eingabe der Seriennummer generierte die Software einen Lizenz-Code. Mit diesem Lizenz-Code kann man die Software später jeweils auf anderen Rechnern installieren und dort dann einen oder mehrere Monitore kalibrieren.
Nach Anbringen des Spyders, hier mittels Stativ, wird zuerst die Raumhelligkeit (Umgebungslicht) gemessen und ein Zielwert für den Abgleich festgelegt. Im ersten Durchgang wird dann erst die Helligkeit des Backlights eingestellt. Danach wird die eigentliche Kalibrierung durchgeführt.

Beim Kalibrierungsvorgang werden verschiedene Grauwerte und die RGB-Farben gemessen und abgeglichen.

Zum Abschluss des Kalibrierungsvorgangs wird dann wieder das Vorher-/Nachher-Fenster (Links) und eine Darstellung des Ergebnisses (rechts) als Farbraum eingeblendet.
Anschließend wird das Ergebnis als usereigenes Profil abgespeichert und fortan von der Grafikkarte beim Start des Computers und Monitors abgerufen und benutzt. Die Kalibrierung sollte man in regelmäßigen Abständen wiederholen, um gleichbleibende Ergebnisse zu garantieren!
Da bei einer Hardware-Kalibrierung der Spyder lediglich als Sensor (Kolorimeter) genutzt und die Kalibrierung durch die herstellereigene Betriebssoftware des jeweiligen Monitors erledigt wird, sollte man sich vor dem Einsatz der neuen Spyder vergewissern, dass der jeweilige Monitor und die Software miteinander harmonisieren.
Fazit
Die Software von Datacolor ist gut strukturiert und in der Anwendung überhaupt nicht kompliziert! Für diejenigen, die schon Monitore/Endgeräte mit den neuen Technologien haben oder in Kürze anschaffen wollen, kann ich die neuen Spyder von Datacolor daher empfehlen! Meine Bewertung:
Mehr Infos hier:
Spyder Monitor-Kalibratoren - Datacolor Spyder
Der Experte für die Farbindustrie, Datacolor, bietet außergewöhnliche Farbmanagement-Tools wie Spyder-Kalibratoren für visuelle Gestalter und farbkritische Arbeiten.
www.datacolor.com

Jessica Backhaus. Plain Soleil

Eine farbintensive Form- und Lichtstudie von einer der wichtigsten Vertreterinnen zeitgenössischer Fotografie aus Deutschland.
Nach ihrer Serie aus der Veröffentlichung A Trilogy (2017), unternahm Jessica Backhaus eine s.g. transformative Erkundung, indem sie die Beschränkungen mimetischer Fotografie überwand und sich in die Tiefen der Abstraktion vorwagte. Cut Outs (2021) repräsentierte den endgültigen Durchbruch in eine neue kreative Phase und führte eine innovative Form der Abstraktion ein. In Plein Soleil, präsentiert Backhaus eine beeindruckende visuelle Symphonie, in der vor allem das Zusammenspiel von Farbe, Oberfläche und Form heraussticht und die Form als dominierendes Element regiert. Die Bilder, die eine komplexe visuelle Sprache verwenden, sind noch radikaler und kompromissloser als jene im vorherigen Projekt. Durch minimalistische Kompositionen von Realitätsfragmenten schafft sie Bilder, die das Gewöhnliche überschreiten und die Zuschauer in vibrierende, leuchtende Welten voller Lebensenergie transportieren. Mit den einfachsten Materialien - verschiedenfarbigen Papieren, texturierten Oberflächen und glänzendem Sonnenlicht - strahlen die Bilder von Jessica Backhaus eine fesselnde Anziehungskraft aus. Das Spiel von Licht und Schatten, zusammen mit ihrer akribischen Anordnung von Formen, lädt das Publikum ein, sich in dem betörenden Tanz von Farbe und Form zu verlieren. Mit Plein Soleil, erforscht Jessica Backhaus die fotografischen Möglichkeiten der Abstraktion. Jessica Backhaus zeigt sich als talentierte Farbgestalterin, die Kompositionen wie architektonische Modelle anordnet, stets auf der Suche nach den strahlendsten Farben, die einander ergänzen. Sie beherrscht Licht und andere Elemente, um diese überraschenden räumlichen Strukturen zu kreieren. Sie malt nicht mit Farben; sie formt sie. Es wird hier nicht versucht zu vereinfachen, sondern im Gegenteil, die Autonomie der fotografierten Farbe wird erforscht und von den Zwängen des Sujets befreit. Die in ihrer Tiefe behandelten farbigen Papiere, deren Komplexität visuell erfasst werden kann, besitzen ein Eigenleben. Dies ist die Rolle, die die Fotografin sich selbst gegeben hat, um uns von der unendlichen Vitalität farbiger Schwingungen zu erzählen und ein von Konventionen unabhängiges Farberlebnis zu fördern.
Aus dem Vorwort von Christiane Stahl: „Sie überlässt sich dem offenen Feld für das Unbekannte und kreiert Bilder, die mit einer solchen Leichtigkeit und spielerischen Unbekümmertheit daherkommen, dass sie nicht aus der Ratio heraus geboren worden sein können; sie sind optimistisch, hell, leuchtend, beschwingt und unbeschwert und sie haben eine lebensbejahende Kraft. Jessica Backhaus als Fotografin und nicht als Künstlerin zu bezeichnen, greift zu kurz. Plein Soleil zeigt, dass ihre Referenzen nicht im Fotografischen verankert sind, sondern in der Musik, dem Tanz, dem Film, und vor allem in der Malerei. Ihrer Inspirations-momente gibt es viele: die kleinformatigen, abstrakten Gemälde von Etel Adnan, oder die amerikanische Farbfeldmalerei des Ab-strakten Expressionismus von Mark Rothko, Helen Frankenthaler oder Clyfford Still, was wenig verwundert, zumal sie 14 Jahre in New York lebte und die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Auch ihre Leidenschaft für die europäische Malerei hat deutliche Spuren hinterlassen, allen voran die organischen Formen von Hans Arp und Joan Miro, oder die Reduktionen auf Grundformen und abstrakte Bildelemente von Bauhaus-Künstlern wie Oskar Schlemmer und Wassily Kandinsky Dabei liegt das tiefe Ultramarinblau von Yves Klein allem zugrunde.“

Das Fotobuch der erfolgreichen Fotografin zeigt auf, wie nicht reale Fotografie hinsichtlich von Struktur, Form und Farbe den fotografischen Horizont im positiven Sinne beeinflussen und trainieren kann. Ich möchte jedem, der sich intensiv mit Farbfotografie beschäftigt, ans Herz legen, sich mit diesem Buch zu beschäftigen!
Jessica Backhaus gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der zeitgenössischen Fotografie in Deutschland. Ihr Werk wird international ausgestellt und gesammelt. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Jessica Backhaus Plein Soleil. Text von Christiane Stahl, gestaltet von Hannah Feldmeier. Freirückenbroschur, 28 x 36 cm, 96 Seiten, 41 Farbabbildungen, Englisch.
Kehrer Verlag Heidelberg
ISBN: 978-3-96900-163-9
Preis: 48 €
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Mehr Infos hier:
Jessica Backhaus - Kehrer Verlag
Nach ihrer Serie aus der Veröffentlichung A Trilogy (2017) unternahm Jessica Backhaus eine transformative Erkundung, indem sie die Beschränkungen mimetischer Fotografie überwand und sich in die Tiefen der Abstraktion vorwagte.

Adolf W. Unger. Fotoausstellung in Celle

Lassen wir A.W. Unger selbst zu Wort kommen:
Als ich vor etwa sechzig Jahren in dieser Stadt die Fotografie für mich entdeckte, konnte ja keiner ahnen was mal daraus wird. Die Familie und andere die es auch nicht besser mussten, haben es gleich gesagt, Fotografie ist eine brotlose Kunst. Am Anfang las ich alle Bücher über Fotografie die es in der Stadtbibliothek Celle gab, ich durfte bei Fotografen zuschauen, im Fotolabor helfen, besuchte Fotokurse, auch an der VHS Wedemark. Ab 1977 wurde ich selber Dozent für Fotografie, und viele Jahre war es „nur“ ein Hobby.

Meine Fotografischen Lehrjahre: 1979 ging ich beruflich von der Drehbank in den Fotohandel. Über Kunden kam es zu Kontakten mit Zeitungen, Magazinen, Agenturen, Presseabteilung, Firmen. 1983 machte ich mich selbständig mit Büro, Studio und Fotolabor in Hannover. Bis 1998 hatte ich tausende Filme belichtet und Entwickelt, tausende Fotos auf Fotopapier vergrößert. Ich wechselte zur Digitalfotografie, Fotos wurden nun digital bearbeitet und mittels Computer und Drucker und ausgeprintet. Bis 2007 hatte ich neben Pressefotos dann wohl zu viel im Studio bei künstlichem Licht fotografiert. Ich machte das Studio zu, nahm Kameras, Objektive, Laptop, ein paar Klamotten und flog in die Dominikanische Republik. 3 Monate Urlaub waren geplant. In den kleinen Küstenort Cabarete hatte mich ein Freund eingeladen. Nach ein paar Fotos vom Land und den Menschen, faszinierte mich die Surf Fotografie, die Wellen, die hellen Strände mit ihren Kokospalmen. Es entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit dem Surfverband der Dominikanischen Republik und anderen Surf Events, und aus drei Monaten wurden Jahre!
Es war immer schon mehr die lebendige, die Reportage Fotografie mit Menschen, die mich interessiert hat. 2011 war ich zurück in Hannover. Bis 2021 flog ich immer wieder mal rüber, zu Strand und Palmen, zu den Surfern, zu Freunden. Auch nach Portugal zu den höchsten Wellen der Welt. Nun in Rente fotografierte ich noch ab und an mal Motorsport und eben manchmal auch in Celle, wo ich seit 2020 wieder lebe. Die Fotos und Reportagen dieser Ausstellung, sind digital fotografiert, und nach 2007 entstanden. Sie sind ausgesucht aus tausenden Fotos, und so manches Foto hängt schon seit Jahren auch in mir.

Ich danke Street und Art, der Stadt Celle, Birgit Nieskens, meinem Freund Achim und allen die geholfen haben, meine Fotos hier in diesem Freiraum auszustellen. Ich wünsche Ihnen ein paar sehenswerte Minuten und nette Gespräche. Natürlich bin ich immer für Sie da, zu einem Gespräch, zu meinen Fotos, zum Thema Fotografie, zur Fototechnik, Fotoausrüstung.
Fotoausstellung Freiraum Celle
Fotos/Reportagen von Adolf W. Unger
Schuhstr. 3, 29221 Celle
Vom 23.09. bis zum 15.10.2024
Öffnungszeiten: Täglich 12 – 18 Uhr
Weitere Infos:
Projekt FREIRAUM: kreative und kulturelle Plattform in Celle
Projekt FREIRAUM ist die kreative und kulturelle Plattform für Kulturschaffende im Herzen der Stadt Celle
freiraumcelle.de
© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Hersteller/Veranstalter l Fotos: D. Doeblin, Datacolor, Kehrer Verlag, A.W. Unger