Komponenten und Merkmale der Bildkritik

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Wenn alle so dächten, würdest Du noch mehr Zeit sparen, denn zumindest unsere Community gäbe es nicht mehr.

Für mich sind Bilder und die Diskussionen über Bilder das Salz in der Suppe. Müsste ich hier nur noch das technische Geschrubbel lesen müssen, hätte ich dieses Projekt schon seit Jahren über.

Ich habe aufgehört Bildkritiken abzugeben.

Warum?

Weil ich zu ehrlich und direkt war.
Manche Leute konnten das nicht vertragen
und deshalb bin ich vom Administrator aus einem anderen Fotoforum entfernt worden.

Ist aber gut so. Ich spare mir dadurch viel Zeit.
 
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Weil ich zu ehrlich und direkt war.

Ich bin auch gerne und häufig ehrlich und direkt.

Aaaaber. Irgendwann sollte man eben einsehen, wie ich es oben schon geschrieben habe, daß es Granitklötze unter den Menschen genauso gibt wie Mimosen.
Und auf empfindliche Pflänzchen sollte man Rücksicht nehmen.

Das sollte man irgendwann lernen, selbst wenn es schwerfällt und lange dauert. - Bei mir dauert es schon ein halbs Leben und fertig bin ich damit noch nicht. - Doch Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, sagt man ja.

Beste Grüße, Christian
 
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Ich finde es interessant, daß hier eine lebhafte und engagierte Diskussion entsteht, wie wir Bilder diskutieren. Ich würde mir wünschen, daß solche Diskussionen öfter im Forum ""Foto-Diskussionen" geführt werden. Würde also der Vorschlag von Klaus zu mehr/besseren Diskussionen führen? Ich weiß es nicht, es wäre aber einen Versuch wert. Ich habe schon das Gefühl, daß sonst die Bildkritik von Aussterben bedroht ist.

Hier wurde viel zu Empfindlichkeiten gesagt. Warum schreiben wir nicht über ein Forum für Bildkritik den einfachen Warnhinweis "Hier gibt’s Kritik, kann auch mal daneben gehen, da mußt Du durch". Wer das nicht aushalten kann/will, zeigt seine Bilder eben in den Bilderforen.

Ich bin gerne bereit, mal eine etwas harsch formulierte Kritik einzustecken. Ich bin fest überzeugt, daß ich dafür viel Feedback bekomme, viel lernen kann und aus einer lebhaften Diskussion, in der viele Aspekte kontrovers beleuchtet werden, viel mehr mitnehmen kann.

Ich plädiere dafür, die Vorsicht mal in der Schublade zu lassen und die Teilnehmer hier zum offenen (aber sachlichen) Wort zu ermutigen.

Gruß, Lon
 
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Interessanter thread. Das meiste ist schon gesagt.
Das Anliegen von Klaus ist berechtigt. Fundierte Kritiken sind selten, eine Anleitung als Checkliste wäre da nicht schlecht. Hier bieten sich die anonymen Bilder an, da man ja vorurteilsfrei kritisieren muss.
Aber bitte keine für jeden Kritiker zwingenden Abfragen, sonder schlagwortartige Hinweise direkt als Unterzeile zum geposteten Foto, wozu man bei einer Kritik Stellung beziehen sollte.
Z.B:
1) Ist das Bild gelungen, was technische Details anbelangt: Schärfe, Belichtung, Farbsättigung, Kontraste
2) Bildkomposition:
Gibt es ein einzelnes Motiv? Wie ist seine Position im Bild zu beurteilen? (1/3-Regel)
Gibt es eine Linienführung für den Blick des Betrachters, um ihn harmonisch durch das Bild zu führen um dann zu einem ruhenden Pol zu gelangen, z.B . bei Landschaftsfotografie.
3) Welche Assoziationen weckt das Bild in mir:
Eher keine, nur kurz gucken
Länger gucken und nachdenklich werden, dann sind auch innere Reaktionen im Spiel, die ich evtl. erfassen und beschreiben kann.
4) jetzt sind wir dicht an der Bildaussage: Hat das Bild für mich eine Ausstrahlung/Aussage: abstrakte Gefühlsaussage von Wärme, Geborgenheit, oder Angst, Einsamkeit
oder steckt eine verbal zu formulierende Botschaft dahinter?
Politisch, religiös, gesellschaftskritisch? Will es ein Zeitgeschehen symbolisch aufgreifen?
Will es einfach nur ästhetisch sein durch Formen, Farben, Linien die zum bildhaften Verweilen einladen, ohne konkrete Botschaft?

Das sind so die Dinge die mir - nicht immer - durch den Kopf gehen.
Wenn man das in komprimierter Form als Anrgegung zur Formulierung einer Kritik anbietet,. würden sich vielleicht bessere Kritiken ergeben oder auch nicht so erfahrene Bildbetrachter sich eher mal an eine Kritik wagen oder selbst was zeigen, weil sie einen Rahmen der gewünschten Kritik vorformuliert finden?

Hab da keine so feste eigene Meinung, wie und mit welchem Ergebnis sich das umsetzen läßt. Wäre aber doch mal einen Versuch wert.
Das Forum leidet schon etwas an techniklastigen Threads.
Wäre schön, wenn man öfter mal beispielhafte gute Kritik lesen und zum Vorbild nehmen könnte.

Martin
 
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Fundierte Kritik erfordert Erfahrung. Punkt.

Im Falle der Bildkritik bedeutet dies Seh-Erfahrung.
Und die sammelt man am besten in Museen jeder
Art und Epoche anhand von Bildern jedlichen Stils.
Wobei es bei Beurteilungen von Fotos durchaus
nützlich ist, auch und gerade die Geschichte der
Fotografie èn detail verinnerlicht zu haben.

Denn auch wenn Kritik naturgemäß stets subjektiv
ist, stützt sich gute immer auf objektive Kriterien
bzw. Vergleichsmaßstäbe.

Wer dazu auch noch über die theoretischen bzw.
kunst- / fotohistorischen Komponenten verfügt
und – nicht zu vergessen, aber äußerst wichtig –
auch über das sprachliche Handwerkzeug verfügt,
dem dürfte es nicht schwerfallen, zu dem Objekt
seiner Kritik sich angemessen zu äußern.


Als Intermezzo erinnere ich an Georg Kreisler:






Als erfahrener Kritiker erlaube ich mir darüber
hinaus den Hinweis, daß die Wahl der Maßstäbe
von elementarer Bedeutung ist:

So ist die Leistung eines Schulorchesters anders
zu beurteilen als die eines Profi-Orchesters.

Anders gesagt:
Ein Foto von z.B. [MENTION=62181]Telewatt[/MENTION] (Jan) darf, ja muß
ich anders, durchaus strenger bewerten als jenes
eines blutigen Anfängers.

Aber eines ist auch klar:
Fairness und klare Kriterien verdienen beide
uneingeschränkt und gleichermaßen.



 
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Als erfahrener Kritiker erlaube ich mir darüber
hinaus den Hinweis, daß die Wahl der Maßstäbe
von elementarer Bedeutung ist:

So ist die Leistung eines Schulorchesters anders
zu beurteilen als die eines Profi-Orchesters.

Anders gesagt:
Ein Foto von z.B. [MENTION=62181]Telewatt[/MENTION] (Jan) darf, ja muß
ich anders, durchaus strenger bewerten als jenes
eines blutigen Anfängers.



sehe ich anders, sollte ein "Werk" nicht für sich allein stehen??
Wenn du schreiben würdest "für dich ist das Foto ja ganz gut,- für Jan wäre es scheiße" wäre ich ziemlich beleidigt sein!!
Entweder ist ein Foto ok oder nicht, egal wer es fotografiert hat.
Falls Jan bei der Kritik immer 100 Punkte bekommt und ich immer nur 13, fände ich das nicht schlimm!! aber ich brauche keinen "BehindertenBonus"
charly
 
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sehe ich anders, sollte ein "Werk" nicht für sich allein stehen??
Wenn du schreiben würdest "für dich ist das Foto ja ganz gut,- für Jan wäre es scheiße" wäre ich ziemlich beleidigt sein!!
Entweder ist ein Foto ok oder nicht, egal wer es fotografiert hat.
Falls Jan bei der Kritik immer 100 Punkte bekommt und ich immer nur 13, fände ich das nicht schlimm!! aber ich brauche keinen "BehindertenBonus"
charly

Ich finde es jetzt ziemlich extrem, wie du es darstellst. Natürlich muss man bei der Bewertung mit diesem Fäkalwort beleidigt sein. Summasummarum gebe ich Sven jedoch recht. Nach deinem Prinzip müsste ich als Führungskraft die Ergebnisse der "alten Hasen" loben und herausstellen, während ich an den Ergebnissen der Anfänger herumnörgel. Mach ich aber nicht, weil ich die Leute ja motivieren und entwickeln will - und das passt auch auf den Schulchor und auf den Knipsanfänger. In beiden Fällen kann unsensible - aber nach technischen Grundsätzen richtige - Bewertung dazu führen, dass Talente unentdeckt bleiben. Wäre doch schade.
 
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sehe ich anders, sollte ein "Werk" nicht für sich allein stehen??
Wenn du schreiben würdest "für dich ist das Foto ja ganz gut,- für Jan wäre es scheiße" wäre ich ziemlich beleidigt sein!!
Entweder ist ein Foto ok oder nicht, egal wer es fotografiert hat.
Falls Jan bei der Kritik immer 100 Punkte bekommt und ich immer nur 13, fände ich das nicht schlimm!! aber ich brauche keinen "BehindertenBonus"
charly


Das ist sicher der richtige Ansatz für einen Fotowettbewerb, aber hier im Forum sehe ich das durchaus differenzierter.
Wenn man eine Weile hier ist und die Leute ein wenig "kennen gelernt" hat, weiß man ihre Bilder schon unterschiedlich einzuschätzen.

Ein Beispiel:
Ich sehe ein Portrait.
Wenn ich weiß, das Bild ist von A, Profi mit eigenem Studio etc., dann kann ich vielleicht sagen: Ja, ganz nett, aber von dir habe ich schon deutlich bessere Bilder gesehen. Bei diesem hier gefällt mir der Schnitt oder der Blick oder irgendwas nicht so gut.
Wenn ich weiß, das Bild ist von B, Anfänger zumindest im Portrait-Bereich, die bisherigen Bilder waren gerade so, dass man die Person erkennen konnte. Hier kann mir auffallen, dass zum ersten Mal das Licht von der richtigen Seite kommt, die Schärfe an der richtigen Stelle sitzt etc. Ich sehe eine Entwicklung und finde das Bild für B viel besser als seine vorherigen.

Da muss ich doch in der Rückmeldung an A und B Unterschiede machen und kann nicht beide mit derselben Latte messen.

Wenn meine Kritik dem Fotografen weiterhelfen soll.

Nicht in einem Wettbewerb, hier müssen natürlich alle Bilder nach gleichen Maßstäben bewertet werden.

Ich wäre als A absolut nicht beleidigt, wenn mir jemand sagen würde, für meinen Entwicklungs-/Lernstand ist das Bild ganz gut gelungen, auch wenn es an das Niveau der Portraits von B noch lange nicht heranreicht. Ich sehe mir dann die Bilder von B genau an und versuche herauszufinden, wie er das macht, um daraus zu lernen.
 
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Welche Kriterien soll man anlegen?

Ein Jürgen Teller Foto (harte Schlagschatten vom Aufsteckblitz) würde hier garantiert durchfallen.
 
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Ich meine grundsätzlich folgendes:

Der Fotograf / die Fotografin

1. Man sollte, wenn man seine/ihre Bilder in die Öffentlichkeit stellt damit rechnen, dass sie in irgend einer Form kommentiert werden.
2. Im NF weiss man, dass man es wünschen kann, ob sein/ihr Bild diskutiert, kritisiert oder nur betrachtet wird (Foren und Unterforen)
3. Mann sollte sich sehr überlegen, wenn man "bewusst" eine Kritik möchte, was man denn eigentlich möchte. Dazu ist es hilfreich, wenn man sich selbst Gedanken dazu macht.


Der Betrachter / die Betrachterin

1. Werden wir eingeladen zum Bild etwas zu sagen, dann tun wir das mit unseren Worten und Möglichkeiten der Betrachtungsweise, der Intuition, unter Wahrung des Respekts und des Anstands.
2. Ich meine nicht - so wie Werner - dass wir unterscheiden müssen, ob es ein Profi ist oder nicht.


Komponenten und Merkmale der Bildkritik

Grundsätzlich, wie ich es bei meinem Eingangsposting getan habe, finde ich die 5 Schritte der Bildkritik unglaublich gut und sehr einladend. Es führt strukturiert und ausgewogen - mit Einschluss des Fotografen - zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit einem Bild. Es beinhaltet sowohl die technischen Kriterien wie auch die "Sofakriterien" wie hell/dunkel, Kontraste, Gestaltung usw.
Der Nachteil ist, dass es halt etwas Zeit braucht.

Und zuletzt möchte ich doch noch von einer Begegnung erzählen, welche mir betreffend "Kritik" doch in Erinnerung ist.

Im Kunsthaus Zürich war lange - vielleicht immer noch - ein Bild von Monet ausgestellt. Es zeigt in zartrosa und grün Tönen auf einer riesigen Fläche Teichrosen. Trotz mehrmaligen Betrachten fand ich den Zugang nicht zu diesem Bild. Wohl aber ist es fantastisch gemalt - soweit ich das als "Nichtprofi" überhaupt beurteilen kann.
 
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Fundierte Kritik erfordert Erfahrung. Punkt.

Im Falle der Bildkritik bedeutet dies Seh-Erfahrung.
Und die sammelt man am besten in Museen jeder
Art und Epoche anhand von Bildern jedlichen Stils.
Wobei es bei Beurteilungen von Fotos durchaus
nützlich ist, auch und gerade die Geschichte der
Fotografie èn detail verinnerlicht zu haben.

Denn auch wenn Kritik naturgemäß stets subjektiv
ist, stützt sich gute immer auf objektive Kriterien
bzw. Vergleichsmaßstäbe.

Wer dazu auch noch über die theoretischen bzw.
kunst- / fotohistorischen Komponenten verfügt
und – nicht zu vergessen, aber äußerst wichtig –
auch über das sprachliche Handwerkzeug verfügt,
dem dürfte es nicht schwerfallen, zu dem Objekt
seiner Kritik sich angemessen zu äußern.

Als erfahrener Kritiker erlaube ich mir darüber
hinaus den Hinweis, daß die Wahl der Maßstäbe
von elementarer Bedeutung ist:

So ist die Leistung eines Schulorchesters anders
zu beurteilen als die eines Profi-Orchesters.

Anders gesagt:
Ein Foto von z.B. [MENTION=62181]Telewatt[/MENTION] (Jan) darf, ja muß
ich anders, durchaus strenger bewerten als jenes
eines blutigen Anfängers.

Aber eines ist auch klar:
Fairness und klare Kriterien verdienen beide
uneingeschränkt und gleichermaßen.




Nette Visitenkarte! ...da bleibst ja nur noch du übrig!

Sorry Sven, aber das ist der dümmste und arroganteste Schwachfug, den ich seit langem gelesen habe.
 
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Oder: Ich finde viele s/w-Fotos altmodisch und langweilig. Soll ich das schreiben?
 
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Du musst doch nichts schreiben. Wer zwingt Dich denn, zu Bildern, die Dir nichts sagen, eine Bewertung abzugeben?

Altmodisch und langweilig sind keine Bewertungkriterien, sondern ein subjektives Gefühl, auf das der Fotograf gern verzichten kann.

Oder: Ich finde viele s/w-Fotos altmodisch und langweilig. Soll ich das schreiben?
 
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Du musst doch nichts schreiben. Wer zwingt Dich denn, zu Bildern, die Dir nichts sagen, eine Bewertung abzugeben?

Altmodisch und langweilig sind keine Bewertungkriterien, sondern ein subjektives Gefühl, auf das der Fotograf gern verzichten kann.

Die Bilder sagen mir ja was: Dass sie so fotografiert sind wie 1970.

Da sind wir wieder am Punkt:
Bitte kritisieren, aber nur wenn es gefällt.

Deshalb: Siehe meinen Beitrag #60.
 
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Manche Beiträge behandelst Du, wie manche Deiner Bildeinstellungen: Bild mit einem Wort/Satz in den Raum schmeissen, so nach dem Motto friss und/oder stirb, Werner.

Hier soll und wird keine Zweiklassengesellschaft geschaffen; mir geht zu Deiner Anmerkung etwas die Begründung ab, warum das so sein kann/wird.

Es soll ein Kriterium geschaffen oder verbessert werden, das insbesondere und auch Anfängern hilft, ihre Fotografie zu verbessern oder auch durchaus Bildern die entsprechende Anerkennung zollt. Bildbewertung muss doch nicht immer heissen, tot machen und zerstören, sondern kann doch auch die Güte und Qualität eines Bildes hervorheben, mit anderen Worten als "toll, klasse, einmalig, sehenswert und so weiter".



Man sollte sich m. E. davor hüten, in einem amateur Fotoforum wie diesem, in dem sich auch ein paar Profis tummeln, eine zweiklassen Gesellschaft zu etablieren. Das schießt auch die "Kritiker" mit ein!
 
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Jupp, das ist ein für Dich negatives Gefühl, andere finden Bilder im 1970er Stil toll, beide Meinungen sagen nichts zur Qualität des Bildes. Und beide Meinungen sind im Hinblick auf die Bewertung eines Bildes, sorry, überflüssig!

Die Bilder sagen mir ja was: Dass sie so fotografiert sind wie 1970.

Da sind wir wieder am Punkt:
Bitte kritisieren, aber nur wenn es gefällt.

Deshalb: Siehe meinen Beitrag #60.
 
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Sorry Sven, aber das ist der dümmste und arroganteste Schwachfug, den ich seit langem gelesen habe.
Werner, da möchte ich deutlich widersprechen. Sven hat von der Sache her schon Recht und assiliisoq hat es noch besser differenziert:
1. Im Wettbewerb wird ohne Ansehen der Person gewertet, und da hat das Schulorchester per se keinerlei Chance gegenüber den "Profis". Das ist Pech für das Schulorchester, aber es hat sich sicherlich auch keine Illusionen darüber gemacht.

2. Bei der Kritik hingegen ist es wertvoll, die Umstände zu berücksichtigen. Das macht dann aus einem "netten" Anfängerbild noch keineswegs etwas gleichrangiges zu einem recht ausgefeilten Könnerbild durch den "Anfängerbonus", aber wie schon richtig beschrieben: ein technisch mäßiges Studioportrait von jemandem, der Erfahrung und großes Equipment hat verreiße ich deutlich kritischer als ein noch "ausbaufähiges" Portraitfoto eines Einsteigers, der sich mit seinen begrenzten Mitteln trotzdem Gedanken gemacht hat und was ausprobiert hat. Das Ergebnis ist ebenso noch nicht wirklich toll, aber er hat aus seinen Möglichkeiten sehr viel rausgeholt, was sich in der Härte der Kritik irgendwie wiederfinden sollte.

Kritik soll nicht nur Verriß sein. Kritik soll stets auch Lob (der guten Ansätze) und Ansporn sein, auch wenn manche nicht in der Lage sind, das so zu erfassen.

CB
 
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Oder: Ich finde viele s/w-Fotos altmodisch und langweilig. Soll ich das schreiben?
Nein, weil das weder dem Bildautor, noch dem geneigten Publikum irgendeinen Fortschritt bringt. Das sind subjektive Geschmackswertungen und die haben in der Bildkritik eher wenig verloren.

Du kannst aber versuchen zu begründen, warum das Bild auf Dich keine besondere Wirkung ausübt, in Verbindung mit einer technischen Analyse, bei der es völlig wurscht ist, ob es sich um 70er-Style-s/w oder schrill-buntes HDR handelt. Das ist der Vorteil der rationalen technischen Analyse: sie geht von allgemein akzeptierten Standards ("Common standards", wie die Angelsachsen sagen) aus, die mehr objektiv als subjektiv geprägt sind.

Welche Kriterien soll man anlegen?
Ein Jürgen Teller Foto (harte Schlagschatten vom Aufsteckblitz) würde hier garantiert durchfallen.
Ich sag's mal so: kommt darauf an... So manche Bildsprache entstammt einer bestimmten Zeit, sei es fotografisch oder auch in der Malerei (es gibt in der Stuttgarter Staatsgalerie einen ganzen Bereich der Moderne nach 1950, wo ich mit fast keinem Bild irgendwas anfangen kann, wenn ich es isoliert betrachte - im zeithistorischen Kontext erschließt sich jedoch ein Zugang zum Stil), was auch heißt, dass das, was einstmals als "grandios" empfunden wurde Jahre später nüchtern analysiert nur störend wirkt. Das zeigt aber auch, dass die reine technische Analyse nicht die ganze Bildkritik darstellen kann, denn so manches bis heute "magisch" wirkende Bild hätte gute Chancen auf Platz 1-3 im Wettbewerb "Gegen die Regeln", den wir im Fotoclub Anfang nächsten Jahres intern durchführen werden (ein Experiment). ;)

CB
 
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