Komponenten und Merkmale der Bildkritik

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Ich glaube, die technischen Aspekte müssten gar nicht unbedingt von jedem bewertet werden. Wir sind hier in einem Fotografie-Forum... Ob das Bild korrekt belichtet ist, scharf ist usw., sehen 90% der Mitglieder gleich, das sind ja völlig objektive Kriterien. Wenn das einer geschrieben hat, reicht das, und es gibt dem Fotografen keinen Mehrwert, wenn die nächsten 10 Leute dasselbe finden [emoji6]

Interessant finde ich den Aspekt, negative Kritik für sich zu behalten, wenn man nicht ausdrücklich danach gefragt wird... Das sehe ich komplett anders und handhabe es auch anders, auch wenn ich noch ein Neuling bin (und hoffe, damit mache ich mich nicht unbeliebt [emoji6]).
Ich persönlich habe nichts davon, wenn ich nur beweihräuchert und gebauchpinselt werde für meine Fotos... Klar gibt es die Lieblingsbilder, auf die man richtig stolz ist und auf die man ungern was kommen lässt... Aber ich will doch besser werden, und wenn ich Fotos in ein fotografie-Forum einstelle, egal ob in die anonyme bildkritik oder sonst irgendwo, dann rechne ich damit, dass ich da nicht nur Bewunderung für ernte, sondern auch Vorschläge, konstruktive Kritik, Hinweise, was mir nicht so gelungen ist. Ich rechne eigentlich nicht nur damit, ich wünsche es mir sogar...

Sorry für die schlechte Groß-Klein-Schreibung, ich tippe mit dem Handy, das WLAN will nicht heute...
 
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Und um genau dieses rein individuelle Gefühl auf eine etwas objektivere Basis zu stellen, denke ich, dass ein Fragenkatalog mit gleichlautender Spezifizierung der wichtigsten Bildbestandteile und Inhalte wertvoll sein kann.

Die Sache mit dem "schmeckt" oder "schmeckt nicht" ist doch eigentlich genau das, was wir im Rahmen einer Bildbeurteilung nicht haben wollen. Ich bestelle im Restaurant ein Steak "medium-rare", weil ich es in diesem Zustand geradezu liebe; mein Nachbar am Nebentisch findet das Steak in diesem "Rohzustand" einfach nur zum Kotzen. Hilfreich für den Koch ist Beides nicht.

Ich denke auch, dass ein Fotograf mit der Beurteilung "gefällt mir" nichts anfangen kann; und ein "gefällt mir nicht" hilft in keinster Weise, seine möglicherweise gemachten Fehler bei der Aufnahme aufzuzeigen oder Hilfestellungen zu leisten.

 
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Ein Schema hin oder her – das kann nicht die Probleme bei der Bildbesprechung (das Wort ist mir lieber als "Bildkritik") in einer Community wie dieser lösen.
Hier prallen einfach zu viele Welten aufeinander...

der "sensible Feingeist" auf den "rotzigen Feldwebel"
der "absolute Anfänger" auf den "(Semi-)Profi mit Jahrzehnte langer Erfahrung"
der "Macro-Blumen-Insekten-Wildlife-Spezialist" auf den "Beauty-Akt-Portrait-Spezilisten"
der "kulturell Interessierte" auf den "Spontanknipser ohne Interesse an der Fotografie als Kunstform"
der "Ich_schmeiß_hier_meine_Bilder_rein_und _will_thanks" auf den "Ich_zeige_hier_meine_Fotos_und_will_besser_werden"
der "HDRI-Photomatix und sonst nix" auf den "alles was `nen Stecker hat ist böse"

und weitere...
Weiter oben wurde es schon erwähnt und ich bin der gleichen Meinung: Man kann die Fotografie in Ihrer großen Vielfalt nicht in Schemata pressen. Ganz abgesehen davon, dass viele Bilder einfach nicht hineinpassen, auch Bildkommentare können kreativ und damit nicht nur "lehrreich" sondern unterhaltsam sein und mit einem Schema nimmt man den Kommentaren diese Möglichkeit/diese Freiheit.


In meinen Augen gibt es einige wichtige Gesichtspunkte, die eigentlich jeder ohne Probleme beachten kann...


1) Respekt

Wir sind hier nicht bei DSDS.
Das Vergnügen besteht hier nicht darin, dass die Bildeinsteller von irgend einem Oberkasper in rüden Worten zur Sau gemacht werden. Das wäre ziemlich einseitig. Es sollten aber beide Seiten etwas davon haben, wenn Bilder gezeigt und kommentiert werden.
Wer hier Fotos zeigt, erwartet zumindest, dass ihm und seinem Bild respektvoll begegnet wird. Das bedeutet, dass man sich als Kommentator einen Moment Zeit nimmt, sich zu überlegen, was der Fotograf im Moment des Auslösens gewollt haben könnte. Das bedeutet weiterhin, dass man seinen Kommentar in Worte fasst, die niemand als Angriff, als Herabwürdigung oder als verletzend empfindet. Auch wenn man sich selbst eher eines etwas rauen Umgangstones befleißigt, kann man nicht davon ausgehen, dass das jeder andere auch möchte.


2) Sensibilität

Die Hauptursache für hochkochende Emotionen bei Bildbesprechungen ist die Sensibilität. Immer dann, wenn sie auf Seiten des Bildeinstellers im Übermaß und auf Seiten des Kommentators nur rudimentär oder gar nicht vorhanden ist.
Wer öffentlich (und ein Forum mit 100.000 Mitgliedern ist verdammt "öffentlich") seine Bilder zeigt, der sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass er/sie und sein/ihr Foto meist nicht der Nabel der Welt sind. Das bedeutet, dass von diesen 100.000 vllt. einige das Foto nicht ganz so toll finden, wie der Fotograf selbst. Und das bedeutet auch, dass es welche gibt, die das in Worte fassen. Wer das nicht bedenkt, der wird irgendwann auch enttäuscht sein, wenn er nicht zufällig ein unentdecktes Riesentalent ist.
Wer öffentlich (und ein Forum mit 100.000 Mitgliedern ist verdammt "öffentlich") Bilder kommentiert, der sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass seine persönliche Meinung - denn nichts anderes ist ein Kommentar - meist nicht der Nabel der Welt ist. Er sollte sich überlegen, ob es Ziel dieser Community sein kann und sein soll, jemanden (ja, hinter den Nicks und Avataren sitzen echte Menschen) vor Tausenden anderen bloßzustellen, denn im Grunde stellt man sich damit vor ebenso vielen anderen auch selbst bloß.


3) Wortwahl

Der Ton macht die Musik.
Das gehört zwar auch irgendwie zu 1) und 2), aber ich halte es für wichtig genug, um es extra zu erwähnen.
Die härteste Kritik wird erträglich, wenn sie nachvollziehbar, begründet und mit Zurückhaltung geäußert wird. Ich halte auch Formulierungen wie "ich persönlich finde", "meiner Ansicht nach" oder Synonyme für sehr hilfreich. Es ist zwar vollkommen klar (sollte es zumindest sein), dass immer nur die persönliche Meinung geäußert wird, aber wenn es so klingt, als wären es ungeschriebene Gesetze und der Bildeinsteller nur zu unerfahren sie zu kennen, dann ist das nicht nur falsch sondern es macht die Kritik auch schwer verdaulich.
Und (damit meine ich beide Seiten!): Es schadet nie, das Geschriebene nochmal daraufhin zu lesen, wie es verstanden werden könnte, nicht alles wird so verstanden, wie es verstanden werden soll.
Noch ein kleiner Tipp für die Suche nach der richtigen Fomulierung:
Kritik, negative Kommentare werden in den allermeisten Fällen härter verstanden, als sie formuliert sind.
Lob, positive Kommentare werden in den allermeisten Fällen zurückhaltender verstanden, als sie formuliert sind.


4) Einschätzung des Anderen

Letztendlich macht es einen großen Unterschied, wer wen kritisiert.
Zum Teil "kennt" man sich im Laufe der Zeit - da gibt es ein paar Vollprofis, die hier Beispiele ihrer Arbeit zeigen, dann gibt es User, die über längere Zeit hinweg ihre persönliche fotografische Entwicklung im Bilderforum und mit den Usern hier ausleben, es gibt die Spezialisten für Reiseberichte, für Insekten- und Blumenmakros, für Wildlife, für Beauty, für Venedig, für Roller und für kleine italienische Autos, es gibt die Spaßvögel mit viel (Hinter-)Sinn für Humor, es gibt die humorbefreiten Vollblut-Wissenschaftler usw.
Wenn man "weiß" wer hinter dem Bild steckt oder wer hinter dem Kommentar steckt, dann kann man beides viel besser einordnen. Weiß man es nicht, kann man nicht davon ausgehen, dass der andere jeden Spaß auch als Spaß versteht, wie viel Erfahrung der andere hat und wie er reagiert. Manchmal ist es dann hilfreich, kurz nachzusehen, ob es schon Fotos oder Beiträge gibt, an denen man sich orientieren kann.

Damit meine ich übrigens nicht den gerne geschriebenen Satz: "Ich hab´ mir mal Deine Alben angesehen und festgestellt, dass Du gar keine Mädels/Makros/Autos/Blumen etc. fotografierst, wie kommst Du dann dazu mein Foto zu kritisieren...?" Wenn vom Kommentator Punkt 1-3 ausreichend befolgt wurden, dann kann die Antwort lauten: "Ich muss kein Koch sein, um zu beurteilen, ob mir das Essen schmeckt".
 
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Es gibt aber genug, denen ein "Klasse!", "gefällt mir" o.ä. in Verbindung mit dem entsprechenden Button völlig ausreicht.
Eine negative Gefallensäußerung oder gar "Belehrungen" werden gar nicht gerne gesehen und gerne mit "Hauptsache mir gefällts" oder "das ist genau so wie ich das wollte" beantwortet...

Übrigens reicht mir selbst tatsächlich von manchen Usern (die, bei denen ich weiß, dass sie Bilder kritisch und mit Sachverstand ansehen) ein schlichtes Wort auch aus, weil ich weiß, dass darin mehr steckt als ein flüchtiger Augenblick.
 
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Sorry, vielleicht habe ich mich im Eingangsposting nicht detailliert genug ausgedrückt; mein Fehler.

Was das Fragenschema betrifft, meinte ich ausdücklich als Ziel die Bilder, die der Einsteller dieser Bilder auch explizit bewertet haben möchte; quasi eine Erweiterung unserer bisher anonymen Bildkritiken.

Mitglieder, die sich der Wirkung ihrer Bilder bewusst sind oder glauben zu sein, eine hinreichend grosse Lobby haben, die ohnehin kritiklos alles friist, was eingestellt und vorgeworfen wird oder die keinen Wert auf eine Beurteilung ihrer Bilder legen, weil sie vielleicht beratungsresistent oder gleichgültig ob der Qualität ihrer Bilder sind, können doch weiterhin hier agieren, wie bisher.

Und natürlich haben wir die guten Fotografen, von denen wir lernen können und wollen und die auch nicht in dieses Schema zu passen sind.

Mir geht es um die, die wirklich und ernsthaft lernen und erfahren wollen, noch nicht perfekt sind und diese Community als Bestandteil ihres Workflows sehen, weiter und vor allen Dingen zielgerichtet in das Thema Fotografie einzusteigen.

 
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[MENTION=1]Klaus Harms[/MENTION]

OK, dann ist mein Beitrag #23 wahrscheinlich auch zu weit gefasst...
 
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Ich finde die Diskussion klasse und mir fällt auch eine Menge dazu ein - dazu später mehr, gerade ist ein bisschen Zeitdruck.

Aber hierzu ganz schnell:

Ich habe versucht, mir anzugewöhnen, zunächst etwas positives zu sagen und dann mit den kritischen Punkten herauszukommen.

Feedback geben und Feedback annehmen fällt vielen schwer. Es hilft oft schon die ganz einfache Form der "Sandwich-Taktik": positiv - kritisch - positiv. Und Impulse geben zum weitermachen. Ermutigen, nicht entmutigen.
 
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Leider ist das aber eins der häufigsten Probleme bei der Werkkritik: der Urheber bezieht die Kritik auf sich persönlich, reagiert eingeschnappt und kontert mit einem patzigen "Mach's erst mal selber besser!". Damit hat man dann die Ebene der Sachlichkeit verlassen und der Prozess der Werkkritik ist am Ende angekommen. Solche Leute wollen aber gar nicht wirklich wissen, ob ihr Werk gut ist. Sie wollen als Narzissten kritiklos beklatscht werden. Ich persönlich bin dazu übergegangen, gegenüber als solchen identifizierten Leuten gar keine Meinung mehr abzugeben - weder in Foren wie hier, noch im "real life" im Fotoclub. Wirkliche konstruktive Kritik zu eigenen Werken zu erhalten muss man sich auch "verdienen", indem man dem (sachlichen!) Kritiker mit Respekt gegenübertritt und zeigt, dass man seine Meinung wertschätzt oder zumindest akzeptiert.

CB
 
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Ja, ich auch.
Völlig wertfrei: Warum sollte man auch seine Zeit für etwas opfern, das der Empfänger gar nicht haben möchte...?
 
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Hier, Klaus, sehe ich aber doch einen Unterschied.
Du bestellst dir beim Koch dein Steak so, wie du es gerne haben möchtest, und er versucht, es möglichst genau so hinzubekommen. Anschließend kannst du dann mit ihm meckern, dass es zu roh oder zu durch war oder ihn loben, dass er genau deinen Geschmack getroffen hat.

Wer von uns macht aber schon Auftragsarbeiten, die anschließend nach den Anforderungen bewertet werden können? Vielleicht einige wenige Sport-, Hochzeits- oder Konzertfotografen.

Bei uns ist die Ausgangslage doch eher so, dass der Koch sein Steak so brät, wie er es für richtig hält.
Und wir sind die Gäste, die dieses Steak nun vorgesetzt bekommen und dazu unsere Meinung abgeben dürfen und damit die Kochkünste bewerten sollen.

Nun sagst du zu seinem "medium"-Steak, es ist hervorragend gelungen. Der am Nachbartisch verzieht das Gesicht und sagt, das ist ja noch ganz roh. Wieder ein anderer mag es nicht, weil es ihm schon viel zu durchgebraten, zu wenig gewürzt, zu dünn, zu groß, ... ist oder er sowieso Vegetarier ist.

Wer hat denn jetzt Recht?

Was bringt das dem Koch?
Allenfalls eine Art Statistik kann ihm nun helfen. Wenn von seinen 100 Gästen die Mehrheit sein Essen (nicht) mag, sieht er evtl. Handlungsbedarf oder Bestätigung.

Nun stell dir vor, die Mehrheit sagt, sie möchte das Steak lieber richtig durchgebraten. Der Koch beschließt also, ab heute nur noch richtig durchgebratene Steaks zu servieren. Statistisch verifiziertes Norm-Steak für den Norm-Gast. Kantine.

Was hast DU nun davon?
Du musst dir dein Steak fortan selbst braten.

Berühmt werden aber die Köche, die kreativ sind und etwas Besonderes anbieten. Die das Steak mit besonderen Gewürzen braten. Das schmeckt dann vielleicht nicht mehr jedem, aber manchen ganz besonders gut.

Gut, dass es viele verschiedene Köche gibt und ich mir aussuchen kann, wo und was ich esse.

Und gut, dass nicht alle normiertes Einheitsessen anbieten.




Guten Appetit!
 
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Jeder Vergleich hinkt, ich weiss. Aber ich denke, dass Ihr wisst, was mein Begehr ist.

Die Zielgruppe sind die Mitglieder mit ihren Bildern, die diese Community gern als Lern- und Wissenspool für gute und bessere Bilder nutzen möchten. Diese Mitglieder haben eine Kamera, ein Objektiv, eine Speicherkarte oder einen Film/ein entwickeltes Bild und möchten wissen, was an diesem Bild gut und/oder was mistig ist.

Und da Fotografie erst einmal ein Handwerk ist, kann ich die handwerkliche Qualität durch immer gleiches Abfragen beurteilen; Beispiele wurden ja schon genannt.

Die Bildwirkung, eine Bildaussage, experimentelle Feinheiten, besondere Bildnachbearbeitungen und gezielte Bildpräsentationen sind sicherlich nicht durch stures Abfragen zu bewerten. Insoweit kann ein Fragenschema auch nur Sinn machen, wenn es individuelle Anmerkungen und Kommentare zulässt.

Und es wird auch so sein, dass dieser "Katalog" seine Grenzen hat, haben muss. Denn alles, was in den künstlerischen Bereich geht, lässt sich schwerlich mit Standards abdecken.

Hier, Klaus, sehe ich aber doch einen Unterschied.
 
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Ich finde bassheimer hat das mit dem Begriff Vielschichtigkeit schon sehr gut formuliert. Dem Fotografierenden wird es immer nur um einen bestimmten Teilaspekt bei seinen Fotografien gehen. Dem Einen sind vielleicht künstlerisch-ästhetische Aspekte wichtig, für einen anderen stehen die technischen Aspekte der Fotografie im Vordergrund. Ein Foto wird selten allen Aspekten/Punkten gerecht werden können und ein 'Techniker' wird die einzelnen Kriterien auch anders gewichten als ein 'Gefühlsmensch'. Deshalb finde ich diese Form der Kathegorisierung auch so schwierig und denke es ist wenig hilfreich bei der Beurteilung nach 'Schema-F' vorzugehen.

Wenn es explizit um Anfänger geht, stehen zwar oft technische Aspekte im Vordergrund, aber die Gefahr besteht, daß man alles auf technische und leicht zu quantifizierende Faktoren reduziert und die künstlerisch-ästhetische Komponente dabei etwas zu kurz kommen würde. Ich denke auch das die Individualität der Antworten gerade den Reiz ausmacht. Einig sind sich scheinbar alle, daß die Art der Beurteilung und die Umgangsfromen wichtig sind. Vielleicht sollte man da ansetzen.

VG

PS: Danke Klaus! Unsere Posts haben sich überschnitten. Du hast ja gerade schon geschreiben, wie Du es meinst.
 
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Ein schneller Gedanke beim Lesen der letzten Posts: Inhaltliche Teilung der Bildbesprechnung!

Ein Forum, in dem technische Aspekte eines Bildes besprochen werden und eins, in dem es mehr um Aussage, Anmutung, Emotion etc. geht.

Für das erste eignet sich eine Checkliste ggfs. noch, für das zweite sicher nicht. Ist jetzt nur einfach mal reingeworfen als Idee ohne länger drüber nachgedacht zu haben.

VG
Peter
 
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Ein schneller Gedanke beim Lesen der letzten Posts: Inhaltliche Teilung der Bildbesprechnung!
Ein Forum, in dem technische Aspekte eines Bildes besprochen werden und eins, in dem es mehr um Aussage, Anmutung, Emotion etc. geht.
Das halte ich deswegen nicht für zweckmäßig, weil sich diese Aspekte nicht so ohne weiteres scharf voneinander trennen lassen bei einer Bildbesprechung. Vor allem wäre der Moderationsaufwand hoch, weil jedes Abweichen von der jeweiligen Methodik unterbunden werden müsste, um diese Trennung aufrecht zu erhalten.

Ich halte viel mehr davon, bei einer Bildkritik jeweils diese Trennung vorzunehmen, d.h. die technischen Aspekte und die "weichen" Aspekte klar (durch Absatz, Nummerierung o.ä.) im Beitrag zu trennen.

Die Problematik insgesamt ist ja auch nicht neu; in meinem Fotoclub kämpfen wir auch gerade damit, Bildkritik systematischer und vor allem emotionsloser, distanzierter zu etablieren, was für diverse fotografische "Newbies" natürlich eine Herausforderung darstellt (gut zu erkennen an den internen Wettbewerben, wo manche Wertungsbögen nach dem DVF-Schema nur zwischen 4 und 6 Punkten pendeln, auch wenn aus Sicht Erfahrener konkret 1-9 oder 1-10 angebracht gewesen wäre, was zeigt, dass der/die so Wertende zum differenzierten Bildbewerten eigentlich noch gar nicht imstande war(en)).

Wir versuchen es jetzt mit einer Standardisierung zumindest in der Rhetorik; Ich-Botschaften vor absoluten Aussagen, Einbeziehung von Technik und Emotion gleichermaßen, aber klar abgegrenzt, usw. Vielleicht funktioniert es, aber der Weg dahin ist noch ein ganzes Stück weit für manch eine. Genau dieses "Ich find' das Bild halt nicht gut, gefällt mir nicht", weil derjenige eben nur bunte Reisebilder aus aller Welt macht und mit anderen Bildsprachen oder Themen nichts anfangen mag, würgt distanzierte Besprechungen leider schnell ab - vor allem, wenn es ein altgedientes und daher meinungsprägendes "Schwergewicht" im Club ist.

CB
 
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...
Die Problematik insgesamt ist ja auch nicht neu...

Nein...

Wir hatten in der Fotoschule einen Dozenten (für journalistische Themen), der der Meinung war, jeder müsse sich vor jedem anderen rechtfertigen können, wenn er seine Fotoserien bewusst und unter Einbeziehung aller möglichen Kritikpunkte fotografiert hat. Er hat deshalb immer eine "öffentliche" Bilddiskussion veranstaltet, bei der sich jeder aus dem Jahrgang zu jedem Bild äußern konnte.

20 junge Fotograf(inn)en, die sich eigentlich irgendwie privilegiert fühlten, weil sie aus 400 Bewerbern ausgewählt worden waren, haben plötzlich gegenseitig Position bezogen.
Am Schluss hat sich der Dozent uns gegenüber auch für die Benotung (die er vorher vorgenommen hatte) gerechtfertigt. Wobei es durchaus vorkam, dass sich eine Note auch mal durch die Diskussion geändert hat.

Es war hart, dauerte oft bis in den Abend, wurde regelmäßig laut, es gab auch mal Tränen und man war sich gegenseitig gram. Aber nachher sind wir meistens noch zum "Abklingen" in die Kneipe und jeder von uns hat in dem einen Jahr etwas gelernt, was jeder Berufsfotograf fürs (Über-)Leben braucht: Mit Kritik - und sei sie noch so unberechtigt - sachlich umzugehen und sich vorher Gedanken über Aufgabenstellungen und Gestaltung zu machen, um in der Diskussion gute Antworten parat zu haben...
 
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Bei jungen Menschen ist das auch noch erfolgversprechend - die Generation 60plus ist leider bisweilen nicht mehr ganz so flexibel in ihrem Willen, sich auf Neues einzustellen und eingefahrene Denkschemata und Muster zu verlassen. Das sage ich ohne jeden Vorwurf, es ist einfach eine Beobachtung aus meinem direkten Umfeld. Oft sind es Leute, die ihren Ruhestand und die viele freie Zeit nach langem Arbeitsleben genießen, einen gewissen fotografischen Standard erreicht haben (und ja oft auch dank viel Zeit viel Energie in manch sehenswerte Bilder stecken können) und letztlich damit auch zufrieden sind. Die sind dann nicht so wirklich offen für aktive wie passive Bildkritik und verfallen sofort in Rechtfertigungen, anstatt Kritik anzunehmen und für sich in zukünftige Handlungsweisen umzusetzen bzw. gehen bei der Kritik fremder Bilder nicht distanziert von eigenen Vorlieben vor.

Damit meine ich keineswegs, dass alle Älteren so handeln, aber bei den "Silberrücken" erlebe ich das signifikant öfter als bei eher Jüngeren, unabhängig vom objektiv beurteilbaren Können. In Clubs dominieren aber meist die Silberrücken...

CB
 
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Ich finde das eine sehr gute Idee und würde mich gerne beteiligen an öffentlichen Bildkritiken. Die Idee mit einer "Checkliste" finde ich grundsätzlich als Anhaltspunkt zum Einstieg in eine Bildbesprechung gut, glaube aber, dass zumindest ich persönlich mit einem frei formulierten Text besser zurecht komme.
Ich bin auch Mitglied in einem Fotoclub und ich liebe unsere Bildbesprechungen!
Es ist zwar nicht immer ganz leicht, das Gehörte zu verdauen, aber meiner Ansicht nach der einzige Weg, sich weiter zu entwickeln und mit der Zeit lernt man auch weniger dünnhäutig zu sein

Der Vorteil ist natürlich, dass man sich "face to face" gegenübersteht und anhand von Mimik, Gestik, Körpersprache schneller merkt, dass der Kritiker einem nicht böses will.

Das ist beim ausschließlich geschriebenen Wort und vor allem, wenn man die Schreibenden überhaupt nicht kennt, sehr viel komplizierter.
Dennoch meine ich, dass es den Horizont erweitert!
 
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Ich sehe bei solchen Bild Kritiken immer das Problem das "Jeder"
glaubt "Er" sei kompetent.
Der Besitz einer Kamera als kleinster gemeinsamer Nenner funktioniert halt nicht.
Wenn ein Blümschenfotograf, seine Meinung zu Gursky Fotos kund tut, oder ein Landschaftsfotograf/Ansel Adam Fanboy meine "geblitzten"BondageFotos beurteilt, kann das sehr fruchtbar sein... geht aber meistens nach hinten los.
Ich habe ein paar mal an Portfolioreviews zB. in Arles teilgenommen,- war ganz witzig aber gebracht hat mir das Null...

vielleicht könnte man ja mit Kategorien arbeiten
Kritik zu Landschaftsfotos
Kritik zu Portraits
Kritik zu Sportfotos
eigentlich schimpfe ich ja immer über Schubladen denken :O)
charly
 
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Freiheit und Kreativität gehen, nach meiner Meinung, Hand in Hand. Nicht nur bei demjenigen, der ein Foto erstellt und dieses zur Diskussion frei gibt, sondern auch bei jenen, die dazu etwas sagen möchten. Eine Kanalisierung aber, das bitte ich hierbei zu bedenken, ist das Ende jeder Freiheit.
Genauso wenig wie ich glaube, dass der Teilnehmer an einem Schreibkurs dort die Fähigkeiten erwerben kann, ein guter Autor zu werden, glaube ich auch nicht daran, dass die Teilnahme an einem Fotokurs jemanden zu einem guten Fotografen machen kann. Das einzige, was an positivem dabei herauskommt ist, dass man handwerklich versierter mit dem jeweiligen Medium umgeht. Mehr nicht! Im günstigsten Falle erleichtert dies, jene Kräfte spielerischer Nutzen zu können, die man dann braucht, um in neue Regionen vorstoßen zu können, im ungünstigsten Falle zerstört es jene Ansätze, die sonst zu einer eigenen Handschrift hätten werden können.
Meine ganz persönliche Erfahrung ist aber, dass wir über das rein technische hinaus, mehr von Vorbildern lernen als durch Kritik. Wenn mich Arbeiten faszinieren, bedeutet dies auch, dass ich einen Zugang zu dieser Sehweise habe. Ich "verstehe" denjenigen, der dies geschaffen hat, und lerne dadurch mich selbst, und auch meine eigenen Möglichkeiten kennen.
Frei formulierte Kommentare sind in diesem Sinne auch Energien, die nicht nur den Einsteller des Fotos bereichern können, sondern auch den Kommentierenden.
 
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