Ich glaube ja offengestanden nicht, daß ein Fragenkatalog, oder 'Schema', bei der Beurteilung eines Bildes wirklich hilfreich ist.
Eigentlich kann jeder recht schnell entscheiden, ob ihm ein Bild gefällt, oder nicht, so ähnlich wie jeder schnell merkt, ob ihm etwas gut, oder schlecht, schmeckt.
...
Ich denke auch, das ein Fotograf mit der Beurteilung "gefällt mir" nichts anfangen kann; und ein "gefällt mir nicht" hilft in keinster Weise, seine möglicherweise gemachten Fehler bei der Aufnahme aufzuzeigen oder Hilfestellungen zu leisten.
Es gibt aber genug, denen ein "Klasse!", "gefällt mir" o.ä. in Verbindung mit dem entsprechenden Button völlig ausreicht.
Eine negative Gefallensäußerung oder gar "Belehrungen" werden gar nicht gerne gesehen und gerne mit "Hauptsache mir gefällts" oder "das ist genau so wie ich das wollte" beantwortet...
Übrigens reicht mir von manchen Usern (die, bei denen ich weiß, dass sie Bilder kritisch und mit Sachverstand ansehen) ein schlichtes Wort auch aus, weil weiß, dass darin mehr steckt als ein flüchtiger Augenblick.
Ich habe versucht, mir anzugewöhnen, zunächst etwas positives zu sagen und dann mit den kritischen Punkten herauszukommen.
[MENTION=1]Klaus Harms[/MENTION]
OK, dann ist mein Beitrag #23 wahrscheinlich auch zu weit gefasst...
Leider ist das aber eins der häufigsten Probleme bei der Werkkritik: der Urheber bezieht die Kritik auf sich persönlich, reagiert eingeschnappt und kontert mit einem patzigen "Mach's erst mal selber besser!". Damit hat man dann die Ebene der Sachlichkeit verlassen und der Prozess der Werkkritik ist am Ende angekommen. Solche Leute wollen aber gar nicht wirklich wissen, ob ihr Werk gut ist. Sie wollen als Narzissten kritiklos beklatscht werden. Ich persönlich bin dazu übergegangen, gegenüber als solchen identifizierten Leuten gar keine Meinung mehr abzugeben - weder in Foren wie hier, noch im "real life" im Fotoclub. Wirkliche konstruktive Kritik zu eigenen Werken zu erhalten muss man sich auch "verdienen", indem man dem (sachlichen!) Kritiker mit Respekt gegenübertritt und zeigt, dass man seine Meinung wertschätzt oder zumindest akzeptiert.Damit meine ich übrigens nicht den gerne geschriebenen Satz: "Ich hab´ mir mal Deine Alben angesehen und festgestellt, dass Du gar keine Mädels/Makros/Autos/Blumen etc. fotografierst, wie kommst Du dann dazu mein Foto zu kritisieren...?" Wenn vom Kommentator Punkt 1-3 ausreichend befolgt wurden, dann kann die Antwort lauten: "Ich muss kein Koch sein, um zu beurteilen, ob mir das Essen schmeckt".
... Solche Leute wollen aber gar nicht wirklich wissen, ob ihr Werk gut ist. Sie wollen als Narzissten kritiklos beklatscht werden. Ich persönlich bin dazu übergegangen, gegenüber als solchen identifizierten Leuten gar keine Meinung mehr abzugeben ...
Die Sache mit dem "schmeckt" oder "schmeckt nicht" ist doch eigentlich genau das, was wir im Rahmen einer Bildbeurteilung nicht haben wollen. Ich bestelle im Restaurant ein Steak "medium-rare", weil ich es in diesem Zustand geradezu liebe; mein Nachbar am Nebentisch findet das Steak in diesem "Rohzustand" einfach nur zum Kotzen. Hilfreich für den Koch ist Beides nicht.
Hier, Klaus, sehe ich aber doch einen Unterschied.
Das halte ich deswegen nicht für zweckmäßig, weil sich diese Aspekte nicht so ohne weiteres scharf voneinander trennen lassen bei einer Bildbesprechung. Vor allem wäre der Moderationsaufwand hoch, weil jedes Abweichen von der jeweiligen Methodik unterbunden werden müsste, um diese Trennung aufrecht zu erhalten.Ein schneller Gedanke beim Lesen der letzten Posts: Inhaltliche Teilung der Bildbesprechnung!
Ein Forum, in dem technische Aspekte eines Bildes besprochen werden und eins, in dem es mehr um Aussage, Anmutung, Emotion etc. geht.
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Die Problematik insgesamt ist ja auch nicht neu...
Bei jungen Menschen ist das auch noch erfolgversprechend - die Generation 60plus ist leider bisweilen nicht mehr ganz so flexibel in ihrem Willen, sich auf Neues einzustellen und eingefahrene Denkschemata und Muster zu verlassen. Das sage ich ohne jeden Vorwurf, es ist einfach eine Beobachtung aus meinem direkten Umfeld. Oft sind es Leute, die ihren Ruhestand und die viele freie Zeit nach langem Arbeitsleben genießen, einen gewissen fotografischen Standard erreicht haben (und ja oft auch dank viel Zeit viel Energie in manch sehenswerte Bilder stecken können) und letztlich damit auch zufrieden sind. Die sind dann nicht so wirklich offen für aktive wie passive Bildkritik und verfallen sofort in Rechtfertigungen, anstatt Kritik anzunehmen und für sich in zukünftige Handlungsweisen umzusetzen bzw. gehen bei der Kritik fremder Bilder nicht distanziert von eigenen Vorlieben vor....jeder von uns hat in dem einen Jahr etwas gelernt, was jeder Berufsfotograf fürs (Über-)Leben braucht: Mit Kritik - und sei sie noch so unberechtigt - sachlich umzugehen und sich vorher Gedanken über Aufgabenstellungen und Gestaltung zu machen, um in der Diskussion gute Antworten parat zu haben...
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