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In Tekapo sind wir zwei Nächte geblieben, schon alleine, um meiner Reisebegleitung die Möglichkeit zu geben, mit einem etwas ruhigeren Start besser mit der Zeitverschiebung zurecht zu kommen, zumal er kurz vor der Abreise mit einem grippalen Infekt zu kämpfen hatte.

Der zweite Tag startete mit einer hohen Bewölkung, die sich im Laufe des Nachmittags mehr und mehr verdichtete, so dass ich keine Hoffnung auf einen schönen Nachthimmel mehr hatte. Eigentlich wollte ich den dann vom Mount John fotografieren, auf dessen Gipfel sich auch eine Sternwarte befindet.

Nach dem Abendessen und einem Glas Wein dann noch mal der obligatorische Blick an den Himmel. Und siehe da, nach Sonnenuntergang schienen sich die Wolken rasch aufzulösen. Also Kamera und Stativ gepackt und noch einmal an die Kirche (für den Mount John war es dann schon zu spät). Und irgendwie gefällt mir das bisschen Bewölkung wirklich gut und macht den Unterschied zum Vorabend. Hinzu kommt, dass kaum Leute an der Kirche waren, vermutlich sind die meisten davon ausgegangen, dass an diesem Abend die Bewölkung bleiben würde.

 
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Das leicht diesige Wetter wirkt wie ein natürlicher Weichzeichner - hier die perfekte Mischung aus klarem Himmel und leichtem Dunst. :up:
 
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Mal ein ganz anderes Bild. Aufgenommen nahe des Lake Pukkaki auf dem Weg an den Mount Cook. Etwas oberhalb des Südende des Sees liegt ein kleines Lavendelfeld, in dem vereinzelt Holzstühle wie Kunstobjekte plaziert sind.
Wüsste man nicht, dass man auf der Südhalbkugel ist, könnte man sich an diesem Ort in Südfrankreich wähnen.

 
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Die letzten Tage habe ich mir mit dem Fotografieren schwer getan. Picton in den Malborough Sounds hat uns mit einem ziemlich langweiligen Licht begrüßt und in Wellington machte mir ein Infekt zu schaffen.

Danach ging es dann über Whanganui zum Tongariro Nationalpark, der uns mit tief hängenden Wolken und Sturm begrüßt hat, so dass wir das Crossing, die vermutlich bekannteste Tageswanderung Neuseelands erst beim zweiten Anlauf sehen konnten (beim ersten Versuch konnte man etwa 30-40m weit schauen und anders als vorhergesagt bließ im Gipfelbereich der Wind mit etwa 90km/h).
Also zunächst ein paar Wanderung in niedriger Höhe und damit unter den Wolken und besser gegen den Wind geschützt.

Hier mal eine Aufnahme aus dem Bereich der sog. Silica rapids.

 
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Vom Tongariro Nationalpark sind wir weiter entlang der neuseeländischen Verwerfungszone nach Norden gefahren und haben in Taupo und Rotorua Stop gemacht.
Auf dem Weg dorthin haben wir das Thermalgebiet Waiotapu besucht, in dem sich etliche heiße Quellen (Pools) und ein paar Geysire befinden. Darunter auch der sog. Lady Knox Geysir, der jeden Morgen um 19.15 Uhr "angeworfen" wird, indem man eine Art Schmierseife in ihn schüttet. Rund um den Geysir gibt es dann wie bei einer Freilichtbühne Sitzplätze. Allmorgenlich finden sich dort zur Hauptreisezeit mehrere hundert Schaulustige ein, um das Spektakel zu sehen. Zwar haben wir ganz vorne gesessen, aber wirklich Bewegungsfreiheit hat man da nicht. Aus Island mit dem Strokkur-Geysir bin ich da Anderes gewohnt. Ein echtes Naturerlebnis sieht anders aus.

Die Pools im Thermalgebiet sind aber wirklich klasse, von giftgrün (sieht aus wie eine Art Ahoi-Brause) bis hin zu gelb und rot sind alle Töne der Farbpalette vertreten. Der größte Pool heißt Champagne Pool, auch wenn man bei dem Geruch nicht unweigerlich an das französische Edelgetränk denkt.



Auch Rotorua hat einen Geysir. Den kann man ebenfalls besuchen, muss dann aber an einer Maori-Tanzveranstaltung teilnehmen. Wir sind am späten Nachmittag auf einen Hügel gewandert, wo wir die Eruption aus einiger Entfernung sehen konnten. Auf ein weiteres Geysir Massenspektakel wie am Morgen hatten wir nämlich keine Lust.

Zum Sonnenuntergang sind wir an einen Bereich des Lake Rotorua gegangen, in dem heiße Quellen direkt am Uferbereich des Sees liegen.

 
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Von Rotorua ging es über Auckland auf die Coromandel Halbinsel, wo ich eine Nacht in der Nähe der berühmten Cathedral Cove verbracht habe, bevor es heute für die letzten Tage in Neuseeland dann ganz in den Norden geht.

Abends bin ich dann von Whitianga an die Luftlinie nur 10km entfernte Cathedral cove gefahren und habe dafür etwa 35km zurück gelegt. Eben um eine ganze Bucht außen herum. Zwar gibt es eine kleine Fähre, die aber nur Personen befördert.

Die kleine Wanderung bis an den Buchtabschnitt ist schön. Man sieht die vorgelagerten Inseln und hat immer wieder schöne Ausblicke auf die Felsen der eigentlichen Küste.

ich wurde gewarnt, dass die Cathedral cove tagsüber absolut überlaufen ist. Abends war ich da aber fast alleine unterwegs.

 
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So langsam brechen die letzten Tage in Neuseeland an, so langsam wird einem bewusst, dass einen in ein paar Tagen der deutsche Winter wieder hat.

Noch stehen für mich aber ein paar Orte an, die ich gerne sehen möchte, wenngleich das mit etwas mehr Fahrerei verbunden ist, als das bislang der Fall war.

Da ich mir aber auf der Südinsel in einigen Bereichen mehr Zeit gelassen habe bzw. einige Orte zweimal besucht habe, ist die zeitliche Enge jetzt zum Ende hin "hausgemacht".

Von Coromandel bin ich über Auckland in den Norden in die Nähe von Whangarei gefahren. Der kleine Ort mit schönem Yachthafen heißt Tutukaka. Der Leuchtturm, den ich dort abends angesteuert habe, hat sich als Enttäuschung erwiesen, das Licht an der Küste war aber sehr schön.



Von dort aus ging es heute nur ein paar Kilometer weiter nach Paihia, vielleicht dem touristischen Hauptort nördlich von Auckland. Die vielen Backpacker Unterkünfte, Hotels, Souvenirläden ... waren mir dann doch etwas viel Trubel, so dass ich mich ein paar Kilometer weiter an einem kleinen Wasserfall einquartiert habe, an den ich heute Nachmittag mal mit dem Kajak (aber ohne Kamera, da ich meine Paddelkünste realistisch einschätze) herangepaddelt bin. Die Farben an der Küste sind toll, leider hat es sich abends, als das Licht begann schön zu werden, zugezogen, so dass jetzt alles grau in grau ist.

 
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Hallo Christoph

So einige Plätze auf der Süd- und vor allem Nordinsel kenne ich doch recht gut. Insbesondere bleibt mir die Gegend um Rotorua in Erinnerung. Wir hatten dort auf unserer Reise ein einwöchiges Einführungsseminar und ich mag mich an das Hotel erinnern, welche draussen in Kabinen so "Hofpools" hatten. Wir sassen fast jeden Abend dort drin und tranken ein paar Bier zusammen...

Ich finde deine Bilder wie die Texte dazu sehr schön....:up::up::up:
 
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Die letzten Tagen boten noch einen Höhepunkt sowie ein "Abenteuer" der besonderen Art.
Ganz im Norden stand das Cape Reinga fest auf meiner Liste. Viele Neuseeland-Reisende, die ich unterwegs getroffen habe, haben davon geschwärmt. So war ich ziemlich gespannt, was mich dort erwartet. Die letzten 100km nordwärts führen über eine Stichstraße, die oberhalb des Leuchtturms endet. Diese Straße führt zunächst durch das Hinterland des sog. Ninety Mile Beaches und dann an riesigen Sanddünen vorbei, bevor die Landschaft wieder bergiger wird und sich für das grandiose Finale im Norden vorzubereiten scheint.

Für die Maori ist dieser Ort heilig. Einer Legende entsprechend steigen dort die Seelen der Verstorbenen auf ihrer Heimreise in das Meer hinab.

Unterhalb des Leuchtturms treffen Tasmansee und Südpazifik aufeinander, was zu tollen Verwirbelungen führt, wenn das Wasser aufeinander trifft.

Dies wird von den Maori als "Liebesspiel" der Seelen gedeutet.



Der Leuchtturm ist zwar kein wirklich imposantes Bauwerk, seine Lage aber eben absolut einmalig. Bei gutem Wetter kann man nördlich die zu Neuseeland gehörenden Three King Islands erkennen. Die Tafeln mit den Entfernungen machen einem noch einmal deutlich, wie weit man von zuhause entfernt ist. Von dort bis London sind es über 18.000 Kilometer.




Da ich bis zum Sonnenuntergang fotografiert habe, habe ich auf dem Rückweg vom Cape Reinga am ersten Campingplatz Halt gemacht, der direkt an der Straße lag. Der hatte den Vorteil, dass er in unmittelbarer Nähe der riesigen Dünen liegt, die ich dann morgens fotografieren wollte. Aber es kam völlig anders.
Nachts habe ich mehrfach Geräusche am Wagen gehört und habe zweimal das Zelt verlassen um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Morgens habe ich das "Malheur" dann gesehen. Zwischen Kühlergrill und Kühler saß ein Hase. Der muss sich durch eine ganz eng Öffnung unter dem Wagen da reingequetscht haben. Raus konnte er dort nicht mehr. Handyempfang hatte ich keinen.
Also ganz vorsichtig zum nächsten Dorf gefahren (mit mehreren Stops, um zu schauen, was der Patient macht und mit kritischen Blicken auf die Temperaturanzeige im Wagen). Dann den Vermieter kontaktiert und eine Toyata Werkstatt in der Nähe ausgemacht, die ich angefahren bin, die aber geschlossen war (Samstag). Direkt hinter der Werkstatt war aber ein Schrauber mit einem Wagen beschäftigt. Er bot an, mir zu helfen und musste herzlich lachen, als er den Hasen hinter dem Kühlergrill sah. 20min später war das Tier befreit und konnte in seine nun neue Heimat hoppeln, weitere 15min später war der Wagen wieder fahrbereit (verdammt viele Schrauben, die da zu lösen und wieder anzuziehen waren).



Für das Tier vermutlich das Abenteuer seines Lebens, für mich noch mal ein ziemlich schräger und skurriler Abschied meiner Zeit mit dem Wagen in Neuseeland. Für die Kauri-Bäume, die eigentlich für den Tag geplant waren, blieb dann keine Zeit mehr, so dass ich direkt nach Auckland zurück gefahren bin. Aber ich bin mir sicher, dass mir diese Episode der Reise in besonders lebhafter Erinnerung bleiben wird.

PS: Mehr Bilder zu dieser Geschichte sind in Kürze auf meiner Homepage zu finden.
 
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wieder ein erstklassiger Reisebericht von Dir. Vielen Dank hierfür. Leider sind mir mal wieder die Daumen abhanden gekommen.
 
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