IR-Aufnahme und Fokuslage

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Hans-Peter R.

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Hallo,

ich unternehme gerade erste Gehversuche in der Infrarot-Fotografie ... derzeit noch mit einer originalen D300 ... ohne IR-Umbau, da ich erstmal sehen will, ob mich das Sujet überhaupt interessiert. Das funktioniert technisch grundsätzlich durchaus, hat aber natürlich einige gravierende Einschränkungen.

Was ich momentan so gar nicht in den Griff bekomme, ist die Fokussierung auf den bildwichtigen Teil. Theoretisch müsste eine Fokuslage passen, die so 10 bis 20% über dem AF-Punkt (der erstaunlicherweise immer noch funktioniert) liegen bzw. entsprechend über der Anzeige am Objektiv. Aber das bringt keine befriedigenden Ergebnisse. Zumindest nicht reproduzierbar. Auch kleinere Variationen dieses Wertes wollen das Problem nicht lösen. Am besten funktioniert (meist) der Autofokus ... mit dem ich eigentlich überhaupt nicht gerechnet hätte. Trotz Stativ, SVA (& Co) und sehr langen Belichtungszeiten wird fast nie ein Bildteil (egal welches) so scharf, wie ich es erwarten würde. Auch dann nicht, wenn es unbeeinflusst vom Wind oder sonstigen Widrigkeiten ist.

Ich suche noch nach einem passenden Objektiv, das einen möglichst geringen Hot-Spot zeigt. Das 24-70er empfinde ich eher als ungeeignet. Das AF-S 24/1,4 scheint hier gar nicht schlecht zu sein, wenn es möglichst weit offen verwendet wird. Das wiederum ist günstig für die Belichtung, aber schlecht für die Schärfentiefe. Ab Blende 5,6 und kleiner ist der IR Hot Spot unübersehbar.

Wie geht Ihr bei Euren IR-Aufnahmen vor? Was kann die Schärfe eines IR-Bildes noch beeinflussen? Ändert sich das (auf wundersame Weise) durch den IR-Umbau ... ich denke da speziell an einen "undefinierten Umbau"?.

Ciao
HaPe
 
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Bei meiner fest umgebauten D300 mit dem primitiven 18-55 bin ich mit den bisherigen Bildergebnissen/Schärfe recht zufrieden. Ich kann allerdings nichts dazu sagen, wie das bei einer normalen mit Vorsatzfilter aussieht, habe ich nie probiert.
 
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Ich selbst nutze eine umgebaute D3200, an der ich jedes meiner Objektive nutze. Durch den Komplettumbau brauche ich für IR kein Stativ, sondern kann auch locker aus der Hand fotografieren. Der Autofokus wurde auf die Lichtwellenlänge von Infrarot angepasst. Haben Sie nicht vllt. noch ein altes Objektiv rumliegen das eine Markierung für IR hat?
 
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Hallo,

Haben Sie nicht vllt. noch ein altes Objektiv rumliegen das eine Markierung für IR hat?
kann ich gerne mal ausprobieren. Irgendwo müsste ich noch ein AF-D 50/1,4 mit einer solchen Markierung haben. Ein Versuch ist es wert, wobei ich bislang eigentlich meist überhaupt keine Schärfeebene lokalisieren konnte.

Ciao
HaPe
 
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Hallo HaPe!

Hat deine D300 keinen LiveView? Ich erinnere mich nicht mehr, ob die D300 einen hatte, die D300s hat ihn ja. Mit LiveView müsste doch ein einwandfreies fokussieren möglich sein.
 
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Mir war nicht so ganz klar was Du unter Hotspot verstehst und deshalb habe ich gerade mal ein paar Bilder auf die Schnelle gemacht, um herauszufinden was Du meinst.

Ich habe leider nur einen alten Heliopan 715 IR Filter mit 67mm, den ich damals auf meiner Sinar verwendet habe und der Filter ist blöderweise zu klein für die meisten meiner Optiken, die ich an der Nikon nutze. Mit ein bißchen Bastelarbeit habe ich den an einen 72mm Step-Up-Ring gefrickelt und ihn mit dem 1.4/35 Zeiss Distagon an einer D800 ausprobiert. Ging dann natürlich nur ohne Gegenlichtblende, aber da heute kein allzu Sonniger Tag war, dürfte das keine Rolle spielen.

Bei Blende f8 sieht man in der Bildmitte einen leichten Farbstich, der sich aber eigentlich recht Problemlos schon beim Konvertieren wegrechnen lässt.

Hier das Originalbild (1/250sek f8 ISO400):

picture.php


Dann das IR Bild mit Hotspot?

picture.php


Und mit leichter Korrektur der Farbtemperatur in der Bildmitte:

picture.php


Die Bilder sind alle unbearbeitet, nur kommen sie natürlich knatsche-rot aus der Kamera, wenn diese auf Tageslicht steht und so habe ich natürlich die Farbtemperatur bei den IR-Bildern verändert.

Das fokussieren fand ich jetzt nicht besonders schwierig. Habe dazu auch mit offenerer Blende gearbeitet, um besser sehen zu können, wo die Schärfe genau liegt.

Zuerst habe ich ohne Filter fokussiert, dann den Filter aufgeschraubt und den Fokus auf die rote IR-Markierung gestellt. Funktioniert prima, aber dazu braucht man natürlich eine Optik, die eine IR-Markierung hat. Auch über Live-View mit aufgesetztem IR-Filter funktionierte das fokussieren recht gut. Man muss natürlich die Blende öffnen (schlecht bei Optiken mit fokusshift) und das Monitorbild ist aufgrund der hohen ISO ziemlich kriselig, aber bei Tageslicht war das kein Thema. Nachtaufnahmen kann man dann wahrscheinlich nicht mehr über Live-View machen.

Auf den Belichtungsmesser der Kamera kann man sich dann allerdings nicht verlassen. Die IR-Aufnahmen habe ich ca. drei Blenden überbelichtet, aber da man das Ergebnis sofort sieht, ist das ja auch kein Thema mehr.

Ist mit dem Hotspot jetzt der Farbfleck in der Mitte gemeint, oder was anderes?

VG
 
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Hallo,

ja, der Fleck in der Mitte der IR-Aufnahme wird gemeinhin als Hotspot bezeichnet. Was ich aber nicht verstehe: Hast Du jetzt auch eine Frage oder ist das eine Antwort auf meine Frage :nixweiss:

Ciao
HaPe
 
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Mit "Hotspot" ist z. B. das hier gemeint:

picture.php


Die Aufnahme wurde mit der D700 und dem Zeiss 2,0/25 mit B+W Sperrfilter 830nm gemacht, die Mitte des Bildes, der "Hotspot" ist leicht unscharf und kontrastarm. Durch Bearbeitung kriegt man das auch noch besser hin, aber generell ist diese Kombi für Infrarot nicht gut geeignet.
Umgerüstete Kameras können das besser, z. B. hier mit einer alten Einstiegs-Canon mit 18-55 Zoom:

picture.php


Bei keiner Kamera hatte ich Fokusprobleme, bei der D700 habe ich manuell ohne aufgeschraubten Filter fokussiert, wäre anders auch nicht möglich.

Grüße
Erhard
 
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Hallo,

ja, der Fleck in der Mitte der IR-Aufnahme wird gemeinhin als Hotspot bezeichnet. Was ich aber nicht verstehe: Hast Du jetzt auch eine Frage oder ist das eine Antwort auf meine Frage :nixweiss:

Ciao
HaPe

Mir war nicht klar was mit Hotspot gemeint ist. Ich hatte früher mal auf Kodak-SW-Infrarotfilm fotografiert, aber nie einen Hotspot bemerkt. Aber jetzt weiß ich was ihr meint, obwohl mir nicht so ganz klar ist, wodurch er entsteht. Vielleicht Überstrahlung?

Der 715er IR den ich benutze läßt auch noch kürzere Wellenlängen durch als ein 740er, oder 830er Sperrfilter und ohne Sonnenschein ist der Effekt wahrscheinlich ohnehin schwächer. Aber anfangs hatte ich mit f4 fotografiert und konnte gar keinen Hotspot ausmachen und erst bei f8 konnte ich den erahnen, nachdem ich die Bilder etwas neutraler gefiltert hatte. Ich glaube die D810A für Astroaufnahmen läßt IR Strahlen durch, aber den meisten wird der Spaß wohl nicht soviel Wert sein, um sich dafür extra eine Kamera zu kaufen. Trotzdem interessant das es bis zu einem gewissen Grad auch mit einer normalen Digicam funktioniert.

VG
 
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Hi!
Mir war nicht klar was mit Hotspot gemeint ist. Ich hatte früher mal auf Kodak-SW-Infrarotfilm fotografiert, aber nie einen Hotspot bemerkt. Aber jetzt weiß ich was ihr meint, obwohl mir nicht so ganz klar ist, wodurch er entsteht.
Es ist ganz einfach: Fast jedes Objektiv reflektiert an seiner hintersten Linse das Licht, das von der Oberfläche des Filmes oder des Bildsensors reflektiert wird - je schlechter die Vergütung dieser Linse und je ungünstiger (flacher) diese Linse geformt ist, desto mehr.
Ein Film reflektiert aber weit schwächer als das Filter vor dem Bildsensor.
Bei IR-Aufnahmen mit noch nicht entferntem IR-Sperrfilter vor dem Bildsensor ist die Reflektion des IR-Anteils des Lichts natürlich viel stärker!
 
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