Im Val Bavona

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Fiete49

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Angeregt von Sam´s Bericht über das Valle Onsernone möchte ich Euch das Nachbartal Val Bavona vorstellen. Ich besuchte es schon einmal im September 2015, zusammen mit Sam und einer Gruppe Fotografen hier aus dem Forum. Allerdings sahen wir damals nur einen kleinen Teil des Tales. Im April diesen Jahres wollte ich mehr davon sehen. Gemeinsam mit meiner Frau wanderte ich durch diese beeindruckende Landschaft. Mit einer Anzahl von SW-Bildern unseres Besuches in einem Tal, das den Menschen früher als karger und gefährlicher Lebensraum diente, werde ich versuchen, Euer Interesse für das Val Bavona zu wecken.

Felsblöcke, Steilwände und unberührte Landschaften zeichnen dieses Gebiet im Tessin aus, in welchem
der Mensch seit der Antike lebt. Das Bavonatal ist das steilste und steinigste Tal in den Alpen. Die vertikalen
Felshänge sind die offensichtlichste Spur von Gletschern, die die Region vor Millionen von Jahren über-
zogen haben. Mit Arbeiten über die Jarhunderte, zwischen hohen Felsen und Geröll ist der Mensch in der
Lage gewesen, einen Lebensraum zu schaffen.


Den Lauf des gleichnamigen Flusses Bavona formten Steine aller Größe


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Im dem 10 km langen Tal gibt es zwölf Weiler, kleine Ansiedlungen zwischen zehn und zwanzig Häusern.
Wegen der bis 1950 fehlenden Strasse und der manchmal heute noch fehlenden Elektrizität haben sich die
einheitlichen Ortsbilder mit den traditionellen Steinhäusern erhalten. Diese Häuser, kilometerlange Trocken-
mauern und Hangsicherungen, vorwiegend aus Gneis und Granit gebaut, prägen das Bild dieses wild roman-
tischen Tales. Steine wohin das Auge reicht.


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Die Schönheiten des Val Bavona erschließen sich am Besten beim Durchwandern des Tales. Der Weg beginnt
in Bignasco und führt stetig leicht bergan bis zum letzten Weiler San Carlo. Von dort kann man mit dem
Postbus zum Ausgangspunkt zurück fahren. Der Weg führt durch alle Weiler, wandernd staunt man nun
über eine längst versunken geglaubte Welt.



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Einer der landschaftlichen Höhepunkte ist der 80 m hohe Wasserfall am Weiler Foroglio.


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Während das Tal im Winter leer, unbewohnt und für den Privatverkehr geschlossen ist, wird es im Sommer
von rund 2000 Menschen bevölkert. Die Meisten sind aus der Region zwischen Locarno und Bignasco, aber
auch Touristen können sich in den sogenannten Rusticos einmieten, gut renovierte und schmucke alte Steinhäuser.


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Diese verschmelzen mit dem Hintergrund der Steilwände, aus denen sie hergestellt wurden.


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Mein Tal, lieber Fiete ... und ich weiss wo ihr gewandert seid ....

Wunderbare Impressionen ... :):up::up::up:
 
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Hallo Fiete,

diese Serie ist Toll besonders in deine SW-Umsetzung.

Genau das wollte ich auch schreiben, als ich die Bilder nach und nach angesehen habe, jetzt Warner schon getan. Egal, wiederhole ich mich eben ;-)

Beeindruckende Serie - und auch ich finde vor allem deine s/w-Umsetzung absolut passend für diese Motive!
Und, dass Sam sich dort auskennt hatte ich sowieso vermutet ;-)
 
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Mein Tal, lieber Fiete ... und ich weiss wo ihr gewandert seid ....

Wunderbare Impressionen ... :):up::up::up:

Danke Sam, ohne Dich wäre ich dort nie hingekommen. Und es war nicht das letzte mal :nein:


Beeindruckende Serie - und auch ich finde vor allem deine s/w-Umsetzung absolut passend für diese Motive!
Und, dass Sam sich dort auskennt hatte ich sowieso vermutet;-)

Ja Stefan, ich denke das Sam viele Steine dort kennt :). Freut mich das die SW-Umsetzung gefällt, an diesem Apriltag war das Tageslicht für farbige Bilder nicht geeignet.
 
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Im dem 10 km langen Tal gibt es zwölf Weiler, kleine Ansiedlungen zwischen zehn und zwanzig Häusern.
Wegen der bis 1950 fehlenden Strasse und der manchmal heute noch fehlenden Elektrizität haben sich die
einheitlichen Ortsbilder mit den traditionellen Steinhäusern erhalten.



Danke Roland und Fiete ... :)

Wenn Du mir gestattest, Fiete, möchte ich noch auf ein oder zwei Aspekte hinweisen was die Häuser respektive der Strom betrifft.

Die Häuser haben keine am öffentlichen Netz angeschlossene Stromversorgung. Die Gemeinden, respektive die Besitzer der Gebäude haben es erneut - zusammen mit dem Kanton Tessin - in den 90er Jahren das letzte Mal abgelehnt, eine Stromversorgung einzurichten. In der Schweiz ist es so, dass die Leitung durch ein Tal gezogen wird, die Anschlüsse vom Haus zur Hauptstromkabel aber vom Besitzer, und der Gemeinde bezahlt werden muss. Die verbliebenen Besitzer konnten und können sich solche Investitionen gar nicht leisten.

Die Stromversorgung passiert also lokal für jedes Haus über Solartechnik, respektive über gasbetriebene Kühlschränke. Auf die ketzerische Frage, wo es im Tessin nie Eis gibt, ist die Antwort immer: im Val Bavona...:)

Geheizt wird ausschliesslich mit Holz, wobei zu sagen ist, dass bis auf eine Handvoll Bewohner niemand dort hinten den Winter verbringt. Die Strasse ist im Übrigen für "Nichtautorisierte" im Winter gesperrt.

Zum "erhaltenen Dorfbild": Es gibt für die Täler eine knallharte Bauvorschrift, welche rigoros eingehalten wird. Die bestehenden Gebäude dürfen zwar innwendig umgebaut und nutzbar gemacht werden. Die Bausubstanz darf aber nicht verändert werden. Also Stalltüren bleiben so gross wie sie sind. Die bestehenden Öffnungen dürfen zwar mit einem Fenster versehen werden, nicht aber verkleinert oder vergrössert werden. Und zusätzliches Licht über zusätzliche Fenster oder Lukarnen sind verboten.

Ebenso dürfen keine zusätzlichen Gebäude auf ein Grundstück gebaut werden. Ausnahmen werden nur gemacht - aber das habe ich im Bavona nicht mehr gesehen, wenn es um bäuerliche Nutzbarkeit geht. Die Bauern haben nur noch einzelne Ställe oder Weideland im Bavona, längst haben sie ihren "Hauptbetrieb" ins Valle Maggie verlegt.​
 
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Vielen Dank Sam für diese Informationen. Ich finde sie sehr wichtig, täuschen doch Bilder mit ihrem Reiz für das ungewöhnliche oft über die wahren Begebenheiten, die man den Motiven nicht ansieht, hinweg.


Hallo Fiete,
diese Serie ist Toll besonders in deine SW-Umsetzung. Kommt noch ein Bild von den "Kilometer Langen Steinmauern"?
Danke Warner, der Begriff "kilometerlang" ist sicher etwas übertrieben, aber wenn man die einzelnen Längen der Mauern, welche die Hänge oder die Abstützung
der künstlich angelegten Terrassen zur Gewinnung von Anbauflächen addiert, so kommt dann bestimmt einiges zusammen.


Hier mal zwei Beispiele für Steinmauern


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Für den Wanderer ist die Romantik des Tales eher vom touristischen Blickwinkel geprägt. Leider können die Häuser der malerischen Granitdörfchen keine
Geschichten erzählen, sie hätten viel über das harte Leben der Älpler zu berichten, die viele Jahrhunderte dafür gebraucht haben, diese einzigartige Kulturlandschaft zu erschaffen.



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Und noch eine Mauer, alles per Hand aufgesetzt



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Zum Schutz vor weiteren Steinschlägen wurden die Häuser vor diesen riesigen Felsbrocken gebaut



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Auch wenn sich die Bilder gleichen, wenn man genauer hinschaut gibt es doch Unterschiede, z.B. von sehr gepflegt...



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.....über renovierungsbedürftig....


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....bis hin zum hoffnungslosen Fall. Aber selbst das Marode hat hier seinen Charme.


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...ich wandere im Geiste mit, lieber Fiete ... eine einzigartige Gegend hast Du sehr berührend eingefangen ... :):up::up::up:
 
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Warum die Weiler oft so nah an die steilen Felshänge gebaut wurden kann ich nicht sagen, waren sie dadurch vor allem in den Wintermonaten von vielen Steinschlägen und Lawinen bedroht.


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Ängstlich geduckt liegt dieser Weiler im steilen Tal, der größte Teil befindet sich bereits zur Mittagszeit im Schatten.


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Warum die Weiler oft so nah an die steilen Felshänge gebaut wurden kann ich nicht sagen, waren sie dadurch vor allem in den Wintermonaten von vielen Steinschlägen und Lawinen bedroht.


...eine einfache Erklärung, Fiete ...

Aufgrund dessen, dass die Nutz- und Anbauflächen in den Tälern mehr als bescheiden waren, hat man die Häuser an die Felsen gebaut, um möglichst viel Boden für Vieh und Anbau zu haben. Weil die Sonne nahe an den Felsen am wenigsten rankommt, waren die Erträge auch entsprechend tief.
Die Ernte war ohnehin oft knapp und in einem schlechten Sommer reichte das oft auch nur mit grosser Disziplin der Menschen ...

Zweiter Grund: Lawinen und Steinschläge sind eine Gefahr, Hochwasser, früher auch von der Bavona eine andere ... Der erstere Grund ist aber der Hauptgrund...​
 
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Vielen Dank Jürgen, freut mich wenn ich Dein Interesse geweckt habe :)



Zum Abschluss noch eine Empfehlung für jene, die sich die Gegend einmal anschauen möchten. Von Bignasco aus führt
eine Straße zu dem Ort Mogno. Hier wurde 1986 die barocke Kirche aus dem 15. Jahrhundert nebst einigen Häusern
des Dorfes durch eine Lawine zerstört. Nach einer langen Phase der Planungen und Diskussionen entschied
ein Komitee für den Wiederaufbau, ein auffälliges, zukunftsweisendes Projekt zu wagen und den Plan
des renommierten Luganer Architekten Mario Botta zu realisieren.


Zitat aus Wikipedia: "Botta entwarf die neue Kirche als ein Zusammenspiel vielfältiger naturhafter und spiritueller Symbolik. Er gab ihr die Form eines
turmartigen, oben in 45-Grad-Neigung abgeschrägten Ovals mit kreisrundem Glasdach. Als Baumaterial wählte er Marmor und Gneis
in lagenweisem Wechsel und erzeugte dadurch einen reizvollen Hell-Dunkel-Effekt".




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Die spektakulären Innenansichten sind das Highlight eines Besuches dieser Kirche


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