Ich hab's gekauft, gelesen und finde es "ok".
Die erste Hälfte des Buches ist nichts weiter als eine umgeschriebene Anleitung. Da wird jedes Knöpfchen und jeder Menüpunkt beschrieben, leider nicht viel ausführlicher als in der Anleitung selbst. Bereits in diesem Kapitel widerspricht er sich selbst mit gegenläufigen Empfehlungen. Z.B. die "Schrittweite einstellen für ISO/Belichtungskorrekturwerte". Er empfiehlt erst 1/2 aufgrund der Schnelligkeit, später pauschal 1/3 für Flexibilität. Hier wäre ausnahmsweise mal der Standardkommentar angebracht, zu dem komme ich jetzt: Dort wo er einfach nur den Knopf oder Menüpunkt beschreibt und man wirklich mal einen Erfahrungsbericht/Test/Vergleich gebrauchen könnte steht oft nur "passen sie hier die Einstellung für xxx gemäß ihren Vorlieben an".
Sicherlich richtig, aber nach der Hälfte des Buches mit praktisch null neuem Input und jeder Menge sinnloser Floskeln wie "stellen sie es ein wie sie es möchten" hatte ich schon schlechte Laune.
Interessant wären die Ausschnitte die mit "Ausprobiert" übertitelt sind, allerdings sehe ich persönlich kaum Unterschiede wenn vier Seiten mit winzigen Fotos in Briefmarkengröße vollgeklatscht sind. Am Monitor kann ich dann tatsächlich die Ausgefranstheit oder die leichten Farbabweichungen beurteilen, aber in einem Buch...
Da hätte mir tatsächlich ein einfaches "die besten Ergebnisse haben wir im Test mit dem Wert ISO 200 erzielt." gereicht. Andere Testfotos füllen einfach nur zwei Seiten, es ist kein Unterschied erkennbar und tatsächlich gibt auch der Autor zu "kein Unterschied erkennbar". Drei Seiten für das Fazit: "egal was sie einstellen, es spielt keine Rolle". Interessant, aber das hätte man auch knapper formulieren können.
Nachdem man also die erste Hälfte komplett überblättern kann bleiben allerdings auch einige durchaus brauchbare Teile übrig. So werden z.B. auf 40 Seiten Objektive abgebildet und diskutiert. Ein gutes Nachschlagewert und hilfreich bei der Kaufberatung.
Auch der Praxis-Teil gibt einiges her. Hier wird auf die wirklich interessante Einstellungen eingegangen, Formate verglichen, die 12-14-Bit Diskussion wird analysiert (Fazit: für Druckvorlagen nehmen sie am besten Adobe RGB) und sogar Camera Raw und Capture NX werden verglichen. Hier profitiert Frank Späth von seiner Erfahrung und abgesehen von den Tutorials die praktisch alle zwei Wochen in jeder Zeitschrift stehen (Weißabgleich in Photoshop, ein Schwarz-Weiß-Bild erstellen, etc.) fand ich vieles zumindest "gut zu wissen".
Mein Fazit: Die erste Hälfte ist Müll, das Objektivnachschlagewerk gelegentlich praktisch, der Praxis-Teil ist prima.
Ich vermute, er hatte einfach wenig Spaß daran, die einzelnen Knöpfchen und Punkte aufzulisten und aus der Anleitung abzuschreiben.
Ich hatte mir vorgestellt, daß das Buch mir mehr über die D300 verrät und das hat geklappt, wenn auch weniger als ich mir gewünscht hätte.
Viele Grüße,
Martin