volkerm schrieb:
Zu analogen Zeiten hat sich die Kleinbildfraktion doch auch nicht daran gestört, daß größere Kameraformate eine höhere Bildqualität liefern. Wer diese höhere (technische) Bildqualität brauchte, der hat zu solchen großen Formaten gegriffen und dafür deren Nachteile in Kauf genommen. Und eigentlich ist es doch jetzt nicht anders - eine digitale Mittelformatkamera ist doch keine wirkliche Alternative zu digitalen Kleinbildkameras, sondern zielt auf ganz andere Anwendungen.
dongil schrieb:
das leuchtet mir ein, thanks!
Moin,
mir leuchtet das auch ein. Aber mir stellen sich auch immer wieder ein paar Fragen. Warum, wenns so ist wie Volker sagt, überbieten sich die Hersteller von Digis beim Angebot von noch mehr Megapixeln? Warum machen sie uns stetig glauben, dass jede kleine Amateurknipse immer mehr Pixel haben muss? Der Profi wird sich deswegen das Teil nicht kaufen. Der holt sich die Pixel bei Hasselblad oder in Nikons oder Canons Oberklasse. Der Profi will ausser Auflösung auch noch ein paar Dinge mehr - ein zuverlässiges Gehäuse, dem Regen nichts ausmacht oder das nicht gleich die Grätsche macht, wenn die Kamera mal wogegen rammelt.
Aber das knautsch- und rammelfeste Gehäuse treibt nicht den Amateur. Der kauft heutzutage sogar Plastikkameras, die schon ein paar Temperaturschwankungen in den Tropen nicht aushalten oder bei Regen plötzlich Wasser im Sucher haben. Hauptsache, das Teil hat ordentlich Pixel.
Also was treibt den Amateur zur Pixeljagd? Das bessere Bild, das dann doch nur am 1280x1024er 19 Zoller betrachtet wird und im Webalbum 250 KB gross ist? Warum geben nicht wenige alle zwei Jahre einen Tausender für ein paar mehr Pixel her?
Die Pixeljagd im Amateurbereich hat nur den einen Zweck, den Focus auf den nächsten Gehäusekauf zu lenken. Der Amateur ist zum Body-Konsumenten geworden. Hat er früher Filme beknipst und verbraucht, so verbraucht er heute Bodies. Als Digital den Amateurbereich erreicht hat, da ist nicht nur der Film vom Chip verdrängt worden, sondern die Filmindustrie von der Kameraindustrie. Die Einführung des Verbrauchgegenstandes "Gehäuse" war ein saustarkes Geschäft für die Gehäusebauer.
Und die Kundschaft hat mitgemacht - bereitwillig! Das Phänomenale daran ist für mich, dass kaum ein Amateur den Zeitvorteil des Digitalen braucht. Er hat den Film und seinen zuverlässigen analogen Body zugunsten der Illusion des Notwendigen aufgegeben.
Ich bin da keine Ausnahme. Ich warte schon ganz sehnsüchtig auch das vollformatige D3-Teil, obwohl meine D70 und D200 famose Bildchen knipsen und ich für alle meine Zwecke ordentliche Ergebnisse erhalte und im Übrigen eigentlich volle Pulle auf Analog stehe.
Gut Licht
Tim