Brillant von oben
Doch was macht nun einen geschliffenen Diamanten aus und wie erkennt man seine Qualität? Im
Juli 2010 traten neue Regeln zur Graduierung von Diamanten in Kraft. Sie werden nun auch
offiziell als „5 Cs“ bezeichnet, wobei das 5. C für „Character“ steht. Die Instanz für die
Autorisierung der Graduierungsregeln ist das „International Diamond Council“ in Antwerpen.
Das sind die „5 Cs“ (vor 2010: "4 Cs")
1. Carat = das Gewicht
2. Clarity = die Reinheit
3. Colour = die Farbe
4. Cut = der Schliff
5. Character = der Charakter
1. Carat (Gewicht, abgekürzt „ct“)
Der Name Karat leitet sich von dem arabischen/griechischen Namen des Johannisbrotbaumssamens
(lat. Ceratonia siliqua) ab, der in früheren Zeiten wegen seiner Gleichmäßigkeit zum Wiegen
von Edelsteinen verwendet wurde. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm (=200 Milligramm), gleichzeitig
wird es auch in 100 Punkte unterteilt, d.h. ein Diamant von 0,25 Karat hat 25 Punkte.
2. Clarity (Reinheit)
Diamanten sind natürliche Kristalle, deshalb haben sie oft sogenannte Einschlüsse. Das können
Spuren anderer Mineralien sein, oder auch Merkmale von Wachstum. Diese Einschlüsse
beeinträchtigen immer, je nach Größe, die Reflexion des Lichtes, was wiederum ihren Wert
mindert. Internationale Abkürzungen bezeichnen den Reinheitgrag stufenweise, also z.B.:
FL = Flawless; lupenrein; auch bei 10x Vergrößerung keine inneren oder äußeren Fehler; oder
IF =Internally flawless; intern lupenrein; nichts zu erkennen, auch nicht mit der Lupe; oder
VVS 1 = Very very small inclusions; sehr, sehr kleine Einschlüsse; sehr schwer zu erkennen
usw. ...
Tropfenschliff
3. Colour (Farbe)
Nicht sehr bekannt ist, dass Diamanten in fast allen Regenbogenfarben vorkommen. Manche sind
extrem selten, andere kommen häufiger vor, am beliebtesten sind die klaren, die „weißen“
Diamanten. Die Bezeichnungen der Farbabstufung eines Diamanten reichen von absoluter
Farblosigkeit (D) bis hin zu gelb (Z). Der höchste Farbgrad wird mit River D (Hochfeines Weiss+)
bezeichnet. Der Grund hierfür ist, dass es vor diesem Klassifizierungssystem eins altes,
ungenaueres System mit den Buchstaben A, B und C gab und man sich beim neuen System davon
abheben wollte, deshalb fing man erst mit dem Buchstaben D an. Hier drei Beispiele für die
Klassifizierung:
• Exceptional White+ (D) = Hochfeines Weiß+ (River plus, R+)
• Exceptional White (E) = Hochfeines Weiß (River, R)
• Rare White+ (F) = Feines Weiß+ (Top Wesselton plus, TW+)
• ... usw.
Farbige Diamanten, die auch als "fancy diamonds" bezeichnet werden, haben ein eigenes Bewertungssystem.
4. Cut (Schliff)
Ein Diamant wird erst durch seinen Schliff zu einem Brillant. Ein Brillant ist nur eine
Schlifform von vielen, aber die beliebteste. Die natürlichen Eigenschaften eines Diamanten,
wie z.B. die Reinheit und die Farbe wirken nur dann optimal zusammen, wenn auch der Schliff
perfekt ist, denn nur so kommen Lichtbrechung und -reflexion am besten zur Geltung.
Wieder drei Beispiele für die Schliff-Graduierungen:
• Ideal / exzellent (excellent): Exzellente Brillanz. Sehr seltene und extrem schöne Schliffe.
• Sehr gut (very good): Hervorragende Brillanz mit wenigen und geringfügigen äußeren
Merkmalen. Reflektiert fast das gesamte Licht, das auf den Stein trifft. Schliffe die
mit „sehr gut“ bewertet werden, sind von außerordentlichem Wert.
• Gut (good): Gute Brillanz; einige äußere Merkmale. Der größte Teil des Lichts wird
reflektiert. „Gute“ Schliffe sind deutlich günstiger als „sehr gute“.
• ...
Wichtigste Bezeichnungen eines Diamanten
• Tafel = Table
• Oberteil = Crown
• Rundiste (Gürtel) = Gridle
• Rundistendurchmesser = Diameter
• Unterteil = Pavillon
• Gesamthöhe = Total Depth
• Kalette = Culet
5. Character (Charakter)
Im Juli 2010 traten neue Regeln zur Graduierung von Diamanten in Kraft. Sie werden auch
offiziell als die "5 Cs" bezeichnet, wobei das 5. C für "Character" steht. Die Instanz für
die Autorisierung der Graduierungsregeln ist das „International Diamond Council“ in Antwerpen.
Erfüllt der „Charakter“ eines Diamanten alle Anforderungen an eine außerordentliche
Diamantenqualität, d.h. ist er in allen Kategorien der „4 Cs“ sowie darüber hinaus in der
Perfektion und Ausgewogenheit seines Gesamtschliffes, der Symmetrie der Proportionen und der
Politur als „exzellent“ und harmonisch zu bezeichnen, spricht man von einem perfekten Diamanten.
Diese bezeichnet man auch als „Triple X Steine“.
Diamantenpreise
Im Mai 2015 kostete ein Brillant mit 1 Karat, der Farbe „D“ und mit der Reinheit „if“ im
Internet im Schnitt ca. 30.000 Euro. Weitere Preise zum selben Zeitpunkt (immer bezogen auf 1 ct):
Farbe | Bezeichnung | Preis (inkl. MwSt.)
- D, Hochfeines Weiß+ | River+ | ab: 22.528,78 €
- E, Hochfeines Weiß | River | ab: 15.371,23 €
- F, Feines Weiß + | Top Wesselton+ | ab: 12.611,58 €
- G, Feines Weiß | Top Wesselton | ab: 10.828,88 €
- H, Weiß | Wesselton | ab: 8.952,01 €
Die Wahl der Form eines Diamanten hängt vom persönlichen Geschmack ab. Der Brillant-
Schliff ist bis heute die klassische und gebräuchlichste Diamant-Form. Aber Neben dem
Brillant-Schliff existieren noch eine ganze Reihe weiterer Schliffarten, wie zum Beispiel:
Princess, Kissen (wie hier im Foto-Beispiel), Smaragd etc.