Geschenke der Götter [Diamanten und Indien – eine Reportage]

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Jochen2

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Geschenke der Götter
Diamanten und Indien – eine Reportage

oder: Alles, was Ihr bisher noch nicht über Diamanten wissen wolltet!







Etwa 95 Prozent der weltweit verkauften Diamanten werden im indischen Bundesstaat Gujarat
geschliffen, und das auch noch in einer einzigen Stadt, in Surat! Und 2011 führte Indien
mehr Diamanten ein, als weltweit überhaupt neu gefördert wurden - obwohl Indien selbst
kaum mehr Diamanten besitzt. Das sind beeindruckende Zahlen, aber noch beeindruckendere
Fakten, die dahinter stehen. Denen wollte ich auf den Grund gehen, deshalb bin ich unter
anderem nach Surat gefahren und habe dort zwei verschiedene Diamantenschleifereien besucht
und verschiedene Leute interviewt.


Da aber praktisch jede Reportage mit der Herkunft des Wortes Diamant beginnt, also hier,
bitte: Unser deutscher Name Diamant leitet sich aus den beiden griechischen Begriffen
„diaphaínein“ für „durchscheinend“ und „adámas“ für „unbezwingbar“ ab. Die indischen
Sprachen Hindi, Punjabi, Urdu, Gujarati und Bengali benutzen dafür das Wort „Hira“, das
aus dem Sanskrit stammt. Gleichzeitig ist „Hira” auch einer von mehreren Namen für die
Göttin Lakshmi, der Göttin für Reichtum. Die Inder benötigten dieses Wort schon sehr früh,
denn Diamanten haben in Indien eine sehr lange Tradition.



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Taj Mahal, Agra. Die Baumaterialien wurden aus Indien und anderen Teilen Asiens mit 1.000
Elefanten herangeschafft. 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen wurden
in den Marmor eingesetzt.






Der älteste schriftliche Nachweis von Diamanten stammt aus indischen Sanskrittexten um
500 v.Chr. Die Texte berichten über den Diamanten als Steuerobjekt, dessen Wert nur von
besonders geschulten Sachverständigen, der Mandaline, zu ermitteln war. Die Inder
schätzten vor allem die Lichtwirkung des Diamanten, seine Transparenz und seinen Glanz,
selbst wenn die Diamanten damals in Indien noch nicht geschliffen wurden. Außerdem
berichten diese Sanskritquellen auch von der heilenden Wirkung von Edelsteinen, wenn sie –
pulverisiert – als Medikamente verabreicht wurden.






Palast der Winde, Jaipur, Rajasthan. Das Gebäude ist ein Teil des riesigen Stadtpalasts der hiesigen Maharajas. Das Lustschloss ist heue
das Symbol des verschwenderischen Lebensstils der Rajputenfürsten. Es wurde von Maharaja Sawai Pratap Singh im Jahr 1799 erbaut.






Zum frühen Inbegriff für Diamanten wurde Golkonda, eine alte Festungs- und Ruinenstadt
nahe der Stadt Hyderabad. Golkonda ist ein alter Sanskritname und heißt übersetzt
„Diamanten des ersten Wassers“. Einige der berühmtesten Diamanten stammen von dort, wie
der „Koh-i-Noor“, der „Hope“ oder der „Regent“. Fast immer waren die Diamanten aus
Golkonda klare und weiße Steine aus Flussbettablagerungen, weshalb man sie „River-
Diamonds“ nannte. So wurde der Begriff „River“ auf die heutige Klassifikation aller rein-
weißen Diamanten übertragen. Schon um 1350 n.Chr. wurden in Indien Diamanten bearbeitet,
wobei es sich dabei noch nicht um den heute üblichen Facettenschliff handelte. Ein
wohlgeformter Rohdiamant war in seiner mystisch-religiösen Bedeutung viel mehr wert als
jeder Schmuckstein, ja, er galt sogar als heilig.






Eines der Eingangstore des Taj Mahal, Agra





Der Antrieb, einen Rohdiamanten zu bearbeiten, lag alleine darin, eventuelle Fehler eines
beinahe perfekten Rohdiamanten zu beheben. Dafür verwendete man eine simple Vorrichtung,
die bis ins letzte Jahrhundert noch in der indischen Stadt Panna verwendet wurde: das
Diamanten-Schleifbrett. Es bestand aus einem Holzarm, mit dem man einen Diamanten auf
einem anderen Diamanten hin- und her wetzte. Rieb man lange genug einen Diamanten am
anderen, schliffen sich die Diamanten manchmal gegenseitig ab – manchmal aber auch nicht!
So fanden sie heraus, dass ein Diamant in sich selbst unterschiedlich hart ist.






Für Einlegearbeiten an Bauwerken wurden Edelsteine in rauen Mengen gebraucht, wie zum Beispiel für das berühmte Taj
Mahal in Agra. Was dort von weitem aussieht wie aufgemalte Verzierungen, erweist sich aus der Nähe als in Marmor
Millimeter genau eingearbeitete Edelsteine!






Indien war schon immer das klassische Land der Edelsteine, bis heute hatte und hat das
Land viele eigene Vorkommen: Achat, Alexandrit, Amazonit, Avanturin, Chalcedon, Diamant,
Granat, Jaspis, Labradorit, Rubin, Saphir … Diese faszinierende Welt der Edelsteine
durchdringt auch noch heute alle Bereiche der indischen Gesellschaft, ob im religiösen,
kulturellen oder sozialen Zusammenleben. Wahrscheinlich ist nirgendwo sonst die
Leidenschaft für Edelsteine und die Erwartung an ihre Glück bringenden Eigenschaften so
ausgeprägt wie in Indien, wo Edelsteine, insbesondere die Diamanten, als ein Geschenk der
Götter gesehen werden.






Höhlenanlagen von Ajanta





Auch das Tragen und Zeigen von Edelsteinen hat in Indien eine lange Tradition und zwar
von Frauen und Männern. Schon auf den Wandmalereien in den antiken Höhlen von Ajanta und
Ellora aus der Zeit zwischen dem 2. Jh. v.Chr. und dem 6. Jh. n.Chr. sind Schmuckformen
zu erkennen, die teilweise heute noch von verschieden Stämmen getragen werden.






Wandmalereien von Ajanta aus dem 2 Jh. v.Chr.





Die Tatsache, dass sich die Kenntnis von der unterschiedlichen Härte des Diamanten in Europa erst
im 14. Jahrhundert verbreitete, liegt vermutlich daran, dass dieses Wissen, wie kaum ein anderes
in Indien, als Geheimnis gehütet wurde.






Buddhastatue in Ajanta








Die Kunst, Diamanten zu schleifen, nahm in Europa ihren Anfang sehr wahrscheinlich in Nürnberg,
damals eine der handwerklich fortgeschrittensten Städte Europas, schon 1375 gab es dort eine
Zunft der Diamantenschleifer. Das indische Schleifbrett war dort inzwischen durch die
Diamantschleifscheibe ersetzt worden, die der flämische Diamantschleifer Lodewyk van Berquem
erfunden hatte: Er entdeckte, dass man Diamanten mit ihrem eigenen Diamantstaub schleifen
konnte. Seitdem, der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, hat sich bis heute die Schleiftechnik
nicht mehr grundlegend geändert, wie wir noch sehen werden.






Kailasha Temple, Ellora







* * *

Kein Land außer Indien produziert Diamanten. Diejenigen, die zu unserem Teil der Welt
gebracht werden, sind nur die Reste der feineren und größeren Steine. Denn die
außergewöhnlichen Steine werden alle zum Großen Khan oder zu anderen Königen und Prinzen
der Region gebracht. Diese besitzen wirklich alle Schätze der Welt
.“

Marco Polo (1254 - 1324)

* * *




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Festsaal im Schloss "Prag Mahal", Bhuj, Gujarat. Ausgestopfte Tiger, Löwen, Flusspferde und Bären.





So, wie sich die Spanier in Mittel- und Südamerika am Gold und Silber bedient haben, so
taten dies die Engländer in ihrer indischen Kolonie in Tempeln und Königshäusern und
schafften große Mengen an Diamanten nach England. Von dort aus wurden sie nach ganz
Europa verkauft, wo der Diamant zu Beginn der Neuzeit schnell zu einem der begehrtesten
Güter avancierte.






Ouro Preto - 150 Jahre lang kamen Diamanten nur aus Brasilien





Als sich dann im 18. Jahrhundert die Diamantvorkommen in Indien erschöpften, entdeckte
man 1725 die ersten Diamanten in Brasilien. Beinahe 150 Jahre lang sollte danach
Brasilien den Diamantenmarkt beherrschen, bis auch seine Minen irgendwann erschöpft
waren. Die neuere Diamantengeschichte beginnt 1866 mit der Entdeckung von Diamanten in
Südafrika, Kimberley. Der Unternehmer Cecil Rhodes gründete dort 1888 die Firma De Beers
Consolidated Mines Limited. Schon im Jahr 1900 steuerte seine Firma über ihre Minen in
Südafrika 90 Prozent(!) der weltweiten Produktion von Rohdiamanten!






Diamantina, Brasilien





Gegen Ende der 1970er Jahre waren die wichtigsten Produzenten von Rohdiamanten der Welt
Südafrika, Kongo und Russland. 1982 wurde dann in Botswana eine neue und produktive Mine
mit hochwertigen Diamanten gefunden. Der weltweite Diamantenmarkt erweiterte sich dann
erheblich mit der Entdeckung von Minen in Australien im Jahr 1985, wo hauptsächlich
Industriediamanten gefördert werden, und im Jahr 2000 mit neuen Lagerstätten im Norden
Kanadas.

Als einer der wichtigsten Player im Diamantengeschäft musste die Firma De Beers seine
Rolle als Hüter der Diamantenversorgung stark zurücknehmen, denn es war plötzlich nicht
mehr die einzige Quelle, über die die Diamanten auf den Markt kamen.






Orthodoxer Jude beim Thora-Studium





Dennoch ist Antwerpen noch immer die Hauptstadt des weltweiten Diamantenhandels. Über
viele Generationen war er dort fest in der Hand orthodoxer Juden – nun gewinnen indische
Händler auch dort immer mehr Marktanteile, das Schleifen haben sie bereits so gut wie
komplett übernommen: In den letzten 22 Jahren ist die Anzahl der Diamantenschleifer in
Antwerpen von über 30.000 auf unter 500 zurückgegangen.

Früher hatten die Juden der Stadt dank des Diamantenschleifens ein gutes Auskommen. Doch
jetzt sind viele von ihnen seit Jahren arbeitslos. Für die Jüngeren unter ihnen zeichnet
sich aber am Horizont ein Hoffnungsschimmer ab, es gibt Arbeit in Europas zweitgrößtem
Hafen, nach Rotterdam. Spedition, Lagerung und Kommunikation sind die Bereiche, die ihre
Zukunft vorzeichnet.

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Ganesha in der Eingangshalle der Firma Hari Krishna Exports





Mittlerweile werden also 95% Prozent der Rohdiamanten in Indien geschliffen – dort sind
die Arbeitskräfte billiger, aber es gibt noch andere Zusammenhänge, denn billige
Arbeitskraft allein gäbe es in vielen Ländern. Deutlich auf den Punkt gebracht hat mir
das aus seiner Sicht Herr Chandrakant R. Sanghavi, Geschäftsführer der Firma Sanghavi
Exports Internatinal, als ich ihn bei unserem Interview gefragt habe: „Why Surat?“





Sehen Sie, wir haben hier keine Arbeitslosigkeit, ganz im Gegenteil, viele
Firmen suchen händeringend Leute. Der Gujarati ist ein fleißiger, genügsamer
Mensch, der stolz ist, wenn er für sein Familieneinkommen sorgen kann und er
bringt das Geld auch nach Hause. Die Leute hier trinken nicht
[Alkohol ist
in Gujarat grundsätzlich verboten; Anm.d.A.] und es sind pünktliche und
ehrliche Menschen. Sie zahlen, ganz im Gegensatz zu Mumbai, keine hohen Mieten
und sie stecken auch nicht stundenlang im Verkehr fest. Wir haben eine sehr
lange Tradition mit Edelsteinen, wir wissen, wie man damit umgeht und die Leute
hier lernen das Schleifen schnell. Dieser Standort bietet alle Vorteile für
dieses Geschäft
.“







Jain Temple "Adinatha", Ranakpur





Die Welt der Diamantenhändler ist so klein wie verschwiegen. Eine große Rolle darin
spielen die Mitglieder der indischen Religionsgemeinschaft Jain, zu denen auch Herr
Sanghavi gehört. Bereits in den 1960er Jahren kamen sie aus Palanpur nach Antwerpen.
Sie waren Teil einer alten Kaufmannskaste, die bereits Erfahrung im Schleifen von
Diamanten hatte. Und sie teilen eines der Geheimnisse ihres Erfolgs mit ihren jüdischen
Kollegen im Diamantengeschäft. Es fußt auf Vertrauen und enge Bande innerhalb von
Familien und Netzwerken; Disziplin und soziale Kontrolle sind hier die Schlüssel, die
auch heute noch passen. Ein Jain orientiert sein Leben an drei Grundsätzen:
Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit und Verzicht auf unnötigen Besitz. Diese drei Prinzipien
bilden das Fundament des Jainismus. Schätzungen zufolge kontrollieren Jains mittlerweile
über 60 Prozent des weltweiten Diamantenhandels. Über die Jahre stiegen die Inder neben
der Schleiferei auch in den lukrativen Handel mit den Edelsteinen ein. So gibt es immer
mehr Inder in der Branche, berichtet ein Insider.



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Tropfen-Diamant (engl.: pear)
Dieser Schliff ist im Moment im Trend. Die längliche Form lässt die Finger einer
Hand schmäler erscheinen als sie sind.






Ein Diamant besteht aus reinem Kohlenstoff, er ist deshalb ein naher Verwandter des
Graphits, wie es sich beispielsweise in Bleistiften befindet. Zu ihren unterschiedlichen
Eigenschaften kommt es durch die unterschiedlichen Kristallstrukturen der beiden
Materialien, die sich durch ihre Entstehung erklären. Die Diamantkristalle, bei denen
jedes Kohlenstoffatom mit vier Nachbarn verbunden ist, was ihnen ihre starke
Gitterstruktur verleiht, entstanden bereits vor einigen Milliarden Jahren tief im
Erdmantel in 130 bis 700 Kilometern Tiefe, bei Temperaturen von mehr als 1.000° Celsius
und unter dem enormen Druck von 40.000 Bar und mehr. Im Graphit sind die Kohlenstoffatome
in Schichten angeordnet, die aber nur über wenige Verbindungen miteinander verknüpft sind.
Deshalb hinterlässt Graphit auch schnell eine graue Spur auf Papier.






Diamanten und Rubine: Die Monarchen schätzten Edelsteine als Zeichen des Reichtums und
der Macht.






Die Diamanten gelangten im Laufe der Zeit über das Magma an die Erdoberfläche, sie wurden
von Vulkanausbrüchen nach oben gedrückt und teilweise herausgeschleudert. Dabei bildeten
sich Vulkankegel mit langen Schloten, die sich mit Vulkangestein und den darin
eingebetteten Diamanten füllten. Dieses Gestein wird Kimberlit, oder auch nach seiner
Farbe „blue ground“ genannt, andere Muttergesteine für Diamanten können auch Peridotit
oder z.B. Eklogit sein.






Poço Azul, Chapada Diamantina, Brasilien





Zunächst beschränkten sich Diamantenfunde auf sekundäre Vorkommen, d.h., in erodiertem
Gestein in der Nähe von Flüssen, den alluvialen Lagerstätten. Das Verfahren zur Gewinnung
von Diamanten bestand lediglich aus dem Sieben und Waschen des Flussgrundes, so wie beim
alten, brasilianischen Garimpeiro-System [s. Reportage „Cago “*],
bei dem mit Sieben der Boden von Flussbetten durchgesiebt wird. Mit der
Entdeckung von Diamantvorkommen in Südafrika waren diese einfachen Methoden aber
nicht mehr ausreichend, und durch die Erfahrungen mit Erzbergwerken stand für den Abbau
von Diamanten von Anfang an eine weit entwickelte Technik zur Verfügung.






Das alte "Garimpeiro-System", wie man es heute noch in Brasilien finden kann



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Allein die Firma De Beers beschäftigt weltweit ca. 20.000 Menschen. Über deren eigene
„Diamond Trading Company“ (DTC) in London, Gaborone, Kimberley und Windhoek wird ein
Großteil der Rohdiamanten weiterverkauft. Die DTC ist Teil der Lieferkette der De Beers
Group, der „Central Selling Organisation“ (CSO), die Lieferungen von Rohdiamanten aus
unterschiedlichen Quellen zu einem einzigen Großhandelsangebot vereinigt. An die zwei
Kundengruppen „Sightholders“ und „Accredited buyers“ werden die Diamanten nach einem
traditionellen Ritual verkauft, das bis heute besteht.






Mögliche Vertriebswege von Diamanten





Bei diesen Veranstaltungen werden Diamantenschleifern, Schmuckherstellern und Großhändlern sog.
„Boxen“ zum Kauf angeboten. Jeder Kunde wird einzeln in einen Raum geleitet, wo er die „Boxen“
mit Diamanten begutachten darf. Auswahl und Preis — pro Box liegt er heute bei durchschnittlich
ca. 500.000 Dollar — stehen nicht zur Diskussion, es besteht nur die Wahl zwischen Kaufen und
nicht Kaufen, bezahlt wird bar.






Farbnuancen bei Diamanten





- - "Stativgeschichte" (leider ohne Foto, da war der Appatat leider im Hotelzimmer) - -

Um mir einen besseren Eindruck zu verschaffen, wie das mit dem Diamantenschleifen in Indien
heute so vor sich geht, habe ich der Stadt Surat einen Besuch abgestattet. Abends in Surat
angekommen, musste ich allerdings zunächst ein kleines Problem lösen, denn ich hatte die beiden
Feststellschrauben meines Manfrotto-Stativkopfes zu Hause vergessen, wie blöd, sie waren in
einer anderen Tasche geblieben, weil ich sie für den Flug immer abmontiere – ohne die ist das
Stativ ja aber völlig unbrauchbar! Nun, hier die kleine Geschichte:

Nach einem Anruf bei meiner Kontaktperson bei der Fa. Sanghavi Exports, Mr. Jayendra Shah,
geschah etwas, so glaube ich, sehr „Indisches“. Es wurden schnell ein paar Anrufe getätigt und
es hieß, das größte Fotogeschäft der Stadt, „Photochromy“, habe bereits geschlossen, es war ca.
19.00 Uhr. Dennoch fuhren wir, schnell schnell, irgendwohin und ich wusste nicht, was passiert –
so, wie es in Indien eben manchmal vorkommt. Das Beste ist dann wohl, sein Schicksal zu
akzeptieren und die Dinge erst einmal laufen zu lassen. Wir hielten irgendwo an, ich wurde von
irgendjemandem begrüßt, Mr. Jayendra verabschiedete sich wieder samt Fahrer und Auto. Wir gingen
in ein großes Gebäude und ich saß plötzlich in einem typisch indischen Wohnzimmer: dunkelbraune
Möbel, Ganesha-Figuren, ein kleiner Altar in der Ecke. Eine Frau brachte einen „chai“ und etwas
Gebäck und ich sprach mit dem Mann über Fotografie und mein Stativproblem.

Er lächelte, ging hinaus und kam nach 3-4 Minuten schwer beladen mit 4 oder 5 Stativtaschen
zurück! Er packte alle aus – lauter Manfrotto-Stative – und meinte: „Hier, such‘ dir was aus“.
Er entpuppte sich als Besitzer des Fotogeschäfts „Photochromy“ heraus: Mr. Rajen M. Shah, ein
wahrhaft fotobesessener Mensch. Wir schauten gemeinsam viele seiner schönen Fotos auf seinem
Smartphone an und erzählten uns Geschichten. Ich fand zwei passende Feststellschrauben und er
wollte sie mir auch noch schenken, aber am Ende einigten wir uns auf einen – eher symbolischen –
Preis, eine stabile Stativtasche gab es noch dazu, denn bei meiner war, wie so oft, der
Reißverschluss kaputt. Es war einfach wunderbar. Am Ende brachte mich sogar noch irgendjemand
aus der Hausgemeinschaft mit meinem „neuen“ Stativ auf dem Motorrad zu meinem Hotel. Vielen Dank
nochmals, Rajen, für die Schrauben, die Tasche, den Tee und das Gebäck, für die
Gastfreundschaft, vor allem aber für diese wunderbare kleine Geschichte! Doch zurück zu den
Diamanten!







Diamant im Scanner!




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Die Abläufe und Organisationstruktur bei der Diamantbearbeitung ist bei den beiden von mir
besuchten Firmen „Sanghavi Exports International“ und „Hari Krishna Exports“ etwas
unterschiedlich. Der Einfachheit halber habe ich die Abläufe in eine Struktur gebracht, auch
die Fotos von beiden Firmen vermischen sich. Wer sich nun vorstellt, dass man in eine
Diamantenschleiferei hineinkommt und dort alles schleift, sägt und bohrt, hat sich getäuscht.

Die Haupttätigkeiten, bevor auch nur ans Schleifen gedacht wird, finden heute alle am Computer
statt. Hunderte Angestellte sitzen einfach nur an Computern! Das bedeutet, dass man heute schon
vor dem Schleifen weiß, was aus einem Rohdiamanten am Ende wird: Wie viele Steine, welche
Klarheit, wie viel Karat, welche Form etc.

Doch der Reihe nach.






Eine der Planungsabteilungen der „Hari Krishna Exports“





Aber wie werden Rohdiamanten überhaupt eingekauft? Da die Oberfläche eines Rohdiamanten
normalerweise getrübt ist, kann vorher nur wenig über die Qualität, die tatsächliche Reinheit
des späteren Schmuckdiamanten ausgesagt werden. Bei der Analyse eines Rohdiamanten muss ein
Käufer so genau wie möglich feststellen, welches Gewicht der Diamant nach dem Schliff aufweisen
wird. Daneben prüft er auch die Form, die Kristallisierung, die interne Spannung und die
Deformation des Rohdiamanten. Die zur Prüfung eines Rohdiamanten erforderliche Ausrüstung
umfasst also eine Waage, eine 10-fach-Lupe und einen Diamantentester. Ein Diamantentester misst
den thermischen Widerstand eines Rohdiamanten und zeigt seine Wärmeleitfähigkeit an.






Die Prüfung von Diamanten erfordert viel Erfahrung





Als Maßnahme gegen Konfliktdiamanten – auch „Blutdiamanten“ genannt – wurde im Mai 2000 bei
einem Treffen der südafrikanischen, Diamanten produzierenden Staaten in Kimberley, Südafrika,
das „Kimberley Process Certification Scheme“ (KPCS) entwickelt, das die eindeutige und saubere
Herkunft eines Diamanten garantiert. Es soll verhindern, dass diese Diamanten in den Warenstrom
der Rohdiamanten eindringen können. Ein „Blutdiamant“ ist ein Diamant, mit dessen Erlös
gewalttätige Konflikte finanziert werden. Sie werden in Konfliktgebieten meist illegal geschürft
und verkauft, um Rebellen- oder Invasionstruppen zu finanzieren. Aus den anderen weltweiten
Diamantminen werden auf dem „open market“ die Rohdiamanten an die entsprechenden Börsen der Welt
in Antwerpen, New York, Dubai, Ramat Gan (Israel), Johannesburg, Paris u.a. geliefert.






Nutzung der Karte mit freundlicher Genehmigung von www.diamanten-infos.com




Diamantminen weltweit
====================
Aktive Diamanminen befinden sich zur Zeit in den Ländern: Angola | Australien | Botswana | Brasilien | China |
Demokratische Republik Kongo | Indien | Kanada | Namibia | Russland | Südafrika | Tansania |


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Raum mit Galaxy-Scannern




Zunächst werden alle eingehenden Diamanten geprüft und ihr Weg durch die Firma festgelegt. Die
Steine, die kleiner als 0,20 Karat sind (sog. „Mêlée-Ware“) gehen z.B. einen anderen Weg als die
größeren, von denen die meisten zuerst einmal einen 3D-Scan verpasst bekommen. Die israelische
Firma „Sarine“ ist weltweiter Marktführer mit ihren Scannern der Marke „The Galaxy“.






Galaxy 3D-Scanner





Dieser 3D-Scanner erkennt und lokalisiert automatisch alle Unreinheiten, sogenannte
"Einschlüsse", bei Rohdiamanten, auch innen. Die gewonnenen Daten werden dann direkt einer
speziell entwickelte Diamantenplanungssoftware übergeben. So kann der wirkliche Wert des zu
schleifenden Diamanten im Voraus auf der Grundlage der „4 Cs“ exakt bestimmt werden.






Diamant in der Halterung des Scanners





Im nächsten Schritt werden die vom 3D-Scan erkannten Einschlüsse im Diamanten digital markiert,
Diese Markierungen helfen später in der Planungsabteilung, den Stein für die Bearbeitung richtig
vorzubereiten. Die Planer studieren den Stein mit Hilfe einer speziellen CAD-Software, auf der
Basis des Galaxy-3D-Scans und der markierten Einschlüsse.






Innenleben eines Galaxy 3D-Scanners





Die CAD-Software ist so programmiert, dass jeder geschliffene Diamant mit allen möglichen
Schnitten und Lagen der Diamanten im Rohdiamant simuliert werden kann – das ist wirklich
faszinierend. Die Software zeigt sofort die Preise der vorgeschlagenen Lösungen an, je nach
Gewicht, Klarheit und Farbe. Hier wird also am PC entschieden, wie der Rohdiamant bearbeitet
wird und in wie viele Einzeldiamanten er geteilt wird und wo der oder die Laserschnitte
verlaufen werden.






3D-Scan mit der Lage aller Einschlüsse eines Diamanten



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Es gibt für jeden Rohdiamanten unzählige Möglichkeiten, die durchgespielt werden müssen, sodass
eine Entscheidung nicht einfach ist. In der Regel gilt es, zunächst den oder die reinsten
geschliffenen Diamanten zu bekommen, da hier der Preisunterschied am größten ist.





Einschlüsse werden digital markiert (grün)





Also wird zunächst versucht, die markierten Einschlüsse zu vermeiden. Ein kleinerer Diamant mit
dem Merkmal „if“ (= internally flawless, keine Einschlüsse) kann teurer sein als ein etwas größerer
Diamant mit dem Merkmal „vs1“ (= very small inclusions, sehr kleine Einschlüsse).






Die Aufteilung der Diamanten passiert ebenfalls am PC










Simulierte Lage eines Diamanten innerhalb eines 3D-Scans. Grün sind vermiedene Einschlüsse, rot ist ein unvermeidlicher Einschluss.





Da von den Entscheidungen dieser Tätigkeit die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens abhängt,
werden die Ergebnisse der Abteilung mit den Ergebnissen einer zweiten Planungsabteilung
verglichen. Der finale Vorschlag wird dann nochmals vom Chefplaner endgültig kontrolliert.






Laser-Markierung für den Schnitt





Ist die Entscheidung dann gefallen, wird der Rohdiamant mit einer Lasermarkierung markiert,
einer sehr feinen schwarzen Linie, die den Kollegen im Laserraum anzeigt, wie sie den Diamanten
zu schneiden haben.






Laser-Markierung unter dem Mikroskop





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Hallo Jochen,

herzlichen Dank für Deine interessante Reportage -die Einblicke in die Welt der Diamanten ist schon sehr faszinierend.:up:
 
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"Sendung mit der Maus" für uns Große. Wer muss da noch fernsehen....

Danke, echt eine klasse Reportage.
 
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Falls ich je einmal einen Vortrag über Diamanten halten sollte, was zwar unwahrscheinlich ist, dann würde ich bei Dir anklopfen, lieber Jochen ...

Wie spannend, lehrreich und wunderbar bebildert ... :up::up::up:
 
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Diamant unter dem Polariskop





Diamanten können in mehrere Richtungen gespalten werden. Diese Spaltbarkeit ist abhängig vom
Aufbau des Kristallgitters. Beim Schleifen von Edelsteinen muss man die Spaltbarkeit
berücksichtigen, da schon ein kleiner übermäßiger Druck an der falschen Stelle einen Diamanten
spalten kann. Auch die Einwirkung großer Hitze, wie z.B. beim Lasern, kann an Stellen großer
innerer Spannungen zum Bruch des Steines führen. Mit dem Polariskop kann man die optischen
Eigenschaften, die „Mehrfarbigkeit“ eines Diamanten erkennen („Pleochroismus“). Die Ursache für
diesen Effekt ist die ungleiche Absorption des Lichtes abhängig von seiner Ausbreitungsrichtung.
Betrachtet man einen Diamanten durch ein Polariskop, kann man über die unterschiedlich
reflektierten Farben die innere Spannung eines Diamanten erkennen! Dies ermöglicht die Bewertung
des richtigen Startpunktes beim Lasern. Denn wenn man den Diamanten vom Punkt der höchsten
Spannung schneidet, besteht die Gefahr, dass er zerspringt.






Optische Kontrolle mit Hilfe des Polariskops








Blick durch das Polariskop





Für den Laservorgang wird der Stein mittels eines speziellen Gips-/Kalksteingemischs auf einem
Kopf befestigt. Sobald das Gemisch ausgehärtet ist, wird der Kopf in der Lasermaschine
befestigt. Diamanten eignen sich grundsätzlich für die Laserbearbeitung. Die Diamanten werden
bei diesem Vorgang gemäß der Markierung aus der Planungsabteilung durchgeschnitten. In der Regel
so, dass die Einschlüsse entweder schon beim Lasern oder später beim Schliff wegfallen.






Vorbereitung fürs Lasern








Laserraum






Der Diamant wird bei dem Verfahren durch die absorbierte Laserenergie direkt verdampft, ohne den
flüssigen Aggregatszustand zu durchlaufen (Sublimation), der Kohlenstoff wird in CO2 umgewandelt
und so rückstandsfrei verbrannt. Herr Sanjay Bhalla der Firma Sanghavi Exports International
erzählte mir beim Durchlauf durch die Abteilungen, dass es im Moment Vollbeschäftigung in Surat
gäbe und dass die Firmen Nachwuchs bei den Diamantschleifern suchen.







Laservorgang. Man sieht sogar den Laserpunkt auf dem Diamanten






Was die Anzahl an Arbeitern betrifft, die zur Zeit im Diamantensektor in Surat arbeiten, habe
ich immer wieder unterschiedliche Angaben erhalten, aber es sollte bereits über eine Million
sein, ungefähr 1/5 der Einwohner der Stadt! Allein die Diamantenschleiferei „Hari Krishna
Exports“ beschäftigt in Surat über 6.000 Personen, in Mumbai nochmals etwas mehr als 3.000.







Modernster, sehr potenter Laser - den darf ich nur bei geschlossener Türe fotografieren.




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Kommentar
Lieber Jochen,
ich kann ehrlich gesagt nicht sagen, welche deiner Reportagen, die du hier bis jetzt veröffentlicht hast, die Beste, die Schönste oder die Informativste ist.

Eines weiss ich aber ganz sicher: diese hier gehört zu den Top 3. Einfach genial, was du da fotografisch eingefangen und mit Texten versehen hast.

Hoffentlich behalten wir dich noch sehr lange in diesem Forum.

Und ja, eines weiss ich auch: der Kurs, den du vor einigen Monaten bei diesen Magnum-Fotografen (stimmt doch, oder?) gemacht hast, hat sich definitiv gelohnt!

:up: :up: :up: :up:

Und wenn es noch nicht passiert ist, so möchte ich diesen Thread auch gleich für die Highlights vorschlagen.
 
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Brillant von oben




Doch was macht nun einen geschliffenen Diamanten aus und wie erkennt man seine Qualität? Im
Juli 2010 traten neue Regeln zur Graduierung von Diamanten in Kraft. Sie werden nun auch
offiziell als „5 Cs“ bezeichnet, wobei das 5. C für „Character“ steht. Die Instanz für die
Autorisierung der Graduierungsregeln ist das „International Diamond Council“ in Antwerpen.


Das sind die „5 Cs“ (vor 2010: "4 Cs")
1. Carat = das Gewicht
2. Clarity = die Reinheit
3. Colour = die Farbe
4. Cut = der Schliff
5. Character = der Charakter


1. Carat (Gewicht, abgekürzt „ct“)
Der Name Karat leitet sich von dem arabischen/griechischen Namen des Johannisbrotbaumssamens
(lat. Ceratonia siliqua) ab, der in früheren Zeiten wegen seiner Gleichmäßigkeit zum Wiegen
von Edelsteinen verwendet wurde. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm (=200 Milligramm), gleichzeitig
wird es auch in 100 Punkte unterteilt, d.h. ein Diamant von 0,25 Karat hat 25 Punkte.


2. Clarity (Reinheit)
Diamanten sind natürliche Kristalle, deshalb haben sie oft sogenannte Einschlüsse. Das können
Spuren anderer Mineralien sein, oder auch Merkmale von Wachstum. Diese Einschlüsse
beeinträchtigen immer, je nach Größe, die Reflexion des Lichtes, was wiederum ihren Wert
mindert. Internationale Abkürzungen bezeichnen den Reinheitgrag stufenweise, also z.B.:

FL = Flawless; lupenrein; auch bei 10x Vergrößerung keine inneren oder äußeren Fehler; oder
IF =Internally flawless; intern lupenrein; nichts zu erkennen, auch nicht mit der Lupe; oder
VVS 1 = Very very small inclusions; sehr, sehr kleine Einschlüsse; sehr schwer zu erkennen
usw. ...






Tropfenschliff





3. Colour (Farbe)
Nicht sehr bekannt ist, dass Diamanten in fast allen Regenbogenfarben vorkommen. Manche sind
extrem selten, andere kommen häufiger vor, am beliebtesten sind die klaren, die „weißen“
Diamanten. Die Bezeichnungen der Farbabstufung eines Diamanten reichen von absoluter
Farblosigkeit (D) bis hin zu gelb (Z). Der höchste Farbgrad wird mit River D (Hochfeines Weiss+)
bezeichnet. Der Grund hierfür ist, dass es vor diesem Klassifizierungssystem eins altes,
ungenaueres System mit den Buchstaben A, B und C gab und man sich beim neuen System davon
abheben wollte, deshalb fing man erst mit dem Buchstaben D an. Hier drei Beispiele für die
Klassifizierung:

• Exceptional White+ (D) = Hochfeines Weiß+ (River plus, R+)
• Exceptional White (E) = Hochfeines Weiß (River, R)
• Rare White+ (F) = Feines Weiß+ (Top Wesselton plus, TW+)
• ... usw.


Farbige Diamanten, die auch als "fancy diamonds" bezeichnet werden, haben ein eigenes Bewertungssystem.


4. Cut (Schliff)
Ein Diamant wird erst durch seinen Schliff zu einem Brillant. Ein Brillant ist nur eine
Schlifform von vielen, aber die beliebteste. Die natürlichen Eigenschaften eines Diamanten,
wie z.B. die Reinheit und die Farbe wirken nur dann optimal zusammen, wenn auch der Schliff
perfekt ist, denn nur so kommen Lichtbrechung und -reflexion am besten zur Geltung.

Wieder drei Beispiele für die Schliff-Graduierungen:
• Ideal / exzellent (excellent): Exzellente Brillanz. Sehr seltene und extrem schöne Schliffe.
• Sehr gut (very good): Hervorragende Brillanz mit wenigen und geringfügigen äußeren
Merkmalen. Reflektiert fast das gesamte Licht, das auf den Stein trifft. Schliffe die
mit „sehr gut“ bewertet werden, sind von außerordentlichem Wert.
• Gut (good): Gute Brillanz; einige äußere Merkmale. Der größte Teil des Lichts wird
reflektiert. „Gute“ Schliffe sind deutlich günstiger als „sehr gute“.
• ...






Wichtigste Bezeichnungen eines Diamanten

• Tafel = Table
• Oberteil = Crown
• Rundiste (Gürtel) = Gridle
• Rundistendurchmesser = Diameter
• Unterteil = Pavillon
• Gesamthöhe = Total Depth
• Kalette = Culet


5. Character (Charakter)
Im Juli 2010 traten neue Regeln zur Graduierung von Diamanten in Kraft. Sie werden auch
offiziell als die "5 Cs" bezeichnet, wobei das 5. C für "Character" steht. Die Instanz für
die Autorisierung der Graduierungsregeln ist das „International Diamond Council“ in Antwerpen.

Erfüllt der „Charakter“ eines Diamanten alle Anforderungen an eine außerordentliche
Diamantenqualität, d.h. ist er in allen Kategorien der „4 Cs“ sowie darüber hinaus in der
Perfektion und Ausgewogenheit seines Gesamtschliffes, der Symmetrie der Proportionen und der
Politur als „exzellent“ und harmonisch zu bezeichnen, spricht man von einem perfekten Diamanten.
Diese bezeichnet man auch als „Triple X Steine“.


Diamantenpreise
Im Mai 2015 kostete ein Brillant mit 1 Karat, der Farbe „D“ und mit der Reinheit „if“ im
Internet im Schnitt ca. 30.000 Euro. Weitere Preise zum selben Zeitpunkt (immer bezogen auf 1 ct):


Farbe | Bezeichnung | Preis (inkl. MwSt.)
- D, Hochfeines Weiß+ | River+ | ab: 22.528,78 €
- E, Hochfeines Weiß | River | ab: 15.371,23 €
- F, Feines Weiß + | Top Wesselton+ | ab: 12.611,58 €
- G, Feines Weiß | Top Wesselton | ab: 10.828,88 €
- H, Weiß | Wesselton | ab: 8.952,01 €






Die Wahl der Form eines Diamanten hängt vom persönlichen Geschmack ab. Der Brillant-
Schliff ist bis heute die klassische und gebräuchlichste Diamant-Form. Aber Neben dem
Brillant-Schliff existieren noch eine ganze Reihe weiterer Schliffarten, wie zum Beispiel:
Princess, Kissen (wie hier im Foto-Beispiel), Smaragd etc.





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