Photoshop und Lightroom könnens aber nur eingeschränkt
Das möchte ich jetzt bitte endlich mal stichhaltig belegt und erklärt haben. Und wenn das nicht möglich ist bitte einfach damit aufhören, dieses alte Vorurteil aufrecht zu erhalten...
Meiner persönlichen Erfahrung nach kommt Lightroom (und damit auch alles mit einem halbwegs aktuellen ACR, v4.x) mit den Fuji-Rohdaten zurecht, und zwar gut. Ich bin von "versuchen wir's mal mit JPEG" bei der S5pro zurück zur ausschliesslichen Speicherung und Verarbeitung von Rohdaten, und das mache ich NUR mit Lightroom. Die neuen Kameraprofile (seit LR2.2 enthalten, vorher als beta1 und beta2 öffentlich verfügbar) tun Ihr übriges dazu.
In ACR (und damit PS und LR) erfahren die Fuji-Rohdaten eine Sonderbehandlung, dazu gibt es die Aussage von einem der ACR-Entwickler, dass die Fuji-Rohdaten intern als Quasi-HDR behandelt werden (hatten wir hier erst kürzlich, der Beitrag in den Adobe-Foren wurde auch verlinkt).
Die Angleichungs der Kontrastverhältnisse, also quasi das "Mischen" von S- und R-Pixeln (was man in Fuji's eigener Software über die Dynamik oder z. B. in s7raw über den Einstellschieber macht) macht man in ACR über die Belichtungskorrektur in Kombination mit Füllicht und/oder Tonwertkurvenanpassungen.
Und was die Vorteile von RAF gegenüber JPEG betrifft geht es doch vielleicht weniger um die Fuji-Rohdaten, sondern allgemein um die Glaubensfrage "Raw vs. JPEG", oder?
Konkrete Beispiele die für Raw mit der Fuji sprechen:
- Die Möglichkeit, bei Landschaften den Vordergrund richtig zu belichten (und damit den Himmel zu hell werden zu lassen, während im RAF alle Informationen darin erhalten bleiben) und in Software nachträglich einen Grauverlaufsfilter oder eine selektive Belichtungskorrektur vorzunehmen ist nicht zu verachten. Das schafft die kameraeigene JPEG-Engine nicht.
- die Kombination aus "Velvia" Look (Filmsimulation F2) und hohem Dynamikumfang bietet die JPEG-Engine nicht. Dafür habe ich mir durch eigene Vergleiche mit den F2-JPEGs ein Lightroom-Preset gemacht und habe so von jedem das Beste.
Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile. Wenn man die einen nicht erkennt oder nutzen mag heisst das aber nicht, dass sie nicht existieren würden... mir gibt die ausschliessliche Nutzung von JPEG das ungute Gefühl, dass ich etwas verschenken könnte. Also quasi wie Negative wegwerfen, wenn man eine Ausbelichtung hat. Das bringe ich bei meinen Bildern einfach nicht übers Herz.
