Ja, ist das schon eine Extremsituation? Ich habe immer gedacht, wenn man von hell nach dunkel geht (also das Prinzip von ETTR) hat man die vielen Informationen, die in der hellen Aufnahme stecken und kann sie verlustarm in der dunkleren unterbringen??
Hmm, tja - eigentlich schon. Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich sehr satt belichtete Bereiche eben nicht so einfach ins negative belichten lassen. Theoretisch sollte es anders sein... ist es aber nicht. Es scheint mir stets am besten, gleich korrekt belichtetes Material zu haben, um möglichst wenig an den Tonwerten fummeln zu müssen.
So, jetzt nicht lachen - also ich sehe hier auch gaaaaaanz zarte magentafarbene Ringe!
Ja, ich sehe es auch. Schwach, aber da ist Farbe, wo keine sein dürfte, eindeutig.
Hallo Rolf,
Meine Empfehlung: Mit der kleinstmöglichen JPEG-Komprimierung konvertieren, ausbelichten und sich über das tolle Bild freuen und keine Fussel suchen, wo keine sind.
So ähnlich sehe ich das auch.
Ich sehe dein Problem, allerdings ist das kein Grund, gleich irre zu werden.

Im fertigen Druck wird man es nicht erkennen, und auch in obigem Bild finde ich es nicht ins Auge springend. Aber ich verstehe den Punkt: was nützt die beste Ausrüstung, wenn auf den letzten Metern Fehler gemacht werden? Viele kleine Summationseffekte versauen schließlich das Ergebnis.
In deinem Bild zwar schwach zu sehen, aber der Effekt steht doch eher exemplarisch für ein generelles Problem, das häufig noch viel stärker auftritt.
Ich habe mal die rechte untere Ecke meines obigen Vignetten-Fotos noch stärker bearbeitet (jetzt sind die farbigen Streifen deutlich zu sehen):
Das obige Histogramm entspricht dem Ausschnitt vor der Bearbeitung, hier verteilen sich die einzelnen Tonwerte auf einen sehr engen Bereich. Wird das Histogramm nun gestreckt (die Vignette bewirkt durch "mehr Schwarz" eine Tonwertänderung), splittert es regelrecht auf - jede einzelne Kerbe ist letztlich eine Lücke, also ein Tonwertabriss!
Ich habe für die S-förmige Kontrastanpassung die Einstellungsebene "Kurven" verwendet; wird hier der Ebenenmodus nicht auf "Luminanz" gesetzt, sondern bleibt "Normal", werden nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farben verändert, ein Riesenunterschied! Allein deshalb mache ich so wenig wie möglich in Lightroom, da hier diese Kontrollmöglichkeit nicht besteht.
Tonwertabrisse entstehen eben bei sehr starken Kontraständerungen in Bildbereichen, deren Informationen sich über einen schmalen Histogrammanteil erstrecken. Da muss man höllisch aufpassen, um kleinere Summationseffekte zu vermeiden:
1. das RAW soweit wie möglich im RAW-Konverter anpassen, z.B. mit Grauverlaufsfiltern
2. notfalls verschiedene RAW-Versionen entwickeln und mit Verläufen in PS mappen (ich habe den Eindruck, dass sich aus einem RAW mehr herauskitzeln lässt als im Übergabeformat TIFF)
3. Einstellungsebenen mit dem Modus "Luminanz" verwenden
4. nach Möglichkeit die Ebenen in ihrer Maske mit leichtem Rauschen versehen, das ist ungemein effektiv und hat kaum Auswirkungen auf den Rauscheindruck des Bildes, da nur die Maskenübergänge berührt werden
5. notfalls Rauschen im Bild selbst anwenden
6. solche homogenen Bereiche nur vorsichtig entrauschen (pures Gift)
Ich sehe die Schlieren übrigens auch erst nach dem Abspeichern im JPEG, noch nicht im TIFF.
Und ob sRGB oder Adobe RGB spielt nur einen marginalen Unterschied, allerdings würde ich in sRGB bleiben, da viele Browser Adobe RGB nicht darstellen können - dann siehts deutlich schlechter aus.