Und nun sind sie aufgetaucht.
Bei den Hazara ist der Übergang zwischen Kleidung und Schmuck wie bei den Kuchi fließend. Frauen und Mädchen tragen traditionell besonders farbenfrohe Kleider, die teils mit Silberknöpfen, Perlen, Münzen und anderem bestickt sind. Dazu wird oft sehr bunter Schmuck getragen.
Damit ist der Nachtrag zu dieser Reise fertig.
Wir sind viel gereist. Insbesondere mein Vater hat auch nach diesen Jahren die Welt bereist. Alaska, Namibia, Sri Lanka, Malediven, Sowjetunion, Ladakh, Südamerika, Äthiopien etc. Aber kein Land hat uns so beeindruckt wie Afghanistan. Keins hat so tiefe Spuren hinterlassen. Ich möchte mit einer Aussage von Siba Shakib, die sie in einem Interview mit meinem Vater und mir machte, schließen. Ausgangspunkt war die Frage, die sich wohl alle Afghanistan-Reisenden stell(t)en: Warum hinterlässt gerade dieses Land so bleibende Eindrücke?
Ab Anfang der neunziger Jahre arbeitete Siba, Tochter einer Deutschen und eines iranischen Vaters mit afghanischen Wurzeln, als Autorin und Filmemacherin in Afghanistan. Ihre preisgekrönten Dokumentationen, vor allem für die ARD, sind aufrüttelnde Belege für die verheerende Situation der afghanischen Bevölkerung, insbesondere der Frauen und Mädchen. Ihr erstes Buch „Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen“, erschienen 2003, wurde ein internationaler Bestseller und in 16 Ländern verkauft. Auch für ihr nächstes erfolgreiches Buch, „Samira und Samir“ ist Afghanistan der Hintergrund. Fünf Jahre lang hat Siba der von der NATO nach Afghanistan entsendeten internationalen Truppe ISAF (International Security Assistance Force) beratend zur Seite gestanden. Für mein Buch schrieb sie (nicht nur) für den Abschnitt über Afghanistan eine .... was ist es? Einleitung nicht. Essay? Egal. Es kam aus ihrem Innersten.
„Wo das Alltägliche fehlt und die Extreme so viel Raum einnehmen, fühlen wir so tief wie nirgends sonst.
Das hinterlässt Spuren.“
Es ist sicher kein Zufall, daß sich auch Anja Niedringhaus sich in dieses Land verliebt hat.
Und umso tragischer, daß sie dort auch von einem Fanatiker ermordet wurde …
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