Familienreise zu den Buddhas von Bamiyan

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Als Tadschiken werden in Afghanistan oft Menschen bezeichnet, die sich keiner anderen Ethnie zuordnen lassen und Dari, eine Varietät der persischen Sprache, sprechen. Die traditionelle Setar wird in Afghanistan überwiegend von Dari Sprechenden gespielt.​
 
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Wenn ich Fotos der Kuchi betrachte kommt mir ein Zitat des Pulitzer-Preisträgers James A. Michener in den Sinn. In seinem Roman „Caravans“ (auf deutsch ‚Karawanen der Nacht‘, erschienen 1963), schreibt er:

„Afghanistan, one of the most inconspicuous nations on earth. In 1946 it was just emerging from the **bronze age**, a land incredibly old, incredibly tied to an ancient past. At the embassy we used to say, ‚Kabul today shows what Palestine was like at the time of Jesus.‘“

( „Afghanistan, eine der unscheinbarsten Nationen der Erde. Im Jahr 1946 trat es gerade erst aus der **Bronzezeit** hervor – ein Land, unglaublich alt und so eng mit einer antiken Vergangenheit verbunden. In der Botschaft pflegten wir zu sagen: ‚Kabul zeigt uns heute, wie Palästina zur Zeit Jesu war.‘“)

Michener nutzt dieses Bild der „Bronzezeit“ im Buch an mehreren Stellen als Metapher, um den extremen Kontrast zwischen der Moderne der Nachkriegszeit und dem damals noch tief im traditionellen Nomadentum verwurzelten Leben der afghanischen Bevölkerung zu verdeutlichen.
 
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Afghanistan_Vogelhändler.jpg

Viele Afghanen schätzen den beruhigenden Gesang der Vögel als Ausgleich zum harten Alltag.



Afghanistan_Burkas.jpg


PS: Diese beiden Dias hatte ich spät, aber noch rechtzeitig für das Buch gefunden. In dieser Reportage waren sie bisher nicht enthalten.
 
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Das gemeinsame Essen von Früchten und Nüssen ist zentraler Bestandteil der afghanischen Gastfreundschaft. Die ausgedehnten Obstgärten sind meist seit vielen Generationen in Familienbesitz. Die Qualität des Obstes ist sagenhaft. Extrem lecker.​

PS: Einen Scan des Papierabzuges dieses Dias ist in #43 zu sehen. Der Scan des Dias ist qualitativ wesentlich besser.
 
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Mit Paraden, Musik und Tanz wurde im Juli 1974 das einjährige Bestehen der Republik Afghanistan gefeiert. Zumindest in und um Kabul, auf dem Land interessierte man sich offensichtlich wenig dafür. Diese Aufnahme entstand bei Maidan Shar in der Nähe von Kabul auf dem Weg zum sagenumwobenen, 3700 Meter hohen Hajigak-Pass, der kürzesten Route nach Bamiyan im Herzen Afghanistans.
 
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Kürzlich wurde im Familienchat die Hitze während vieler unserer Reisen thematisiert. Hier ein Foto - das eigentlich von keiner Relevanz ist - das zeigt, wie der Vater, der nahezu jeden Kilometer fuhr da die Mutter die Aufgabe hatte, die vier Kinder und zwei Erwachsenen mit ausreichend Flüssigkeit und möglichst guter Laune zu versorgen, versuchte, bei bis zu 48 Grad und teilweise über 1000 Tageskilometern einen halbwegs klaren Kopf zu bewahren. Das Rezept: Immer mal wieder ein Geschirrtuch in das Schmelzwasser der Kühlbox, die gefüllt war mit Wassermelone und Stangeneis, zu tauchen und dann als Hijab zu verwenden. Das Foto entstand in der Nähe von Kandahar im südlichen Afghanistan, wo es aufgrund die geringen Höhenlage extrem heiß werden kann. Im Gegensatz dazu liegt Kabul auf ca. 1800 m und hat im Sommer ein recht angenehmes Klima.

Rückfahrt_Kandahar.jpg
 
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Über Bamiyan habe ich in diesem Thread (ab #53) einiges berichtet. Auf dem Weg trafen wir auf einen älteren Mann der uns um Medikamente für seine Augen bat. Er hatte eine Bindehautentzündung und erhielt von meiner Mutter ein Tübchen Augensalbe. Das SW-Portrait hatte ich #51 gepostet. Aufgetaucht ist nun auch dieses Dia:

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Da ich das SW-Portrait für das Buch restaurierte, poste ich hier die neue Version:


alterMann_kl.jpg


Warum auch immer habe ich früher dieses tolle Foto übersehen:

Buddha_gr-2.jpg

Im kürzlich fertig gestellten Buch erhielt es eine komplette Seite und ein Druck auf Hahnemühle-Papier im Format 50x50 ist im Anflug.


 
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Der landschaftliche Höhepunkt einer jeden Reise nach Afghanistan waren die Seen von Band-e Amir. Sie sind eine Kette von sieben unglaublich tiefblauen ineinander überfließenden Seen in den Ausläufern des Hindukuschs in Zentralafghanistan. Erreichbar sind sie nur nur über übelste und abenteuerliche Schotterpisten. Man muss mehrere Pässe über 3.000m überqueren. Wir fuhren über den Unai (3.300 m), Hajigak (3.700 m) und den Khan Kotal (3600 m). Die Seen liegen in einer Höhe von ca. 3000 Metern und etwa 80 Kilometer - Luftlinie - westlich der Stadt Bamiyan.

Ich hatte in den Beiträgen zu diesen Seen mein Lieblingsfoto bereits gepostet, allerdings war es damals nur quick and dirty digitalisiert. Für das Buch habe das Negativ intensiv restauriert.

Band-e Amir_Kinder_kl.jpg

Mein Vater sagte dazu: "Ein tolles Bild. Aber in Farbe wäre es sicher auch schön."
Er hatte völlig vergessen, dass er die Farbfotos der Kinder vor ein paar Jahrzehnten aussortiert hatte um Abzüge machen zu lassen. Und weg waren sie. Bis vor ein paar Wochen.


 
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Und nun sind sie aufgetaucht.


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Bei den Hazara ist der Übergang zwischen Kleidung und Schmuck wie bei den Kuchi fließend. Frauen und Mädchen tragen traditionell besonders farbenfrohe Kleider, die teils mit Silberknöpfen, Perlen, Münzen und anderem bestickt sind. Dazu wird oft sehr bunter Schmuck getragen.


Damit ist der Nachtrag zu dieser Reise fertig.

Wir sind viel gereist. Insbesondere mein Vater hat auch nach diesen Jahren die Welt bereist. Alaska, Namibia, Sri Lanka, Malediven, Sowjetunion, Ladakh, Südamerika, Äthiopien etc. Aber kein Land hat uns so beeindruckt wie Afghanistan. Keins hat so tiefe Spuren hinterlassen. Ich möchte mit einer Aussage von Siba Shakib, die sie in einem Interview mit meinem Vater und mir machte, schließen. Ausgangspunkt war die Frage, die sich wohl alle Afghanistan-Reisenden stell(t)en: Warum hinterlässt gerade dieses Land so bleibende Eindrücke?

Ab Anfang der neunziger Jahre arbeitete Siba, Tochter einer Deutschen und eines iranischen Vaters mit afghanischen Wurzeln, als Autorin und Filmemacherin in Afghanistan. Ihre preisgekrönten Dokumentationen, vor allem für die ARD, sind aufrüttelnde Belege für die verheerende Situation der afghanischen Bevölkerung, insbesondere der Frauen und Mädchen. Ihr erstes Buch „Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen“, erschienen 2003, wurde ein internationaler Bestseller und in 16 Ländern verkauft. Auch für ihr nächstes erfolgreiches Buch, „Samira und Samir“ ist Afghanistan der Hintergrund. Fünf Jahre lang hat Siba der von der NATO nach Afghanistan entsendeten internationalen Truppe ISAF (International Security Assistance Force) beratend zur Seite gestanden. Für mein Buch schrieb sie (nicht nur) für den Abschnitt über Afghanistan eine .... was ist es? Einleitung nicht. Essay? Egal. Es kam aus ihrem Innersten.

„Wo das Alltägliche fehlt und die Extreme so viel Raum einnehmen, fühlen wir so tief wie nirgends sonst.
Das hinterlässt Spuren.“
 
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3 Kommentare
jazzmasterphoto
jazzmasterphoto kommentierte
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Es ist sicher kein Zufall, daß sich auch Anja Niedringhaus sich in dieses Land verliebt hat.
Und umso tragischer, daß sie dort auch von einem Fanatiker ermordet wurde …
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Lydian
Lydian kommentierte
Ja. Die sehr sehenswerte Doku zu Anja Niedringhaus (Arte TV) hatten wir hier auch schon thematisiert.
 
jazzmasterphoto
jazzmasterphoto kommentierte


Noch bis zum 13. September sind ihre Bilder in Oberhausen zu sehen.


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