moin nikonisti,
im vergangenen jahr hab ich mir auch einen uralten traum ersteigert, eine F2 mit leuchtdioden-photomic, ein eher dürftig beschriebenes exemplar für relativ kleines geld. was dann ankam, ich hatte schon mal davon geschrieben, war eine mint-F2 mit einem minty DP-3, also eine schwarze F2 SB praktisch ohne jegliche gebrauchsspur samt einem etwas knöchrigen 50/1.4 in einer lederbereitschaftstasche.
mist dachte ich, ich wollte doch eine für die tasche und jetzt kommt so etwas ;-)) gut der photomic wollte erst nochmal für ein paar ören in funktion gesetzt werden und der blendenring der optik schrie nach scheinbar jahrelangem dornröschendasein nach etwas fett.
da stand sie dann nach einer weile vor mir, attestiert als makelloses topteil, was tun damit? sie weiterreichen an einen der diesen zustand schätzt und bezahlt und mir ein anderes stück rough'n ready to shoot besorgen ?
hätte ich vor dreißig jahren das geld für meine traumkamera gehabt dann wäre sie wohl den weg ihrer heutigen kleinen schwester in die tasche gegangen und klackerte heute messingberandet und leicht verdellt wohl auch noch in meiner tasche herum. also ging die "neue" F2SB nach etwas zögern doch auch in die tasche.
natürlich liegt sie nicht so oft drinnen wie die F3, welche, ganz mitten im leben, jeden job auch wenn es noch so sehr nach dreck aussieht tun muß. aber wenn sie denn die wahl für einen job oder reise trifft, dann ist sie dabei ohne wenn und aber. natürlich taten die unvermeidlichen ersten kratzer in der bodenplatte etwas weh, aber mit der zeit, so peu-à-peu gewöhnt man sich daran ;-)) und natürlich verbaute ich ihr den weg in die "splendid isolation" einer hochglanzvitrine. aber dafür war sie ohnehin weder ersonnen noch erbaut.
ich erfreue mich, mit gebotener rücksichtslosigkeit, am meinem um 30 jahre verspätet eingetroffenen arbeitsgerät welches hoffentlich noch lange ohne die typischen alterserscheinungen seiner gattung arbeiten wird, in der gewißheit wie ihrerzeit bei der kleineren schwester, daß alle dellen und kratzer von mir selbst gedengelt sein werden.
nein, immer mit dem wischläppchen über die kamera nach drei tropfen regen oder mit dem pinselchen nach jeder kleinen staubwolke, genau deshalb wollte ich dazumals eine nikon, um davon befreit zu sein und nicht immer ein plüschbeutelchen zu brauchen.
also eine vitrine brauche ich nicht, freude an meinen kameras hab ich wenn ich sie benutze und das celluloid drinnen rutschen spüre und höre ;-))
ein anderes ding ist die immer wiederkehrende frage ' was ist meine kamera wert? '
meine erste nikon besitzt heute noch etwa 10% ihres kaufpreises, dazu die inflation und die tatsache, daß ich sie mir damals als schüler vom ar*** abgespart habe. nein, mit dem auto drüberfahren würde ich nicht, ich hab ihr gegen jedes "das rechnet sich nicht" sogar nochmal einen kundendienst für 15% des damaligen neupreises gegönnt, natürlich auch aus sentimentalität aber auch damit sie weiterhin in etwa der häufigkeit wie die neue-alte F2 SB neben ihren etwas jüngeren hauer-schwestern in der tasche mit hinauskann in den dreck der welt kann.
der wert einer kamera definiert sich für mich an meiner zuneigung zu ihrem äußeren und innern, vor allem aber am gebrauchswert. niemals nicht an sammlerpreisen oder ebay-resultaten. einerseits freue ich mich, wenn ich ein älteres teil zur weiteren verwendung für ein kleines geld bekommen kann, andererseits kann ich oftmals nur den kopf schütteln für was für'n ranzigen apfel und welch faules ei viele leute treue wegbegleiter verscherbeln.
ja die welt ist böse & gemein und neue kameras & linsen sind teuer, aber machen da die vielleicht 200 euro für eine tüchtige F2 das kraut wirklich fett ?
gruß
klaus