Hallo an Euch alle,
zum besseren Verständnis will ich vorwegschicken, dass ich seit 30 Jahren mit Nikon-Kameras arbeite, zuletzt mit einer F 100 im analogen Bereich, die ich als eine außerordentlich gute Kamera schätzen gelernt hatte.
Ich bin dann vor knapp 3 Jahren umgestiegen in den digitalen Bereich mit einer D 200 und habe mich gleichzeitig "überreden" lassen zum Kauf eines 18 - 200, das damals sogar mit Lieferzeiten behaftet war.
Die Bewertung war überdurchschnittlich bis hin zu phänomenal, allein die VR - Technologie in dieser Preisklasse und die herausragende Abbildungsleistung in allen Brennweitenbereichen machten dieses Objektiv lt. verschiedener Händleraussagen zu einem echten Muss.
Meine Erfahrung mit diesem Objektiv sahen allerdings nach praktischen Erfahrungen ganz anders aus.
Vignettierungen, Farbsäume bei Gegenlicht, Verzeichnungen u.v.m.
Übrig bleibt :
Es ist leicht und kostet nur die Hälfte einer Spitzenoptik, die Bildqualität ist bescheiden und es liegt heute bei mir nur rum.
An einer D 40 mag es gehen, nicht jedoch an einer D 300.
Zoomobjektive sind zweifellos besser geworden, aber es ist ein Irrglaube, mit einem Objektiv den Weitwinkel- und Telebereich gleichzeitig abdecken zu können.
Das schafft nicht einmal das 80 - 200 /2.8, wenngleich es um zwei Klassen besser ist als das vorbezeichnete 18 - 200.
Ein 18 - 70 oder ein 16 - 85 VR mag seine Berechtigung haben, aber eben nicht an einer D 300, die als semiprofessionelle Kamera deklariert wird.
Ich habe noch vor kurzem mit einem 400 und einem 600 er Luftaufnahmen aus einem Hubschrauber gemacht und dabei sowohl VR ein- wie auch abgeschaltet.
Ratet mal, welche Aufnahmen viel besser waren.
Soweit zur VR - Technologie.
Nichts geht über die eigenen Erfahrungen. Legt die Hefte mit den fragwürdigen Test´s beiseite.
Macht Fotos unter allen Licht- und Einsatzbedingungen und schaut sie Euch an. Nicht auf dem Display der Kamera, es läßt keine eindeutige Beurteilung zu, evtl. eine grobe Unter- bzw. Überbeleuchtung erkennen, ggf. eher das Histogramm.
Ich fotografiere überwiegend mit einem 17 - 55 / 2.8 und mit dem 80 - 200 / 2.8 und habe nur gute Erfahrungen damit gemacht.
Beide Objektive sind lichtstark, erlauben hohe Abblendungen, erzielen aber selbst bei Aufnahmen mit offener Blende (Freistellen) noch sehr gute Abbildungsleistungen.
Vor allem sind Schärfe und Detailzeichnung insbesondere beim 17-55 absolut überzeugend.
Einziger Nachteil :
Sie sind schwer und sehr teuer !!
Würde es einem anderen Hersteller gelingen, die gleiche Qualität für´s halbe Geld auf den Markt zu bringen, könnte Nikon keine hochwertigen Objektive mehr verkaufen.
Dem ist aber nicht so !! Soweit zu den
Sigma´s, an denen nur einer verdient, aber nicht der Anwender.
Zur Kamera selbst :
Sie ist m. E. in ihrer Funktionsvielfalt völlig überfrachtet und von daher nur schwer beherrschbar.
Wer blickt bei den unzähligen Aufnahme- und Individualkonfigurationen noch durch ?
Was verbirgt sich hinter den Bildoptimierungsmodi und deren unendlichen Einstellungen.
Wer definiert den Standard, was ist neutral und "Brillant" gehört evtl. in eine Sucherkamera von 150.-€.
Wozu optimieren, wenn die vorgewählten Bichtungsmodi in ihren Programmkurven stimmig sind ?
Wenn Nikon selbst die Belichtungsmodi der D 2 x empfiehlt (sie sind tatsächlich viel besser und ausgewogener) dann sind die integrierten doch zu hinterfragen ?.
Und selbst diese lassen sich noch tunen, bis hin zu der fatalen Einstellung "Automatik".
Automatik bewirkt immer nur einen Kompromiss ! Nicht heiß, nicht kalt, sondern lauwarm ! Ich gebe das Heft aus der Hand im unverzeihlichen Vertrauen auf eine Automatik, von der ich nicht weiß, wie sie sich entscheidet und welche Wirkung dadurch erzielt wird.
Warum nochmal eine Feinabstimmung der Messmethoden ? Reichen 51 Messfelder noch immer nicht für eine präzise Belichtung ? Oder erlauben die Programmkurven keine korrekte Belichtung ?
Wenn ich erst 400 Seiten lesen muss, um mit meiner Kamera ein vernünftige Bild zu machen, stimmt etwas nicht.
Und diejenigen, die in ihren Büchern behaupten, sie hätten die Technik im Griff und würden die unzähligen Einstellmöglichkeiten verständlich erläutern und brauchbare und praktikable Empfehlungen geben können, schreiben in Wahrheit die BDA noch einmal ab, verbreiten nichts, was bereits bekannt ist und verdienen mit jedem Buch i.d.R. nochmal 39.90 €. In eine gute Speicherkarte (Extreme III oder IV) ist dieses Geld allemal besser investiert.
Meine erste D 300 belichtete falsch, Austausch beim Händler, die zweite war wesentlich besser und erst nach einem Abgleich bei Nikon optimal.
Bei Aufnahmen mit SB 800 waren die Farben verfälscht - Austausch der Blitzröhre - jetzt besser.
Beim MB - D 10 ist der Auslösedruckpunkt nicht zu definieren. Bei leichter Berührung ist die Aufnahme weg.
Dies werde ich bei meinem nächsten Besuch reklamieren.
Abschließend noch eins :
Wenn ich kritisiere, wird meine Kritik immer sachlich und konstruktiv sein.
Freundliche Grüße
Spartacus