Danke für euer Feedback!
1969 habe ich zum ersten mal in Barcelona gelebt. Als ich `88 wieder dorthin gezogen bin, fand ich mein altes Barcelona vor, wie ich es 69 verlassen hatte. Vielleicht etwas mehr Touristen, aber noch in erträglichem Rahmen. Dann kam 1992 die Olympiade. Die Stadtväter hatten die Gelegenheit zum "Aufräumen" genutzt. Ganze Häuserblocks in der Altstadt wurden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Die Strandrestaurants in Barceloneta verschwanden, Huren und Dealer wurden an den Stadtrand vertrieben. Die Taschendiebe und Hütchenspieler blieben. Die Stadt war "nett" gemacht worden für mehr Tourismus, jener Seuche, unter der sie nun fast zusammenbricht. `92 war ich entsetzt. "Mein" Barcelona, jene Symbiose von Herz und Abenteuer war zwar noch da, aber die Richtung, in der es weiter gehen sollte, war überall erkennbar. Mittlerweile ist nicht mehr allzuviel übrig geblieben. Die Stadt ist "In"! Barceloneta, einst Stadtteil der Fischer und Arbeiter, ist zum hippen Wohnbezirk geworden, aus dem die einfachen Leute vertrieben werden, während sich ihre ehemaligen Wohnungen in schickes Eigentum verwandeln, aber nicht für sie! Klar, diese Entwicklung gibt es überall. Gier und Dummheit zerstört gewachsene Harmonie. Trotz alledem war ich vorgestern nach dem Attentat mit der Empfindung konfrontiert, dass dieser Akt "meinem" Barcelona so etwas wie den Todesstoß versetzt hat. In dem Moment habe ich eigentlich nur Trauer empfunden. Nicht nur für die Opfer, sondern auch für diese Stadt!
In Zukunft werde ich sie "Atlantis" nennen!