Eine Reise zum Doberaner Münster

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Dirk S.

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Heute möchte ich euch auf eine kleine Reise durch das Doberaner Münster mitnehmen.
Ich habe mich bewusst für eine farbige Präsentation entschieden.
Die Ausmalung und nach Restaurierung wieder hergestellte Farbigkeit zeichnet sich, typisch für eine Zisterzienserklosterkirche, durch die Verwendung weniger Farben aus. Die Farben rot, blau und weiß galten im späten Mittelalter als Farben der Maria. Die backsteinfarbene Bemalung der Wände und Pfeiler mit weißem Fugennetz ist mittelalterlichen Ursprungs und in allen Farbfassungen zu finden.

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Teil 1: Architektur

Das Bad Doberaner Münster gehört zu den bedeutendsten hochgotischen Backsteinbauten Mecklenburgs. Um 1280 begann der Bau. Um 1297 waren der Rohbau und das Dachwerk des Münsters fertig gestellt.

#1 Blick zum Hochaltar.
Die Betonung der Vertikalen in der Gotik ist für Kirchenbauten in dieser Zeit typisch.
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#2 Blick ins nördliche Quer- und Seitenschiff
Im Wandbereich verwendete man eine Vielzahl großflächiger Fenster, die das Gebäude leicht und lichtdurchflutet erscheinen ließen. Das Kreuzrippengewölbe ermöglichte es, die Wände durch ein filigranes System von Säulen aufzulösen.
Die farbige Kachelmalerei am Zentralpfeiler entstand bereits im 14. Jh. nach orientalischen Vorbildern.
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#3 Blick vom nördlichen Seitenschiff durch das Mittelschiff bis zum südlichen Seitenschiff.
Ein weiteres Beispiel für die lichtdurchflutende Bauweise.
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#4 Blick auf das Kreuzgewölbe
Erst nach Fertigstellung des Daches konnten die Ziegelgewölbe gemauert werden. Als Grundlage dienten Holzlehrgerüste. Auf diesen Lehrgerüst wurde nur die Rippe bis zum Schlussstein gestützt errichtet, die dünneren Gewölbekappen sind freihändig Stein für Stein eingefügt.
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#5
Der Dachstuhl über dem Gewölbe
Die Konstruktion spricht für sich
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Teil 2: Gruften und Gräber

Nach der Blütezeit des Klosters wurde der vollständige Niedergang durch Herzog Ulrich III. von Mecklenburg-Güstrow gestoppt. Der Grund für seine Bemühungen lag darin, das Münster als Grablege des Fürstenhauses zu erhalten.
Seit der Gründung des Klosters ließen sich viele Adlige hier beisetzen.

#6 Heinrich der Löwe
Natürlich der aus Mecklenburg. Nicht ganz so berühmt
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#7 Die Grabtumba für Herzog Albrecht III. v. Mecklenburg und König zu Schweden (†1412, Abb.), und seiner 1. Frau Richardis von Schwerin (†1377). Sie ist ein wichtiges Beispiel spätgotischer Grabkunst.
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#8 Im Seitenschiff wurden wertvolle mittelalterliche Abts-Grabplatten aufgestellt. Die Platten lagen ursprünglich im Kreuzgang, wurden in nachreformatorischer Zeit auf dem Kirchenfußboden verlegt und im späten 19. Jahrhundert von Baurat Möckel in die Seitenwände versetzt.
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#9 Grabmal und Gruft des Herzogs Adolf Friedrich I. von Mecklenburg (†1658) und Frau Anna Maria von Ostfriesland (†1634)
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#10 Granitsarkophag des Großherzogs Friedrich Franz I. von Mecklenburg (†1837) Der Findling, aus dem dieser sechs Tonnen schwere Sarkophag hervorging, wog ca. 200 Tonnen und ist auf einem Feld bei Schwerin gefunden worden. Es ist schwedischer Rosengranit, der 18 Jahre lang in der Schweriner Schleifmühle bearbeitet wurde.
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Teil 3: ein paar Details

#11 Deckengewölbe in der Bülowkapelle
Die Bemalung der Bülowkapelle stammt von 1873. Sie zeigen unter anderem die Bischöfe, weitere Familienmitglieder und an der Ostwand den Gekreuzigten mit Johannes und Maria und den beiden Heiligen Thomas von Canterbury und Ritter Olav.
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#12 Detail der Umzäunung der Grabanlage des Grafen Samuel von Behr (†1621)
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#13 Umzäunung des Grabmals von Herzog Johann Albrecht II. von Mecklenburg (†1920) und seiner Frau Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach (†1908)
Die Kapelle wird gegen den Chorumgang mit diesem schmiedeeisernen Gitter abgeschlossen, geschmückt mit den Wappenschildern von Mecklenburg, Thüringen und Stollberg.
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#14
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Zum Abschluss ein kleines Lichtspiel.
Im Hintergrund die Steinplatten zum Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt

#15
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Ich hoffe, euch hat meine kleine Reise durch das Innere des Münsters gefallen.

Gerne auch Kritik zur Präsentation oder Bildgestaltung.
 
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Insgesamt sehr schöne Kirchenarchitektur-Bilder. In Einzelfällen (z.B. 10 und 12) hätte ich mir eine noch präzisere Kameraausrichtung gewünscht. Das soll aber den positiven Gesamteindruck nicht schmälern.

Gruß
Suermel
 
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Ich hoffe, euch hat meine kleine Reise durch das Innere des Münsters gefallen.
Ja, sehr :up:
Besonders die Dachstuhlkonstruktion, war Teil meines beruflichen Fachgebietes.
Gerne auch Kritik zur Präsentation oder Bildgestaltung.
Kann mit viel Kritik nicht dienen, sind ja speziell Führungs,- Reisebilder. Nur kommen mir einige "besonders" scharf vor. Schärfe, klar, aber so scharf :frown1:
Aber vielleicht bin ich nur meine unscharfen gewöhnt :D

Danke für die Führung und
 
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Danke für die Anmerkungen.

Insgesamt sehr schöne Kirchenarchitektur-Bilder. In Einzelfällen (z.B. 10 und 12) hätte ich mir eine noch präzisere Kameraausrichtung gewünscht. Das soll aber den positiven Gesamteindruck nicht schmälern.
Gruß
Suermel

Naja, bei 12 hab ich schon halb über ner Absperrung gehangen. Ich hätte die Schmiedearbeit gerne weiter nach links gehabt.

Kannst du das bei 10 mal präzisieren? Bis auf die Möglichkeit weiter nach hinten zu gehen, war durchaus Platz, oder bist du der meinung, da Bild ist schief? Ich hab mich an der rechten Fensterkante orientiert, da sie fast mittig im Bild ist.


Nur kommen mir einige "besonders" scharf vor. Schärfe, klar, aber so scharf :frown1:


Mh, fürs Verkleinern und Schärfen verwende ich eigentlich immer die gleichen Arbeitsschritte. Bisher hat sich hier noch keiner wegen Überschärfung beschwert. :nixweiss:
 
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..Bisher hat sich hier noch keiner wegen Überschärfung beschwert...
Beschwert habe ich mich ja gar nicht :heul:
Ist halt nur bei mir so. Ich habe schon stärkere Brillen beantragen wollen, das lasse ich jetzt :D
Aufgefallen ist es mir im Teil 1, beim Bild " #2 Blick ins nördliche Quer- und Seitenschiff ", aber wie schon geschrieben, vielleicht liegt es an mir.

Danke und
 
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Sehr schöne Aufnahmen, die vor allem einen Eindruck von der Größe des Schiffs vermitteln! Die Farben gefallen mir besonders gut, gerade norddeutsche Backsteingotik kommt oft grausam entgleist in den rötlichen Bereichen daher.

Ist das alles mit dem 11-16 aufgenommen?
 
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Sehr schöne Aufnahmen, die vor allem einen Eindruck von der Größe des Schiffs vermitteln! Die Farben gefallen mir besonders gut, gerade norddeutsche Backsteingotik kommt oft grausam entgleist in den rötlichen Bereichen daher.

Ist das alles mit dem 11-16 aufgenommen?

Danke Stefan.
Ein Teil der Aufnahmen ist mit dem Tamron 17-50 gemacht. In den Aufnahmen sind die Exifs. Ich hab jetzt nicht mehr im Kopf, welches Bild mit welcher Scherbe.
 
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Kannst du das bei 10 mal präzisieren? Bis auf die Möglichkeit weiter nach hinten zu gehen, war durchaus Platz, oder bist du der meinung, da Bild ist schief? Ich hab mich an der rechten Fensterkante orientiert, da sie fast mittig im Bild ist.

10 ist halt mit schiefer Kamerahaltung von unten nach oben fotografiert. Wenn Du die rechte Kante des Fensters gerade rückst, bleiben noch genügend andere stürzende Linien übrig, hier halt u.a. die Ecke hinter dem Sarkophag und die linke Kante des Fensters. Klar, Du wolltest sicher die Bilder unangeschnitten mit drin haben. Die Alternativen: exakt "im Wasser" fotografieren; mehr Weitwinkel und dann überflüssige Bildteile wegschneiden; höheren Aufnahmestandpunkt; gerade rücken in Photoshop. Oder halt so lassen, wie es ist, und damit leben. Oder Du beziehst stürzende Linien als Gestaltungselement mit ein.

Bei 12 hätten die stürzenden Linien schon durch leichte Korrektur vermieden werden können. Am linken Bildrand kann man es schön am Torbogen sehen.

Aber mach Dir keinen Kopf, das kann immer passieren. Ich versuche bei meinen eigenen Kirchenaufnahmen auch immer darauf zu achten, mal gelingt es besser, mal schlechter. Hilfreich ist eine Wasserwaage, die in den Blitzschuh gesteckt werden kann.

Schönen Gruß
Suermel
 
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Ich möchte mich einfach nur bedanken :4you:

Ich fand Deine Ausführung ausgesprochen interessant und die Bilder passend dazu umgesetzt ... ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, nach Mängeln zu suchen ...

Mir ist nur aufgefallen, daß es schön farbfeudig ist und die Bilder gestochen scharf sind :up::up::up:
 
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Mängel die mir bei diesen Arbeiten wahrscheinlich eh nicht aufgefallen wären, sind bei so einer tollen Reportage eh Nebensache.

Sehr spannend, informativ und die Bilder gefallen mir auch :up: unter so ein Kirchendach und all die anderen Nebenräume würde ich auch gerne mal schauen dürfen
 
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Ich möchte mich einfach nur bedanken :4you:

Ich fand Deine Ausführung ausgesprochen interessant und die Bilder passend dazu umgesetzt ... ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, nach Mängeln zu suchen


Hallo Dirk,
dem schließe ich mich in vollem Umfang an. Tolle Bilder mit lehrreichen Kommentaren - Herz, was begehrst Du mehr
 
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Hallo Dirk,

mir gefallen die Detailaufnahmen sehr gut, gesamt eine sehr schöne Bilderreise und beeindruckend ist der 6 tonnen Sarkophag.

Danke
 
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Hallo Dirk,

hab vielen Dank für die schöne Serie und die ergänzende, sehr informative Erläuterung. Zu den Fotos erübrigt sich für mich jeder Kommentar. Hier zu mäkeln, an Details oder Feinheiten....das verbietet sich für mich.

Very well done:up:

Gruss,
Schnubbel:hallo:
 
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