Hallo Werner,
schön, dass es wieder sachlich wird.
Mich haben sie an der FH mit der Konzeption von Bilderserien gestriezt, nicht so poetische, aber bei sachlichen Serien gilt das gleiche:
Schwache Bilder versauen den Gesamteindruck. Also raus damit, wenn sie nicht gerade wichtige Informationen transportieren.
So wenige Bilder wie möglich, so viele wie nötig. Am besten mal einen Aussenstehenden fragen, bevor man mit so was an die Öffentlichkeit geht. Ich habe mir vor einer Woche mit tränenden Augen vier Bilderserien für einen Wettbewerb von einem befreundeten Kollegen von 50 Bildern auf je 30 stutzen lassen. Das fällt schwer, denn:
Die eigenen Fürze riechen am besten.
Schau jedes Bild an und frage Dich: Ist das wirklich gut? Könnte es alleine bestehen?
In Deiner Serie sind eine Menge "Gurken":
Leicht unscharf (die sehen nicht nach gewollter Unschärfe aus, sondern falsch fokussiert. Entweder richtig scharf oder richtig unscharf. Ich stehe auf Unschärfe, dann aber satt!
Oder Bilder, vom sichtbar selben Ast, aber drei Schritte weiter von links.
Billige Masche: Cheapnis! Visible nylonstrings attached to giant spider. (Frank Zappa)

Da merkt man: Hier wollte einer Masse machen. Quantität statt Qualität.
Eine Bilderserie ist kein verkürzter Film. Beim Filmschwenk sind jede Menge Zwischenbilder, die alleine gesehen Schrott wären. In einer Serie haben die nichts zu suchen.
Man gehe mal drei Schritte zurück und versuche, das Werk mit den Augen eines Aussenstehenden zu betrachten. Wenn man Künstler ist, sollte man sich keine Gedanken machen, wie andere das Bild wohl finden. Dann muss man aber auch die nassen Lappen abkönnen, die man ins Gesicht bekommt.
Wir als Nicht-Künstler, die nicht aus innerstem Antrieb Bilder machen, sondern um gut bezahlt oder fett gelobt zu werden, sollten unsere Werke mit Abstand sehen können. Oder ansehen lassen. "Putzfrauen-Test" heißt das in der Werbung, wenn der Creativ-Director nach Feierabend die Raumpflegerin über die Anzeige schauen lässt. Wenn die sagt: "Geil! Wo kriegt man das Ding da auf dem Foto!", ist der CD auf dem richtigen Weg.
Wenn die Kollegen sagen: "Das hast Du aber toll gemacht", ist der Markterfolg nicht garantiert.
Schau Dir Dein Werk an und frage Dich: Ist das nicht alles vielleicht ziemlich beliebiges, zusammengeschustertes, redundantes Gesülze? Würde ich dieses Zeug auch für 8€ pro Print vergrößern lassen? Statt mit null Kosten auf Picasa der Welt aufs Auge zu drücken?
Where is the beef?
Grüße
Christian