Ein Plädoyer ....

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sam25

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Es liegt mir schon lange auf der Zunge, aber formulieren konnte ich es nicht ....

Immer schneller und in kürzeren Abständen werden mir neue Kameras und Objektive und Zubehör präsentiert ....

Das an sich finde ich spannend, gleichzeitig macht es mich ratlos ...

Und ohne Nostalgie und Altersbonus vermisse ich zunehmend die Langsamkeit in diesem Markt. Nikon wirkt orientierungslos, andere Firmen ziehen an der Firma im Eiltempo davon.

Zwischen der FM und der F4 liegen Jahre und man musste sich gedulden. Zwischendurch vielleicht ein neues Objektiv, mehr nicht....

Konzerte fotografiere ich noch mit AF, einem alten Nikkor 80-200mm und es gäbe ja wohl schon viel, viel bessere Optiken als diese ...

Ansonsten fotografiere ich nur noch manuel. Mit Optiken, die keine jünger als 15 Jahre ist ...

Und ich habe mich die ganze gefragt, ob die Bilder mit diesem Produktionstempo besser sind. Und ja, sie sind es. Technisch gesehen. Aber die Bildgestaltung leidet schon darunter, Schärfe und Farbe überwiegen und lassen mehr an Beurteilung nicht zu ...

Es ist eine Entwicklung. So wie Musik entstanden ist. Rock, Pop oder auch nur die Entwicklung von Opern und Sinfonien.

Wo ist der Platz, der Ort, nein verurteilen tue ich die Entwicklung nicht .... sie gibt mir einfach zu denken. Wenn heute jemand eine D3 gebraucht kauft, dann ist er rückständig. Meine D4 ein wenig weniger rückständig. Firmen werfen Objektive auf den Markt und versprechen noch bessere Qualität. Ich sehe sie nicht und der Qualitätsbegriff wirkt abgelutscht ...

Ein Plädoyer für Langsamkeit. Ein Plädoyer für Genuss, für Inspiration, für Wahrnehmung in der Fotografie ...

Eine Elefant alleine macht noch kein Bild, eine Blume noch kein Poster, ein Sonnenuntergang noch kein Highlight ...

Eine Canon macht keine besseren Bilder als Nikon oder Olympus und alle andern Marken ... ein zwanzig jähriges Objektiv ist nicht schlechter als ein aktuelles ...

Nein, aus mir spricht nicht der Frust. Nur eine temporäre Orientierungslosigkeit. Was soll ich mit diesem Markt? Das Belächeln meiner mittlerweile fast museumsreifen Ausrüstung halte ich aus, problemlos ...

Nur ein Plädoyer, mehr nicht. Und Recht haben muss ich auch nicht ...

Wer in den 50er Jahren genug Geld hatte, der konnte am See bauen. Heute geht das nicht mehr. Aber abreissen tut man es nicht ... Ein Privileg, dachte ich heute ...

Ein Privileg dachte ich aber auch heute, an diesem Ort zu stehen mit einer D4 und einem alten 135mm MF, 2.8 ...

In diesem Sinne ...




 
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Technisch gesehen. Aber die Bildgestaltung leidet schon darunter, Schärfe und Farbe überwiegen und lassen mehr an Beurteilung nicht zu ...

In diesem Sinne ...

[/CENTER]

Sam, du sprichst mir aus der Seele. Knackscharf mit ebenso knackigen Farben - ich glaube, ich mag das nicht mehr...
10 Bilder/sek. macht eine D500, so viele wie meine Mamiya auf einem ganzen Film.
Und würde sie nur 9 Bilder schaffen, gäb's ein Riesengeschrei.

Quo vadis?

Grüße
Erhard
 
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Ich könnte es nicht besser ausdrücken.
Bei mir tummelt sich auch (fast) nur Altglas, überwiegend analog genutzt.
 
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Leica M würde perfekt zu Deinem Stil passen.

Entschleunigt und selbst steinalte Objektive können sich heute wohl noch sehen lassen.
 
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Bin gespannt bis wann wir nachts Eulen beim Jagen fotografieren, aber knackscharf und man muß das Weiße im Eulenauge sehen.
 
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Es gibt so unendlich viele Beweggründe neue Technik zu kaufen, oder Alte, oder keine Neue, oder nur Alte, oder die Alte einfach zu behalten ...

Ein Plädoyer für was ist das denn hier jetzt gewesen? Die D4 ist übrigens doch schon ziemlich neu, oder nicht?

Ich werde jetzt anfangen meine Sammlung zu putzen, in Kaffee einzulegen und wegzustellen, damit sie nicht mehr stinkt. Und wenn sie dann nicht mehr stinkt, werde ich sie behalten, oder verkaufen, oder verschenken und das ebenso aus unterschiedlichen Beweggründen.
 
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Hi Sam,
an das Ende deines "Plädoyers" hast du ein Foto gestellt, das du mit deiner "alten" Ausrüstung gemacht hast.
Offensichtlich macht dir das Fotografieren damit noch große Freude - und darauf kommt es doch an, oder nicht?

Gruß
Hans
 
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Lieber Sam,

ich denke, Du hast ein Plädoyer für gute Bilder und für eine gute Zeit, ein wertvolles und schönes Erlebnis beim Fotografieren gehalten. Oder?

Mir reicht meine für manche veraltete Ausrüstung für meine Zwecke auch völlig aus. Gut, in mancher Kirche wünsche ich mir ein 14-24. In manchem Zoo hätte ich gerne ein tolles Tele. Hab ich aber nicht und wenn ich mir gerade keines leihen kann, dann lasse ich mir davon den Moment nicht verderben und fotografiere eben das, was geht und mir wichtig ist. Die Bilder, die entstehen, sind nicht nur durch Tageszeit, Licht, Standpunkt schon in der Entstehung reduziert, sondern auch durch die zur Verfügung stehende Technik. Was nicht geht, das geht nicht. Aber wer hält mich andersherum denn davon ab, mit der neuesten und besten Ausrüstung genau so atmosphärisch dichte Bilder zu machen wie mit dem, was älteres Equipment bietet?

Das Bild macht der Fotograf und der entscheidet, wie er sein Handwerkszeug einsetzt. Wenn ich es nicht so knackscharf und bunt haben will, dann reize ich eben das technisch mögliche nicht bis zum letzten aus. Letztlich ist das meine Entscheidung, denn mein Handwerkszeug ist dazu da, das Bild so zu machen, wie ich es haben will.

Wenn ich mich heute neu in der Fotografie engagieren und Geld keine Rolle spielen würde, dann käme nach der Einsteigerausstattung zum Ausprobieren und Blut lecken sicher keine D3s mehr (die ich für nichts auf der Welt hergeben würde ), sondern eine D500 oder eine D5.

Dein Posting hat mich zum Nachdenken gebracht und ich denke, die Überlegungen lassen sich auf viele Lebensbereiche übertragen. Ich muss auch nicht alle 2 Jahre ein neues Auto haben, nur weil das jetzt alleine einparken kann (obwohl... das IST ein Argument ). Stünde ich aber vor der Entscheidung, mir zum ersten Mal vom eigenen Geld ein Auto zu kaufen, dann würde ich vielleicht gebrauchte, jedoch nicht 10 Jahre alte Wagen anschauen.

Letztlich ist es eine Frage der persönlichen Einstellung: muss immer alles neuer, schöner, schneller, besser sein oder kann und will ich mich mit weniger bescheiden? Womit bin ich glücklich und zufrieden? Im Grunde ist es das, was meine Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst. Was mir die Werbung suggeriert, ist nur ein Angebot. Ob ich das annehme oder nicht, ist meine Entscheidung. Daher lese ich mit Interesse und oftmals anerkennendem Staunen, was möglich ist und entscheide dann für mich persönlich, was für mich nötig ist, damit ich mich damit wohlfühle.
 
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Ich war zu müde gestern um auf eure Postings zu antworten. Danke herzlich dafür. Ich möchte ja nicht den Eindruck erwecken, dass ich nicht mehr gerne fotografiere, und auch nicht, dass ich hinterwäldlerisch bin ...

Es zeigt sich zumindest bei mir, dass ich mit der Geschwindigkeit doch zunehmend meine Mühe habe. Und somit, Albert, wäre es ja auch Plädoyer für eine Langsamkeit und Bedächtigkeit in der Fotografie.

Gerade Fotografie ist, zumindest als eine Möglichkeit betrachtet, eine intensive Auseinandersetzung mit sich und dem Motiv.

Ich habe auch schon an eine M von Leica gedacht. Ich habe schon daran gedacht meinen Bestand an Kameras auf zwei zu reduzieren und mir eine Leica mit zwei Festbrennweiten dafür zu kaufen. Aber was kann die Leica besser als meine F3 oder F5? Fotografiere ich anders? Nun ja, ein Bild von einem Eisvogel könnte ich vergessen. Aber wenn ich keine Ausrüstung dazu hätte, käme es mir auch nicht in den Sinn, einem Eisvogel abzuwarten ...

Mein Plädoyer umfasst nicht eine Kritik am Neuen. Schliesslich war die F4 auch mal neu und ich habe sie auch gekauft. Und eine zweite D4 oder eben D5 würde ich beim Konzert fotografieren auch nicht verachten.

Aber vielleicht geht es mir einfach zu schnell. Und vielleicht hat das mit dem Alter zu tun. Aber genau diesen Zusammenhang möchte ich nicht alleine gelten lassen...

In diesem Sinne: viel Freude uns allen am Fotografieren mit dem was wir haben ... und für Neues lasse ich mir trotz allem immer eine Türe offen ...


 
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Lieber Sam,
Die Schnelligkeit, die Du verspürst und die Dir nicht angenehm ist, dominiert heute leider nahezu alle unsere Lebensbereiche. Warum sollte die Fotografie davon ausgespart sein? Ich frage mich zwar auch gelegentlich, ob das (m)eine Alterserscheinung ist, aber ein nüchterner Blick auf einen beliebigen Konsumartikel, auf Urlaubsreisen usw. zeigen mir, dass dem leider nicht so ist. Und dann ist da tatsächlich auch noch so etwas wie der technische Fortschritt. Ich möchte in meinem Auto den Tempomat, ja den Abstandsradar nicht mehr missen und ich möchte auch mein Fotolabor nicht mehr zurück. Nicht dass ich die Arbeit am PC lieben würde, aber das planschen mit Chemie war auch nie meine Lieblingsbeschäftigung - wenn auch eine von mir als notwendig erachtete. Ähnlich verhält es sich mit den Objektiven. Eine Digitalkamera "verlangt" zur bestmöglichen Qualität eben eine andere optische Rechnung als eine Analogkamera. Dadurch entsteht noch kein besseres Bild, da sind wir einig, aber es bietet sich Optimierungsmöglichkeit. Ob diese greift hängt dann von vielen weiteren Faktoren ab.
Letztlich hängt es von jedem selbst ab, ob er sich den Spaß z.B. an einem Objektivschätzchen vergraulen lässt. Ich habe zuletzt versucht, im Rahmen meiner finanziellen Mittel, meine Ausrüstung so auszulegen, dass für mich klar ist, dass ein misslungenes Foto nicht an der Ausrüstung, sondern nur an mir alleine liegt. Das fühlt sich nicht verkehrt an.
Gruß Horst
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Hallo Sam,
ich verstehe dich, gebe dir 100% Zustimmung.
Du hast meinen Beitrag aus der Dunkelkammer gesehen, spätestens jetzt weist du warum ich mir das antu.
 
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Der eine baut sich selbst eine Lochkamera, der andere kauft sich eine D5 zum fotografieren. Hierüber braucht man eigentlich nicht philosophieren.

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Außerdem geht das mit den ständig neuen Brocken nur so schnell, weil man es durch dieses ständige Forengelese alles mitbekommt.
Im Grunde kauft man ja was, weil das Alte kaputt gegangen ist. Aber das ist dem gemeinen Forenten halt zu bedächtig.
 
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Ich finde die These ehrlich gesagt Quatsch. Neue Objektive/Kameras sind ja erst mal neue Möglichkeiten. Wenn ich da nur mal an die Qualität der Isoless Sensoren denke. Oder das praktische und kompakte 4/70-200, bei dem man nur an der Lichtstärke aber nicht an der Bildqualität Abstriche machen muss. Oder wie setzt man mit "alten" Optiken das um, was einem die ganzen PC Linsen ermöglichen? Usw., usw, usw. Aber keiner ist dazu verpflichtet und man muss ja nur das kaufen, was man will oder braucht. Und keiner ist gezwungen, den Finger permanent auf dem Auslöser zu lassen, nur weil die Kamera 6-10 Bilder in der Sekunde macht.
Klar manchmal vermisse ich auch meine Pentax 6x7 - das geile Gefühl damit, das schwere Metall, die tollen Dias, etc. Aber was ich nicht vermisse, ist bei Minus 10 Grad und Wind mit steifgefrorenen Fingern einen Rollfilm wechseln zu müssen, oder bei schwieriegem Licht immer gleich mal mindestens 3 Aufnahmen zu machen, damit die Belichtung auch wirklich 100% stimmt, usw. .
Mir kommt das Ganze ein bisschen so vor, wie die nostalgische Sehnsucht nach Omas Kartoffelsuppe, nur dass man eben als Kind nicht gemerkt hat, daß sie da in Wirklichkeit Suppenpulver und Maggi reingeschüttet hat, und es tatsächlich wesentlich leckereres Essen gibt.

Gruß

Andreas
 
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Also dass ich nicht missverstanden werde. Mir geht es nicht darum, das Neue abzulehnen. Mir geht es auch nicht darum, ob ich es gut finde, wenn eine Kamera so und soviel Bilder pro Sekunde macht, oder Video hat ...

Jede und Jeder von uns hat seine/ihre Präferenzen und das ist gut so.

Es geht mir darum, dass mich die Geschwindigkeit der neuen Produkte auf dem Markt und die riesige Auswahl schon mal überfordert und irritiert. Mein Plädoyer richtet sich ja nicht gegen die Entwicklung sondern viel mehr - mich selbst eingeschlossen - für einen distanzierteren und bewussten Umgang damit...

Und es bleibt für mich die Frage, ob sich die Menge der Neuentwicklungen fotografisch in der Qualität auch wirklich niederschlägt ...
 
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Immer schneller und in kürzeren Abständen werden mir neue Kameras und Objektive und Zubehör präsentiert ....

Ich prognostiziere hier mal ganz frech, dass sich das Tempo ohnehin verlangsamen wird, aus zwei Gründen:

  1. Die "Jugendjahre" der Digitalkameras mit ihren grossen Entwicklungssprüngen sind vorbei (der Unterschied zwischen einer D1 und einer D2 war grandios, zwischen einer D4 und einer D5 liegen keine Welten mehr)
  2. Der Markt schrumpft, viele Firmen werden es sich nicht mehr leisten können jedes Jahr zig neue Kameras vorzustellen.
 
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