Bevor wir das Haus betreten, lesen wir auf dem Schild an der Eingangstüre, dass der Zutritt nur am Freitag und Samstag möglich ist - ein Glück, dass wir am Freitag da sind.
Und ein noch größeres Glück, dass die Kunststätte überhaupt wieder geöffnet ist - denn während der vergangenen 10 Jahre war der Zutritt für die Öffentlichkeit nicht möglich.
Die drei Kreuze über dem Portal weisen darauf hin, dass das Haus als Hospiz und Gebetsstätte für die Kreuzbrüder (crociferi) und auch für Pilger gegründet wurde - im 13. Jahrhundert.
Im Jahre 1414 kamen hier notleidende Frauen unter und in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Gebäude renoviert, wie man über der Tür in Stein gemeißelt lesen kann: Restauratum Anno Domini MDLIII.
In dieser Zeit wurde die Kapelle ausschließlich mit Gemälden von Jacopo Palma il Giovane ausgestattet - und das ist nun das Besondere an dieser Stätte.
Hier nur fünf ausgewählte Bildbeispiele für die mehr realistische Malweise des Künstlers, der sich damit vom bislang vorherrschenden Manierismus absetzte:
Auf dem Bild ist im Zentrum der Doge Renier Zen abgebildet, der Gründer des Hospizes und der Gebetsstätte.
Dieses Bild der Kreuzabnahme Christi (Il Trasporto di Cristo) von 1590 zeigt im Hintergrund die beiden rotgewandeten Prokuratoren von San Marco, welche die Oberaufsicht über alle Kirchen und Hospize Venedigs hatten.
Flagellazione di Cristo (Auspeitschung Christi) von 1592
Ein Ausschnitt aus der Kassettendecke, welcher die Himmelfahrt Mariens (Santa Maria Assunta) zeigt.
und hier noch ein Ausschnitt aus dem Altarbild, wo mir besonders die Darstellung der Engelchen gefällt:
Da ich die Fotos in ziemlich dunkler Umgebung ohne Stativ machen musste, bitte ich für die Bildqualität der Fotos, die nur einen matten Abglanz der farbkräftigen Bilder zeigt, um Entschuldigung. Mehr war mir bei ISO 2500 und Verschlusszeiten von 1/15 - 1/40s freihand mit manueller Scharfstellung aus der "Froschperspektive" nicht möglich.
Alle Fotos der Gemälde und des Gebäudes mit Nikon Df und Carl Zeiss Distagon 21mm/2.8 mit Ausnahme der Fotos der Eingangspforte und der Schiffsanlegestelle Fondamente Nuove, wozu ich das dem Voigtländer Ultron 40/2.0 verwendet habe.
Gruß
Gianni aka Hans